H>. 177
JRarßucg, Freitag, den 31. Juli.
187a
Obtrhrjsischt Irilung
II.
iflnet
8
eisteri
hingegen tugendhaft, so erlaubt Deine Ehre
Juli.
Selben hatten inzwischen daS HauS Dir nicht, ein nichtswürdiges Spiel mit ihr
zu treiben.
03 t b-
Der Steuermann kam dem Verlangen
180 b
erwartet hatte.
Nun, Du wirst jedenfalls gut thun, diese
06 t.
- G.
0U1 d. '3t b.
Sgr.
ter ii
51t b.
.4t b.
ilt d'
86 b;
cerl
ff ess
iserer ib bit rstbrt t alle Heu ichert. eundt inmen
Bi« j.tzt haben bie europäischen Mächte den traurigen Wirren in Spanien als ruhige, nicht unmittelbar beteiligte Beobachter zu. ßtschaut. In allen maßgebenben Kreisen herrscht bie Ueberzeugung vor, daß eS der selbstänbigm LebenSthätigkeit jedes Volkes '' anheim gegeben werden muß, den Gang seiner politischen Entwickelung und die Ge Haltung seiner inneren Verhältnisse zu be stimmen. Deshalb haben die Mächte fich gewissenhaft jeder Einmischung in die Ange- - legenheilen Spaniens enthalten und auch selbst mit der Anerkennung der jeweiligen Regierung in Madrid gezögert, um einen
Anzeigen nimmt entgegen: bie Spedition b. Blatte«, ißtpte die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich &. Co. in Gaffel und Hannover; Tb- Dietrich in Frankfurt a- M ; Haasenstein & Vogler in arantfurt a-M., Berlin, Leipzig, Cölurc.; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.
litäl nicht mehr vor Wight erreicht worden ist und sich wohl auch für die Sendung nach den spanischen Gewässern nicht geeignet erweisen dürfte. Es steht da her in Aussicht, daß ein anderes Geschwader diese Bestimmung erhallen wird. Man darf hoffen, daß die Schritte der Reichsregierung den Anstoß zu einer gkücklichen Wendung in den spanischen Zuständen geben werden. Jedenfalls würde das Erscheinen der deutschen Flagge an der Nordküste Spaniens als eine Bürgschaft gelten, daß völkerrechtswidrige Begünstigungen der kar- listischen Räubereien nicht ohne scharfe Aufsicht, Leben und Eigenthum deutscher Reichs angehörigen in Spanien nicht ohne Schutz bleiben sollen.
Sind wir nicht Narren, daß wir um des Kaisers Bart streiten? lächle Gerhard. Noch liegt die Möglichkeit, daß dieses Mädchen Liebe für mich empfinden könne, in weiter Ferne und schon gedenken wir der Schwierigkeiten, welche der Heirath sich entgegenstemmen können. Du glaubst schon jetzt mich warnen zu muffen und ich fühle mich entrüstet über die Warnungen. Bah — lassen wir den Dingen ihren Lauf, unser Herrgott da oben lenkt ja doch unsere Geschicke.
Wohl gesprochen, nickte Max dennoch halle ich es für die Pflicht des Mannes, der fernsten Gefahr mulhig in's Auge zu schauen und ihr bei Zeiten aus dem Wege zu gehen.
Eine Ansicht, die ich in diesem Falle nicht billige, Max, ich fürchte, Du bringst ihr zu große Opfer, die später Dich gereuen wer- ben. Du hast mir bie Gründe Deiner Kündigung nicht nennen wollen, ich kenne sie schon, Deine Augen und deine Worte haben sie mir verrathen. Du liebst meine Schwester.
Der Blick Gerhard's war fest auf da« erglühende Antlitz des Freundes gerichtet und es spiegelte sich eine so herzliche Thcil- nahrne m demselben, daß Max sich gedrun- gen fühlte ihm sein volles Vertrauen zu schenken.
