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Marburg, Sonnabend, den 12. September.

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dem Handel» GenosfenschaftSregister re. ana­logen Gewerkschaftsregisters hat der HandelS- »inister durch Circularerlaß die Bergbehörden angewiesen Bericht zu erstatten, durch welche Organe und Mittel bisher die ertheilten

Vollmachten und Besugniste der Vertreter von Gewerkschaften cortrolirt und publicirt worden seien. Die Meldung von der bevorstehenden Pensionirung des Regierungs- Präsidenten v. Holzbrink in Arnsberg be­stätigt sich, wie auch die Bezeichnung eines hannoverschen Landrosten als designirten Nachfolger als nicht unbegründet sich er­weiset. Seiten« des Ministers des Innern ist in jeder Richtung Sorge getragen worden, daß mit dem 1. Oktober die Geschäftsführung behufs Beurkundung des Personenstandes und der bürgerlichen Eheschließung ohne Hindernissen erfolgen könne und daß der Uebergang in die neue Ordnung so glatt als möglich sich vollziehe.

Gumbinnen, 9. Sept. In dem russi schen Gouvernement Suwalki ist die Rinder­pest ausgebrochen. In zwei Kreisen wurden 1000 Stück Vieh getödtet. Die Regierung hat sofort nach dem Bekanntwerden die Ein­fuhr von Vieh verboten.

Breme«, 9. Sept. In aller Stille ist gestern Abend der Präsident des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, Hasenclever ver­haftet worden, als er eben im Begriffe war, die Tonhalle zu betreten, um einer Volks­versammlung, welche zum Zweck der Todten- feier Lassalles einberufen war, zu präsidiren. Die Verhaftung geschah auf Requisition der Staatsanwaltschaft zu Zeitz, von welcher Hasenclever wegen Beleidigung Bismarcks zu dreimonatlichem Gefängniß verurtheilt worden war. Die Nachricht von der Ver- Haftung ihres Apostels ging fast spurlos an der gegen 3000 Arbeiter zählenden Berfamm- lnng vorüber, welche die Mittheilung von dem Grund der Verhaftung ihres Präsi­denten mit einigen Psui'S aufnehmend, ruhig zur Tagesordnung überging. Statt Hasen­clever« sprang der Socialdemokrat Wohde aus Verden in die entstandene Lücke ein und harangirte das Publikum mit der AuS gebürt seiner irregeleiteten Phantasie. Eine widerlichere Mischung von Kapuzinade und Volkspauke ist uns selten vorgekommen. Der solenne Akt der Todtenfeier schloß mit Hutabnehmen und Hurrahrufe». Unter dem Gesänge der deutschen Marsaillaise räumten die Arbeiter in geordneter Weise das Lokal. Hasenclever ist gestern Abend zum Deten- sionshauS gebracht worden.

Rauhä», 9. Sept. Heute Abend 71/2 Uhr kam der Deutsche Kronprinz aus dem

Verstimmt verließ der junge Mann da« Haus, er bereute schon, daß er den Juwelier & das Geheimniß emgeweiht hatte, da er

Sie kennen Sir Delavalle? schnitt Miß Ballavini in auffallender Erregung dem jun­gen Manne das Wort ab. O, mein Herr, wenn Sie

Er wird Jhnm daffelbe sagen, Jenny, entgegnete Brandes beschwichtigend, wozu die Aufregung, die ganz und gar unbegründet ist? Es ist eine Thorheit, glauben zu können, daß Sir Delavalle identisch mit der Person fein solle, welche Sie in ihm er­kennen wollen, weil er einige Aehnlichkeit mit ihr hat.

Brandes, Sie kennen meine Gründe, «eiche Bedenken Sie auch gegen dieselben geltend machen, Sie werden sie wohl er­schüttern, aber nicht umstoßen können.

Der Taschenspieler schüttelte mißbilligend das Haupt, Gerhard aber »ar durch diese Worte ausmerksam geworden und verlangte nun selbst, mehr zu erfahren, diese Gründe kennen zu lernen.

