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JHarfiurg, Donnerstag, den 20. August

18741

Anzeigen nimmt entgegen: Mt Expedition d. Blatte», igttrie die Annoncen-Bureaux oon Th- Dietrich & Co. in gaffd und Hannover; Th. Iiettich in Frankfurt a. M ; naafenftein & Vogler in Frankfurt a. 9)1., Berlin, Leip- ,ig, Köln rc.; Rudolf Stoff« ’n Berlin, Frankfurt a. M. rc.

OlmWlihe Jdhtmt.

Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition d. Blatte», sowie bie Annvncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfutt a. ,, M; Jnvalidendank, A- Sete« meyer in Berlin; Carl Schütz« ler in Hannover; C-Schlotte in Bremen-

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nutzer den Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (lkoch'sche Buchdruckeret) bezogen Sgr., durch bte Postämter des deutschen Reiches 25 Sgr. (epi. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. — Für in der Expedition zu ertheüende

Auskunft und Annahme von Adressen werden Sgr- berechnet.

ner Gattin, die uns das Bild einer that-f Eindruck macht. Bon hier aus wird er ia

alter

Die

ihre

Ger-

Ganz recht.

Sie kennen diese» Mädchm?

Ich? Herr Schindler, ich bin ein Mann —

jenigen Anstande begegnen, auf den er als einst besiegter und jetzt Zuflucht suchender Gegner immerhin Anspruch hat. Dieser An-

es mag sein.

Gerhard holte da» Kreuzchen aus seiner Tasche.

Sehen Sie hier, sagte er, vielleicht erin­nern Sie sich beim Anblick diese» Gegen­stände».

Der Pfandlehner blickte bald den Schmuck, bald den jungen Mann an, dann lachte er höhnisch.

Jetzt verstehe ich, spottete er, Sie haben mir in’» Handwerk gepfuscht. Gratulire,

Cavallerie und ein Theil der Ulanen und Cuirasstere bewaffnet. Die erbeuteten Ca- valleriesäbel erhalten die Ulanen, nachdem dieselben mit den preußischen Cavalleriesäbeln confortn gemacht sind. Ein Theil der fron zösischen Geschütze ist auch zur Verwendung n den Festungen von Elsaß und Lothringen geblieben sowie ausreichende Munition dazu. Es ist somit das ganze Beutematerial für deutsche Zwecke nutzbar gemacht, und eS ist nicht unwahrscheinlich, daß die Franzosen bei ihrem bekannten Revanchegelüste einmal theilweise mit eigenen Waffen bekämpft werden.

Köln, 17. Aug. Der Marschall Ba- zaine ist ein Gast Deutschlands und insbe­sondere unserer Stadt geworden, bekanntlich nicht zum erstenmal. So ist Alles relativ in der Welt, und so ändern sich, wie man sagt, die Zeiten. Da» Land, das ihm einst Gefängniß war, ist ihm jetzt Zufluchtsstätte aus anderem Gefängniß, aus dem Gesäng- niß seines Vaterlandes. Wie man auch übet ihn als Mensch, als Politiker und als Feld­herrn denken mag, wie wenig man auch vergessen kann, daß er uns vor wenigen Jahren als ein gefürchteter und energischer Heerführer gegenüber stand, vor dessen Kom­mando in den schrecklichen Tagen vom 14., 16. und 18. August viele Tausende deulscher Männer blutend und todt in den Staub sanken, so hat der Marschall durch seine nachfolgenden Ergebniffe doch die Sympathie des Unglücks und des Mitleids erworben. Seine aus politisch-egoistischen Rücksichten erfolgte Hinopferung und Einkerkerung wurde in Deutschland mit offenem Widerwillen be­trachtet, und seine Befreiung durch eine sehr erklärliche Reaktion des Gefühls beifällig ausgenommen. Wir werden ihm keine Ova­tionen bereiten, aber ihm sicher mit dem-

hard auf und ich frage Sie, ob Sie mich darin unterstützen wollen?

Hauenstein blickte überrascht auf.

Ob ich Sie darin unterstützen will? wieder- holte er gedehnt.

Wenn Sie eS thun und Ihr Beistand mir die Schuldigen in die Hände liefert, so zahle ich Ihnen fünfhundert Mark.

