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Marburg, Dienstag, den 18. August

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tiative ergriffen hat.

Die leidenschaftliche Wuth, in welche die

Der Kampf *« eine Millian.

Roman von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Anzeigen nimmt entgegen:, die Expedition d. Matte«, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in

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tischen Zeitung war, wie das Blatt selbst meldet, der Zutritt zu den Sitzungen in Aussicht gestellt, aber später doch versagt, darüber und mehr noch über den Umstand, daß auch anderen Blättern Mittheilung zu­gegangen, ist die Pharm. Ztg. sehr erbittert; namentlich soll eS unrichtig sein, daß einzelne Mitglieder der Commission für Erhaltung des ConcesstonSwesens eifern, die Mehrzahl oder die Gesammtzahl vielmehr sei, wie daS Blatt mittheilt, dafür. Die Subcommission hat nunmehr den Entwurf einer Prüfungs­ordnung aufgestellt; sie hat einen Antrag, die Absolvirung des Abitunenten-ExamenS als Bedingung für die Zulassung zur Phar- maceutenprüfung auszustellen, abgelehnt und will wie bisher dabei stehen bleiben, daß die Qualification für den einjährigen Frei­willigendienst genügen soll, jedoch mit der Maßgabe, daß der Abgang von einem Gymnasium erfolgt fein muß, auf welchem der lateinische Unterricht obligatorisch ist. In der Enquete-Commission will man da­für eintreten, daß die Etablirung einer Apotheke stets auf eine bestimmte Einwohner­zahl bastrt werde.

— Damit die preußischen Schullehrersemi­nare die ihnen durch die Lehrordnung vom 15. Oktober 1872 gesteckten Ziele, nament­lich im Zeichnen und in den Naturwissen­schaften erreichen können, sind zunächst ihre Lehrmittel entsprechend ergänzt worden. Zu diesem Zweck ist in dem laufenden Jahre der durch den Landtag bereit gestellte Betrag von 15,000 Thalem zur Verwendung ge­kommen. Der CultuSminister trifft aber auch Fürsorge dafür, daß die in den letzten Jahren vor dem Erlasse der allgemeinen Bestimmungen angestellten jüngeren Seminar­lehrer für die Ertheilung des in Rede stehen­den Unterrichts besser qualificirt werden. ES werden daher in den Monaten Sept, und Oct. Lehrcourse in Physik, Chemie und Zeich­nen für jüngere Seminarlehrer gehalten werden und zwar zu Potsdam für Lehrer der Provinzen Schlesien, Brandenburg, Hannover und Schleswig-Holstein in Physik und Chemie, zu Kassel ebenso für die Lehrer der Provinzen Sachsen, Hessen-Nassau, Wetz- phalen und Rheinland; zu Königsberg in Physik, Chemie und Zeichnen für Lehrer der Provinzen Preußen, Posen und Pommern., Wegen Einrichtung eines CursuS im Zeich-'

M.; Jnvalidendank, A. Rete- meycr in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

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Deutsches Reich. .

Berlin, 15. Aug. Der „Reichs- und StaatSanzeiger" und gleichzeitig mit ihm die

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heit zu, wenn der Betreffende freiwillig ge­steht und den Schmuck zurückbringt; natür­lich folgte dieser Verzeihung die Entlastung auf dem Fuße, aber sein Lohn soll ihm nicht geschmälert werden. Gesteht er nicht frei­willig, fo —

Sir, gilt ba« mir? fragte Martin im Tone der Entrüstung.

Nein, Martin, denn wir Alle glauben, daß Ihr treu wie Gold seid.

Nun, dem Himmel fei Dank!

Aber Ihr werbet begreifen, daß wir auch Euer Zimmer durchsuchen müssen, um Eure Kameraden nicht zu verletzen.

Martin trat abermals einen Schritt zu­rück. ’

So genieße ich also dennoch kein Ver­träum, sagte er grollend und Ihre Worte, Sir, sollen nur die bittere Pille überzuckern. Herr Schindler, ich muß um meine Ent­lassung bitten, es ist mir nie jn den Sinn gefallen, Ihnen be* Welch einer Stecknadel zu veruntreuen und jetzt, nachdem ich Ihnen fünf Jahre treu gedient habe —

Martin, diese Untersuchung kann Eure Ehre nicht verletzen, unterbrach der Ban­quier ihn, kommt, wir werden mit Eurem Zimmer den Anfang machen, Ihr müßt ja einfehen, daß ich zu diesem Mittel ge- zwungen bin, wenn ich den Dieb entdeckm will.

ben kannibalischen Grausamkeiten der carli stischen Banden und in ihrer Besorgniß vor einem eventuellen Siege des Vorkämpfers

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jeder Durchsuchung beffeiben verhindern zu zu wollen.

