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Nlarkurg, Sonntag, den 13. September.

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1871

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Räubereien. Wie es heiht, soll Pallavicino mit der Untervrückung gantenwesens im Neapolitanischen Sicilien beauftragt werden.

Die Ereignisse in Spanien

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So, so, das beweist leider wieder nichts. Timm hat vergeblich ein geheimes Versteck

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in den letzten Tagen rasch gefolgt. Zuerst kam eine MinisterkristS, deren Ergebniß der Rücktritt des Minister-Präsidenten Zavala und zweier Genosien, des Kriegs-Ministers Cotoner und deS Justiz-Ministers Alonso Martinez war. Sagasta hat sich jetzt wieder auf die höchste Stufe des CabinetS ge­schwungen und mit dem Kriegsministerium Serrano Bedoya betraut. Ein durchgreifen­der Personenwechsel hat freilich nicht statt­gefunden; jedoch sind die am meisten zum AlfonstsmuS neigenden Mitglieder entfernt worden. Zugleich mit der Minister-Präsi­dentschaft büßte Zavala auch daS Ober- Commando über die Nordarmee ein; er er­hielt zum Nachfolger den General Laserna. Serrano will sich an die Spitze der im Osten operirenden CentrumSarmee .stellen, welche auf 60,000 Mann gebracht werden soll. Zum General-Capitän von Madrid ist Primo de Rivero ernannt worden. Die Regierungstruppen haben den Carlisten mehrfache Niederlagen beigebracht, so bei Mora in der Provinz Teruel, bet Casetta und bei la Pobla dr Lillet, welch letztere Siege den Entsatz der heldenmüthigen Festung Puygcerda zur Folge hatten. Zwischen Zumaya und Guetaria an der guipuzcoani- schen Küste verstiegen die Carlisten sich jzu der Frechheit, auf das deutsche Kanonenboot Albatros zu feiern, welchen völlig unprovo cirten Angriff letzteres mit Geschützsalven beantwortete.

In England ist der Marquis von Ripon, der unter Ruffel und Gladstone Kriegsminister, Präsident des indischen Amtes und Conseils-Präsident war und als Vorsitzender der gemischten Commission, welche den Washingtoner Vertrag auSarbeitete, eine vielbemerkte Thätigkeit entwickelte, zur römisch - katholischen Kirche übergetreten. Bis vor wenigen Tagen w r er Groß­meister der englischen Freimaurer. Fast zu derselben Stunde, als ungefähr 250 Pilger ihre Reise über den Kanal antraten, um nach Pontigny zum Schreine des h. Edmund zu wallfahrten, schiffte sich eine ähnliche Zahl Engländer und Schotten nach Amerika ein, um in den Bund der Heiligen in der Salzseestadt zu treten. Das

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nationalen Frachtverkehres anzuregen. Die genfer Regierung hat neunzehn katholische Geistliche, welche die Ablegung des Der fassungsmäßigen EideS verweigerten, des Amtes entsetzt und den Kirchenrath 'beauf­tragt, für die Verwaltung der vacanten Stellen Sorge zu tragen.

Herr Beuillot hat aus Anlaß der Aner­kennung der spanischen Regierung dnrch die französische gegen die erstere im UniverS in so beleidigender Weise sich ausgelassen, daß das Ministerium sich veranlaßt sah, das Blatt auf 14 Tage zu suspendiren. Die Republique Fran^aise, welche sich mit dem Univers in eine Polemik über spanische Dinge eingelassen hatte, erhielt eine Warnung Die Wahl deS Herrn de Chaudordy zum französischen Gesandten in Madrid wird älS eine Coneesston an die Legitimisten betrachtet, da dieser Diplomat, ein römischer Graf, sehr clerical gesinnt und wahrscheinlich den Carlisten nicht feindlich sein wird. Gelegentlich des Jahrestages des 4. Sep­tembers haben an verschiedenen Orten Ruhe ftörungen Statt gesunden, namentlich in Pcrigueux und in der kleinen Stadt Möze, wo 19 Personen verwundet wurden. In den großen Städten blieb Alles ruhig. Der Prozeß gegen die wegen der revolutio­nären Vorgänge von 187071 in Marseille verhafteten Personen hat daselbst begonnen; doch sind die bisherigen Verurthkilungen sehr gelinde gewesen und eine Freisprechung ist bereits erfolgt.

