Einzelbild herunterladen
 

187»

Marburg, Sonnabend, den 31. October.

Nr. SSS

folgt.,,, würfet mit einem fenif-chnt, durch den Pwstdentm Ich-» heute die lleber,eugung -u-shrecheu zu femsen daß o _*____ _ o. * # » ___ei__CkxX .«Hw o» ttttÄ fpttr wtrh. htPlPtt lebten ödbtltt ttt RlCDt

auf- Sie

Baronet befremdet. .

Gewiß, aber vorläufig nur privatim, wenn Sie mich unterstützen wollen, wird eS mir angenehm fein.

Sie willen, ich will eine Reise antreten, Herr Schindler.

Ja so. Nun, das Geld steht zu Ihrer Verfügung, Sir, ich werde es Ihnen überreichen, sobald Sie es

des Reichstages von Forckenbeck ausgebrachten Hoch em- ,fangen. Der Reichskanzler Fürst Bismarck überreichte die Thronrede, welche der Kaiser bedeckten Hauptes verlas. Die Thronrede wurde vielfach mit Bravos, besonders bei dem PaffuSjüber Elsaß-Lothriugen, der Schlußpasius mit stür mischem Bravo ausgenommen. Fürst Bismarck erklärte darauf den Reichstag für eröffnet. Der baierifche Bundes rathS-Bevollmächtigte schloß mit einem dreifachen euthu- iastisch aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. In der Diplomatenloge befanden sich der heute eingetroffene fron. zSsische Botschafter, der amerikanische Gesandte und viele Gesandtschaftsattachos.

Die Thronrede lautet wörtlich: Zum zweiten Male in diesem Jahre nehme Ich Ihre Mitwirkung für die weitere Entwickelung der Institutionen deS Reichs in Anspruch. Die gesetzgeberischen Ausgaben, welche Ihrer harren, stehen an Wichtigkeit denen nicht nach, die in den früheren Sessionen den Reichstag beschäftigt haben und überragen dieselben an Umfang und vielleicht auch au der Schwierigkeit der ge­

schäftlichen Behandlung.

Die von der Verfassung dem Reiche überwiesene Ge­setzgebung über das gerichtliche Verfahren war, iu der Be­schränkung auf das Verfahren in Civilsachen, schon von dem Norddeutschen Bunde in Angriff genommen und ist seit Begründung des Reichs in ihrem vollen Umfange vor­

bereitet worden.

Vier Gesetzentwürfe: über die Verfassung der Genchte, über da» Civilverfahren, über das Strafverfahren und über das Conkursversahren, von welchen die drei ersten bereits von dem Bundesrathe berathen sind, sollen die seit Jahr­zehnten von den Rechtsuchenden als Bedürfniß erkannte und von den Rechtskundigen erstrebte Einheit des Gerichtsver­fahrens verwirklichen und durch diese Einheit unserem Vater- lande ein Gut gewähren, welches andere Länder längst be fitzen und welches wir nicht länger entbehren können.

Die Entwürfe, welche Ihnen zugehen, sind die Frucht mühsamer Vorarbeiten, an welchen die Rechtswissenschaft, der Richterstand, die Anwaltschaft und der Handelsstand aus allen Theilen Deutschlands mitgewirkt haben. Sie wollen, an bewährte Einrichtungen anschließend, den For bedungen des Lebens, wie solche die Entwickelung des Ver­kehrs zum Ausdruck gebracht hat, und den durch die Er­fahrung gereisten Forderungen der Wissenschaft gerecht werden. Zu derselben Zeit, in welcher Sie aufgefordert werden, die Einheit der Gerichtsverfassung und des Ver­fahrens zum Abschluß zu bringen, sind die ersten Schritte

es uns beschieden sein wird, diesen letzten Schritt in nicht allzu ferner Zukunft thun zu können.

