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Marburg, Donnerstag, den 17. September

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Der Kampf mm eine Millian.

- Roman von Ewald August König.

Rutschen Reiche und Griechenland sind Ber- hiadlungen über die gemeinschaftliche AuS- führung von archäologischen Ausgrabungen aus dem Boden deS alten Olymzia gepflogen, Bilche auf Grund eines nach den sorgfäl­tigsten Ermittelungen der preußischen Pro­stssoren CurtiuS und Adler aufgestellten Planes vorgenommen werden sollen. Diese Verhandlungen haben zu einem Vertrage ge- Utt, in dem die beiden Regierungen, unter Vorbehalt der Zustimmung der gesetzgeben­den Organe und einer Lmonatlichen Ratifi- kltwnssrist, deren Verlängerung jetzt noch

die Gewährung von Staat-Prämien für Chausseebau fernerhin nicht mehr von strengen Innehaltung dieser Normativ- dingungen abhängig zu machen, weil jeder vße Güterverkehr nicht mehr durch die

hierüber aufgesorderte technische Bau-Depu­tation hat sich dahin erklärt, daß eine Aen- derung der Normativ-Bedingungen im All­gemeinen nicht gerechtfertigt sei, daß dagegen in einzelnen Ausnahmefällen einzelne Be­stimmungen wohl modificirt werden könnten. Mit Rücksicht auf die große Wichtigkeit der Frage und um dieselbe nach allen Seiten hin genau begutachten zu können, sind die Oberpräsidenten vom Handclsminister ange­wiesen worden, nach Anhörung der Regie­rungen und der Lokalbaubeamten ein moti- virteS Gutachten über die gestellten Anträge abzugeben. Die Vorgänge in der katho­lischen Gemeinde zu Lions in der Provinz Posen haben mit Recht die allgemeine Auf- mersamkeit erregt. Das gesetzliche Verfahren ist vom Oberpräsidenten gegen den Propst RzezniewSki bereits eingeleitet. Der Ab­geordnete Dr. Friedenthal ist hier eingetroffen. Seine Ernennung zum landwirthschaftlichen Minister ist noch nicht erfolgt, dieselbe wird jedoch binnen Kurzem erfolgen, da von keiner maßgebenden Seite dagegen Bedenken ob­walten.

Nach § 33 der Reichsgewerbe Ordnung bedarf derjenige, welcher Gastwirthschaft, Schankwirthschaft oder Kleinhandel mit Branntwein betreiben will, dazu der obrig­keitlichen Erlaubniß. Nach einer vor Kur zem ergangenen Ober-Tribunals-Entscheidung nun schließt die polizeiliche Konzession zum Wein und Bierausschank die Berechtigung zum Ausschank von Branntwein nicht ein. Vielmehr bedarf es in derartigen Fällen hierzu ebenfalls einer befondern polizeilichen Genehmigung. In einem bezüglichen Rechts­falle, nach welchem Angeklagter in feinem Schanklokal, für welches er nur die polizei­liche Genehmigung zum Wein- und BicrauS schank hatte, mehreren seiner Gäste Schnäpse verabreichte, führte das Ober-Tribunal in seiner das Urtheil der zweiten Instanz be stätigenden Entscheidung aus, daß die. Be­hauptung des Angeklagten, die ihm ertheilte Erlaubniß zum Ausschank von Bier und Wein umfasse auch die Berechtigung zum Ausschank von Branntwein, in den Gesetzen keinen Anhalt finde. Sowohl aus dem in

Husarenregiments bei. Der Kaiser und der Kronprinz wurden von der zahlreich ver­sammelten Zuschauermenge allenthalben mit lauten Zurufen begrüßt. Um 5 Uhr Gala­tafel im königlichen Schlöffe, gegen Ende der­selben brachte der Kaiser folgenden Toast aus: Ich trinke auf das Wohl des zehnten Armeecorps, welches sich heute meine volle, ganze Zufriedenheit erworben, auf das Wohl der Provinz, welcher das Corps angehört, und auf daS Wohl des commandirenden

also verhindert sei, seine Zeit dem Freunde zu widmen.

Sie kennen unsere Absprache, fiüflerte er, während er dem jungen Manne die Hand reichte, um neun Uhr treffe ich Sie in der Weinstube, in der Sie mit Timm mich er­warten, später gehen wir zu dem Juwelier, bei welchem wir unser» Polizeibeamten finden.

