London, 26. Sept. Die Deligirte» der Bergarbeiter
Millionen Ausgaben, oder 10 Millionen mehr als im Jahre 1874 und mit 103 Millionen Einnahmen fcstge» stellt ist. Das bestehende Deficit mit 7i/ö Millionen hofft der Minister ohne Erhöhung der Steuern durch die Ueber- schüffe der indischen Finanzverwaltung und das Mehrer- trägniß der ordentlichen Steuern zu decken. Alle Bedürf- nisse, selbst die Fortsetzung des Alchinesenkrieges seien vor»
Haag, 26. Sept. In der zweiten Kammer legte der
Finanzminister das Budget pro 1875 vor, welches mit 110
»wiuw. Worten, oder I I uns etnvltch oder mdmerent. Aber möaen
d" fteudig und voll bester HvMungen die freie den Evan- Wie«, 26. Sept. Der Ministerpräsident, Fürst die Feinde der Kirche, welche frohlocken über das, was ac- gelischen in Spanien gelassene Regung rühmt (ausgenommen Auersperg, und die übrigen in Wien anwesenden Minister schicht und auf gewiffe Ereignisse — ob sie nab oder kern da, wo die Carlisten Meister sind), wo schon über 6000 sind heute Vormittags bei den Führern der Nordpolexpe- sind, weiß Gott — rechnen, daß auch die Pharisäer den Protestanten in mehr als 20 Gemeinden seien, und die dition vorgefahren, um ihnen ihren Besuch abzustatten und Tod des Herrn für einen Triumph ihrerseits hieüen und sich für Capellen, Bethauser und Schulen gesorgt, selbst sie zu der glücklichen Rückkehr nach Bewältigung der im daß er doch nur der Anfang ihrer gänzlichen Niederlage ein Haus für eine evangelische Schule »n Granada gekauft Dienste der Wissenschaft durchgemachten Mühsaale und geworden ist." ... Der Papst spricht, wie die meisten haben, und denen eS nur an Geld fehlt. Auch er erbittet Gefahren zu beglückwünschen. — Die feierliche Sitzung alten Leute, nicht gern von seinem Tode, auch nicht an- Me Hulse des Vereins. Ein evangelischer Geistlicher aus der geographischen Gesellschaft, wo Lieutenant Payer und deutungsweise. Wenn er eS hier doch thut, so mag man Brasilien verlangt gleichfalls Unterstutzmig für die dortigen Weyprecht über die Nordpolexpedition berichten werden, ist daraus schließen, daß seine sonst zuversichtliche Hoffnung, der Hulse bedürftigen Evangelischen. Der Pastor Calvino bis zum 30. September vertagt worden. — Fürst Milian noch vor seinem Tode den „Triumph der Kirche", d. h aus Guastalla dank für die den Waldensern in Italien von Serbien ist hier eingetroffen. die Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft zu sehen,
relattet b,le botü8en Zustande als mög- Bern, 25. Sept. Zur Ergänzung der durch den Telegra» sehr ins Schwanken gerathen ist. — Der Offervatore Ro-
"ch't. befriedigend, bittet aber um einen Geldbeitrag für phen über den Weltpostcongreß gebrachten Nachrichten ent mano bespricht heute den Prozeß der Accoltellatori in
etne a apeL n5t$’9 gewordene evangelische Kirche. Auch nehmen wir Wiener Blättern noch folgende allgemein interes Ravenna. Er erblickt darin mit Recht ein trauriges Svmv<
aus Oesterrnch und anderen Ländern sind viele Bittende ffante Mittheilungen: Postmandate auszuwechfelne rklären tom für die Zustände in der Romagna. Aber er ist auch
anwesend. Ihnen allen wird vom Vorsitzenden, Dr. Bauer sich bereit: Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien, Däne» mit dem Heilmittel bei der Hand: Gebt die Romagna d» Hulse des Vereins m Aussicht gestellt. Zum Mit mark, Egypten, Frankreich, Großbritanien, Italien,Luxemburg, wieder unter päpstliche Herrschaft, unter welcher sie sich bis gliede des Centralvorstandes für den ausgetretenen Geh. Norwegen, die Niederlande, Rumänien, Schweden und die zur Einigung Italiens befunden hat!
