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Ur 172

Marburg, Sonnabend, den 25. Juli.

1874

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Plare dieses

Anzeigen nimmt entgegen: Jt «mbition d. »latte», fonne die Annoncen-Buremtk von Th. Dietrich & Co. m Staffel und Hvmwver; LH. Dietrich in Frankfurt « W.; Laasenstein L Bogln m i Frankfurt a- MvBerim^ew- ,ia, Cillnrc.; Rudolf Moff« ^Berlin, Frankfurt a. M. rc.

(tDbaljrflifdjr Jritung.

Atueigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaur von G. 8. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schil­ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertage». Preis für das Quartal durch die Expedition («och'sche Buchdruck er ei) bezogen Lar deutschen Reiches 25 ®gr. lexcl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 24 Sgr. berechnet.

durch die Postämter des

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herzlichem Tone, welcher Empfang auch dem

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schwett, Gleiwitz, Winzig, Otterndorf, von 600 Kurgästen in Karlsbad (mit Unter­schriften aus Deutschland, Oesterreich, Ruß-

Dies war der eine Fall, der möglicherweise die Ministerialdirektoren veranlassen wird, in Zukunft ihre Boten öfter am Tage nach der Post zu bemühen. Der zweite Fall einer verdächtigen Verspätung hatte darin seinen Grund, daß die Herren Mlnisterial- Beamten Briefe an den Reichskanzler der Sicherheit wegen alsWerthstücke" aufge- gebm hatten. Daran, daß die bayerische Post Werthstücke nicht mit den gewöhnlichen Briefschaften sofort befördert, sondern einer weitläufigeren Beförderung-Prozedur unter­wirft, hatten die Herren nicht gedacht.

Äiel, 22. Juli. Kultusminister Dr. Falk, welcher gestern mit dm Mitgliedern des evangelisch-lutherischen Konsistoriums ron- ferirl und kurze Besprechungen mit dem Oberpräfidenten und dem Rector der Uni.

sehen, dem inneren Drange konnte ich nicht widerstehm.

Weit, wie sich das Blatt ausdrückt, sehr beruhigenden Weise ausgesprochen. Der Herr Minister beehrte gestern außerdem die Sammlungen des Herrn Professors. Dr. Thaulow, roibmete dabei den zahlreichen Werken altschleswig-holsteinischer Holzschnitz, kunst das eingehendste Interesse und sprach sich über dieselben sehr anerkennend aus. Auch mit dem Vorsitzenden des schleswig- holsteinischen Lehrervereins hatten Le. Ex. cellenz eine längere Unterredung. Zur Er­

das nicht schwer fallen.

Sir Arthur, der nachdenklich vor sich hingeschaut Hatte, blickte jetzt auf und sein Blick fiel auf einen Seemann, der hinter dem Sessel des BanquierS stand.

Er mußte unbemerkt eingetreten fein, vielleicht hatte er vorher angepocht und das Pochen war überhött worden. I

Sir Delavalle erhob sich. |

Sie haben Besuch, wandte er sich zu dem Banquier, der bei dem Anblick des See­manns feine Bestürzung nicht verbergen konnte.

Gerhard, Du? fragte er überrascht, und feine Stirn zog sich in Falten.

Ja, Vater, erwiderte der Steuermann in

Der alte Herr nickte, er hatte sich das ja auch schon oft gesagt.

Du hättest nicht so gehm sollen, zürnte er.

Würdest Du nicht Alles ausgeboten haben, die Ausführung meine» Entschlusses zu hindern?

Run, wenn ich gesehen hätte

Nein Vater, zu dieser Einsicht wärest Du vielleicht zu spät gelangt. Wir hattm beide hatte Köpfe unb zwei hatte Steine mahlen nimmer gut. Ich bin mit dem Vorsatz ge­gangen, Dir zu beweisen, daß eS meine red. liche Absicht sei, ein ganzer Mann zu werden und unj'rem Namm Ehre zu machen. Ich glaube, diesen Beweis gegeben zu haben und so darf ich wohl wagen, vor Dich zu