Nun, Du wärst als Schwager mir lieber, al« dieser Engländer, sagte Gerhard, nach, dem Max ihm seine Unterredung mit dem Banquier berichtet hatte, und ich kann nicht einsehen, daß irgend etwas Dir verbieten
darf jedoch nicht einer nochmaligen Eidesleistung, sondern es genügt, wenn dem zu Verpflichtenden, unter Hinweis auf den als Lehrer von ihm geleisteten AmtSeid, nach Vorhaltung seiner Obliegenheit in dem Kirchenamte das feierliche, durch Handschlag zu bekräftigende Versprechen treuer Pflichterfüllung abgenommen und protokollarisch festgestellt werde. Was dagegen diejenigen Kirchenämter betrifft, welche mit Schulämtern nicht verbunden sind, so muß bei diesen für die Zukunft durchweg die amtöeidliche Verpflichtung der dazu Berufenen erfolgen. Ausgenommen sind nur die Fälle, in welchen der Berufene in einem frühem Amtsverhält- niffe den Staatsbeamten - Eiv geleistet hat, indem hier, wie in dem vorerörterten Falle der vorgängig erfolgten amtseidlichen Verpflichtung als Lehrer, verfahren werden kann. Die Norm des Eides weicht von den anderen Normen in so fern ab, als der Eid zu Gott „dem Allwiffenden und Heiligen" und dabei geschworen wird, „das Wohl deS Vaterlandes" im Wirkungskreise nach Kräften zu fördern, während von der gewissen- haftm Beobachtung der Verfassung nicht die Rede ist.
Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition b. Blatte», sowie die Annvncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. ®t; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Max, fuhr der Steuermann auf. Kennst Du mich so schlecht, daß Du dies glauben kannst?
Lieber Freund, das Eine entspringt aus dem Andern, die Sünde aus dem Leichtsinn die Schuld aus der Leidenschaft. '
Gerhard schüttelte unwillig den Kopf.
Wenn das Mädchen meiner Liebe würdig ist und wenn ich ste liebe und meine Liebe erwidert wird, was könnte alsdann mich ab- halten, sie als meine Gattin heimzuführen? fragte er. Glaubst Du, ich werde den Con- vmienzen des Standes, welchem meine Eltern angehören, mein Glück zum Opfer bringen? Da wäre ich ein Thor —
So würdest Du also das Zerwürfniß mit Deinen Eltern vorziehen? erwiderte Max mit scharfer Betonung. Sei vernünftig und gehe nicht leichtsinnig einem Abgründe entgegen, den Du vermeiden kannst.
Das Gespräch stockte, es hatte eine Wendung genommen, welche die Fonsetzung nicht rathsam erscheinen ließ.
Als sie bie Weinschenke erreichten, gingen sie hinein, balb darauf saßen sie in einer traulichen Ecke hinter den vollen Gläsern, deren Heller Klang rasch den Mißten ver- ksingen ließ.
324 b. 08JW 10*4 b.
i Münster, 28. Juli. Die „Wests. Prov.- Ztg. berichtet: Sicherem Vernehmen nach ist gegen den heimlich von hier nach Amerika entwichenen geistlichen Akademie-Pro. fessor Dr. August Rohling, Verfasser des Buches „Die Stigmatisirte in Bois d'Haine (Belgien), Louise Lateau", des „Talmud- Juden" und ähnlicher „wiffenschaftlicher" Werke, durch Verfügung des Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Ange- iegenheiten wegen unerlaubter Entfernung auö dem Amte die auf Dienstentlassung gerichtete DiSciplinar-Untersuchung eingeleitet. Zum UntersuchungS-Commiffar ist Regie. rungSrath MiruS dahier ernannt, welcher bereits den zeitigen Rector der Akademie und den Decan der theologischen Facultät als Zeugen vernommen hat.
Erfurt, 28. Juli. Die „Erf. Ztg." schreibt: „Der Ober-Präsident der Provinz
deS Juweliers erreicht, es war derselbe Laden, in welchem Sir Delavalle den Schmuck für Fräulein Schindler gekauft hatte.
ES scheint, Deine arme Musiklehrerin hat eine besondere Vorliebe für edle Metalle und Steine, spottete Max, sieh nur, sie handelt mit dem Juwelier und wenn ich nicht irre, ist es ein kleine» Kreuzchen, welches sie kaufen will.
D« Kampf um eilt Milli»». Roman von Ewald August König. (Fottsetzung.)
Der Steuermann brach ab, er war stehen Mieden und verfolgte mit den Augen eine Mge Dame, welche in geringer Entfernung tot ihm an den hell erleuchteten Schau stustern vorbeiwanberte.
Deutsches «eich.