Kirchen Rath Dr. Hoffmann wird Pastor v. Criegern in Schweiz. Serbien ist bereit, diesen Zweig des internationalen Pari-, 26. Sept. „Moniteur" sagt in eine« 6t« Leipzig einstimmig gewählt. Die von dem Hauptverein Postdienstes mit den Ländern einzuführen, deren Münz-System titel: Die Sprache der Madrider Presse sei trotz der An- dem Centralverein besonders überlassene Liebesgabe von zu diesem Behufe nicht zu große Schwierigkeiten schafft, erkennung SerranoS fortgesetzt eine gegen Frankreich seind- zusammen 5400 Thlrn., über 900 st., fällt der Gemeinde Die Türkei kennt den Mandatdienst noch nicht, wird jedoch liche; drei Madrider Blätter schienen es sich zur Ausgabe Guzno in Westpreußen mit Stimmenmehrheit zu. Die keine Schwierigkeiten in den Weg legen, um denselben in gemacht zu haben den öffentlichen Geist Spanien» mit der Liebesgabe ist nämlich jedeömal als außerordentliche Unter- den großen Städten einzuführen; dagegen können Griechen- Idee, einer fremden Intervention zu befreunden. Das stützung für eine einzelne Gemeinde bestimmt, und hat land und Rußland die Hand zur Einführung deffelben Blatt glaubt, daß die öffentliche Meinung Spaniens wenn dazu der Centralvorstand drei Gemeinden vorzuschlagen nicht bieten. In Spanien und Portugal fällt der Post- sie befragt, gegen eine antinationale Abenteurerpolitik pro- aus denen die Hauptversammlung eine wählt. Borge- mandatdienst in das Ressort deS Finanzministeriums, so testirsn würde und sagt zum Schluß: Die Macht der schlagen waren Guzno in Westpreußen, Krikel-Neuhäusel daß sich die Deligirten darüber nicht aussprechen k unten. Thatsachen drängt Spanien zur Rückkehr zu einer consti- in der bayerischen Rheinpfalz und MySlowitz in Ober Für die Zulassung von Briefen mit dcklarirtem Werth tutionellen Regierung um ein nothweudigeS Element für schlesten. Guzno erhielt 49 Stimmen und die 5400 Thlr., haben sich ausgesprochen: Deutschland, Oesterreich-Ungarn, den europäischen Frieden zu werden. — „Semaine finan- Kirkel 18 Stimmen und 300 besonders für diesen Ort Belgien, Dänemark, Egypten, Frankreich, Luxemburg, Nor- eiere bestätigt, daß die Bank von Frankreich die Absicht gespendete Thlr. und MySlowitz 11 Stimmen und 100 wegen, die Niederlande, Portugal, Rußland, Schweden und hat, die ZwanzigfrancSbillctS nach Maßgabe ihres Zurück- Thlr. Als Ort der nächstjährigen Versammlung wurde die Schweiz. Rumänien will Briefe mit declarirtem Werth fliehens zur Bank ganz aus dem Verkehr zu ziehen.__
Potsdam auf den Antrag des dortigen Hofprediger Rogge der Gepäckpost und nicht der Briespost übergeben. Grie- Ein Brief GambcttaS in der „Rcpublique francalfe" sagt: bestimmt, der die bereits zum Voraus erfolgte Einwilligung chenland und Großbritannien können diesen Dienst nicht Die auf den 4. Oktober anberaumte Generalrathswahl deS deutschen Kaisers mitlhcilte, woraus Erfurt von der einführen. Die Türkei kennt daS System noch nicht, wird habe einen politischen Charakter und müsse uothwendig ein
Mitbewerbung zurücktrat. aber der Einführung desselben in den großen Städten neuer Protest gegen das Verhalten der Nationalversamm-
Müuche», 25. Sept. Nicht Frhr. v. d. Pfordten keine Schwierigkeiten in den Weg legen. Die Besörderuug lung und die Versuche einer monarchistischen oder bonapar- ist Versaffer der angekündigten Schrift: „Die Revolution von Briefen mit declarirtem Werthe ist weder in Spanien tiftifoen Restauration werden. Frankreich werde dabei von Oben", sondern der hannvver'sche Exminister v. Windt- noch in Serbien bekannt. Für die sofortige Einführung seinen Willen kundgeben, die Republik zu conftituiren. Die horst hat die Schrift verfaßt, die man als ein Werk a la des Postanweisungsverkehrs erklärten sich Deutschland, neuen Generalräthe hätten die Aufgabe, die Geburt der
Lamarmora stgnirt. Oesterreich-Ungarn, Italien und die Schweiz. socialen Ordnung vorzubereiten, die Demokratie in die
9Rni?ibnr« 26 Sevt Die SBcrfammtuna der beut. ^kom, 23. Sept. Die Mitglieder des Central-ComiteS Führung der Geschäfte einzuweihen und mit wahrhaft freien {dien »nmate mlanatin einer mit X Len Eine M ^estgen Pius Vereins, welche am 20. September dem öffentlichen Institutionen vertraut zu machen. Die General- Stimme aefasiten Resolution Regelung der deutschen An Eiligen Vater ihre Anhänglichkeit am besten dadurch 6e- ralhSwahl bereite die demnächst stattfindenden allgemeinen
maTerbiSe bu?» eine Säe u eriXbe An weisen zu können glaubten, daß sie ihm eine Adresse voll Wahlen, welche die Ohnmacht der Nationalversammlung
maltsardnuna ™ w i 11 von Schmähung gegen die italienische Regierung überreichten, nothwendig mache, vor. Die herbeigeführte Agitation sei
“. mögen doch etwas unbesriedigt zurückgekehrt sein, als sie unerläßlich und es sei höchste Zeit, daß Frankreich sich eine
Straßburg, 22. Sept. Das Els. Journ. von heute eine ganz allgemein und ruhig gehaltene Antwort vernom- definitive Regierung gebe.