Ei der Tausend, Sie nehmen ja ein auf­fallend großes Interesse an de« Mädchen, erwiederte der Wucherer ironisch. Fünf­hundert Mark so mir nichts dir nichts zu opfern —

Die Beweggründe kümmern Sie nicht.

Will mir auch den Kopf nicht darüber zerbrechen, sie liegen ja so nahe, daß man sie mit den Händen greifen kann.

Gerhard biß sich auf die Lippen, ein flammender Blitz traf aus seinen Augen den Pfandleiher, der mit verschränkten Sinnen auf dem hohen Bureaustuhle saß, wie ein Pavian, der über eine List nachsinnt.

Wollen Sie mir nun sagen, in welcher Weise Sie meinen Beistand beanspruchen? fragte er.

Ich habe mir ein Berzeichniß der ge raubten Schmucksachen verschafft, e» wäre möglich, daß man einen dieser Gegenstände Ihnen als Pfand anböte; dann verlange ich nichts weiter, als daß Sie die betreffende Person verhaften lasten.

Wenn Sie weiter nichts wünschen I

Bitte, mein Gewerbe ist nicht eoncessio- nirt, ich könnte mir durch die Verhaftung sogar Unannehmlichkeiten bereiten, aber ich verspreche ihnen dennoch, Ihren Wunsch zu

nnerer Wichtigkeit bloS als eine von der offiziösen Preste angezettelte Controverse betrachtet wird. Die „Norddeutsche Allg Zeitung" hat jedenfalls nicht aus eigenem Ermessen die Bedenken zur Sprache gebracht, zu welchem der Wernersche Fall Veranlassung gegeben. Es ist ganz in der Ordnung, daß klar gestellt wurde, daß, obwohl vom Rechtsstand­punkte aus die Freisprechung erfolgte, vom poli­tischen Standpunkte doch das Verfahren deS Ka pitän Werner nicht zu billigen war. Uebrigenö ist von Se. Majestät dem Kaiser nicht dem Capitän Werner bei Gelegenheit der Be­stätigung deS freisprechenden UrtheilS eine Rüge unmittelbar ausgedrückt worden, son­dern in einer an die Admiralität erlassenen Allerhöchsten Ordre sind die mißbilligenden Erklärungen enthalten.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, daß dieser Tage in Genf eine Zusammenkunft von ultramontancn Parteihäuptern ftattfinben werde. Hervorragende Mitglieder der Partei von Oesterreich, Deutschland und Belgien seien bereits daselbst eingetroffen. Auch mehrere französische Ultramontane seien bereits daselbst eingetroffen.

— Uebet die Verwendung bVs erbeuteten französischen Kriegsmaterials schreibt man der „Schl. Pr." aus Berlin: Nachdem von dem erbeuteten französischen Kriegsmaterial bereits ein großer Theil für diesseitige mili­tärische Zwecke in Gebrauch genommen, ist kürzlich noch die Bestimmung ergangen, daß diejenigen erbeuteten französischen Infanterie- Seitengewehre , welche gleichzeitig als Hau- boyonette dienten, zur Ausrüstung der Land wehrbataillone, welche bisher an Stelle des Seitengewehrs nur lederne Bayonnetscheiden zum Einstecken des Bayvnnets beim Mar- schireu trugen, verwendet werden sollen. Um den Mannschaften das Putzen der leicht einroftenben blanken stählernen Säbelscheiden zu ersparen, werden dieselben mit schwarzem Lack überzogen. Die eroberten Geschütze werden emgeschmolzm und daraus gezogene Festungsgeschütze nach preußischem Modell

nicht ruhen, bi» ich die Beweise für Unschuld gefunden habe.

Der Pfandleiher lächelte boshaft, Lächeln trieb dem jungen Manne das in die Wangen.

Da» ist mein fester Entschluß, fuhr

Deutsches Keich.