William WilkeaS nahm jetzt auch Abschied, Madame blieb heute zu Hause; die Gegen­wart des Banquiers genirte ihn.

Gott sei Dank! achmete der alte Herr auf, nachdem die Thür hinter dem Chef der Firma WilkenS & Collins zugcfallen war, wenn ich einen paffenden Vorwand finden könnte, diesem Herrn meine Familien - räume vor der Nase zu schließen, würde mir daS ein unsterbliches Vergnügen bereiten Adele, sei so gut und laß uns einen Augen­blick allein

Eduard, ich bin nicht in der Stimmung, ein ernstes Gespräch zu führen, unterbrach Madame ihn rasch, indem fie die Hand an ihre Stirn legte, sei so gut und verschiebe daS bis morgen.

Der Banquier schüttelte ablehnend das

Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22$ 6gr., durch die Postämter deS deutschen Reiches 25 Sgr. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2$ Sgr. berechnet.

ilun- Ver- LDgS-, läne. r- u. bote, s. w.

mndig wird, sich über di«.Bedingungen ge­einigt haben. Gegenwärtig nun hat der Reichskanzler diesen Vertrag dem Bundcs- rathe zur Gutheißung vorgelegt, sowie gleich­zeitig daS in einer Denkschrift enthaltene Ergebniß der von den beiden preußischen Gelehrten angestellten Forschungen. Die Gesammtkosten werden sich auf 57,000 Thlr. belaufen. Für Ausgrabungsarbeiten inner­halb einer jährigen Zeit werden 50,000 Thlr. und für die VorbereitungSmaßregeln 7000 Thlr. verwendet werden. Der Bundes- nth ist ausgefordert worden, sich mit der Susnahme dieser Summe in den ReichShaus- Halts-Etat einverstanden zu erklären. In Sachen Elsaß-Lothringens ist dem BundeS- rathe ein Gesetzentwurf zur versaffungS- mitzigen Beschlußnahme vorgelegt worden, welcher die Einführung der Straf- und Ge­richtsordnung vom 17. August 1868 in Elsah-Lothringen zum Gegenstand hat. Die näheren Motive find dem Entwürfe beige- geben. Für den Bau der Kuuststraßen ja Preußen find durch die Verordnung vom 6. März 1874 und die Verordnung und Instruction vom 17. Mai 1871 bekanntlich vrmativ - Bedingungen aufgestellt worden, on einigen Kreisvertretungen ist nunmehr das Handelsministerium daS Gesuch ze­chtet, eine Ermäßigung dieser technischen rmativ-Bedingungen eintteten zu lassen

!iipch« Eie sollten sich mit dergleichen Sachen

-iten-« richt befaffen, brummte der Banquier, ein ärgerst Kaufmann hat andere Dinge im Kops, als

Sir Delavalle ließ sich in seinem Gespräch W stören; während er mit den jungen i,nd totten scherzte und lachte, streifte dann und sein forschender Blick verstohlen da- totlitz deS Herrn Witkens, der einen Gleich- -dtth heuchelte, welcher seiner Seele fremd

Generals. Heute Abend um 7i/2 Uhr findet Galavorstellung im königlichen Hoftheater Statt.

Paderborn, 15. Sept. DaS Westfä­lische Volksblatt meldet, dem Bischof Martin sei gestern Abend ein Schreiben deS Ober- Präsidenten vom 7. d. M. zugegangen, wel­ches ihn auffordert, binnen zehn Tagen sein Bischofsamt niederzulegen, widrigenfalls beim Gerichtshöfe für kirchliche Angelegenheiten in Berlin die Anklage auf Absetzung gegen ihn erhoben werde.