Abend verhält sich gegenüber den Gerüchten, welche von men halten. Der einzige Gedanke, welcher durch diese Madrid, 26. Sept. Serrano wirb wahrscheinlich einer Beförderung und damit von dem hiesigen Ausscheiden Antwort des Papstes, wie sie heute Abend von den cleri- das Ober-Commando der Armee des Centrums übernehmen des Ober - Präsidenten Herrn von Möller sprechen, sehr calen Blättern mitgetheilt wird, hindurchgeht, ist die Ans- inzwischen soll Jovellas interimistisch den General Pavia skeptisch, und fügt außerdem ohne Rückhalt bei, daß eS forderung, „zu dulden und zu hoffen." Und das ist eg vertreten. Lagvardia soll baldigst von den RegierungS- „bedauernSwerth" wäre, wenn jene Gerüchte sich bestätigen gerade nicht, was die Herren wünschten. Indem sie, gestützt truppen angegriffen werden.
sollten. „Herr von Möller hat", sagt das Blatt weiter, auf die Immunität, deren sie im Vatican selbst sicher waren, Loudon, 26. Sept. Die Deligirten der Bergarbeiter „die Leute und Verhältnisse in Elsaß Lothringen kennen und auf die Nachsicht und Schwäche der italienischen Behz^cn von Staffordshire und Worcestershire sind geneigt, eine Lohn, gelernt; er hat sich daS Zutrauen und die Achtung der welche sic so ost schon erprobt hatten, die neuen Schmähun- Herabsetzung anzunehmen.
Einwohner erworben, welcher Richtung, welcher Partei sie gen zu den alten in die Weit hinausposaunten, wollten sie auch angehören; unter den jetzigen Umständen wäre feine wenigstens einen Anklang verwandter Art bei Pjus IX. Versetzung ein Schaden für das Land. Ein Personen- provociren. Und da war das Einzige, was i$nen erwidert wechsel an der obersten Stelle unserer Verwaltung würde wurde, ein doppelter Vergleich, bett bet Papst anstellte, geradezu eine neue provisorische Periode eröffnen. . . . zwischen der Kirche und dem leidenden und sterbenden Christus Das erwähnte Gerücht ist überhaupt erst, was mehrfach auf der einen und zwischen den Zuhörern unb der am ausfiiel, über Metz hierher gelangt." (DaS Gerücht wurde Kreuze stehenden Maria auf der andern Sei^, Wieder- auch durch unseren Berliner Correspondenten für grundlos holt forderte er die Zuhörer zum gebulbigen AuSharren erklärt.) auf. „Wer uns Helsen könnte, ist enterbet jU ©oben ge
Betroffen blickte Timm zu dem Baronet auf, bet aus seinem eleganten Etui eine Cigarre nahm und sie dem Schreiber anbot.
Sie werden mich verstehen, fuhr Sir Arthur fort, eS finden sich ohne Zweifel in dieser Hinterlassenschaft Papiere, welche gewisse Leute compromittiren können, und diese Leute denken natürlich darüber nach, wie dem vorzubeugen ist.
Bei mir kommen sie an den Unrechten, erwiderte Timm, daS hat jener Herr auch erfahren.
Ah — wollte er Sie in Versuchung führen?
