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Nlarburg, Dienstag, den 13. October.

187L

Mr. 239.

Anzeigen nimmt entgegen: tit GÄeditton d. Blattes, sowie bie Annoncen-Bureaux von Th- Dietrich & Co. in Raffel und Hannover; Th. Dietrich iv Franlfutt a. M-; Saasenstein & Vogler in Frankfurt a- M., BerlinLeip» na, Cöln ic.; Rudolf Moss« in Berlin, Frankfurt a. M. ic.

ObcrheMc Icilmm

Anzeigen nimmt entgegen: die @xpebitton d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von @. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M-; Jnvalidendank, A- Rete- rneyer in Berlin ; Carl Echüß- ler m Hannover; C. Schlotte in Bremen.

«Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn« und Feiertagen. Preis für das Ouattal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22) 6gr.. durch die Postämter des deutschen Reiches 85 Sgr. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende

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Deutsches «eich.

Bskli», 10. Oct. StaatSjecretSr v. Bülow ist ge­stern hier eingetroffen und hat die Geschäfte des auswär­tigen Amte» heute wieder übernommen liebet die Rückkehr des Fürsten Bismarck steht zur Zeit noch nichts fest. Die Meldung der Blätter von dem persönlichen Erscheinen des Fürsten in Würzburg bei dem Proceß Kullmann ist an und für stch nicht unwahrscheinlich, doch ist zur Zeit auch hierüber nichts mtschieden. DaS Kammergericht hat heute in zweiter Instanz das Gesuch um vorläufige Frei­lassung deS Grafen Arnim aus der Haft abgelehnt. Alle in der letzten Zeit über die Lösung der nordschleS- wigschen Frage verbreiteten Combinationen, speciell die von einer Neuttalisirung NordschleSwigS, Ernennung deS Ex- Kronprinzen von Hannover zum Herzog von Jütland- Schleswig, Abtretung NordschleSwigS rc. werden in den hiesigen diplomatischen Kreisen auf das Entschiedenste de mentirt. Im Laufe dieser Woche hat hier unter dem Vorsitz deS UnterstaatSsecrelairs Dr. Friedberg eine Com- misston zur Beraihung einer Advocatenordnung getagt. Die Commission besteht auS einigen Rächen des Justiz­ministeriums und den von dm Ehrenräthen gewählten Ju­stizrath Dorn, Justizrath Ulfert und StaatSgerichtSrach ferner. Die Cvnferenz von Sachverständigen, welche feit Montag im landwirthschaftlichen Ministerium tagte, hat Donnerstag ihre Berathungen beendet. Dieselben beschäf- tigten sich, der Rat. Ztg.. zufolge, in ihrem zweiten Theile mit der Revision der für das Reich bestehenden Vorschriften über die Prüfung, Studienzeit und Oualificaiiou der Thier­ärzte. Hierbei wurde die connexe Frage über die Hebung der Thierarzneischulen zu mehr akademischen Instituten ein-- gehend erörtert. An dm gesammten Verhandlungen hat auf Antrag des Eidgenössischen Unterrichts-Departements zu Lern, ein Delegirter des letzteren, der Professor Metz- dors au» Bern theilgmommm.

Das Ministerium für landw. Angelegenheiten hat die sämmtlichen Regierungen und Landdrvsteien mit um­fassender Anweisung über die Ausführung des Fischerei­gesetzes vom 30. Mai d. I. versehen. Das Gesetz hat für den Betrieb der Küsten- und Binnenfischerei eine Mehr zahl ganz neuer, von dem bestehenden Zustande wesentlich abweichender Bestimmungen getroffen und zum Schutze der Fischerei und deS Fischbestandes Einrichtungen vorge­sehen, welche von größerer wirthschaftlicher Bedmtung zu »erben versprechen. ES wird nunmehr darauf ankommen, das Gesetz in allen feinen Theilen mit Sorgfalt und Sachkenntniß durchzusühren. Von besonderer Wichtigkeit ist die Bildung von Fischerei-Genossenschaften zur Her­stellung einer geregelten AussichtSsührnng und zum Schutze de» Fischbestandes, eventuell auch zur gemeinschastlichen Bewirthschaftung und Nutzung der Fischwasser. Auch die , asas

" Der Kampf um eine Millian.