Berlin, 29. Juli. Die heutige „Prov. Corresp." bespricht in einem längeren Ar titel bie „Gräuel de» Bürgerkrieges in Spanien", in welchem sie sagt: „Was dem ganzen Treiben noch besonder» den Stempel der Abscheulichkeit aufprägt, das ist der Urn- stanb, daß jene Barbaren sich de» Beruf beilegen, für Wiederherstellung des monarchischen Rechts und für Aufrechthaltung des christlichen Glaubens zu kämpfen und daß verworfene Priester den wilden Schaaren das Kreuz vorantragen. Wenn die carlistische Bewegung in ihrem innemKern mit der Sache des Königthums und des Glaubens verwachsen wäre so würde sie schon längst in einem so monarchisch und religiös gesinnten Lande, wie Spanien mächtigeren Anhang gefunden hoben, während sie trotz vieljähriger Kämpfe über engbegreuzte Kreise nicht hinaus ge- kommen ist. Die spanische Nation beweist durch ihre Zurückhaltung, daß sie in den krlistifchen Bestrebungen nur ein Unter-
- ti .03 J S 1021 8 >41 b,
jtzrom 1. August an kann »ie„Cberp. Zett " «ü für die Monate August und September bei alten Postanstalten bestellt werden.
Um vollständige Exemplare zu erhalten, ist es ? weif mäßig die Bestellung einige Tage vor dem Beginn des Abonnements zu machen.
Bestellungen in hiesiger Stadt werden »em tage des Eingangs an effeetnirt und find an Sie Expedition der vberh. Seit, zu richten.
i nehmen der Jesuiten erkennt, welche Spanien, wie andere Länder, unter das Joch religiöser Unduldsamkeit und politischer Zwingherrschaft zurückführen wollen. Die öffentliche Meinung Europa'« stimmt diesem Urtheil vollkommen bei
Zeitpunkt abzuwarten, wo die Herstellung regelmäßiger diplomatischer Beziebungen mit einiger Aussicht auf nützliche Wirksamkeit erfolgen könnte. Durch die neuesten Vorgänge ist die Aufmerksamkeit der Diplomatie den Zuständen jenseit ter Pyrenäen in lebhafterer Weise zugewandt worden, und die europäischen Mächte werden sich der Aufgabe nicht entziehen können, über ihre Stellung zu Spanien und ihre aus der gegenwärtigen Sachlage erwachsenden Pflichten in ernste Berathung zu treten. Für Deutschland 'st der Eindruck der entsetzlichen Nachrichten aus Spanien noch dadurch empfindlich ver. stärkt worden, daß die Karlisten einen Reichsangehörigen, den ehemaligen preußischen Artillerie-Hauptmann Schmidt, der auf dem Kriegsschauplätze als militärischer Berichterstatter für die deutsche Presse anwesend war, aufgegriffen und gegen alles Völkerrecht erschossen haben. Aus den Berichten über das Verfahren des sogenannten Kriegsgerichtes ist zu ersehen, daß der Unglückliche, obgleich er durch Legitimationspapiere die Unveo dächtigkeit seiner Person und seiner Beschäftigung nachweisen konnte, als Spion vet- urtheilt wurde, und baß die Grausamkeit seiner Richter namentlich gegen ben Deutschen und Protestanten gerichtet war. Man konnte von vornherein annehmen, daß die Reicbsregierung bei einer solchen, allen Grundsätzen des Völkerrechts Hohn sprechenden und das deutsche Nationalgefühl tief verletzenden Barbarei nicht unthätig bleiben würbe. Andererseits leuchtete ein, daß ein im regelmäßigen diplomatischen Verkehr üb- icher Antrag auf Genugthuung hier nicht tatthaft sei, da bie spanische Regierung für olche Schanbthaten nicht verantwortlich gemacht, ihr vielmehr das Zeugniß nicht ver- agt werben konnte, baß sie alle Kräfte auf. bietet, um bem räuberischen Unwesen ein Ziel zu setzen. Mit allgemeiner Befriedigung wurde daher die Nachricht begrüßt, aß das bisher bei der Insel Wight be- indliche deutsche Geschwader die Bestim- - mung erhalten habe, sich an die Nord- lüfte Spaniens zu begeben und dort einige Zeit zu kreuzen. Neuerdings wird gemeldet, daß das erwähnte Geschwader von i ben bezüglichen Weisungen der Admira-
er.
lung, stehend Keller, ju ver-
fer,
deS Juweliers Unterricht, fuhr er nach einer Begegnung zu vergessen, sagte der Letztere Weile fort, sie sagte ja, daß sie in mehreren ist das Mädchen eine Betrügerin so ersparst Familien Unterricht gebe — na, was küm- Du Dir unangenehme Erfahrungen- ist sie mert es mich. hingegen tugendhaft, fo erlaubt isr,.