versität hatte, inspicirte, wie dieKiel. Ztg." berichttt, heute Morgen die sämmtlichen alten Institute der Universität, und den alten botanischen Garten, besten Verwendung für die landwirchschaftUche VersuchSstatton be­kanntlich in Anregung gekommen ist. Der Minister nahm bann, da« im Ban begriffene, neue UniverfitälSgebäude und die Plätze für die in Aussicht genommenen neuen Institute in Augenschein. Gestern nahm Dr. Falk das Diner bei dem Konfistottalpräfidmten Mommsm ein, zu dem die Mitglieder des Konsistoriums, die Kieler Geistlichkeit, Re­gierungsrath Kraus, Prof. Dr. Karsten u. A. Einladungen erhalten hatten. In Betreff der vorerwähnten, geftem stattgchabtm Kvn- tstorialsitzung, theilt man derKiel. Ztg." toch speciell mit, daß namentlich auch die lnionSfrage zur Sprache gekommen und der Herr Minister sich dabei in einer für

Sir Delavalle nahm feinen Hut, um sich $U verabschieden.

Meine Damen erwartm Sie, sagte der Banquier, wmn Sie Jhnm die Ehre er- zeigen wollen, ich werde sogleich nachkommen.

Ich bedauere, augenblicklich verhindert zu fein, entgegnete der Engländer, ein dringen­de« Geschäft

Ich konnte nicht ander», Vater Du wolltest die Wahl meines Berufes nicht billige» und mir war es unmöglich, eine andere zu treffen. Dein Wunsch, daß ich

treten und Dich zu bitten, mir Deine Hand zu reichen, ich habe nichts gethan, was mir Deine ober meine Achtung rauben könnte, ich werde auch ferner auf dem Weg der Ehre und des Rechts wandern.

Gerhard hatte das in biederem, treu« herzigem Tone gesprochen, in einem Tone, welchem der alte Herr sein Herz nicht verschließen konnte und als er nun dem Vater die Hand hinhielt, da breitete dieser die Arme ans und drückte ihn an sein Herz.

Du hattest Recht, als Du jenm Schritt thatest, sagte er, Du mußtest ja bester wissen, welcher Beruf Deinen Neigungen entsprach. AIS Du heimlich und ohne Ab­schied unser HauS verließest, da zürnte ich Dir, weil ich glaubte, Du habest keine Liebe zu Seinen Eltern. Aber die Zweifel regtm sich doch bald und ich begann anders über Deinen Schtttt zu denken. Du hast mir einige Male geschrieben, Gerhard und ich war Dir im Herzen dankbar dafür, daß» Du eS thatest, aber der alte Trotz regte stch ltoch immer, er sagte mir, ich habe ein Recht, Dich meinen Zorn fühlen zu lassen, Dich zur Rene und Umkehr zu zwingen. Ich wußte, daß dieHammonia" gestern ein« gelaufen war, aber Du solltest au» eigenem Antriebe kommen und als Du nun vor mir standest, da--na, wir wollen das

Vergangene vergesten und uns die Freude des Widersehens nicht trüben.

@r drückte dem Sohne die Hand und s-ob ihm einen Sessel hin, dann bot er ihm eine Cigarre an. (Fortsetzung folgt.)

land, England, Rumänien, den Niederlanden, Schwede» und Norwegen) u. s. w. Wie Wiener Blätter» ans München berichtet wird, hat die bairische Regierung Gelegenheit ge­nommen, in Wien für die besondere Rasch­heit, mit der man den Requisitionen der bairischen Behörden in der Affaire Hau thaler entsprach, in verbindlichster Form zu zu danken. DaSInnsbrucker Tagblatt" erzählt:Pfarrer Hauthaler ist Samstag Abends in Kufstein an gekommen. Er betrach­tet seine Arretirung in Schweinfurt und waS stch daran knüpfte, als ein Reisemalheur, zeigt nicht den mindeste» Groll und sagt, er sei human behandelt worden".

Die angebliche Pflichtverletzung deut­scher Reichspoftbeamte», welche, vom Reichs­kanzler gleich nach dem Attentat aus Kis« singen nach Berlin geschickte Briefschaften nicht allein ungebührlich spät zur Bestellung aufgegeben, sondern sogar an denselben eine Verletzung der Siegel stch habe» zu Schulden kommen lassen, entpuppt stch mehr und mehr als eine voreilige Beschuldigung der Post" gegen die Post. Bei der sofortigen strengen Untersuchung haben Sachverständige von einer Siegelverletzung nichts entdecken können, sondern an einem der Briefe nur

Der Kampf um eine Millian. --

Roman von Ewald August König.