Das italienische Parlament wird demnächst aufgelöst werden, doch ist der Termin dafür noch nicht bestimmt. Der spanische Gesandte am italienischen Hose, Herr Ranees, hat seine Beglaubigungs­schreiben erhalten, wird sie aber dem Könige erst überreichen, wenn derselbe von der Jagd in Valdieri nach Turin zurückgekehrt sein wird. Auf Sicilien dauert die Un­sicherheit und Unzufriedmheit fort; auch aus den Abruzzen kommen Klagen über

nicht ahnen sollte. Nun wohl, wenn er sie entdeckt, wird er bann nicht seine Vorsichts­maßregeln verdoppeln, um der drohenden Gefahr eine ruhige Stirn bieten zu können?

Ich hoffe, der Juwelier wird sein Ver­sprechen halten

Man hofft, war man wünscht, in diesem Falle darf man sich mit Hoffnungen nicht beruhigen.

Gerhard leerte nachdenklich sein GlaS, er bereute nicht, dem Baronet Zutrauen ge­schenkt zu habm. Sir Delavalle machte ihn auf Gefahren aufmerksam, die er noch nicht bemerkt hatte.

Wir müssen sehr vorsichtig vorgehen, sagte et; wird unS die Möglichkeit, über«

Ich möchte jenes Gemach besuchen.

Können Sie eS?

Hoffentlich! Timm soll mir einen Wachs-

Abdruck der Schlüssel besorgen, ich lasse da-

Anzeigen nimmt entgegen: die ®xyebition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M. - Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M-; Jnvalidendank, A. Sete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Deutsche» «eich.

Berlin 11. Sept. Der Kaiser hat heute Morgen feine Reise angetreten und wird Pim 21. auf einige Tage zurückerwartet. Gestern Abend hat der Vicepräsident und Finanzminister Camphausen bei Sr. Majestät noch Vortrag gehabt, um einige wichtieg Angelegenheiten zum Abschluß nach Allerhöchster Entscheidung zu bringen. Der Minister des Innern wird morgen zu­rückerwartet und werden nunmehr die in­zwischen im Ministerium des Innern au«- gearbeiteten Gesetzentwürfe und Vorlagen zur Feststellung^ gelangen. Der auf Antrag der Abgg. Völck-HinschinS, betreffend Ein­führung der obligatorischen Civilehe, be­schlossene Reichsgesetzentwurf ist bekanntlich vom BundeSrath abgelehnt, und dem Reichs­kanzler aufgetragen worden, einen neuen Ge­setzentwurf behufs Einführung der obliMo- rifchen Civilehe auSarbeiten zu lassen. Gutem Vernehmen nach ist demgemäß ein solcher Gesetzentwurf auch in der Ausführung be­griffen und unterliegt der Behandlung in den bett. Ressortministerien. Als Grundlage hat das preußische Civilehegesetz gedient mit Modifikationen nach Maßgabe der Verhält­nisse in den verschiedenen Bundesstaaten.

nach andere Schlüssel anfertigen und bringe in bas Zimmer ein.

Wann werden Sie ben Abdruck erhalten?

Heute Abend.

Vorausgesetzt, daß der Schreiber bis dahin Gelegenheit finden kann, ihn sich zu verschaffen. Dann müssen Sie dem Schlosser ebenfalls zwei Tage Zeit lassen

Leider, und bis dahin hat der Juwelier die Polizei von meiner Entdeckung benach­richtigt, er will nicht länger als bis morgen früh warten.

Sir Delavalle, der eine Wanderung durch das Zimmer angetreten hatte, blieb stehen, in seinen Augen leuchtete eS jäh auf, wäh­rend er dem jungen Manne den Rücken wandte.

Ihr Plan ist nicht übel, sagte er, aber Sie selbst habm ein Loch hineingerissen, indem Sie den faux pas begingen, dem Juwelier Ihre Entdeckung zu berichten.

Ich mußte wissen ob der Diamant aus dem Dieb stähle herrührte.