Er sah nicht, daß Sir Delavalle in diesem Augenblicke auf der anderen Seite der Straße vorbeischritt, keiner von den dreien bemerkte den Baronet, der sich den Anschein gab, als ob er sie ebenfalls nicht bemerkte, in Wahr­heit aber einen lauernden Blick verstohlen hinüberschickte.

ja fürchten mußte, daß derselbe trotz seines Versprechens sich mit der Behörde in Ver» binbung setzen werde.

Er wollte den Pfandleiher unter dem Vorwande, daß er beabsichtige, seine Uhr einzulösen, besuchen, um zu erforschen, ob Hauenstein gegen seinen Schreiber einen Verdacht hege, aber er tarn nicht dazu, die­sen Entschluß auszuführen,

Er hatte kaum den Laden verlaffen, als er hinter sich die Worte: das ist der Herr, vernahm, und da dies eine ihm bekannte Stimme war, welche diese Worte sprach, so wandte er sich um.

Sein Blick fiel auf Brandes, an dessen Seite er die Seiltänzerin sah, welche er schon früher in seiner Gesellschaft bemerkt halte.

Er war nicht geneigt, ein Gespräch mit dem Taschenspieler anzuknüpsen, aber die Höflichkeit gebot ihm, den Gruß zu erwidern und Brandes benutzte diesen Augenblick, ihm Miß Balavini vorzustellen, in deren Zügen Gerhard eine nicht zu verkennende Aehnlich­keit mit Anna fand.

Ich habe Sie vergeblich erwartet, sagte Brandes, Sie werden sich erinnern, daß wir über den Engländer mit einander redest

Begrüßung durch den Stadtvorstand empfan­gen. Er hielt seinen Einzug unter Glocken­geläute durch die Ehrenpforte und die festlich geschmückte und erleuchtete Stadt nach dem Curhause, wo er Wohnung nimmt. Auf der Terrasse vor dem Curhause unter Anwesen­heit vieler Curgäste und Fremder war Abends großer Fackelzug, Gesang und Mi- litärmusik.

Homburg v. d. H., 8. Sept. Am letz, ten Dienstag wurde (derM. Z." zufolge) dem Bischof von Aork, welcher bisher hier weilte, um die Kur zu gebrauchen, vom Landrathsamte mitgetheilt, daß er sich ans Preußen entfernen möge, widrigenfalls man genöthigt sein würde, ihn auszuweisen. Der Prälat zog eS vor, jeden Eclat zu vermeiden und reiste sofort ab.

Freiburg, 9. Sept. Heute fand zu Ehren des Großherzogs in der dicht gefüll­ten geräumigen Universitätskirche ein Hochamt Statt. Bischof Reinkens hielt die Predigt über die Worte Paulus: Seid unterthan der Obrigkeit, welche Gewalt über Euch hat, während der römische Bischof lehre: Seid unterthan der Obrigkeit, so weit ich es erlaube und ihre Gesetze bekräftige. Die römisch-katholischen Priester fäeten überall Unzufriedenheit und reizten die Unterthanen zum Ungehorsam gegen die Obrigkeit auf, unter dem falschen Vorgeben, die Religion sei in Gefahr, während es sich nur um eine Machtfrage handle, lieber den Verlauf und Ausgang des Congreffes herrscht hier in allen beteiligten Kreisen die lebhafteste Be» frtebigung, wie öffentlich und in Privatge sprächen von den Vertretern aller Confessionen ausgesprochen wird.

Ausland.

Wie«, 9. Sept. Die Berichte aus Böhmen geben Zeugniß von der festlichen Stimmung, mit der alle Kreise des Landes den Kaiser begrüßten und beim besten Willen wissen die Correspoudertten der verschiedenen Blätter nicht einen einzigen Fall zu melden, in welchem eS zwischen den beiden Parteien deS Landes zu einem Aufeinanderstoßen gekommen, oder in welchen überhaupt von der einen oder andern Seite ein Versuch gemacht worden wäre, die politische Seite

Der »iäH ** «ne Milli,«. Roman von Ewald August König. (Fortsetzung.)

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Ä0ch'sche Buchdruckerei) bezogen 224 Sgr., durch die Postämter des deutschen Reiches 25 S«r. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende

Auskunft und Annahme von Adressen werden 24 Sgr. berechnet.