Die gemeinsame Gesetzgebung über das Heerwesen, welche durch das in Ihrer letzten Session berathene Reichs- militärgesetz ihrem Abschlüsse nahe gebracht ist, soll durch drei Ihnen zugehende Gesetzentwürfe weiter vervollständigt werden. Zwei dieser Entwürfe, nämlich eines Gesetzes ,6er den Landsturm und eines Gesetzes über die militä­rische Controle der Beurlaubten, find bereits in dem Reichs­militärgesetz verheißen. Der dritte soll die Naturalleistungen ür die bewaffnete Macht im Frieden gleichmäßig und in inet den veränderten Verhältnissen entsprechenden Weise regeln. Die Steigerung der Lebensrnittelpreise stellt in Beziehung aus die Verpflegung des Heeres, und die Fort­schritte der militärischen Technik stellen in Beziehung aus die Ausrüstung und die Uebung des Heeres Anforderungen an die Militärverwaltungen, welchen mit den bisher für die Armee bewilligten Mitteln nicht entsprochen werden kann, lieber die Höhe deS hierdurch begründeten Mehrbe­darfs und der durch Befriedigung beffelben erforderlichen Steigerung der Matrikular-Beträge sind Ihnen bereits in Ihrer letzten Session vorläufige Mittheilungen gemacht worden. Sie werden aus dem Ihnen vorzulegenden Reichs- Haushalts Etat pro 1875 ersehen, daß eine Steigerung der Matrikularbeiträge, wie sie damals in Aussicht genommen war, genügen wird, um den Mehrbedarf für das Heer so­wie die bei den anderen Verwaltungszweigen nothwendig

Ich wollte Gott danken, wenn er von dieser Reise nie zurückkehrte, sagte Adele, tief auffeufzend, nachdem Sir Arthur das Zimmer verlassen hatte.

Der Banquier blickte überrascht seine Tochter an, dieser Ausruf ließ ihn plötzlich einen tiefen Blick in ihre Seele werfen; ;um ersten Male seit dem Tage der Verlobung drängte sich ihm die Ahnung auf, daß Adele in dieser Verbindung ihr Lebensglück nicht finden werde.

Und doch hatte er nur ihr Glück im Auge gehabt, als er sie bat, ihre Wahl zu treffen. l

Du bist verstimmt, erwiderte er, Sir Delavalle hatte ein Recht, Dir Vorwürfe zu machen, Deine warme Ver- theidigung m L

Ich hatte dasselbe Recht, den Freund meines Bruders zu vertheidigen, welches Sir Arthur in Anspruch nahm, um ihn zu verdächtigen, unterbrach Adele ihn lebhaft.

Da» läßt sich nicht bestreiten, sagte Gerhard, er gab sich große Mühe, Max zu verdächtigen. Weshalb? Wa» hat Max ihm gethan.

Nun, nun, das kann man nicht behaupten, begütigte der alte Herr seine erregten Kinder. Er hat nur aus die Möglichkeit der Schuld hingewiesen

In einer Weise, welche nur zu sehr geeignet war, die birecte Anklage zu unterstützen, erwiderte Gerhard unmu- thig. Vater, je näher ich den Baronet kennen lerne, desto stärker drängt sich mir die Ueberzeugung aus, daß die Ab­neigung der Mutter gegen ihn sich auf triftige Gründe stützt.

Weshalb seid Ihr denn Alle so gern gegen ihn einge­nommen ? fragte der Banquier ärgerlich. Ich finde nichts, was mir Mißtrauen gegen ihn einflößen könnte, durchaus nichts, es kommt eben nur darauf an, wie man ihm be­gegnet ; Vertrauen erweckt Vertrauen, Mißtrauen muß Ab­neigung erzeugen.

gewordenen Ausgabevermehrungen zu bestreiten.

