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Marburg, Freitag, den 21. August.
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Wollen Sie mir das Kreuzchen bis mot- zen oder übermorgen leihen?
Wie Sie wollen.
Geben Sie mir eine Sicherheit, Sie langen sie ja auch von den Personen, denen Sie Geschäfte machen.
Welche wünschen Sie?
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ein Zusammenhang. Im Uebrigen soll die Depesche zwar von allen sanguinischen Auffassungen und Hoffnungen in Bezug auf die Entwickelung der spanischen Verhältnisse sich fern hallen, aber doch der Regierung des Marschalls Serrano das Zeugniß geben, daß sie im Verein mit den besten Kräften der monarchijch-constitutionellen Partei danach strebe Ordnung und Gesetz in Spanien »ieber zur Geltung zu bringen und auch
zurückgeben wollen. .
Timm, setzen Sie die Bescheinigung auf. Apropos, sind Sie mit Ihrem Herrn Vater ganz auSgejöhnt?
Weßhalb fragen Sie?
Wegen der Uhr? ich denke mir, Sie werden sie nicht in meinen Händen lassen.
Darüber kann ich hmte nicht mit Ihnen reden, erwiderte Gerhard, indem er einen Blick auf das Verzeichniß warf, welches Timm ihm wieder einhändigte. H. A. 8 las er am Rande des Schriftstückes. Er errieth die Bedeutung: um 8 Uhr an diesem Abend wollte Timm mit ihm zusammen, treffen.
So, hier haben Sie den Schein, sagte Hauenstein, nachden er ihn unterschrieben
Erster Gegenstand der heutigen Tages ordnung sind die Arbeiter-Versorgungskassen. Dr. Etas (BreSlau) giebt als Referent zu»
hatte, morgen erhalten Sie das Kreuzchen zurück.
Hier ist eS, des Zweckes wegen gebe ich es aus den Händen; ich glaube, dies verantworten zu können. Uebcr die Uhr sprechen wir später, ich kann mich noch nicht ent» schließen, Jhpe unverschämte Fordemng zu befriedigen.
Der Narr! lachte Hauenstein, als der junge Manu sich entfernt hatte. An dem ist wahrhaftig ein Polizeiagent verloren gegangen.
Inwiefern? fragte Timm, von seinen Büchern ausblickend.
Er glaubt an die Unschuld der jungen Dame —
Auch ich halte sie für unschuldig —
Timm, machen Sie sich nicht lächerlich! Das ist ja sonnenklar, daß sie mit den Dieben unter einer Decke gelegen hat; der Polizeiherr würde sie nicht verhaftet haben, wenn- nicht eclatante Beweise gegen sie vorlägen.
Sie soll selbst die Verhaftung beantragt haben.
Glauben Sie. wirklich an das Märchen? Sie dauern mich, Timm, aber freilich, Sie haben ja auch noch keine Erfahrungen gemacht. Fragen Sie nut in dem Hause nach, in welchem die Dirne gewohnt hat, ba werden Sie schon erfahren, was die Glocke geschlagen hat. Fragen Sie nur den Rentner Reumann.
Reumann ist für mich keine Autorität l warf der Schreiber trotzig ein.
Ra, ich möchte wiffen, wen Sie überhaupt als eine Autorität betrachten, spottete der
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Der Äem>f xm eine Million.
Roman von Ewald August König. (Fortsetzung.)
Die Adern auf der Stirn des Steuer» Kinnes schwollen drohend an, aber er be-
Deutsches Reich.
