Marburg, Freitag, den 7. August.
187»
nten
Silber«
herein,
mibe»
Bltramentanen Partei kein Einspruch erhoben
bft.
«ng gezollt und sogar die Aufnahme
iereinl
natioo.
?her
i).
erlin).
tSda!
?alf
ianfl
nchen efteüt
rände. liefert
. Sax
Reher
Frau iureau 8 di«
ihres Dr.
: Dr. ettin). lgende
E. cienr ntg ttge
i um eno« tisl-
iresse neten i 31, isteii.
Vorgestern.
Und gestern schon war Ihr Darlehn verschwunden ? Sie sind betrogen worden, Herr Schindler, vielleicht hatten Sie noch keine Gelegenheit, unsere weiblichen Gauner kennen zu lernen und sind Sie zu sehr geneigt, alles Glänzende für Gold zu halten.
Gerhard biß sich auf die Lippe; mehr als die Worte des Ober-PolizeivoglS ärger len ihn die höhnischen Blicke des Baronets.
Trotz alledem bin ich von der Unschuld dieser Dame überzmgt, sagte er, es ist leicht Jemanden zu verdächtigen; ein Ehrenmann thut eS nicht, bevor er nicht Beweise hat.
Mein Herr, eS steht Jedem frei, seine Urberzrugung zu äußern, fuhr der Juwelier
derselben in die Reichsverfasiung befür- - wortet. Die damals nicht angefochtene Ober- - Hoheit der staatlichen Gesetzgebung kann r wohl deshalb nicht hinfällig werden, t weil die Voraussetzungen und Hoffnungen : der Ultramontanen sich irrigerwiesen haben' ' Ueber die Stellung und das Verfahren der Staatsgewalt haben die leitenden Staatsmänner sich in parlamentarischen Reden deutlich genug ausgesprochen. Der Cultusmi nister Dr. Falk erklärte, daß Staat und Kirche zwar auf sittlichem Gebiete gleichberechtigt seien, daß aber auf dem Reichsgebiete der Staat zu entscheiden und jeden feindseligen Eingriff abzuwehren habe. Ueber denselben Gegenstand äußerte Fürst Bismarck: „Die Regierung ist eS unseren katholischen Mitbürgern schuldig, die Wege aufzusuchen, auf denen die Regelung der Grenzen zwischen rer geistlichen und der weltlichen Gewalt, deren wir im Interesse unseres inneren Friedens bedürfen, in der schonendsten und konfessionell am wenigsten verstimmenden Weise gefunden werden kann!" Hier finden ich die Aufgaben der Staatsgewalt eben so klar ausgesprochen, wie die Rücksichtnahme und Mäßigung ihres Verfahrens. Auf diesem Wege ist die Regierung vorgegangen und wird sie ohne Schwanken weiter vorschreiten müssen, bis es ihr gelungen ist, der geist lichen Anmaßung unübersteigbare Schranken zu setzen. Die Regierung vertritt die Gewissensfreiheit und die höchsten Rechte des deutschen Volkes. Sie kann sich weder von Kom, noch von den katholischen Bischöfen ogenannte Friedensbedingungen vorschreiben 1 lassen. Die Friedensbedingungen sind durch - die Natur der Dinge vorgezeichnet: Achtung vor dem Hoheitsrecht und Gehorsam gegen die Landesgesetze.