Martin, dieses Benehmen könnte uns fast vermuthen lasten, daß Ihr nicht so unschul­dig seid, wie wir bisher glaubten, sagte der Baronet mit scharfer Betonung. Wenn Ihr ein reines Gewissen habt, könnt Ihr nur wünschen, daß die Haussuchung gründlich geschieht, ja, Ihr müßt sie verlangen!

Diese Worte verfehlten ihren Eindruck nicht, der Diener trat, die Lippen fest auf einander gepreßt und die Braunen finster zusammengezogen, zurück.

Herr Eduard Schindler warf die Decken und Kisten hinaus, ein Ruf der Uebft« raschung entfuhr plötzlich feinen Lippen.

Vor ihm auf der Matratze lag die Broche.

Schuft! rief er im aufwallenden Zorne. Willst Du nun noch leugnen ? Die Maske der Scheinheiligkeit —

Herr Schindler, vergeben Sie sich in ben Äugest dieses Mannes nicht, fiel Sir Deka- valle ihm warnend in'S Wort. Sie haben mir gesagt, daß Sie die Sache ohne Ge­räusch abzumachen wünschten, nun beruhigen Sie sich. Ihr aber, Martin, werbet nun bekennen, wenn Ihr nicht —

Ich habe nichts zu bekennen, unterbrach der Diener ihn trotzig, während fein stierer Blick unverwandt auf die Brillanten gerich­tet blieb, ich bin unfchuldig.

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nung der Regierung des Marschalls Serrano versetzt sind, die Verwünschungen, mit de­nen sie die deutsche Politik und die mit ihren Anschauungen übereinstimmendenMächte überhäufen, sind wohl der augenfälligste Be> weis, wie sehr der Ultramontanismus feine Sache mit der des spanischen Prätendenten ibentifteirt und in ihm den hoffnungsvollsten Vorkämpfer seiner universellen UmstuHpläne erblickt. Am belustigendsten ist die Haltung der ultramontanen Blätter Frankreichs, die über den Abfall der französischen Regierung total außer sich sind und ben Herzog De- cazeS in ben maßlosesten Ausdrücken angrei­fen. Der Herzog Decazes ist eben schwächer als die Macht der Dinge: diese wird ihn (und jeden französischen Staatsmann, der seinem Lande nicht immer neue Wunden schlagen und nicht immer neue Demüthi- gungen zuziehen will) zwingen, unbekümmert um das Klagegeschrei der Ultromontanen, auf der anti-ultromontanen Bahn weiter zu gehen und die clericalen Bande, die über Frankreich fo schweres Unglück bringen, nach und nach zu zerreißen. Ueberall erleidet der Ultramontanismus die empfindlichsten Nie­derlagen, und es bleibt nur abzuwarten, wie lange sich noch Menschen finden werden, die thöricht und verblendet genug sind, dieser verzweifelten und durch die Geschichte selbst gerichteten Sache sich zum Opfer zu bringen.

Unparteiische Beobachter sind von jeher darüber einig gewesen, daß eine Jnterven tion in Spanien nie von einer Regierung beabsichtigt gewesen ist, und daß die Bemü­hungen der Szoanien wohlwollenden Diplo matie immer nur darauf gerichtet waren, der carlistischen Empörung diejenigen Unter­stützungen abzuschneiden, die ihr völkerrechts­widrig von außen zu Theil wurden. Die­sem Princip werden die Mächte auch fortan treu bleiben, und doch ist jeder Grund vor­handen, zu glauben, daß die durch die An erkennung. Europa's gekräftigte Regierung im Stande sein wird, den carlistischen Auf­ruhr nieberzuschlagen und dadurch eine Ba siS für die Herstellung von Gesetz und Ord­nung in dem schwer geprüften Lande zu ge­winnen.

Martin schüttelte den Kopf, keines Wor­tes mächtig ging er in fein Zimmer.