Bo»», 13. Septbr. Heute Morgen zwischen 9 und 10 Uhr wurden im Mustk- saale der hiesigen Universität die Verhand­lungen der von Herrn Reichörath v. Döllinger berufenen sogen. Unions-Conferenz eröffnet. Es hatten sich über 40 Personen emgefunden, aus Deutschland Bischof Reinke»«, die hie­sigen altkatholischen Professoren, Prof. Lutter­beck von Gießen, die hiesigen evangelischen Theologen I. P. Lange und Krafft, Militär­pfarrer v. Gerlach aus Frankfurt a. M.; aus Dänemark die evangelischen Pfarrer Schöler und Bloch; aus Frankreich dcr Abb« Michaud; aus Rußland Oberpriester Janyschew und der Oberst v. Kirejew, Th. v. Sukhatin aus Moskau und Probst Tat- schalow aus Wiesbaden; aus England der Bischof Harold Browne von Winchester, Dechant Dr. Howson von Chester, Prof. Mayor von Cambridge, Dr. Liddon von London, Carmichael und Talbot von Oxford, Plummer von Durham und mehrere Andere; aus Griechenland Professor Rossis von Athen; endlich aus Nordamerika der Bischof von PittSburg, die Herren Hartman, Chauncy,

Na, in meinen Augen ist er ein Heuchler.

Abscheulich! rief Gerhard zornig. Blitz und Sturm, wenn ich wüßte, wer diesen Wisch geschrieben hat

Gerhard, diese Sprache ziemt sich hier nicht, fiel die Mutter ihm mit scharfer Be­tonung in'S Wort.

Er hat ein Recht, fie zu führen, sagte der Banquier, der Schreiber dieses Schmäh- briefes ist ein ehrloser Schuft und fast errathe ich, wer das Bubenstück begangen hat. Nun, seinen Zweck wird er nicht erreichen, Ger­hard; Sir Delavalle hat mir seine Ansicht über die junge Dame geäußert und ich glaube alle Ursache zu haben, auf sein Urtheil Werth zu legen.

Ein spöttisches Lächeln umzuckte die Lippen der Mutter.

Sir Delavalle kann mir kein Zutrauen einflösen, erwiderte sie, auf mich macht er den Eindruck eines Schwindlers.

Eleonore! rief der alte Herr warnend.

Du bist gegen ihn eingenommen, Mutter, weil er sich einer Taktlosigkeit schuldig machte, sagte Gerhard. Ich verzeihe ihm das, er hat vielleicht selten Gelegmheit ge­habt, sich in Familienkreisen zu bewegen.

Na, WilkenS kennt daS brffer, spottete der Banquier, er macht sich der Mutter an­genehm, um sich die Hand der Tochter zu sichern.

Madame Schindler erhob stolz daS schöne Haupt, eS lag ein trotziger Ausdruck in ihren Zügen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte», sowie bie Annoncen-Bureanx von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'fche Buchhandlung in Frankfurt a. St; Jnvalidendank, A. Mete« meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Anzeigen nimmt entgegen: sie eröebthon d. Blatte», Marie die Annoncen-Bureanx ggn Th. Dietrich & Co. m gaffet und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; Äsasenstein & Bögler in Lntfurt a- St., Berlin, Leip- tT Köln ic.; Rudolf Moss« ^Berlin, Frankfurt a. M. ic.

graphen gegebenen Bestimmung, wonach die Landesregierungen, soweit die Landesgesetze nicht entgegen stehen, die Erlaubniß zum Aus­schänken von Branntwein von dem Nachweis eines vorhandenen Bedürfniffes abhängig machen können, folge, daß der Ausschank von Branntwein zum Gegenstand einer be- fonbetn Konzession gemacht, resp. von der Erlaubniß zum Ausschank anderer Getränke ausgenommen werden darf.

Nach dem eben erschienenen Decker'- schen Terminkalender für das Jahr 1875 sind gegenwärtig im Gesammtgebiete des preußischen Staates 271 Gerichts Affefloren vorhanden. Mit dieser Zahl ist wieder eine Abnahme der jungen Juristen konstatitt, da sich im vorigen Jahre beim Erscheinen des Kalenders die Zahl der Assessoren auf 292 stellte. Den Kulminationspunkt erreichte ihre Anzahl im Jahre 1864 mit der Ziffer 934, und zwar sind hierunter die Affessoren in der Rheinprovinz und die diätarisch bei der Staatsanwaltschaft beschäftigten nicht mit einbegriffen. Seitdem ist eine stetige Abnahme der jungen Juristen bemerkbar Im Jahre 1865 waren 934, im Jahre 1866 nur 873, im Jahre 1867 nur 834, im Jahre 1868 nur 645 Gerichts-Aflefloren vorhanden. Im Jahre 1869 zählte der Decker'sche Kalender zum ersten Male auch die Assessoren in den nee erworbenen Lan- deStheilen mit auf. Trotzdem stieg die Ge- sammtzahl nur auf 671. Im Jahre 1870 fiel die Zahl der Assessoren auf 567, im Jahre 1871 auf 493, im Jahre 1872 auf 417, im Jahre 1873 auf 287. Für daS Jahr 1874 trat ein geringer Zuwachs ein, indem die Zahl für das gefammte Preußen auf 292 stieg. Dagegen finkt dieselbe für 1875 mit 271 wieder unter die im Jahre 186A vorhanden gewesene Anzahl hinab.