#* Berlin, 19. Ang. Richt zu verkennen ist, daß die Haltung der offiziellen unb offiziösen Organe in Bezug auf den Stand der spanischen Angelegenheiten mit dm Nachrichten nicht Übereinstimmt, welche au8 Frankreich unb Spanien selbst darüber bekannt werden und welche von der Anerkennung als von einer bereits vollendeten Thatsache sprechen. Bereits von Wien aus ist dagegen Widerspruch erhoben worden, als ob Oesterreich schon die formelle Anerkenntniß ausgesprochen habe. Auch die heutige „Ptov.- ssorresp." läßt erkennen, daß die Verhand langen zwischen den Großmächten über die ilnerkennungSfrage noch in der Schwebe sind. — Die von der „Times" gebrachte Analyse des oft erwähnten deutschen Rundschreibens stimmt in der That, wie man erfährt, mit den Ausführungen dieser preußischen Depesche überein, dieselbe ist indessen nur ein kurzes Ätfume von dem, was in dem Cirkulare sehr ausführlich behandelt ist. Jedenfalls handelt eS sich nur um eine moralische, nicht um eine thatsächliche Intervention. Wenn nun von Seiten der ultramontanen Presse diese Politik als eine Verleugnung der Monarchie, als ein Versinken in die Revolution gedeutet wird, so steht die Auf sasiung mit den Ausführungen in der Depesche im entschiedensten Widerspruche. Denn es ist gerade darin darauf hingewiesen, daß es Pflicht der europäischen Monarchien sei, durch ihre Politik der Mißdeutung entgegen zutreten, als bestände zwischen den tnenar
nur ertheilt werden, wenn von den Auszügen keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit unb Ordnung zu besorgen sei. (Vgl. auch die ** - Korrespondenz aus Berlin in Rr. 191 d. Bl.) — Ueber die spanische Angelegenheit schreibt daS genannte Blatt: „Die deutsche Reichsregierung hat bekanntlich Unterhandlungen angeknüpft, um sich mit den europäischen Mächten über eine förmliche Anerkennung der unter Leitung des Marschalls Serrano in Madrid bestehenden Executiv gemalt zu verständigen, weil sie durch die jüngsten Vorgänge in Spanien zu der Ueberzengung geführt worden war, daß der Augenblick gekommen sei, durch einen solchen Schritt das moralische Ansehen der dortigen Regierung zu stärken unb so nach Möglichkeit daSZEnbe eines gräuelvollen Bürgerkrieges zu beschleunigen. Allem Anschein nach hat die von Seiten bet brutschen Politik gegebene Anregung bei ben auswärtigen Mächten, wie in bet öffentlichen Meinung, eine günstige Aufnahme gefunden. Man erkennt überall, baß bie Regierungen sich durch die Pflichten der Menschlichkeit zu einem Schritt veranlaßt finden, der, ohne irgend eine thatsächliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten Spaniens zu enthalten, doch in wirksamer Weise zur Bern bigung einer barbarischen Meuterei unb zur Herstellung georbneter Zustände jenseits der Pyrenäen beitragen dürfte. Ein solcher Schritt muß aber besonders angemessen in einem Zeitpunkt erscheinen, wo die Vertreter der civilistrten Staaten, auf die hochherzige Anregung des Kaisers Alexander von Rußland , in Brüssel versammelt sind, um ben Anforberungen bet Humanität auch auf bem Gebiete der Kriegführung allseitige Geltung zu verschaffen. ES ist degrünbete Hoffnung vorhanden, daß bie europäischen Mächte ben Vorschlägen bet Reichsregierung zustimmen unb im Einverständniß mit betreiben eine Haltung gegen Spanien annehmen werben, welche burch bie Interessen beS Friedens und der Humanität votgeschtieben ist." — Die „Prov.-Corr." veröffentlicht auch den
Wortlaut bet butch bie „Germania" bereit« bekannt gegebenen, von bem katholischen Psartet Hauthaler ihr zugegangenen Berichtigung, betreffs beS Kissinger Attentats.
— K.LC. 18. August. In hiesigen di- plomatischen Kreisen wirb versichert, baß Rußlanb sowohl wie Oesterreich bereits vor Erlaß bet Circularnote bet deutschen Regierung ihre Zustimmung zur Anerkennung der spanischen Regierung haben hierher gelangen lassen. Die drei genannten Mächte werben demnächst, bem Abkommen gemäß, daß sie in allen wichtigen biplomatischen Angelegenheiten nach vorheriger Vetstänbigung handeln wollen, gemeinsam bie Anerkennung der spanischen Regierung vornehmen. Daß hierfür eint Einberufung der Cortes gesot- bert sei, ist unrichtig, doch ist ber spanischen Regierung bet Wunsch ausgedrückt worben, daß sie, sobald eS einigermaßen opportun erscheine, die CotteS einberufen möchte. — Graf Hatzfeld wird bei der geänderten Situation seinen Urlaub abkürzen und bereits zu Ende dieses Monts nach Madrid zurückkehren, um dem Marschall Serrano seine Creditive als deutscher Gesandter zu überreichen.