»» Berlin, 18. August. Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß die Regierung des Marschall Serrano in Spanien von den europäischen Großmächten anerkannt worden ist, obschon der osfieielle Akt einer formellen Anerkennung noch nicht erfolgt ist. Denn es dürste darauf aufmerksam zu machen fein, daß die Anzeige von der Bereitwilligkeit zur Anerkennung noch keineswegs genügt; erst wenn der diplomatische Vertreter sein Be­glaubigungsschreiben überreicht hat, dies an­genommen und dortseitig ein Vertreter er­nannt und beglaubigt ist, kann die Aner kennnng al» formet erfolgt betrachtet werden. Diese formelle Anerkennung wirb Seitens

Jein

Vlut

kräftigen Entschlossenheit und Aufopferung in Erfüllung ihrer Pflichten als Frau unb Mutter gewährt. — Die von verschiedenen Seiten ausgesprochene Befürchtung, als könne bem Marschall bie Gefahr einer Auslieferung drohen, muß als eine burchaus grunblofe bezeichnet werben. Frankreich würbe ein solches Ansinnen an kein Land in Europa stellen und am allerwenigsten an Deutsch­land ; es hat dazu nicht die geringste Be­rechtigung, denn der laut Art. 18 der Frank­furter Zusatzeonvention vom 11. Dezember 1871 wieder in Kraft getretene und auf das deutsche Reich ausgedehnte Vertrag vom 21, Juli 1845 über die Auslieferung flüchtiger Verbrecher zählt in seinem Att. 2 nur fol­gende Verbrechen auf, derentwegen gegensei­tige Auslieferung ftattfinben soll: 1) Meu- chelmorb, Giftmischerei, Vatermord, Kinder- morb, Todtschlag, Nothzucht, vollendete oder versuchte gewaltsame Verletzung der Scham­haftigkeit, 2) Brandstiftung, 3) Verfälschungs- Verbrechen, 4) Münzverbrechen, 5) falsches Zeugniß, 6) schwerer Diebstahl, 7) Unter­schlagungen öffentlicher Gelder, 8) betrügeri­scher bankerott. Wegen anderer Verbrechen findet eine Auslieferung nicht statt, also auch nicht wegen rein militärischer.

Mannheim, 17. August. Vorgestern Abend traf der Bischof ReinkmS von Hei­delberg aus, woselbst er die altkatholische Gemeinde besucht und gepredigt hatte, hier ein und wurde an dem nämlichen Abend im Casino-Saale von dem Vorstand der Altka- Iholiken in Anwesenheit einer sehr zahlreichen Versammlung begrüßt. Er hielt daraus eine zündende Ansprache über die Ziele deS Alt- katholicismuS gegenüber denjenigen der rö­mischen Kirche und predigte heute Vormittag in der dicht gefüllten Schloß Kirche, worauf am Nachmittag ein ebenfalls zahlreich be­suchtes Fest-Essen ftattfanb. Da Mannheim keineswegs durch seine Kirchlichkeit bekannt ist, so mag die große Betheiligung an dieser Festlichkeit mit Recht auffallen und außer mit der wachsenden Sympathie für die Be-

Bah — Sie mißverstehen mich. Verhaftete war am Tage vorher ja hier, um ein goldene« Kreuzchen zu versetzen.

So, so I warf Hauenstein ein, als ob er sich dessen nicht mehr erinnern könne. Ja,

Der Kumpf u« eine Milli,».

Roman von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

WaS soll der Spott! fuhr Gerhard auf. Ich habe Ihnen keine Veranlaffnng dazu gegeben.

Hm — Ihre Frage lautet sehr sonder bar!

Keineswegs, wenn ich Ihnen den Grund nenne. Sie werben erfahren haben, daß vor mehrerm Zagen der Laden eines hie- stgen Juwelier» geplündert würbe.

Weiß es, weiß es, thut mir leib —

Unb baß ein Mädchm verhaftet wurde unter der Beschuldigung, den Dieben Vor- schub geleistet zu habm?