Hannover, 14. Sept. Die Parade vor dem Kaiser hat heute, vorn besten Wetter begünstigt, Statt gefunden. Der Kaiser fuhr um 10 Uhr zu dem Paradeplatz hinaus, wohin sich der Kronprinz, die Kronprinzessin, die anwesenden Fürstlichkeiten und die fremd

Gerhard, Du kannst bleiben, die Sache be­trifft auch Dich.

Dann in Gottes Namen, seufzte die Mutter, aber ich bitte Dich, fasse Dich kurz, ich fühle, daß mein nervöses Kopfweh wieder anrückt.

ES wäre mir weit angenehmer, wenn dieses Kopfweh Dich hinderte, die Erbauungs- ftunden zu besuchen

Eduard, wenn dieses Thema unserer Un­terredung als Vorwurf dienen soll, dann

Beruhige Dich, Lorchen, ich werde nicht darauf zurückkommen. Gerhard, lies diesen Brief, es ist ein anonymes Schreiben, wel­ches Dich anklagt.

Und wohl mit Recht, nickte die Mutter, das Verhältniß unsere- Sohnes zu der Diebin bildet in allen Kreisen der Gesellschaft das Tagesgespräch und man kann nicht be­greifen, daß wir

Lorchen, wer, hat Dir gesagt, daß eS da« Tagesgespräch bilde? fragte der Herr ernst. Du besuchst die verschiedenen Kreise der Gesellschaft nicht, also muß eine andere Per­son Dir darüber Mittheilungen gemacht haben.

Herr Wilken« sagte e« mir.

«h da« ist abermals eine Stütze für! meine Vermuthung. Schatz, dieser Herr Wilkens spielt in unserm Hause eine sehr schlechte Rolle.

Er ist ein Ehrenmann, ein Mann, dessen christliche Gesinnungen Achtung einflösen muffen.

Chauffeen, sondern meist durch die Eisen-

## Berlin, 15. Sept. Zwischen dem I bahnen vermittelt werde. Die zum Gutachten

der oben angeführten Bestimmung der Reichs- herrlichen Officiere bereit« vorher begeben gewerbe Ordnung enthaltenen selbstständigen hatten. Die Kronprinzessin wohnte der Verbote deS Kleinhandel« von Branntwein, Parade zu Pferde in der Uniform ihres als auch aus der am Schluffe dieses Para- Husarenregiments bei. Der Kaiser und der

. (Fortsetzung.)

len Ich will mich bei meiner Rückkehr ganz genau unterrichten, sagte Wilken«, den Faden de« Gespräch« wieder ausuehmend, dann toben« ettbe frei fein, Ihnen nähere Mit« 1 Heilungen zu machen, Madame. Die Mis- [496! Märe müssen tüchtige, kenntnißreiche Leute i. sein; die Erlernung der Sanskrit erfordert

Haupt.

Ich furchte, Du wirst auch morgen und übermorgen nicht in der Stimmung fein, D . "«um wlH vis ....., Lorchen, fuhr er fort, mir aber drängt sich

Velavalle sich erhob, um Abschied zu nehmen, mehr und mehr die Ueberzeugung auf, daß

--- Gerhard wollte ihn begleiten; der Ba- wir so rasch als möglich uns über den ___- kotier lehnte es ab unter dem Vorwande, Standpunkt entschließen müssen, den wir toß er mehrere Briese schreiben müffe, er beim Eintritt gewisser Fälle einnehmen wollen.

Kaufmann hat andere Dinge im ßopf, als t ge^ 8e Bekehrung der Heiden.

Bah' William Wilkens wechselte einen bedeut- [510 Men Blick mit der Hausfrau; sie hielten . « jetzt Beide für rathsam, daS Gespräch ab« IFI Brechen, da der alte Herr so entschieden toten Unwillen über daS Thema desselben Fass- Merte.