Daß ich das in diesem Hause erleben muß! sagte er und die Gluth der Entrüstung loderte in seinen Augen auf. Mich eines Diebstahls zu beschuldigen! Mich zu zwingen —

Martin, wozu bedarf eS so vieler Worte, wenn Euer Gewiffen rein ist? fiel der Ba­ronet ihm in die Rede. Oeffnet Eure Ki­sten und Kasten und laßt uns einen Blick hineinwerfen 1

Martin kam diesem Verlangen nach, aber er konnte nicht unterlassen, in seinem Selbst­gespräch fortzufahren.

Herr Eduard Schindler schüttelte wieder­holt den Kopf, während Sir Arthur Ma­dame leise auf das sonderbare Benehmen des Dieners aufmerksam machte.

Nichts! sagte der Banquier, nachdem er die letzte Schieblabe burchsucht hatte.

So freut eS mich, daß unsere Ueberzeugung uns nicht getäuscht hat, erwiberte der Baronet.

Das Bett und die Garderobe find noch nicht durchsucht, versetzte Madame Schindler,

Das geht ,zu weit, rief Martin ent­rüstet.

Ihr müßt es Euch gefallen lassen, so gut, wie jeder Kamerad, sagte Gerhard.

Martin trat hastig vor das Bett, er schien entschlossen zu fein, sogar mit Gewalt

Bein ।

82.

Der gegenwärtige Stand der spa­nischen Angelegenheit

Nach ben letzten Mittheilungen be« Te­legraphen ist bie Anerkennung der in Spa­nien de facto bestehenden Regierung de« Marschalls Serrano Seitens der Mächte eine vollendete Thatsache. Am 13ten haben, wie bereits telegraphisch gemeldet worben, die Der tret er Deutschlands, Amerika'«, Belgiens, Holland«, Italiens und England«, dem Mi­nister de« Auswärtigen, Herrn Ulloa, wegen bet Anerkennung der Regierung und wegen eine« von ben Regierungstruppen bei Oteiza Über die Carlisten erfochtenen Sieges ihre Glückwünsche abgestattet. Auch Frankreich ist dem Beispiele Englands in der Aner­kennung gefolgt, nur die Nachrichten über ben Beitritt Oesterreichs und Rußlands zu

gast.

Mitt.tr ! Ab.«

„Nordd. A. Ztg.", die „Post" und. die „Spen. Ztg." veröffentlichen folgendes Schreiben des Reichskanzlers: „Aus Anlaß der am 13. Juli durch GotteS gnädige Fügung von mir abgewendeten Lebensgefahr, habe ich zahlreiche und gewichtige Beweise der Theilnahme aus allen Gegenden Deutsch landS und des Auslandes erhalten. Ich möchte, nach meiner jetzt erfolgten Rückkehr aus Kissingen, gern jedem Einzelnen und insbesondere den hochangesehenen Körper­schaften und Behörden, welche mich mit telegrahifchen und schriftlichen Glückwünschen beehrt haben, meinen Dank unmittelbar auS- sprechen. Die ärztlichen Vorschriften und die nahe an 2000 betragende Zahl der ein­zelnen Schreiben gestatten mir das aber nicht, und ich bitte daher um die Nachsicht aller Derer, welche mir freundliche Kund­gebungen haben zugehen taffen, wenn ich Ihnen nur durch Veröffentlichung dieser Danksagung mittheile, wie herzlich ich mich des Ausdrucks ihrer Theilnahme gefreut habe. — Die „Nordd. Allg. Ztg." konstatirt auf Grund nunmehr vorliegender amtlicher Erhebungen, daß der von den Carlisten erschossene Hauptmann Schmidt die von der deutschen Gesandtschaft in Madrid ausge­fertigten Legitimationspapiere bereite in Lo- grono richtig zugestellt erhielt. — Fürst Bismarck ist nach Varzin abgereift, wohin ihm gegen Ende des Monats der Geheime Legationsrath Bucher folgen wird. — Der Minister de« Innern, Graf zu Eulenberg, begibt sich heute Abend in das Seebad Ostende, um dort einige Wochen zuzubringen; dagegen kehrt der Finanzminister Camphausen noch im Laufe dieser Woche hierher zurück. Erst gegen Ende September werben fämmt- liche Minister wieder in Berlin vereinigt sein und bann bie Gesammtsitzungen be« Staats-Ministeriums bezüglich bet Vorlagen für den Reichstag und den Landtag Statt finden. — Die pharmaceutische Enquöte- Commisflon wirb ihre Arbeiten am Schluffe dieser Woche beenden. Hebet bie Verhand­lungen wirb, nach dem ausdrücklich vom Reichskanzleramt ausgesptochenm Wunsche, Stillschweigen beobachtet. Die Organe der Pharmaceuten zeigen sich darüber sehr er­zürnt, zumal, da sie alle Vorbereitungen für umfangreiche Berichterstattung getroffen hatten. Einem Referenten der Phatmaceu-