Nachdem der Umlauf deS Papiergeldes. durch ein in Ihrer letzten Session zu Stande gekommenes Gesetz geregelt ist, bedarf es zum Abschluß der Gesetzgebung über den Geldumlauf in Deutschland noch der gesetzlichen Regelung des Umlaufs von Bantnoten. Die verbündeten Regierungen sind bei dem Ihnen vorzulegenden Gesetzentwürfe über diese wichtige Frage von dem Gesichtspunkte ausgegangen, daß bestehende Rechte nur soweit zu beschränken seien, als eS das mit der Aufrechthaltung der Metallcirmlation verbun­dene öffentliche Interesse erheischt und daß gleichzeitig Vor­sorge zu treffen fei, um einer späteren, auf den Erfahrungen übet die Gestaltung de» GoldumlanfS fußenden Gesetzge­bung den Weg anzubahnen. Die zur endgültigen Rege­lung der versafsungSrnäßigen Rechnungslegung über die Einnahmen deS Reichs ersorderlichen Gesetzentwürfe über die Verwaltung der Einnahmen und Ausgaben deS Reichs und über die Einrichtung und die Befugnisse des Rechnungs­hofes, welche in Ihrer letzten Session nicht erledigt werden konnten, werden Ihnen wiederum vorgelegt werden. Die Rechnungen über den Haushalt der Jahre 1867 bis 1871 werden Ihnen zur Entlastung und die Ueberflcht der Ein­nahmen und Ausgaben des Reichs im Jahre 1873 wird

Der Kampf um eine Millian. Roman von Ewald August König. (Fortsetzung.)

Adele wird durch ihn unglücklich werden l

Larifari, Gerhard, Sir Arthur Delavalle ist weder ein Wütherich, noch ein Sklave böser Leidenschaften.

Damit ging der alte Herr hinaus, er war verstimmt, weniger durch den Diebstahl, als durch den fortgesetzten Protest seiner Familie gegen den Baronet, den er ganz und gar ungerechtfertigt fand.

Adele aber schüttete jetzt ihr Herz vor dem Bruder aus, sie erklärte ihm, daß der Gedanke an die Verbindung schon jetzt ihr jede Freude trübe, daß die Abneigung, die sie gegen ihn hege, nie schwinden, sondern stets zunehmen werde, und daß sie ihm selbst dies längst gesagt haben würde, wenn nicht Rücksichten gegen ihren Vater sie abge- hatten hätten.

Und dann gestand sie ihm, daß Max sein und ihr Glück verscherzt habe, als er so muthlos gewesen sei, den Kampf mit einigen Schwierigkeiten zurückzuweisen und Ger­hard war in hohem Grade überrascht, als er nun erfuhr, daß die heimliche Liebe seine» Freunde» schon seit Jahrm erwidert worden war.

Adele erinnerte ihn daran, daß sie schon al» Kind große Stücke auf seinen Freund gehalten hatte, ihre Ach­tung war im Lause der Jahre gewachsen, als sie nur Gu­tes von ihm erfuhr. Und dazu hatte Herr Eduard Schind­ler durch das Lob, welche» er dem jungen Manne spen­dete, daS ©einige redlich beigetragen, er hatte ferner da­durch, daß er Max öfter zur Tafel lud, die ersten Keime der Liebe im Herzen seines Kindes geweckt.

> Adele hatte dieses Aufkeimen nicht beobachtet, e» fehlte , eben an dem Sonnenschein, der die Blüthen hervorlockte, i es war nur ein Begehren, kein üppiges Gedeihen der zar- > ten Pflanze, die des erwärmenden Lichtes und der Pflege - noch entbehrte.

Und dieses Licht ward ihr plötzlich zu Theil, als Ger-

Der Baronet blickte den jungen Mann scharf an, so scharf und stechend, als ob er den Versuch machen wolle, in die geheimsten Gedanken beffelben einzudringen.

Ein Unglück war eS nicht, sagte er Sie waren geregt, sonst würden Sie sofort bemerkt haben, daß einen falschen Rock trugen.

Im Uebrigen ein bequeme« Kleidungsstück, Siri

Finden Sie da»?

Gewiß, dazu sehr praktisch.

Nun, wenn man den Rock umdreht, hat man einen febr bea em en Mantel.

Jetzt war der Blick Gerhard'« scharf und durchdnn- gend, er prallte ab an dem kalten Gleichmuth, der sich in ben Zügen be« Baronets ausprägte.