--j, Roman von Ewald August König.

(Kottsrtzung.)

Sir Delavalle besitzt in England Güter? fragte der Senator nach einer Pause weiter.

Ja. i URu.

Er ist also vermögend?

Sehr reich.

So, so, und sein Charakter? Seine Lebensweise?

Ich finde an beiden nichts auszusetzen.

Ah er verbringt die Abende im Kreise Ihrer Familie?

Der Banquier konnte fein Befremden nicht länger verbergen, diese Fragen glichen einem peinlichen Verhör; welchen Zweck verfolgten sie?

Herr Senator, ich weiß in bet Thai nicht, weßhalb Eie sich so sehr für ihn interesfirm, sagte er.

Entschuldigen Sie, wenn Sie vielleicht eine Indiskretion in meinen Fragen finden, erwiderte der Polizeiherr ruhig, nur da» Jntereffe, welche» ich an ihrer Familie nehme, hat mich bewogen, sie ohne irgend eine Nebenabsicht zu stellen.

Dann danke ich Ihnen herzlich für die freundliche Theilnahme, Herr Senator, ich kann Ihnen nur wieder­holen, daß es eine ausgezeichnete Partie in jeder Beziehung ist. Sir Delavalle wurde mir von einem Bankhause in London sehr wann empfohlm, und die Summen, welche er dort empfängt, lassen auf seinen Reichthum schließen.

Mit wem stehen Sie in London in Verbindung, wenn ich {tagen dars?

Mit mehreren Häusern, Parkin-, Gibson u. Compagnie «»pfählen ihn.

Ein seines Haus, erwiderte der Senator, indem er sich

im Gesetze vorgesehene Herstellung von Latchschonrevieren wird ihre günstige Wirkung für die Erhaltung der werth­vollen Fische, namentlich der Salmoniden, nicht verfehlen und die Nnrichtung der sogenannten Fischpäffe, welchen das Gesetz besondere Beachtung widmet, wird unfern Binnen­gewässern die heimischen Wanderfische erhalten. Wie wir hören, ist bei Ausführung des Gesetzes auf diese Punkte besonderer Nachdruck gelegt. Wegen der Vorbereitung und sachverständigen Bearbeitung der durch landesherrliche Verordnung zu erlaffenden Fischereipolizeilichen Vorschrift im engeren Sinne sind die erforderlichen Einleitungen ge­troffen.

Köuig-berg, 7. Oct. Einer aus sonst zuverlässiger Quelle hier eingetroffenen Nachricht zufolge, soll der Kaiser und König den Befehl ausgesprochen haben, sobald als irgend thunlich, das königliche Schloß zu räumen. Es soll demnächst der ganze Flügel des Schlosses zur Auf­nahme eines Pttnzen des königlichen HauseS hergestellt werden und derselbe als Statthalter der Provinz hier auf die Dauer verbleiben.