— Bezüglich der Einführung der Reichsmarkrechnung in Preußen hat der Finanz- Minister folgende Weisung an sämmtliche Regierungen erlassen: „Nachdem durch die Allerhöchste Verordnung vom 28. Juni d. I vom 1. Januar 1875 ab für den Verkehr bei den öffentlichen Cassen und für den allgemeinen Verkehr die Reichsmarkrechnung eingeführt worden ist, veranlasse ich die königlichen Regierungen, die Cassen ihres Geschäftsbezirks wegen der Ausführung jener Verordnung unter Hinweis auf die Artikel 14, 15 und 17 des MünzgesetzeS vom 9. Juli 1873 schleunigst mit der nöthigen Anweisung zu versehen. Die Etats, Cassenbücher, Abschlüsse, Abrechnungen und Jahres-Rechnungen erhalten vom Jahre 1875 ab statt der bisherigen Rubriken Thaler, Silbergroschen, Pfennige bezw. Gulden, Kreuzer die zwei Rubriken Mark, Pfennige. So weit die Entwürfe zu den Cassenetats für 1875 bereits eingerichtet sind, werden dieselben diesseits nach Mark umgerechnet werden. Bei den bereits festgestellten oder vom 1. Januar l. I ab noch auf ein oder mehrere Jahre laufenden Cassenetats kann von einer Umrechnung derselben in Reichsmünze abge- ehen werden. Hinsichtlich dieser Etats sind edoch die betreffenden Cassen anzuweisen, die Umrechnung in Reichsmünze bei der Gelderhebung resp. Zahlungsleistung, so wie bei der Vortragung des Etats Solls in den Kassenbüchern, Abschlüssen und Jahreörech- ; nungen ohne Weiteres selbst zu bewirken. Wenn sich durch Abrundung von Mark rfennigen nach den weiterhin aufgestellten Grundsätzen etwa Differenzen gegen die Etats-Ansätze ergeben, so sind dieselben bei der Rechnungslegung entsprechend zu erläutern. Alle Zahlungen sind nach dem im Artikel 14 § 2 des Münzgesetzes vom 9. Juli
1873 ausgestellten Grundsätze auf volle Markpfennige abzurunden. Bei periodischen Hebungen erfolgt die Abrundung in Jahres- betrügen. In den einzelnen Hebungsterminen ist die Regulirung der Raten so einzurichten, daß bei der Theilung Markbruchpfennige vermieden werden und sich eventuel bei Mehr oder Weniger in den verschiedenen HebungS terminen ausgleicht. Bei den Special-Forst« cassen und den andern mit diesen in glei. cher Lage sich befindenden Cassen, für welche daS Wirthschaftsjahr mit einem früheren Zeitpunkte als dem 1. Januar 1875 beginnt, sind die Cassenbücher noch für die Thalerrechnung anzulegen. Am Schluffe des laufenden Jahres sind demnächst die bis dahin vorgekommenen Einnahmen und Ausgaben, jedoch nur titel- resp. abtheilungSweise, in ReichSmünze umzurechnen und von da ab die Thaler« und Groschen-Colonen zur Eintragung der Mark und Pfennige zu benutzen. Alle Zahlungs-Anweisungen haben vom nächsten Jahre ab auf Mark und Pfennige zu lauten. Sollte die königliche Regierung in Bezug auf die Ausführung der Aller- höchsten Verordnung vom 28. Juni d. I. noch in einem oder dem anderen Punkte Zweifel haben, so ist darüber alsbald zu berichten. Es bleibt Vorbehalten, der königlichen Regierung zu dem bezeichneten Zweck ür ihre speciellen Geschäftszweige aus den einzelnen Refforts noch besondere Weisungen zugehen zu taffen. Bezüglich der ReichSver- waltung und Militärverwaltung werden von em Herrn Reichskanzler bezw. dem Herrn Kriegs-Minister die erforderlichen Anordnungen getroffen werden".
- Die persönlichen Zulagen für Lehrer und Lehrerinnen sind nunmehr im Kultusministerium fixirt worden. Bekanntlich waren bem« eiben im diesjährigen Staatshaushaltsetat 00,000 Thlr. .für diesen Zweck zur Ver« ügung gestellt, wozu aus dem vorjährigen Etat noch 700,000 Thlr. kommen, so daß im Ganzen 1,100,000 Thlr. zur Vertheiluna ommen. Davon soll nun den Lehrern und Lehrerinnen, die überhaupt Anspruch auf
ersten Namen der europäischen Finanzwelt zwei hiesige Firmen genannt wurden, Namens
der Letzteren alö eine Mystifikatiou zu bezeichnen.
Herr Schindler, ich muß Sie ersuchen, sich nicht in die Angelegenheiten der Behörde zu mischen, sagte der Polizeibeamte gelaffen.
Aber Sie werden mir gestatten, Sie zu begleiten.
Wozu das?
Weil ich mich verpflichtet fühle, das Fräulein zu beschützen.
Erlauben Sie mir die Frage, in welchem Verhältnisse stehen Sie zu diesem Fräulein?
gereizt auf. Ich habe nur das behauptet, was ich mit meinen eigenen Augen gesehen habe und ihre Mittheilungen müssen den Verdacht eher bestärken, als schwächen. Jene Dame mußte doch wissen, daß ich auf das Geschäft nicht einging, welches sie mir an. bot, weShalb also machte sie dennoch den Versuch, wenn sie nicht einen besonderen Zweck dabei verfolgte?