Deutsches Reich.

#* Berlin, 10. Sept. Der Provinzial' laubtag der Provinz Hannover ist auf den 27. d. M. einberufen, al« Präsident bzgl. Landtagsmarschall wird Stadtdirektor Rasch wieder fungiren. Die Handelskammer für den Kreis Essen hat in ihrem Jahresbericht pro 1873 eS als einen Uebelstand hervor

Aber diese Pläne billigte der Juwelier dicht, er zitterte vor Ungeduld, die entdeckte Spur zu verfolgen und diese Ungeduld ließ ihn alle Forderungen der Klugheit über» schm.

Gerhard machte ihn ernstlich auf die un- wsbleiblichen folgen eines übereilten Schritts aufmerksam, er äußerte die Zuversicht, daß » durch die Ausführung seines Planes I rascher und sicherer das Ziel erreichen werde und der Juwelier versprach endlich, sich bis Mm nächstm Tage gedulden zu wollen.

Er that es widerstrebend, für ihn han- tote es sich um eine zu große Summe und »ur die Besorgniß, daß es der Polizei nicht

Otlingen könne, daS geheime Versteck deS Hehlers zu entdecken, bewog ihn, sich dem Vorschlag des Steuermannes zu fügen.

Einen Namen hatte Gerhard ihm nicht genannt, er wollte dem Juwelier die Hände binden, der, diese Absicht merkend, ihm drohte, baß er chn verhaften lasten werde, toenn er »m nächsten Tage nicht offen mit der Sprache htrauSrücke.

««-eigen nimmt entgegen: ue Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux 00« Th. Dietrich & Co. in Gaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Laasenstein & Vogler in rümkfurt a. M., Berlin, Leip- lia, Cöln rc.; Rudolf Moss« t« Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Es sind mir im Saufe dieses Sommers hrj Gelegmheil von Denkmals-Enthüllungen gnb sonstigen Festlichkeiten durch städtische «nb ländliche Gemeinden, Corporationrn, Schützmgilden, Kriegervereine rc. und nun «ehr auch aus Anlaß der Sedanfeier, des deutschen Feste«, von nah und fern durch Einsendung von Telegrammen, Gedichten und sonstigen Zurufen überaus zahlreiche Aufmerksamkeiten entgegengebracht worden.Sie haben Mein Herz mit Freude und Genug­tuung erfüllt. Eine besonders wohlthuende Empfindung hat es Mir gewährt, in diesen Adressen nicht allein die innigste und lau Inste Ergebenheit gegen Meine Person, son dern auch die festgegründete Befriedigung über die an die Waffenthaten deS vereinten deutschen Heeres sich knüpfenden nationalen Errungenschaften ausgedrückt zu finden. In diesem Sinne möchte Ich Men, welche durch ihr Gedenken Mich so angenehm überrascht und Mir namentlich auch den 2. September ju einem so freudigweihevollen Tage gestaltet haben, die Versicherung Meines Dankes ««sprechen und beauftrage Sie, zu dem Be- hust biefen Meinen Erlaß zur öffentlichen ckenntniß zu bringen.

Berlin, den tz. September 1874.

Wilhelm.

An den Reichskanzler.

fenbe Werk einzugehen resp. wie weit die von den Werken ertheilten Vollmachten sich er- sacken. In Berücksichtigung des bezüg- Loun lichen Wunsches wegen Einführung eines

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattet, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche " Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- rneyer in Berlin; Carl Schüß- ler m Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

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]; gehoben, daß e« bisher an einem Register ; fehle aus dem man ersehen könne, wer für - eine Gewerkschaft als Repräsentant oder Grubenvorstand rechtsgültig zu zeichnen be« ------ rechtigt sei und wie weit die Vefugniste des Repräsentanten ober Grubenvorstands sich