Danzig, 9. Oct. Zu Ehren des Handels-Ministers Dr. Achenbach wurde gestern Nachmittag von der Kauf­mannschaft in dem mit Blumen, Fahnen und Flaggen ge­schmückten Attuöhofe ein Festdiner veranstaltet, bei welchem der Minister daS Hoch auf den Kaiser au-brachte, Com- mercienrath Goldschmidt den Minister und dieser wieder die Stadt Danzig le en ließ. Wie in Königsberg und Elbing, so hatte der Minister auch hier nur Worte, welche sympathisch berühren mußten. So schilderte er den Ein­druck, den unsere Stadt aus ihn gemacht habe, als einen äußerst günstigen. Nicht nur die Denkmäler der Ver­gangenheit, die herrlichen Kirchen und anderen Bauwerke, welche sowohl von dem Reichthum der Vorfahren als auch von ihrem Schönheit»- und Kunstsinn ein beredtes Zeug- niß ablegten, hätten ihn gefehlt, sondern auch das, was die heutige Zeit geschaffen. Diejenigen, die vordem unter Führung von Bürgermeister und Rath in diesem prächtigen Raume getagt, hätten Großes und Schönes geschaffen, ober nicht geringere Thaikraft finde er in denen, die er heute mit Bürgermeister und Rath in demselben Raum zum Mahle vereinigt sehe. Die Bürger dieser Stadt hätten sich Ein­richtungen geschaffen, die andere, bester stiuirte Städte bis­her nicht zu erreichen vermocht hätten. In dieser Thaikrast und in dem ernsten Streben der Bewohner dieser Stadt finde er auch die Bürgschaft für eine gute und glückliche Zukunft derselben. Durch zeitweise eintretende Rückschläge in Handel und Verkehr könne man nicht sein Urtheil be­stimmen lassen. Er sei überzeugt, daß der Arbeit auch hier der beste Erfolg nicht fehlen werde und daß die Zu­kunft Danzig» nicht minder glücklich fein werde wie seine Vergangenheit.

langsam der Thür nähette. So darf man Ihnen also doppelt Glück wünschen, Herr Schindler.

Nur Eins wünsche ich noch.

Die Entdeckung der Verbrecher. Geduld, wenn auch unsere Bemühungen bisher fruchtlos blieben, ich habe die Hoffnung noch nicht verloren.

Herr Eduard Schindler mußte lange über die Fragen des Senators nachdenken, aber es war ja unmöglich, daß ihnen eine andere Ursache als freundschaftliche Theilnahme zu Grunde liegen konnte.

Weßhalb also Vermuthnngen hegen, die nicht einmal den Anschein einer Berechtigung hatten?

Die Erkundigungen über Sir Delavalle waren ja durchweg günstig ausgefallen und wenn eine ungünstige sich darunter befand, so wußte ja der Banquier, auf welche unlautere Quellen die Auskunft zurückgeführt werden mußte.

Er erinnerte sich des Versprechens, welches er dem Baronet gegeben hatte, aber er fand vor dem Diner keine Gelegenheit, es einzulösen. *

Madame Schindler war so sehr in die Unterhaltung mit den beiden Mädchen vertieft, daß sie für die bedeutsamen Winke ihres Gatten kein Verständniß hatte. Erst als die Tafel aufgehoben und Sir Delavalle hinanSgegangen war, konnte der Banquier sich mit seiner Gattin in das Fami­lienzimmer zurückziehen.

Er berichtete ihr den Inhalt seiner Unterredung mit dem Loronet und bat sie, die Frist zu bestimmen in der die Doppelhochzeit geefiert werden solle.

Madame Schindler schüttelte ablehnend das Haupt, das heitere Lächeln war von ihrm Lippen verschwunden.

Adele ist nicht glücklich, sagte sie, sie wird es an der Seite dieses Mannes nie werden. Ich denke oft mit ern­sten, schweren Sorgen an ihre Zukunst, Eduard.

Dresden, 10. Oct. Der König hat heute Nach­mittag 1 Uhr den Landtag mit einer Thronrede geschloffen, worin er dem Andenken seines verstorbenen Vaters Worte liebevoller und dankbarer Erinnerung weiht und mit Dank der von dem Landtage gemachten finanziellen Bewilligungen für die Civilliste, die Erhöhung der Gehälter und Pen­sionen für Staatsdiener und die Verbesterung der Lage der Geistlichen, Lehrer und der Universität gedenkt. Die Thronrede hebt-hervor, daß alle Mehrausgaben ohne Er­höhung der Steuern bestreitbar seien und daß eventuell das neu vereinbarte Einkommensteuer-Gesetz die Mittel da» zu an die Hand gebe. Sodann wird der in den nächsten Tagen zur Ausführung gelangenden Organisations-Gesetze, der Theilnahme Sachsens an der Reichsgesetzgebung und der Verwendung des Restes der französischen Kriegsent­schädigung erwähnt. Die Thronrede schließt mit dem Aus­druck lebhaften Dankes und einem Zuruf herzlichen Lebe­wohls.