Sie mußtm bedenken, daß der Juwelier sofort Lärm schlagen würde. Mich wundert nur, daß er sich bis morgen gedulden will.

Gerhard nickte gedankenvoll, er mußte dem Engländer Recht geben.

Wenn der Juwelier jetzt der Polizei Be­richt erstattet, so werden die Beamten sofort die Haussuchung vornehmen, fuhr der Ba tonet fort, das Resultat läßt sich vorau«- jehm, die Beamtm ziehen mit einer langen Nase ab. Hauenstein hat seine Maßregeln

Politische Wochen-Ukberficht.

Der Deutsche Kaiser und der Deutsche Kronprinz liegen gegenwärtig beide den Jn- spettionen der eben begonnenen größeren Truppen Hebungen ob. Der Kaiser, nach dem er vorigen Sonntag zugleich mit der Kaiserin in Hannover au der Taufe des ersten Sohnes de« Prinzen Albrecht Theil genommen, wohnte Montag und Dienstag ben Truppen-Uebungm bei Pietzpuhl und Sarg bei und hat sich gestern zu dem großm Manöver des XI. Corps bei Friedberg be-

Ja.

Was enthielt das Gemach?

Nur einige mit Kleidungsstücken gefüllte Schränke und einen Tisch, auf welchem ver­schiedene Werkzeuge lagen. Nach der Be­schreibung zu urtheileu sind eS die Werkzeuge tmes GoldarbeiterS.

Erscheint täglich außer ben Werttagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für daS Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdrucker ei) bezogen 331 Sgr., durch die Postämter des deutschen Reiches 35 6gt. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 8gr. Für in der Expedition zu ettheilende

Auskunft und Annahme von Adressen werden 24 Sgr. berechnet.

Parlament hat ein sehr geachtetes Mitglied, den Quäker Charles Gilpin durch den Tod, auf gleiche Weise die Regierung einen ihrer tüchtigsten BerwaltungSbeamten, den 63jährigen General-Lieutenant Henry Knight Storks verloren.

Der Kaiser von Rußland ist über MoSkan und Nikolajew nach der Krim abgereist, wo die Kaiserin sich schon seit dem 6. d. befin­det. Der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin und Sohn, sowie Prinz Alexander btt Nieberlanbe waren mit bem Kaiser auch nach Moskau gefahren, Dort bort sind sie nach Deutschlanb zurückgekehtt. Der GoloS* brachte jüngst einen Artikel, wel­cher bie vom Gesetze über bieVer­gehen gegen ben otthoboxen Glauben" ver- hängten sibirischen Strafen aufgehoben ober doch gemildert wissen wollte. Dafür ist er damit gestraft worden, daß er seine Nummern nicht mehr einzeln verkaufen darf.

Der Ät*>f um eine Millian. Roman von Ewald August König.

(Sortierung.)

Der Baronet gähnte; daS Interesse, wel­ches er an dieser Angelegenheit nahm, schien

jedenfalls getroffen; wenn man einen solchen Fuchs sangen will, muß man ihn in seinem Ban überraschen, nachdem man zuvor alle Ausgänge besetzt hat. Ihr Plan ist jetzt nichts mehr werth, jmein Lieber. Sie be­dürfen im günstigen Falle einer dreitägigen Frist, um ihn ausführen zu können und der Juwelier wird sich keinenfalls so lange gedulden.

Das bestreite ich nicht.

Sodann muß man s >gar berücksichtigen, daß der Juwelier schon jetzt Schritte gethan hat, um den Pfandleiher zu überwachen und eine solche Ueberwachung ist außerordentlich gefährlich.

DaS finde ich nicht.

Gewiß, mein Freund. Hauenstein ist ein

zeugende Beweise zu finden, entrissen, so war alle Mühe vergebens.

Nun, das hätten Sie früher bedenken sollen, entgegnete der Baronet, ich kann Ihnen den Vorwurf nicht ersparen. Gestern versprachen Sie mir, nichts ohne meine Ge­nehmigung zu thun: auf dieses Versprechen hin übernahm sich eS, den frommen Herrn zur Zurücknahme seiner Verleumdungen zu nölhigen

Timm handelte aus eigenem Antrieb.