(Fortsetzung.)'

Maximilian entfernte sich, Arthur blickte 8*antcneott dem jungen Mann nach. 1

Schade, daß ich diesen Arbeiter verliere, fegte der Banquier ich! werde so leicht keinen Ersatz für ihn finden. .v>

So halten Sie ihn fest, eine kleine Ge­haltserhöhung

Ich habe sie ihm angeboten, indeß an tote Gründe bewegen ihn, mich zu verlasfen Atz ich muß die Gründe anerkennen. Er Nt sie mir genannt und ste beweisen mir Ml et ein Ehrenmann ist.

Qm so schmerzlicher muß Ihnen der Ver- W sein, sagte Sir Arthur gleichgültig. %m, man kann die Gründe errathen, wenn

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Deutsches Reich.

Karli», 23. Juli. DieNord. Allg. Ztg." schreibt: Die allmählich eingehenden Nachrichten lassen immer deutlicher erkennen, dch der Hauptmann a. D. Schmidt von des Karlisten darum hingerichtet worden ist, veil er ein Deutscher und besonders wer er preußischer Offizier war. Die öffentliche Meinung beschäftigt sich um so mehr mit diesem Morde und ein berechtigtes Gefühl bet Entrüstung giebt sich darüber kund, daß ein Mann, der sich in unserer Armee aus­gezeichnet hatte und durch ehrenvolle Ver- wunbung invalide geworden war, ein Ritter des eisernen Kreuze» I. Klasse, in so schmäh­licher Weise, kaltblütig, wahrscheinlich auf speriellm Befehl des Höchstkommandireuden der Karlisten, gemordet würde, und daß man dann da» Andenken deS Verstorbenen noch zu beschimpfen suchte, indem man ver­breitete, er habe al« letzten Versuch, sein Leben zu retten, seine Religion gewechselt. Es bedurfte dieses Vorfälle» nicht, um in Deutschland da« Utthril über die Karlisten unb ihre Kriegführung festzusteüvn. Eine Bewegung, die sich auf den rohen Fanatis­mus stützt und ihren eigentlichen Verbünde ten nur in allen ultramontanen Verschwö­rungen und Komplotten sucht, konnte in Deutschland keine Sympathie finden. Nach solchem empörenden Vorfall ist die Frage berechtigt, ob und wie es möglich sein wird, für diesen Mord Gmugthnuug zu erhalten. Einer civilisitten Armee gegenüber, welche die Grundsätze des Völkerrechts als Richt- schnnr ihre« Verhaltens anerkennt, wäre es «erhiltuchmißig leicht, Satisfaktion zu er­reichen. Den Karlisten gegenüber, die in Atzugänglichem Gebirge und vom Meere ügeschnitten in ihrer Kriegführung an die 8ömze zwischen Armee und Bande gelangt

1. August an kann »icLberh. Leit." ?0 für die Monate August und September bei «He» Postanstalten bestettt werden.

gut vollständige Exemplare zu erbalteu, iit e» zweckmänig die Bestellung einige Lage wt »em Beginn des Abonnements zu machen.

Bestellungen in hiesiger Stadt werden eem Tage des Eingangs an efsectuirt und M an die Expedition der vberh. Leit, zu richten.

leinst Dein Nachfolger hier'werden möge, I ist leicht begreiflich, aber ich wäre ein schlechter Kaufmann geworden, weil ich zu dieser Laufbahn weder Talent noch Neigung besaß.

junger Mann den eigenen Herd gründen W, sehnt er sich nach Selbstständigkeit;

*$« Streben ist Niemanden übel zu neh- S Ich bin selbstständig, ober einen häus- **1 konnte ich bisher nicht finden.

Sie scherzm, ewidette der Banquier uuw v»»

Attnd, <8 bedarf dazu doch wohl nur Heimkehrenden werden mag, ich mußte Dich ernsten Willens Ihrerseits, an dem

*hnen* hapert es gewiß nicht.

. Äen daran! Ich war in meinen Jugend- H«n den Damen gegenüber zu schüchtern B 2? diese Schüchternheit Hai sich bitter an gerächt. Jetzt, wo ich alt werde, fehlen - b die Worte, um mir Herz und Hand pta Dame zu erobern.