Weimar, 8. Oct. In den Verhandlungen der Synode kam heute auch die Einführung der Civilehe zur Sprache. In dem Bericht des Oberkirchenraths hatte der­selbe die Möglichkeit der Einführung der Civilehe ins Auge gefaßt und sich für diesen Fall unbedingt für die obligatorische im Gegensatz zur fakultativen Civilehe aus­gesprochen. Die Synode beschränkte sich indeffen, ohne weiter hieraus einzugehen, auf die Frage, ob die Kirchen­regierung die Einführung specifisch kirchlicher Register neben den bisher geführten Kirchenbüchern anordnm werde; eine Frage, die Seitens der Kirchenregierung mit dem Hinweife beantwortet wurde, daß die Einführung der CivilstandS- regifkr noch nicht nahe genug bevorstehe, um bereits einen Beschluß deS Kirchenraths angezeigt erscheinen zu lassen.

Giseuach, 10. Oct. Zu den Verhandlungen der Social- Politiker find zahlreiche Theilnehmer eingetroffen, darunter die Professoren Raffe, Held, Sybel (Bonn), Wagner (Berlin) und Frhr. v. Roggenbach.

Darmstadt, 10. Oct. Die großh. Regierung hat den Direktionen der Gerichte und Sparkaffen die ober- hessischen Eisenbähn-Actien als nicht pupillarisch sicher be­zeichnet.

München, 9. Oct. Im Lause des gestrigen Tages sand in der Schloßkirche zu Hohenschwangau die Aufnahme der Königin-Mutter in die katholische Kirche statt. Die betreffenden Ceremonien wurden von dem Ottsgeistlichen und dem mehrgenannten Vicar Lechleitner des Tyroler Ortes Elbingeralp vorgenommen. Dem Acte wohnte der Bischof Haneberg von Speyer, der vorgestern in Hohen- schwangau eingetroffen war, bei. Ob auch die Schwester der Königin-Mutter, die Prinzessin Karl von Hessen-Darm- (tatet, welche ebenfalls nach Hohenschwangau vorgestern hier

Wieder die alten Klagen, Lorchen, zürnte der Banquier.

Ich wollte dem Himmel danken, wenn Du mich über­zeugen könntest, daß sie unbegründet seien. Sieh doch nur die beiden Mädchen an, in den Augen Anna'S strahlen Glück und Seligkeit, Adele ist ernst, schweigsam

Mein Gott, das Glück äußert sich oft sehr verschieden, den Einen stimmt es heiter und sorglos, den Andern ernst und nachdenklich.

Aber sie selbst hat mir ja gesagt, daß sie nicht glücklich sei. Sie liebt einmal den Baronet nicht.

Dann hätte sie ihm nicht ihr Jawort geben sollen.

Sei nicht ungerecht, Eduard, sie that es, weil Du eS wünschtest.

Aber sie hat es gegeben, nun muß sie auch weitergehen, sagte der Banquier ungeduldig. Nehmen wir Alle« in Allem, so ist Adele eben keine leidenschaftliche Natur, von ihr kann man nicht erwarten, daß die Glulh der Leiden­schaft sofort hoch auflodern solle. Sir Delavalle hat ein Recht, die Festsetzung eine- bestimmten Termin» zu for­dern.

Wenn es denn fein muß, Eduard, gut., aber gewähre mir wenigstens eine Beruhigung.

Welche?

Gestatte mir, daß ich nach London reife unb Liebes Kind, ich habe ja Erkundigungen eingezogen.

Brieflich sie beruhigen mich nicht Wir wollen den Tag festsetzen, sei cS der 1. Mai, drei Monate wird der Baronet wohl noch warten können, er muß warten, wir verschanzen uns hinter dem Vorwand, daß die Aussteuer der beiden Mädchen nicht früher fertig fei, ich reife inzwi­schen hinüber unb verschaffe mir über alle Fragen, die mich beunruhigen, Gewißheit. Sei gut Eduard, bewillige mir das, ich möchte unser Kind glücklich sehen und kann