So weit ist man in ber Schneiderkunft hier noch nicht gekommen, lachte Sir Arthur, in London trägt Jeder diese» Kleidungsstück, e» bietet einen vortrefflichen Schutz gegen die Feuchtigkeit des Nebel». Aber ich ennnere mich, daß ich noch einen Ausgang machen wollte; wenn Sie e» wün­schen Herr Schindler, besuche ich den Polizeiherrn, um mit ihm über den räthselhaften Diebstahl zu reden.

Nein, ich wünsche das nicht, sagte der Banquier rasch.

Sie wollen keine Untersuchung anstellm? fragte der

~ " für die Monate November

! v und December auf die vbertzeifische Z-itttNg mit der wöchentlichen Beilage Sonntags blatt werben von allen Post­anstalten, auf dem Lande von den Landpostboten, ' angenommen.

Wir besitzen noch eine kleine Anzahl Exemplare der seither erschienenen Nummern des Sonntags­blattes und werden dieselben den zunächst uns eingehenden Bestellungen gratis beifügen.

Die Krp. d. HSerh. Zett.

Deutsche- «eich.

Berlin, 29. Oct. Der Deutsche Reichstag hat also heute seine Thätigkeit wenigstens formell wieder auf- Jnommtn und ist durch Se. Majestät den Kaiser persön- lick eröffnet worden. Der Inhalt der Thronrede ist seinem bei weitem größten Theile nach der Aufzählung der Auf- «abe gewidmet, welche der Lösung in dieser Session des Reichstag» harren und die hohe Wichtigkeiten der vorlie. senden Arbeiten rechtfertigt vollkommen die erste, schmucke und phrafenlofe Form, in welcher den Abgeordneten ein Bild ihrer nächsten gesetzgeberischen Wirksamkeit aufgtrollt wird Die wichtigsten Bedingungen der Staatswohlfahrt sollen ihre dauernde Richtung erhalten und den neuen -roßen Verhältnissen entsprechend sollen die höchsten Staats- zwecke, der Rechtsschutz, da» wirthschaftliche Leben, bte Wehrkraft, bo« Reichsfinanzwesen, der Verkehr u. s. w. burtb da» LäuterungSfeuer der vielseitigsten Kritik und durch die Hülfe der besten Kräfte deS Volkes der Ver­wirklichung möglichst nahe gebracht werden. Trotz des positiveren und gewichtigeren Inhalt» des übrigen TheileS dec Thronrede, werden jedoch im AuSlande wenigsten» die beiden letzten der Politik im engeren Sinne gewidmeten Schlußsätze der JnterpretationSkunst der Presse am meisten ausgesetzt sein, da diese in jedem Worte der auswärtigen Politik von so hoher Stelle ausgesprochen, eine uncr schöpfliche Quelle zu mehr oder weniger geistreichen und scharfsinnigen Deutungen zu finden pflegt. Das Eine ist wohl klar, daß das neuerding» von gewissen Seiten be­folgte System der Verdächtigung, Anfeindung und Hetzerei einen hohen Grad erreicht haben muß, wenn von solcher und an solcher Stelle energischer Protest für nothwendig

Anzeigen nimmt entgegen:

i * Ä* f * N* . . »

fomit du Annoncen-Bureanx M IW I I LB A T * . * . . . von G. L. Daube & So. tn..

V 71 . JM Uul UL ää*

zr-nksurt a-M-, Berlin, Leip- W 7 ler in Hannover; C- Schlotte

?g, Söln rc.; Rudolf Moss. 7 11 7 in Bremen-

inBerlin, Frankfurta.M.rc. _____________________/_______> ' '

oeuiiwen -neicgre * Auskunft und Annahme von Adressen werden 2} Sgr- berechnet.

29 Oct Der Reichstag wurde präcife 1 Uhr im'geschehen, um die Einheit des bürgerlichen Rechts herbe.- weiLen Saale des königlichen Schlosses eröffnet. Etwa zuführen. Freilich werden Jahre vergehen, bis der letzte Ä Abaeordnete »arm anwesend Der Kaiser, welchem Schritt zur Herstellung dieser Einheit gethan werden kann, d« «nprinz und die Prinzen Karl und Friedrich Karl aber Ich freue Mich, gestutzt auf d,e gemachten Erfahrungen,