» 3ch bitte Sie, sind Sie wirklich so muth- 1L- lachte Herr Eduard Schindler. Nach

treffenden Tage fand um 10 Uhr eine Mi­nistersitzung statt, ein aus Kissingen erwarte­ter Bries wurde vermißt. Er hatte um 8 Uhr nicht mitgegeben werden können, weil er erst um 9 Uhr einging; da die Post weder eine Verpflichtung noch die Befugniß hat, ihr etwawichtig erscheinende" Post­sachen durch Expreffe in das Ministerium nachzuschicken so blieb natürlich die in Rede stehende bi« zum nächstett Morgen liegen.

Run, so erwarte ich Sie jedenfalls zum Diner.

Ich werbe so frei fein, Ihrer gütigen Einladung Folge zu leisten.

Lange blickte Herr Eduard Schindler seinen Sohn an, der diesem Blick mit ehrlicher Offenheit begegnete.

Du hast uns damals verlaffen, ohne Ab­schied zu nehmen, sagte er, Du hast uns sehr großen Kummer bereitet.

denjenigen Grad von Papier-Ramponirung, der sich bei großen Formaten in dem riesigen Verkehr nicht immer ganz vermeiden äßt. Was die Verspätungen betrifft, so tnd an ihnen allein Schuld die Minsterial- »eamten Nur einmal am Tage, früh um ... ..... ______

8 Uhr, werden die für das Staatsministeriumjdie schwarzsehenden Gemüther unfern (Seift* eingelaufenen Briefe abgeholt. An dem be« ---- -

sind, wird es freilich nicht ganz leicht sein, Glückwunsch-Telegramme vor au«: Habel eine geeignete Handhabe zu finden. Jeden-'" ........ ~

falls zweifeln wir nicht, daß die ReichSre- gierung in Vertretung des mit Fug und

Recht empörten deutschen Nationalgefühls und im Interesse der gesammten europäischen Civilisation die Mittel sucht und auch finden wird, den karlistischen Banden begreiflich zu machen, daß diese Hinrichtung eines gefange­nen Deutschen nicht unbestraft bleibe. Wenn da« Gerücht von der Brüsseler internatio­nalen Konferenz zu jenen Banden bringt, so können sie auch daraus lernen, daß in cioilifirten Armeen Zeitungskorrespondenten und Reporter auf die Behandlung als Kriegs­gefangene Anspruch haben.

Kaiser Franz Joseph hat von Ischl aus sofort nach Empfang der authentischen Nachrichten über das Attentat an den deut­schen Reichskanzler einen telegraphischen Glückwunsch abgesendet, beffen Wortlaut nach betBreslauer Zeitung" folgender ist: Lieber Fürst! Ich danke Gott für» seine Gnade, mit der er Sie so sichtbarlich beschützt hat. Empfangen Sie meine Glückwünsche und die Versicherung meiner Freundschaft. Franz Joseph". Die DresdnerReichszei- tung" schreibt aus Dresden vom 21. Juli: »Wie wir auf eingezogene Erkundigung er­fahren, ist auch von Sr. Majestät dem König an dem Reichskanzler Fürsten Bis­marck am Tage nach Verübung de« Atten­tats ein Glückwunschtelegramm- von Pillnitz nach Äiffingen abgegangen". Wie der Anh. St. A." vernimmt, hat auch Se. Hoheit der Herzog von Anhalt sogleich nach Empfang der Nachricht von dem Kissinger Attentate an den Reichskanzler Fürsten von Bismarck telegraphirt und demselben seinen Glückwunsch zur Bewahrung in Lebens­gefahr ausgesprochen. Der Fürst hat darauf umgehend gedankt und hinzugefügt, daß sein Befinden befriedigend seüDie in München aufliegende Adresse an Fürst Bismarck zählte, wie die MünchenerR. N." mittheilen, am 20. Juli, dem vorletzten Tage der Einzeich- nnng, wett über 5000 Unterschriften.Namens der Stadt Darmstadt hat der Bürgermeister eine BeglückwünschungS-Adresse an den Für st en BiSmarck erlaffen. Ferner liegen uns

meiner Ansicht haben Sie etwa« in Ihrem Auftreten und Ihrem Wesen, welches die Damen bestechen muß; ich schließe das aus dem Eindruck, ben Sie auf meine Damen gemacht haben, Sir Delavalle. Wie gesagt, wenn Sie den ernsten Willm hegen, den häuslichen Herd zu gründen, so kann Ihnen i