Köln, 19. Ang. Marschall Bazaine ist gestern nach Spaa abgereist und wird wahrscheinlich seinen dauernden Aufenthalt in England nehmen.
Balduinstein, 18. Aug. Der „Germania" berichtet man von hier: „Als neulich Organist Lehrer Reuroth Sonntags die Orgel spielte trotz der Anordnung des Kirchen Vorstandes, das Spiel bis auf Weiteres einzustellen, verließen die Gemeinde- Mitglieder bie Kirche, weil sie keinem „staats - katholischen Gottesdienste" beiwohnen wollten. Darauf beschloß ber Vorstand, den Gottesdienst auSzusetzen, bis die Regierung zu Wiesbaden, an welche sich derselbe wegen „gesetzwidriger Störung des Gottesdienstes Seitens des Lehrers" gewandt hatte, diesem f in „unrechtmäßiges Verfahren" verwiesen hätte. Da bislang noch keine Antwort erfolgt war, versammelten sich am jüngsten Sonn-
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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- unb Feiertagen. Preis für daS Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdrucker ei) bezogen 2 Lj gar., durch die ’Boftämter be« deutschen Reiches 25 Sgr. (epi. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 1 Sgr. — Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2j Sgr. berechnet.
6«*|rej deutscher BslkSUirthe in Crefel».
(17.-20. Au,.)
(Fonsetzung)
Eine einfache Bescheinigung, baß Sie Kreuzchen leihweise erhalten haben ünb morgen
Wucherer, während er feine Dose energisch zuklappte.
Reumann ist ein scheinheiliger Duckmäuser 1
Bah, der Mann hat Geld.
Aber einen erbärmlichen Charakter.
Was wiffen Sie davon?
Run man hat auch Ohren.
Und wenn in Ihre Eselsohren ein Zugwind pfeift, so sagen Sie gleich, der Sturm heule und tobe um das Haus l Was haben Sie überhaupt zu horchen und zu spioniren? Kümmern Sie sich um meine Bücher, das ist gescheidter.
Ein Blick deS glühendsten Haffes traf das fahle Gesicht des Hagern Mannes.
Sie haben keinen Grund, sich über mich zu beklagen, sagte Timm unwirsch.
Ra, darüber wollen wir schweigen, ich könnte täglich einen Grund finden, Sie vor die Thür zu setzen und Sie werden eS noch so lange treiben, bis ich mich gezwungen sehe, auf mein Mitleid mit Ihnen keine Rücksichten mehr zu nehmen.
Run der Fall wirb wohl so rasch nicht eiutreten, entgegnete ber Schreiber, Sie können einstweilen mich noch zu gut benutzen unb ber eigne Vorlheil überwiegt bei Ihnen jedes anbere Gefühl.
(Fortsetzung folgt.)
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerssche Buchhandlung in Frankfurts. M.; Jnvalidendsuk, A. Sete« meyer in Berlin; Carl Schichter in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
«»»eigen nimmt entgegen: »le Expedition d. Blatte», fowie die Annoncen-Bureaux ggn LH. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Td. Dietrich in Frankfurt a. M.; Laasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leip- >ia Edin rc.; Rudolf Moffe ^Berlin, Frankfurts. M. rc.