Sehr recht! sagte der Baronet gedehnt. Diesem Versuch lag ein besonderer Zweck zu Grunde, aber man erwartet mich, meine Herren, ich habe die Ehre, mich Ihnen zu empfehlen.
Gerhard sandte dem Engländer einen zornglühenden Blick nach, er fühlte, daß in diesem Augenblicke in seiner Seele der Haß gegen diesen Herrn erwacht war.
Wir werden uns beeilen müssen, nahm der Polizeibeamte das Wort, geben Sie mir ein Register der einzelnen Schmucksachen, die Ihnen geraubt wurden, und begleiten Sie "ich in die Wohnung der jungen Dame.
Herr Ober-Polizeivogt, rief Gerhard bestürzt, Sie vernichten den guten Ruf des armen Mädchens, Sie —
Der Kampf um eine Milli«». Roman von Ewald August König. (Fortsetzung.)
sations - Depesche von einem europäischen Hausse - Consortinrn, bei dem neben den
Gerhard Schindler, Herr Ober-Polizeivogt, Vater ist der Banquier Eduard Schindler. $°n den Lippen des Beamten war das Mische Lächeln verschwunden, der Name Vanquier» hatte in allen Kreisen einen - «lang.
wt Schindler, ich gebe Ihnen zu be- • daß es auf Ihren ehrenwerthen u_ ein schlechtes Licht werfen kann, C. £5 der Verdacht dieses Herrn sich als det erweist, sagte er in sehr ernstem Wollen Sie mir gütigst sagen, wann,
wild über Sie dm Stab brechen bSb" ?lC batQUf- Auch »erben©ie dadurch dem Mädchen eher schaden al« Meinung läßt ein fr'eund- A 2 'platonisches Verhältniß zwischen . e>ne« BanquierS und einer armen Lehrerin nicht gelten; berücksichtigen S.e das, Herr Schindler. 1
Gerhard schüttelte eigensinnig den Kopf
E unwiderstehlicher Gewalt zu ^ Mähchcn hm, er konnte nicht wieberstehm, C <Pr ^'gen, daß er an ihre Schuld uic^t glaubte, daß sie auf seine Freundschaft vertrauen durfte. u W
Der Wagen fuhr vor, der Ober-Polizei«
»erben. Dieselben haben, freilich mit ber nb des lbstcht mißbräuchlicher Nutzanwendung, den Bestimmungen der preußischen Verfassung iber die Kirchenverhältnisse volle Anerken-
notio» Sie glauben, daß die junge Dame mit ^en Gaunern in Verbindung stand?
Allerdings, sie machte den Eindruck auf «ich, al« ob sie Anderes, als die Verpfän bekan« ung ihres werthlosen Schmuckgegenstandes Zwecke. Auch schien eS mir, als ob sie, »chdem sie meinen Laden verlassen hatte, den Strolchen einige Worte wechselte.
Hm, das ist schon etwa« und doch wieder icht«, sagte der Ober-Polizeivogt unmuthig. 'ic werden den Namen und die Wohnung kk Dame nicht kennen.
Den Namm wohl, sie sagte mir, sie sei «fiklehrerin.
llnd das ist sie, meine Herren, nahm erhard das Wort, der seine wachsende
Mgung nicht länger bemeiftern konnte. ? kenne die junge Dame und bürge mit a«tr eignen Ehre für ihre Unschuld.
Erlauben Sie, mit wem habe ich daS Hnügen? fragte der Ober -- Polizeivogt 'ch.
le bei ffftn des Volkes zur Geltung kommen, die Grundlagen geordneter Zustände schaffen, wolle« ^egen die Berechtigung dieser Grundsätze ist früher auch von den Stimmführern der
Er- vom . ocal- Ge-
Ich habe ihr meine Freundschaft anae- boten — ö
Pardon, das P interassant, fiel Sir Dela- valle ihm ,nS Wort, vergessen Sie nirfu bajj Herr Eduard Schindler ihr Vater ift Herr Steuermann. *
Das möchte Ihnen auch zu bedenken gebm, warnte der Polizei-Beamte
H---» ------ Mrf- -- »14tzy,? "5," °°»ww-4Ä5,n„l4
Dennoch beharre ich bei meinem Verlangen entgegnete Gerhard entschlossen, ich bin nicht' der Mann, ber einer Ueberzeugung so rasch chen m K «ill wissen, ob bkeseS Mäb. chen mich wirklich betrogen hat.