Der Schreiber bemerkte den lauernden Blick dcö Engländers nicht, der verstohlen ihn streifte, er zündete die Cigarre an und sog mit sichtbarem Behagen das feine Aroma ein.
Ja, er wollte eS, sagte er, aber ich habe ihm heimgeleuchtet.
Was verlangte er? *
Papiere, Wechsel, die et als werthloS bezeichnete, weil« sie sich auf eine Heirath bezögen, die et nicht einzugehen gedenke.
In den Augen des Baronets blitzte es auf.
Sie haben dieses Ansinnen zurückgewiesen? fragte er.
Natürlich I
Sie mußten es, die Erben Hauenstcin'S können allein den Werth jener Papiere taxiren.
Hoffentlich bin ich der Universalerbe.
Sie?
Ja, Sir. Damals ist das ganze Erbtheil meinet Eltern in die Hände Hauenstein's ubergegangen, und ich habe Grund zu vermuthen, daß er mich um dasselbe betrogen hat.
Wie wollen Sie das erforschen?
Nun, in der Hinterlassenschaft werden sich doch Papiere vorfinden, die darauf Bezug nehmen.
Ah — nun, ich wünsche, daß Ihre Hoffnung sich erfüllen möge.
Darüber könnte ich mit schon jetzt Gewißheit verschaffen.
Wenn Sie jene Papiere finden.
Ich vermuthe sie in dem Versteck.
Welches noch entdeckt werden muß.
Es ist entdeckt,
Der Blick Timm's ruhte triumphirend auf den Zügen deS Baronets, er schien die Wirkung beobachten zu wollen, welche nach seiner Meinung diese Worte machen mußten.
Aber er sah sich getäuscht, kein Zug in dem Antlitz des Engländers vetrieth Ueberraschung ober erwartungsvolle Spannung.
Der Schreiber trat in das geheime Gemach, Sir Arthur folgte ihm.
Ah — hier ist? fragte er.
Glauben Sie, daß wir hineingehen dürfen?
Wenn Sie die Schlüssel haben, gewiß.
Aber bas Gericht könnte mir Unannehmlichkeiten des halb bereiten.
Sinb Sie nicht ber Hüter dieses Hauses?
Freilich — indeß —
Bin ich nicht bet Ihnen? Kommen Sie, wir wollen das Gewölbe bcstchtigen und dann dem Gerichte Anzeige machen.
Ich trage noch immer Bedenken, Sir.
Ah, bah, zünden Sie die Laterne an und holen Sic die Schlüffe!; wenn wir etwas entdecken, was Ihre Bedenken rechtfertigt, fo können wir ja den Besuch geheim halten.
Timm zögerte noch immer, der Baronet stand schon auf der Treppe.
Denken Sie an die Papiere, welche Sie suchm, fügte er hinzu, es liegt ja in Ihrem Interesse, sich GewißheU zu verschaffen; sind die Papiere einmal in den Händen des Gerichts, so könnm Sie lange warten, ehe Sie Er- laubniß erhalten, sie durchzusehen.
Diese Worte entschieden, Timm zündete die Laterne an, nahm die Schlüffel, die auf dem Tische lagen und I folgte dem Engländer, ber bereits hinuntergesttegen war.
Sir Delavalle warf einen geringschätzendeu Blick auf die Ballen, Fässer und Kisten, bann trat er rasch vor den eisernen Schrank.
Hier werben wir finden, was wir suchen, sagteerkalt.
Die Schlüssel klirrten in den zitternden Händen des Schreibers, und es währte lange, bis er die schwere Thür geöffnet hatte.
Sie da, spottete der Baronet, während er die Laterne emporhob, ein Schmuck werthvoller als der andere, hoffentlich wird unser Juwelier hier einen Theil seines EigenthumS entdecken.
Und dann ist Fräulein Blank gerettet 1 sagte Timm in unbeschreiblicher Aufregung.
äi. Sir Arthur leuchtete in den Schrank hinein, in dem obern Gefach lagen mehrere kleine Packete, ihre Aufschrift bekundete, daß sie Werthpapiere enthielten.
Daneben lag ein Päckchen, welches Schuldscheine enthielt , außerdem fanden sich noch einige Packete Banknoten vor.
DaS mittlere Gefach war mit Schmucksachen angefüllt; Uhren, Brachen, Ringe, Colliers, Armbänder, Dosen und Ketten lagen bunt durcheinander, und wenn ein Lichtstrahl auf diesen schimmernden Haufen fiel, so blitzte es in allen Farben aus ihm hervor. (Forts, folgt.)