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JlidtÖUtg, Sonnabend, den 5. September.

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sich bemühten, mir Schülerinnen zu ver­schaffen. Aber wie 6alb sollte ich bic Kehr­seiten kennen lernen 1 Hinter bet MaSke der Freunbschafi bargen sich bie Selbstsucht unb das Laster, sie warfen bie Maske ab, als sic dieselbe nicht mehr nöthig hielten. Ich hatte bie beiden Herren, welche sich so eifrig für mich bemühten, für uneigennützige Freunde gehalten unb war ihnen von Herzen bankbar für ihre Freundschaft. Aber Itatt der Worte verlangten sie Beweise, ihre Forderungen trieben mir die Gluth der Lxham und der Entrüstung auf die Wangen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie bie Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfutta. M; Jnvalibendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C- Schlotte in Bremen.

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Die Elenben, knirschte Gerhard, unwill­kürlich die Fäuste ballend.

Junger Herr, bas ist ein charakteristisches Zeichen unserer Zeit, sagte der Baronet ruhig, es liegt kein Grund vor, der Ihre Auf­regung rechtsettigte.

Ich wies sie mit Entrüstung zurück, nahm Anna wieder bas Wort, sie aber setzten ihre Verfolgungen fort und waren elend genug, Gerüchte über mich zu verbreiten, die meinen guten Ruf allmälig untergraben mußten. Ihre Absicht war klar, sie glaubten, leichtes Spiel zu haben, wenn es ihnen gelungen war, meiner Ehre den Todesstoß zu geben und ich bemerkte mit Entsetzen, daß ihre Verläumdungen ein williges @e<

Beweis für das hohe Interesse, welches Ihr Geschick mir einsiößt. Ihretwegen, mein junger Freund, wandte er sich lächelnd zu dem Steuermann, in dessen Seele der Dä­mon der Eifersucht schon erwachte, Sic hatten Recht, als Sie bie Unschuld biefer jungen Dame vertheibigten und so ritterlich für sie iu die Schranken traten.

Ich weiß nicht, womit ich das verdient habe, sagte Anna und ein seelenvoller Blick traf aus ihren Äugen den jungen Mann, er kannte mich nicht

Nun er kannte Sie besier, als Sic ahnen mochten, unterbrach Sir Delavalle sie, er hat uns Alle beschämt durch seinen Muth, seine Energie und Ritterlichkeit.

Sie wollen reiften, weshalb ich Amerika verließ, fuhr Anna fort, ich mußte wohl, die Verhältnifte zwangen mich dazu. Meine Pflegeeltern jwaren gestorben, binnen acht Tagen wurden sie Beide zu Grabe getragen und ihre Verwandten hatten feine Verpstich tungen gegen mich. Ein Testament fand sich nicht vor, ich war gerichtlich nicht adoplirt, also konnte ich keine Ansprüche an die Hinter­lassenschaft machen. DieNoth trat an mich heran ich mußte nun selbst zusehen, wie ich meine Existenz sristen konnte. In der Musik

deutschen Volkes und betont, daß die Einig feit der vaterländischen Gesinnung die Grund­lage bilde, auf welcher die Versöhnung der inneren Kämpfe angestrebt werden müsse. Die Feier der roiebererrungenen nationalen Einheit könne nicht in dem rechten Geiste begangen werden, ohne daß zugleich der innige Wunsch zur Geltung gelange, daß der Zwiespalt, der gerade in der Zeit der politischen Wiedercrhebung bie Herzen im Volke betreffs ber tiefsten sittlichen Interessen mannichfach erregt, in erster Gemeinschaft mit patriotischen Gesinnungen und Bestre billigen eine veisöhnenbe Lösung finde. Dasselbe Blatt schreibt ferner: Der Vertreter Spaniens beim deutschen Reiche, Graf Rascon, ist am 2. September von Sr. Majestät dem Kaiser in feierlicher Audienz empfangen worden, um sein Beglaubigungs schreiben als Vertreter des Chefs der Re­gierungsgewalt, deS Marschalls Serrano, zu überreichen. Hiermit ist die Anerkennung der gegenwärtigen Regierung Spaniens Seitens des deutschen Reiches erfolgt. Die Ueberreichimg der Beglaubigungsschreiben des diesseitigen Vertreters in Madrid, weiche nur durch äußere Umstände verzögert worden ist, wird gleichzeitig mit dem Antritt des Ge­sandten von Oesterreich - Ungarn erfolgen. Die Anerkennung der spanischen Regierung Seitens der Übrigen Großmächte, mit Ans nähme Rußlands wird in den nächsten Tagen in gleicher Weise stattsinden. Was Rußland betrifft, so ist schon jetzt auf allen Seiten die Ucberzeugung entschieden zur Geltung gelangt, daß die hier und da gehegte Er­wartung, durch die einstweilige Meinungs Verschiedenheit in der Auffassung der spanischen Zustände das herzliche Einverständniß zwischen der russischen und deutschen Regierung ge­stört zu sehen, auf einer vollständigen Ver­kennung der Verhältnisse beruht.