Deutschlands jedenfalls erst eintreten, Wenn alle Rückäußerungen auf das bezügliche Cir­cular hier eingetroffen sein werben. So, wie man vernimmt, ist die Russische Regie- rung hiermit noch im Rückstände, das bal­dige Eintreffen einer zustimmenden Antwort wird jedoch mit Bestimmtheit erwartet. — Ver­schiedene Blätter fordern eS als eine Pflicht der Regierung, zur Ausführung deS Gesetzes wegen Beurkundung des Personenstandes noch eine ausführliche Instruktion zu er- theilen. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, daß dieser Anforderung entsprochen werden wird. ES liegt hierfür aber auch gar kein Bedürfniß vor, da der Minister des Innern in allen schwierigen Fällen durch Spezial- Jnstruktionen bereits die erforderliche Infor- mation gegeben hat. Außerdem sind zur Erleichterung der Standesbeamten sehr ein­gehende und praktisch brauchbare Schemata angefertigt, welche für alle einschlagenden Verhältnisse dm beteiligten Beamten zur angemessenen Erledigung der Aufsicht dienen könnm. Eine ganz allgemeine Instruktion dagegen würde auch solche zweifelhafte Punkte vorerst immerhin einseitig zur Ent- scheidung bringen müssen, die durch die rompetente Behörde — den Verwaltungs­gerichtshof — geregelt werden können. — Die Angelegenheit des Capitain Werner bildet noch immer ein beliebtes Thema in .... .....

der TageS-Polemik. ES wiederholt sich hier« gemacht. Die erbeuteten Fahrzeuge werden bei die bekannte Taktik der Oppositions« | ebenfalls nach Vornahme einiger Amderungen

Blätter, daß Streitfragen von eminenter I für diesseitige militärische Zwecke nutzbar — ■ - - -..... gemacht. Die Chassepotgewehre werden be­

kanntlich sämmtkich in Cavallerie-Karabiner umgewandelt unb damit sämmtliche leichte

Herr Schindler, es ist ein saure« Gewerbe, aber es ernährt seinen Mann.

Wir sind arm — arme Leute! schrie der Papagei.

Wenn es Ihnen Vergnügen macht, mich mit Grobheiten zu behandeln, nun gut, ent­gegnete Gerhard. Meine Geduld kann viel ertragen, aber wenn sie reißt, hat sie gar grobe Keile für den Klotz. Ich komme, um Ihnen ein gutes Geschäft anzubieten, Sie können eS annehmen ober ablehnen, das steht ganz in ihrem Belieben, aber Grob­heiten verbitte ich mir.

Hm — ein Geschäft, das ist etwas An­deres, versetzte Hauenstein, während er mit dem Rockärmel seine Tabaksdose polirte, ein gutes Geschäft kommt mir stets gelegen. Wollen Sie mir vielleicht das Kreuzchen anbieten ?

Nein.

Na, es wäre auch kein Geschäft —

Unterbrechen Sie mich nur nicht immer, Sie lassen mich ja nicht zu Worte kommen. Die junge Dame ist unschuldig!

So? Hm — was kümmert das mich!

Natürlich, einen Herzlosen, der an den Geschicken Anderer teinen Antheil nimmt, kann das wenig kümmern, sagte Gerhard bitter. Aber mich kümmert eS und ich werde

erfüllen. Wollen Sie mir nun das Ver­zeichnis) geben ?

Lassen Sie eS copiren, das Original wünsche ich zu behalten.

Timm, schreiben Sie eS ab.

Wieder traf ein bedeutsamer Blick au» den Augen de» Schreiber» den Steuermann, der denselben verstand.

Also fünfhundert Mark, fuhr Hauenstein nachdenklich fort, sie wären rasch und mit leichter Mühe verdient, vorausgesetzt, daß der Dieb der Narr ist, für den Sie ihn halten.

Sie werben schon wieder grob!

Bah, ich sage Ihnen nur die Wahrheit. Der Mann muß ein großer Narr sein, wenn er zu mir kommt um gestohlene Ju­welen zu verpfänden. Erstens kann er ver- muthen, daß ich die Beschreibung der Ju­welen bereits besitze, zweitens muß er ja voraussetzm, daß ich bie Mittet nicht habe, auf ein solches Pfanb Vorschuß zu geben.

Wir sind arm, arme Leute! schrie ber Papagei.

Ja, Papagei, wir sind arm, nickte der hagere Mann, währmd et den fadenscheini­gen Rock zuknöpfte, da» weiß die ganze Stadt.

Dann wundert e» mich, daß Ihnen so viele Pfänder angeboten werden, spottete Gerhard.

Wer sagt Ihnen da»?

Mich täuschen Sie nicht, übrigen» inter- essirt e» mich auch weiter nicht, ob sie arm ober reich sind, ich gönne Jedem das Seinige.

wegung daraus erklärt werden, daß der Bi­spruch wirb erhöht durch die Begleitungsei Ischof einen außerodentlichen gewinnenden