hübsch, irhign B. br- [4787
»g rten
tt-15*.
b. 91«
w""" * ssssÄte - ****
_________ und Annahme von Adreien werden 2^ Sgr. berechnet.
— Am Schluffe eines Artikels der Heuti- gen „Prov.-Corresp." „Zur Kennzeichnung des ultramontanen Geistes", in welchem die Tendenz der jüngsten Fuldaer Bischofs- Conserenz besprochen ist, heißt es: „Der Frevel Kullmann's scheint dazu berufen, die öffentliche Meinung über den Geist des UltramontanismuS vollends aufzuklären und dem deutschen Volk zu offenbaren, welch inr versöhnlicher Haß gegen die nationale Politik und deren Träger im römischen Lager gährt.
— Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Mebicinal-Angelegenheiten hat bestimmt, daß die Vereidigmig der Lehrer an Volksschulen nur in der zuletzt 1867 für die unmittelbaren und mittelbaren festgesetzten Form erfolgen und von diesem Eide die Verpflichtung, welche sich auf ein mit dem Lehramte verbundenes kirchliches Amt bezieht, getrennt werden soll. ES muß deß halb in denjenigen Fällen, in welchem ein Kirchen- mit einem Schulamte verbunden ist, der Lehrer in Bezug auf das zugleich ihm übertragene kirchliche Amt für bie Zu fünft in einem feiner Vereidigung nachfol- genben Akte besonders verpflichtet werden. Diese Verpflichtung ist nach einem an die Consistorien gerichteten neuen Erlasse des evangelischen Ober-Kirchenraths durch den ^?ner,k -...... . __......Utl ^VVUU
ejjten desselben (im zzalle dieser behindert Sachsen v. Patow macht durch das Amtsober bas Pfarramt nicht besetzt ist, burch blatt Folgenbes bekannt: „Die erlebigte ka- tw ®upenntenbenten) vor versammeltem tholische Probstei-Pfarrstelle ad Beat. Mar. Gemeinde Kirchenrathe zu bewirken. ES bc- Virg. zu Erfurt ist dem bisherigen Pfarrer
Die Wangen bes Steuermanns erbleichten, als er einen Blick burch baS Schaufenster in ben inneren Raum warf.
Sonderbar, murmelte er, gestern noch lieh ich ihr die Summe, welche sie bedurfte, und heute — aber ich kann'S nicht glauben, daß sie eine so schlaue Betrügerin fein soll. Ihre Noth muß so groß sein, daß —
Gerhard, ich glaube, meine Warnung ist begründet, fiel Max ihm in's Wott, wenn Du mir berichten willst, wo und unter welchen Verhältnissen Du diese Dame kennen lerntest, so kann ich Dich vielleicht auf Punkte aufmerksam machen, welche Dir
, Sie ist es, sagte er, weiß Gott, seitdem mit 'hr gesprochen habe, muß ich stet» 04, " tn sie denken.
02^ i. Wer ist die Dame? fragte Max.
.Eine Musiklehrerin, die ich unter eigen- Awlichen Verhältnissen gestern kennen Aeti* «tote.
die Du nun nicht mehr vergessen fmb' itonst?
Spotte nur, Max, ich gebe Dir volle «wubniß dazu.
.. - Das fei fern, ein solche» Gefühl ist mir - ! * heilig, als daß ich darüber spotten könnte. ~ J, warnen möchte ich Dich, Gerhard. 024fr hast draußen auf der See noch keine
• Erfahrungen in diesem Punkte gemacht, Dein ist geneigt, Jedem zu vertrauen und — “ein, mein Freund, diese wird mein $er= ^aren nicht täuschen, unterbrach Gerhard
lvi —ij. rasch. Diese junge Dame — ah, sie ^uunt uuiuicujuiu mat^tn ■e. Z in einen Laden — es ist der Laden, überzeugende Beweise liefern.
^0 . JuwesierS. D» vcm -verlangen
er sprach bie letzten Worte in einem seines Freundes nach, aber sein Bericht bot Setb bCr tint unon9fnffr"e Enttäuschung keinen Anhaltspunkt, wie Max gehofft und Hm — vielleicht gibt sie ben Kindern
>ckel, leister. i-Vvr- it und i arth, [4776
lömor. 'lds«h, rewei ile ich fragen ath.
eeker