Bezüglich der Gewerbesteuer für Bäcker, Fleischer, Brauer und Agenten der Versicherungsgesellschaften hat die Steuer- behöide jetzt bekannt gemacht, daß auf Grund des bezüglichen Gesetzes vom 5. Juni d. I. mit dem 1. Januar 1875 die Gewerbesteuer- claften D, E und F in Wegfall kommen und von demselben Zeitpunkte ab die Bäcker Fleischer und Brauer mit der Gewerbesteuer vom Handel in einer der Classen AL, AIL ober B. nach Maßgabe ihres Geschäfts-

umfanges zu belegen ftnb. Es tritt damit für diese Gewerbetreibenden gleichzeitig die Bestimmung in Kraft, wonach fortan jedes einzelne Geschäft, jeder einzelne Laden, jedes einzelne Comptoir der Bäcker, Fleischer ober Brauer besonders zur Gewerbesteuer herau- zuziehcn ist. Demgemäß sind alle solche Geschäftsleute, welche ihr Gewerbe in mehreren Localen betreiben ober künftig be­treiben werden, anfgeforbert worben, der Steuerbehörde davon Anzeige zu machen. Eine Unterlassung derselben hat neben ber Nachzahlung ber rückständigen Steuer eine Strafe zur Folge, welche dem vierfachen Jahresbetrag der Steuer entspricht. DaS Gewerbe ber Agenten ber Versicherungs- Gesellschaften ist vom 1. Januar 1875 ab für bas stehenbe Gewerbe befreit. Die­jenigen bisher besteuerten Gewerbetreibenden, welche ausschließlich das Gewerbe als Agen­ten von Versicherungs-Gesellschaften betreiben, sind gleichfalls anfgeforbert worden, dieS sofort der Steuerbehörde zu melden und ihre Streichung aus der Steuerrolle zu be­wirken. Versicherungs-Agenten, welche noch andere an sich steuerpflichtige Gewerbe be­treiben, haben für die letzteren die Steuer nach wie vor zu entrichten, und wo dies nicht geschehen, den Anfang beS Gewerbes onjumelben. Die Ausbildung der Sub- alternbeamten erster und zweiter Claffe für die, StattSeifenbahu - Verwaltung ist einer gründlichen Reform unterworfen worden, und die neue Prüfungsordnung soll am 1. Juli 1875 mit ber Maßgabe in Kraft treten, baß im Anfänge eine mildere Praxis eintreten soll. Die neue Ordnung der Dinge wird mit ter Zeit von guten unb eingreifenden Folgen {ein, unb die neuen Anordnungen, auf welche wir demnächst zurückkommen werden, enthalten manches grundsätzlich Wichtige.

, 3. Sept. Bei der heu­tigen Wahl zum Communallandtag wurden Dr. Schirm und Stadtvorsteher Meckel ge­wählt. Präsident Dr. Bertram blieb gegen Meckel in der Minorität.

Hamburg, 1. Sept. Die französische Beschuldigung, daß hamburgische Kaufleute den Carlisten Waffen geliefert hätten, weist bieHamb. Volks-Ztg." zurück und giebt als Erklärung ber|elben folgende Mitthei- lung:Mit einem englischen Schiffe kamen

Ich wurde dort erzogen.

Ihre Eltern leben nicht mehr?

Meine Mutter starb früh, ich mochte sie-

ober acht Jahre zählen, als mein «ater und ich, gleich nach ihrem Tode eine ***** Reise machten und endlich in einer "cinen Stabt im Süden unfern Wohnsitz k°hwen. Mein Vater soll Schauspieler ge.