Gut, ich mache ihm deßhalb keinen Vor­wurf aber Sie hätten mit mir berufen müssen, ehe Sie den Juwelier besuchten. Nun ist es geschehen und die Verhältnisse zwingen uns, mit aller Energie vorzu­gehen I

Der Baronet kehrte mit diesen Worten an den Tisch zurück, an welchem Gerhard saß, et stieß die Asche von seiner Cigarre und nippte leicht an dem Glase, welche« er noch nicht berührt hatte.

Ich setze voraus, daß mein Beistand Ihnen wünschenSwerth erscheint, fuhr er lächelnd fort, im anderen Falle trete ich gern zurück, angenehm ist es nicht

Sir, ich werde Ihnen für mein ganze« Leben zu großem Danke verpflichtet fein, unterbrach Gerhard ihn warm, ich schätze mich glücklich, in Ihnen einen Freund ge­funden zu haben, aus den ich

Lassen wir das, ich helfe gern, e« wirb mich herzlich freuen, wenn Sie Ihr Ziel erreichen.

Gewiß. Hauenstein besitzt sehr werth- k dolle Pfänber, wo sollen sie liegen, wenn dicht.

ohtieigen nimmt entgegen: jTefliebttton d. Blatte», fjn>ie bte Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in tfaficl und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; (»afenftein & Vogler tn irontfurt a- M., Berlin, Leip-

Cöln rc.; Rudolf Moss« ^Berlin, Franksutt a. M. rc.

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Sicht so groß zu fein, wie es bisher ben Anschein gehabt hatte.

Der Juwelier hat ben Stein als fein »i'ttuH Eigenthum anerkannt, fuhr Gerharb fort, t» kann alfo keinem Zweifel unterliegen. ein | Erlauben Sie, hat ber Schreiber nur diesen einen Stein gefunben ?

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,,n rd gesucht, versetzte Gerhard, er fand es nicht. £ gj Er glaubt also, daß ein solches Versteck

Kongreß.

Kaiser Franz Joseph jist von den Manövern bei Totis über Wien zu den böhmischen Ma növern bei Brandeis gereift. In Ungarn ist daS Ereigniß des TageS ein offener Brief von Koffuth, durch welchen sich dieser in ben Kampf ber parlamentarischen Parteien mischt unb ben Abgeordneten Koloman Tisza non der Hinneigung zur Deakpartei abzu­ziehen und zur Bildung einer vereinigten Unabhängigkeits-Opposition" zu bestimmen -sucht. Eine besondere Freude erregt im Lande die glückliche Rückkehr der fast schon »derloren gegebenen österreichischen Nordpol- :Expeditivn unter Payer unb Weyprecht und die ruhmvolle Entbeckung eine« großen ®e- jLbirg0tanbe« im Rorben von Nevoja Semlja. | Der schweizerische BunbeSrath hat be schlossen, in Berlin, Paris, Rom unb Wien den Abschluß eines gemeinsamen Vertrages über bie grundsätzliche Regelung beS inter-

YÄr', Das ist freilich eine durchaus berechtigte Schlußfolgerung, unterbrach ber Baronet ihn ruhig. WaS gedenken Sie nun zu chun?

geben. Der deutsche Kronprinz inspicitte Ende voriger Woche (5. und 4. Sept.) bie Württembergifchen Truppen unter Anwesenheit des Königs von Württemberg bei Heilbronn, «>d seit Anfang dieser Woche die Truppen der baierischen Rheinpsalz bei Kaiserslautern, ton wo er sich am 9. Sept, nach Friedberg begeben hat. Im Großherzogthum Hessen hat die Regierung fünf Gesetzentwürfe zur Neuregelung de« Verhältnisses von Staat snd Kirche vorgelegt, welche im Ganzen und Großen den preußischen Maigesetzen ent­sprechen. In Freiburg im Breisgau tagte »em 6. bis 8. September ein zahlreich auch [49611 vom Auslande, namentlich einigen hervor­ragenden Mitgliedern ber orientalischen und 55 anglicanischen Kirchen, besuchter Altkatholiken-