barüber hören.

| Wenn ich sie äußern darf, fo lautet sie, . baß ich diesen Diebstahl für unmöglich halte, Sir.

Die Thatfache beweist ihn genügenb, er«

irfWeint tialicb außer ben Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für bas Quartal durch bie Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 224 ®flt., durch bie Postämter bes deutschen Reiches 25 Sgr. (excl. Bestellgebühr). — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. — Für in der Expedition zu ertheilende

Auskunft und Annahme von Adressen werden 24 Sgr. berechnet.

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ultramontanen Organe durch bie Anerken- rs in i

gefetti ist denn nun der öffentlichen Meinung der a Sor f civilisirten Welt, bie in ihrem Abscheu vor

Wer sagt Euch denn, daß irgend ein mUII Verdacht auf Euch gefallen ist? fuhr Sir ö Arthur fort, während er mit dem Banquier verstohlen einen bedeutsamen Blick wechselte. Davon ist noch keine Rede gewesen, vor allen Dingen wollen wir Eure Meinung

Weil mein« Ehre mir verbietet, in einem Hause zu bienen, in welchem man mir kein Bettraum schenkt.

Sonderbare Grundsätze! spottete Madame Schindler.

Chacun & son gout ! warf Sir Dela- valle achselzuckend ein, Jeder hat seine be­sonderen Ansichten über den Punkt der Ehre! Herr Schindler sichert'dem Dieb volle Verzeihung und strenge Verschwiegen-

- Pro i bet Jesuiten bie Anerkennung bet Regierung Dienst be« Marschalls Serrano und damit einen hme ol feierlichen Protest gegen die Sache des - Etv CarliSmuS mit beispiellosem Nachdruck ver

Anzeigen nimmt entgegen: »ie Spedition d. Blattet, jgrote die Annoncen-Bureaux ,Bn Th. Dietrich & Co. in «asset und Hannover; Th. Iiettich in Frankfurt a. M ; üaasensteiu & Vogler in Zranksurt a. M., Berlin, Leip- «g, Cdln rc.; Rudolf Moste in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Und fle zwingt nnS, Haussuchung zu halten, fügte Gerhard hinzu.

Jn Gotte» Namm, sagte Martin, dann aber muß ich, so schmerzlich mir eS auch —_ ist, um meine Entlastung bitten.

«ätz- Weshalb da«? fragte der Baronet scharf.

in feil langte, nicht nur Genüge geschehen, sondern litt. L bie Regierungen Europa's und die mit ihnen l/3 Ri : bie gleiche Tendenz der Wahrung der Hu- Gescha manität und Gesittung verfolgende Regierung bet amerikanischen Union haben sich zum er« 4liefen sten Male seit der Wiederherstellung des deutschen Kaiserreichs über eine» gemeinsamen Schritt verständigt, bet schon durch diese M Eigenschaft ein Ereigniß von geschichtlicher Bedeutung ist. Allseitig wird das erzielte tzinvetnehmen der Mächte, in dem man mit Recht eine werthvolle Bürgschaft für de» Frieden, die? Freiheit und die Civilisation * der Welt erblickt, auf Rechnung der Um da« « sjcht und der Ehrenhaftigkeit der dmtschen Politik gesetzt. Von dem Madrider Cabinette ircula! Sr. Majestät dem deutschen Kaiser der Dank ausgesprochen worden, daß seine Re gierung in bet »nerkennungsfrage bie Jni-

!ager j dem Collecttv-Acte ber Mächte stehen noch ,uS, waS jeboch als bloßer Zufall betrachtet werden muß, da die Zustimmung der beiden Kaiserreiche außer jedem Zweifel steht. So ist denn nun bet öffentlichen Meinung ber

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