, *6 ^Uro-licr $atte inzwischen das Ver-
zeichmß angefertigt, ein Beamter ging hinaus um e,nen Wagen zu Holm. 9 ’ „ warne Sie noch einmal, sagte ber Polizei-Beamte in väterlichem Tone 4« Begleitung wirb Eclat machen. '
Zn Gottes Namen.
ObrrhrMe Jritimg.
*“"i4ÄIS L W s e.,„~
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Ang. Die heutige „Prov.- Corr " knüpft an das Geständniß ber „Ger- mania" an, baß bet Widerstand ber Geistlichen grunbfätzlich gegen bas Hoheitsrecht des Staates gerichtet ist, erwähnt bann die »euerbings an bie Staatsobrigkeit gelangte Kundgebung und schließt ihren „Zur Ab Weisung ultramontaner Anklagen und Forderungen" überschriebenen Artikel folgender- «aßen: Niemals ist ber Staatsgewalt in ’ den Sinn gekommen, baS kirchliche Leben ! lahm zu legen ober über bas religiöse Ge i fühl Herrschaftsrechte auSzuüben. Der Staat seinerseits führt keinen Krieg, weder gegen die Religion, deren Einfluß für die sittliche Erziehung und Veredlung der Völker schwer in daS Gewicht fällt, noch gegen irgend eine Kirche, die lediglich den Aufgaben der Religion dient. Auch ist von einer Dienstbar- «schung ober Unterordnung der Kirche weder grundsätzlich, noch thatsächlich die Rede gewesen. Eine Gleichberechtigung zwischen Staat und Kirche ist insoweit rückhaltlos zugestandm, als die Kirche auf bem ihr angewiesenen Gebiete beS Glaubens unb der Gottesverehrung keinerlei Zwang zu erdulden hat. Wmn aber die Regierung sich gewissenhaft jedes Eingriffes in den Kreis innerer religiöser Angelegenheiten ent hält, so hat sie mit unbeugsamer Festigkeit darüber zu wachen, daß in weltlichen Dingen bie Achtung vor Gesetz und Obrigkeit gegen alle Anfechtung gesichert werde. Bei einer Ungewißheit über bie Grenzen des beider fettigen Machtgebietes kann nur bie weltliche Gesetzgebung, bei welcher bie Gesammtinter-
— 3. Aug. Die benschen Kriegsschiffe „Nautilus" unb „Albatros" gehen am 6. b. W?. von Kiel nach ber spanischen Nord- Tufte ab. — In Muskau starb Prof. Maß- mann, Mitbegründer unb Mitbesörberer der Turnkunst. — Die „Börsm-Zeitung" ist autcrifirt, bee an ber Börse verteilte Sm- wo unb unter welchen Umständen Sie dich junge Dame kennen gelernt haben?
Ich traf sie bei einem Pfandleiher, mit dem sie dasselbe Geschäft machen wollte, welches sie diesem Herrn anbot.
Ah--weshalb kam das Geschäft
nicht zu Stande?
Der Pfandleiher bot ihr kaum den zehnten Theil des WertheS, das empörte mich.
Und sie ließ sich durch Sie bewegen, auf das Geschäft zu verzichten? fragte der Polizeibeamte.
Herr Schindler war vielleicht so groß müthig, ihr die Summe vorzustrecken, deren sie bedurfte, warf der Baronet ein.
Za, Sir, das that ich, entgegnete Gerhard, die Folgen dieser Offenheit nicht bedenkend, ich lieh ihr die kleine Summe unb lernte bei biefer Gelegenheit ihren Charakter kennen.
Wann war bie«? fragte ber Polizei- Beamte.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureanx von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt«. M-; Jnvalidendank, A. Rete- rneyer in Berlin; Carl Schußler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
durch die Postämter des
\ Anzeigen nimmt entgegen: lit Expedition d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureanx pen Xb- Dietrich & Co. in Maffei unb Hannover; Tb. Dietrich in Frankfurt a. M.; ßaafenftein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leip- ii9, Cöln rc.; Rudolf Moff« in Berlin, Frankfurt a. M. rc.