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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- unb Feiertagen. Preis für baS Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22t Sgr., durch die Postämter des deutschen Reiches 25 Sgr. (excl. Beitellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende

Auskunft und Annahme von Adressen werden Sgr. berechnet.

! Anzeigen nimmt entgegen: I Expedition d. Blattes, i sowie die Annoncen-Bureaux i wn Th. Dietrich & Co. in I süffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-;

Öaasenstein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip- : £ Cöln 20.; Rudolf Moffe ch Berlin, Frankfurt a. M- rc.

Freilich, fuhr der Baronet nachdenklich fort, während er an den Spitzen feine« Bar- gl t« drehte und das Mädchen unverwandt 15M betrachtete, eS liegt keine heilere Zukunft L - bot Ihnen. Aber in den Stürmen muß bche« »an fest stehen und wenn das Schicksal den en gs Eampf mit dem Leben fordert, fo darf man ber fS "*ch* zagen. Sie müssen einen Feind haben, ten «t ®«n Fräulein, je länger ich darüber nach- iachfE berike, desto klarer wird es mir, daß Sie föOOs #ot einem boshaften rachefüchtigen Feinde _- dieses traurige Geschick verdanken, zw. dl Das habe ich auch schon gesagt, versetzte den i Gerhard, aber Fräulein Blank kann sich nicht "innern, die Feindschaft irgenb einer Person hnauSgefordert zu haben.

, Ich bin ja hier fremd, sagte Anna, kaum ***>ige Monate in dieser Stadt, ich trat nie *wem Menschen zu nahe.

, Sie waren früher in Amerika? fragte

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Aber weshalb kamen Sie hierher? fragte hatte ich mir tüchtige Kenntnisse erworben der Baronet, als das Mädchen eine Pause l unb es fehlte mir nicht an Freunben welche machte. Verzeihen Sie meine Neugier, mein njL t.

Fräulein, betrachten Sie dieselbe als einen

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tefter Weise bie speziellen Interessen der verschiebenen Landestheile berücksichtigt. Unser Botschafter in Paris, Fürst Hohen­lohe wird sich nach Larztn begeben.

Unser Kaiser, meldet dieProv.Corr.", hat im Laufe ber letzten Woche täglich den Uebungen des Garde Corps bei Potsdam ober Berlin beigewohnt nnd dabei, indem er Stunden lang zu Pferde, den Exerzitien in allen Wendungen folgte, die roieberge wonnene Kraft und Frische in erfreulichster Weise erprobt Nachdem am Dienstag den 1. September, ber Kaiser unb das ganze Königliche Haus ber Konfirmation des Prinzen Friedrich Wilhelm beigewohnt und mit ihm das heilige Abendmahl empfangen hatten, begab sich seine Majestät am Abend nach Berlin, um am Mittwoch Vormittag die große Herbstparade des Garde-Corps abzuhalten, welche unter ber Gunst des Wetters und unter ber gehobenen Stimmung ber Bevölkerung als ein militärisches unb patriotisches Fest verlief. Der Kaiser würbe überall mit wahrhaft enthusiastischem Zuruf begrüßt. Am Nachmittag fanb im König­lichen Schlosse bas hergebrachte militärische Festmahl statt, zu welchem auch die Mit­glieder des StaatS-MiitisteriumS und andere hohe Würdenträger zugegen waren. Der Kaiser wird sich am Sonntag (6.) mit ihrer Majestät der Kaiserin nach Hannover be­geben, um der Taufe des Sohnes des Pttnzen Albrecht beizuwohnen. Am Sonntag Abend gedenkt der Kaiser von Hannover nach Pietz puht, bei Burg zu gehen, um am 7. und 8. den Uebungen der 7. unb 8. Kavallerie- Brigabe beizuwohnen. Arn 8. Nachmittags erfolgt bie Rückkehr nach Berlin. Am 9. unb 10. will ber Kaiser von hier aus den Uebungen bei Fürstenwalde beiwohnen. Vom 13 bis 19. werden die großen Ma növer des 10. Armee-Corps in ber Provinz Hannover stattfinden; von dort wird sich ber Kaiser voraussichtlich am 19. nach Kiel begeben, um am 20. dem Stapellauf des PanzerschiffesFriedrich der Große" beizuwohnen. (Es ist hiernach dip An­wesenheit des Kaisers bei dem Manöver des 11. Armeecorps noch unbestimmt)

DieProv.-Corresp." begrüßt die mit so durchschlagender Einmüthigkeit begangene Sedanseier als freudige That des seiner Ein heit und darauf beruhender Größe bewußten wesen sein, so sagten mir die braven Leute, welche später mich an Kindesstatt annahmen.