in ber Kriegführung ben Forbetungen ber Humanität nach Kräften Rechnung trage. — lieber den Verlauf und bie Beschlüsse der Brüsseler Conferenz namentlich in Bezug auf die Genfer Convention hat bie Jnds penbanc beige unklare Berichte gebracht. Wie man in hiesigen Kreisen hört, hat bie Conferenz sich entschieden bie Genfer Convention zu conserviren unb zwar in allen ben Punkten, welche bisher schon von ben Mächten acceptirt worben sinb, bagegen ist baoon Abstand genommen, bie vorgelegten Ergänzungen unb Abänberungen biefer Convention sofort zu berathen; dieselben sind vielmehr zunächst einer zumeist aus Militair-Personen zusammengesetzten Commission überwiesen worben. — Die schon neulich erwähnten strengeren Maßregeln gegen katholische Pro Zessionen und Wall ährten sollen nunmehr zur Ausführung kommen. Entweder ist bie betreffende Verfügung bereits erlassen ober Wirb doch in ben nächsten Tagen erfolgen. ES soll streng überwacht werben, baß biese Prozessionen nach allen Richtuygen hin (Zeit, Ort, AuSbchnung, Leitung) aber nur in „hergebrachter Weise" stattfinden. Ist dieS nicht bet Fall, so sollen sie ben Bestimmungen beS Gesetzes vom 10. März 1850 unterliegen unb jebenfallS als bann verboten werden, wenn bann eine Gefahr für die öffentliche Ruhe und Sicherheit zu befürchten ist. —
Berlin, 19. Aug. Die heutige „Prov.- Correfp." bemerkt in einem Artikel „Die kirchlichen Aufzüge", daß solche nach bem BereinSgesetz einer schriftlichen Genehmigung durch die Ortspolizeibehörde zwar nicht bedürfen, wenn sie hergebrachter Weise ftatt« findest, die Regierung habe indeß mit Rücksicht auf die jüngsten Erfahrungen die Kirchenprocessionen einer strengeren Aufsicht unterwerfen und die Behörden anroeifen müssen, von schriftlicher Genehmigung nur da abzusehen, wo bie Prozessionen auf öffentlichen Straßen unbestreitbar als herge» bracht zu betrachten seien. Wo bie schriftliche Genehmigung nothwendig, könne solche
angeboten? Verpfändete ich Ihnen nicht eine goldene Uhr?
DaS waren AuSitahmefälle! Aber wenn Sie fürchten, ich würde Ihnen das Kreuz nicht zuückgeben, so wollen wir baoon absehen.
Gerhard versank in Nachdenken, er mußte diesen Plan billigen, aber er trug Bedenken, dem Wucherer daS Kleinod Anna's anzuvertrauen.
ES ist nicht mein Eigenthnrn, sagte er. Wird es aber binnen Kurzem werden. Nie, Fräulein Blank hat mich nut gebeten, eS ihr aufzubewahren.
. Ja wohl — erst haben, dann nehmen.
Glauben Sie, bie Leute, bie zu mir kommen, 0i b- hätten übet solche Kostbarkeiten zu verfügen? 1 L Bürde Ihnen nicht auch bieseS Kreuz
chfftischen Prinzipien unb ben blutigen, allein Gräueln ber carltstischen Bewegung irgenb"
At dabei haben.
Den kann ich Ihnen nennen. Die Gau- bet wiffen nicht, baß ich aus Juwelen unb ’ &• J* Echmucksachen Darlehen gebe, ich werbe 11 ft ^,8 Kreuzchen in einigen Schenken zeigen, t( B. spricht sich rum unb — na, mit Speck O't b. fegt man Mäuse, baS ist eine bekannte . Wahrheit. Vielleicht gelingt eS mir dadurch ~l tie Diebe unb Hehler zu locken, keinesfalls 'vm es schaden.
Sv nehmen Sie irgend einen andern Schmuck —
Zu welchem Zweck?
" Ich will eS Ihnen abkaufen.
Es ist mir nicht feil.
. r O zarte Sehnsucht, süßes Hoffen! höhnte 5» ber Pfandleiher. Nun, wie Sie wollen, eS h. Wirb eine Zeil kommen, in ber Sie es für
21 Ä Butterbrod fortgeben.
f Warten wir bas ab.
Nun, so leihen Sie eS mir.
Ich muß zuvor wiffen, welchen Zweck
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