einen verschnürten Leibrock, der im Jahre 1848 als czechischeS Rationalkostüm erfun­den wurde. Dagegen kann man ans all 1 den gewechselten Reden und ©egenreben er­sehen, daß der zweisprachige Charakter stets gewahtt wurde und so der Kaiser die meisten Ansprachen deutsch ertoieberte, ohne irgend eine polittsche Anspielung einzuflechten. Heute früh begab sich Graf Andraffy mittelst eines Separaizu^es, der auch die fremdländischen Offiziere führte, nach BrandeiS, nachdem er noch gestern Abend den Besuch deS zurück- gekehrtm Minister-Präsidenten Fürsten AuerS» perg empfangen, welch letzterer wieder den journalistischen Spürnasen im czechischen Lager Stoff bot, indem er sich ehegestern einige Stunden in Prag bei seinem Bruder, dem Landesmarschall, aufhielt und bann, ohne die Ankunft deS Kaisers abzuwatten, nach Wien fuhr. Dahinter soll nun wieder etwas Besonderes stecken, während eS doch im letzten Falle nichts weiter ist, als der Beweis, daß Fürst Auersperg in seinen Dispositionen nicht Rücksicht nahm auf die allerdings offenfunoige Nekromantik, die jetzt im Schwünge ist. Fast in derselben Stunde, in der die Carlisten Bekanntschaft machten mit den Bomben der deutschen Kriegsschiffe, erhielt das letzte österreichische Kriegsfahrzeug, daS noch in den spanischen Gewässern stationirt ist, Sr. Majestät Ka­nonenbootDalmato*, Ordre, heimzukehren, so daß gegenwärtig, also gerade zur Zeit, als wieder ein österreichischer Gesandte nach Madrid geht, die österreichische Marineflagge in den spanischen Gewässern unvertreten ist. Cardinal Schwarzenberg sprach als Führer einer Deputation von der herrschen­den Kirchenverfolgung und empfahl die Kirche dem Schutze deS Kaisers. Der Kaiser ent« Segnete, daß, wenn Verhältnisse ihn bisher gehindert hätten, der Kirche solchen Schutz zu erweisen, wie fein Herz gewünscht, so habe er immerhin Vieles verhindert, was die Kirche mehr geschädigt hätte, al« was ihr bisher Nachtheiliges zugefügt worden sei. Ueberdics versprach er, die Kirche zu schützen, so viel seine Kräfte gestatten.

Pest, 8. Sept. Hier wie im Lande überhaupt erregt ein Brief deS greifen Kofsnth ungeheures Aufsehen. Kossuth, der mit seinen Anhängern bisher einen ganz isolirten Standpunkt einnahm und immer nur den völligen Umsturz predigte, hat eine kleine Schwenkung gemacht. Er sagt sich,

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Nähe des europäischen Hofes und das schöne Helle Wttter konnte den Baronet bezogen haben, einen kleinen Spaziergang zu machen.

Sir Delavalle mußte, da die Straße lang, breit und schnurgerade war, die Gruppe längst bemerkt haben, er mußte auch gesehen haben, daß Gerhard das Haus deS Juwe­lier« verließ und Miß Ballavini ihm vor- gestellt wurde.

Sie haben Gründe, dem Baronet zu miß» trauen? fragte der Steuermann, während fein Blick forschend auf dem hübschen Antlitz der Seiltänzerin ruhte.

Ja, mein Herr, erwiderte Jenny mit einer Entschiedenheit, die sogar den Taschenspieler überraschte. Aber noch ist eS ein Räthsel und ich suche vergeblich den Schlüssel, der eS lösen kann. Sie kennen Sir Delavalle, wie Brandes sagt, Sie müffen ihn kennen, da er ja ein täglicher Gast im Hause Ihrer Eltern ist; vielleicht haben Sie Beobach­tungen gemacht, welche mit meinen Vermu- thungen übereinstimmen.

Ich habe keinen Grund, Mißtrauen gegen ihn zu hegen, sagte Gerhard, in besten Seele die Ahnung aufdämmette, daß eS sich hier wohl nur um Ansprüche handeln könne, welche Miß Ballavini auf Grund einer früheren Liaison mit dem Baronet erheben wolle.

hervorzukehren. Weitere Leserkreise dürften sich kaum für die Thatsache interessiren, die man eines besonderen Telegramms werth _ hielt, daß Herr Rieger einen schwarzen

hiesigen Bahnhof an, unter Musik und mitsFrack trug und nicht die nationaleCzamara

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