Ihr Vater ist also auch tobt?

Ich glaube es. Er unternahm eine Reise, von bet er nicht zurückkehrte unb ba ich seitdem nie wieder etwas von ihm hörte, fo kann ich nur annehmen, daß er gestor­ben ist.

Unstreitig nickte der Baronet zustimmend Sie blieben also in jener Stadt?

Nein, die Leute, bei denen wir wohnten waren arm unb mit Kindern gesegnet, sie konnten nichts für mich thun. Dennoch theil- ten sie mit mir das Wenige, was sie be­saßen und sie würden mich nicht hinausge stoßen haben. Ein Jahr nach der Abreise des Vaters fügte es der Zufall, daß eine Familie aus dem Norden unsere Stadt pafsirte, welche durch einen Unfall sich ge« nöthigt sah, die Arbeit meines Pflegevaters in Anspruch zu nehmen. Bei dieser Gelegen­heit kam ich mit ihr in Berührung, die Dame fand Gefallen an mir, nach einigem Hin- und Herreden machte sie meinen Pflege eitern den Vorschlag, mich an Kindesstatt annehmen zu wollen. Nun, diese fanoen nichts dagegen einzuwenden unb mir war der Tausch auch recht. Ich zog mit ihnen zum Norben hinauf unb sie haben treulich gehalten, was sie mir gelobten, ihnen danke ich Alles, was ich bin unb habe.

Deutsches «eich.

*# Berlin, 3. Sept. Schon heule be ginnen Jbie Blätter sich mit Berichten über Die gestrige National-Feier zu füllen. Selbst die Germania, welche so lange widerstrebte, erklärt jetzt: wir feiern doch I Die Begrün­dung dieses späten Umschwungs wird in ber eigenihümlichen Logik gefunben, jetzt plötzlich zu bekennen, daß die katholische Welt auch Grund zur Sedan-Feier habe, weil an die­sem Tage Napoleon zu Boden geworfen sei unb dieser Kaiser der geschworene Feind der katholischen Kirche gewesen. Diesem wunder­lichen Treiben ber Ultramontanen gegenüber muß an bas Wort eines bekannten Parla­ments Mitgliedes erinnert werben, Nvelcher sagte, baß ber ultramontanen Partei alle politischen Grunbsätze, ja das Gebot unb die Pflicht ber Vaterlandsliebe und der Na­tionalität verloren gegangen sei. Ist doch darauf gerade ber Ton zu legen, baß diese National-Feier eine wahrhaft patriotische, alle Parteien einigende Tendenz hat. Mehr «iS je war in dieser Feier die Gelegenheit ju einem allgemeinen Versöhnungsfeste ge boten, wenn nicht die Ultramontanen einen Mißton hineingeworfen hätten. Die Agi tation in Heften gegen die Einführung einer verbesserten Gemeinde-Verfassung für Heften-Naftau wird noch immer fortgesetzt. Die Polemik der Hessischen Morgenzeitung entbehrt dabei sogar desjenigen Ernstes, mit dem derartige Fragen behandelt fein wollen. Ohne die kritischen Eina ände nur irgendwie zu widerlegen, welche schon früher von uns gegen ihre Abneigung einer Reform aus­gesprochen worden, erklärt das Blatt, daß man sich die Gemeindeverfassung nicht von dem Minister des Innern bescheeren lassen könne. Nun handelt eS sich aber eben gar nicht um die Person deS Ministers, sondern um ein den allgemeinen Interessen des Staats und den besonderen der Provinz entsprechendes Gesetz, mit welchem der Mi- nifter des Innern sitzt beschäftigt ist, roel ches aber selbstverständlich dem Landtage zur verfassungsmäßigen Beschlußnahme vor gelegt werden wird Mögen die Opponenten in Heften diese Vorlage abroarten und der regelmäßigen Erledigung derselben entgegen- fehen. Uebrigenö hat gerade ber Minister Gras Eulenberg bei der Bearbeitung seiner Organisations-Entwürfe stets in ausgedehn-

Der Kumpf um eiue Million.

Roman von Ewald August König.

(Fottfetzung.)