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Louis trotzig. Unser Wohl schiebt er in den Vordergrund, aber wir eben müssen für ihn die Kastanien aus dem Feuer holen. Wo ist das Geld, welches wir in all' den
platz eine Auktion von in der Verloosun; gewonnenen Thieren statt. Ein Viergespant edler Pferde wurde zu 240 Thlr. da« Stück verkauft, auf einem aus dem Gestüt des Fürsten Pleß stammenden Einspänner-Rappen wurden bis zu 515 Thlr. geboten, das Pferd jedoch wieder zurückgenommen. Die besten Kühe wurden mit 200 Thlr. das Stück, die Schafe bis zu 22 Thlr. das Stück bezahlt. — Die Genehmigung der neuen Bremer Staatsanleihe von 18 Millionen Reichsmark, zu 41/2 pCt. und pari übernommen von der
Das Urtheil ist bereits vollstreckt, wandte der Herr sich zu dem Gefesielten. Man wird Dich in eine Kammer bringen, die, wie dieses Zimmer, kein Fenster nur eine dicht schließende Thür hat. Der Boden und die Wände sind gepolstert, diese Polster dämpfen den lautesten Schrei, daß kein Laut hinaus dringen kann. Du wirst einschlummern und nie wieder erwachen und kein Hahn wird nach Dir krähen. Vielleicht bringt über- morgen eine Zeitung die Notiz, daß wieder ein Mensch durch Kohlendunst erstickt sei, vielleicht geschieht'S auch nicht, der Tod eines Vagabunden erreget niemals Aufsehen. Hin-
unsere Pflicht ihn zu beseitigen. Sprecht, welche Strafe trifft den Verräther?
Der Tod! erwiderte Detlef.
Der Tod! wiederholte Klaus.
Rachau, Euren Spruch! befahl- der Herr.
Der Tod! flüsterfe der Wirth mit bebender Stimme.
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Nein, ein Sklave ist km- unserer Mit- Oeder, unterbrach der Herr ihn mit scharfer «tonung. Wenn wir so wollen, fo stud * alle Sklaven der Berhiltniffe, die uns Greben und es wird uu- nie gelingen, Ars Sclavenjoch abzuschütteln. Ihr. aber ™ es in höherem Grade, als ich es 6in,i deshalb, weil ich von Euch Gehorsam Arnge, sondern weil der Druck der Ar- M auf Euch ruht. Diesen Druck von M zu nehmen, ist der einzige Zweck unseres ^udes und »nm wir, um diesen Zweck * erreichen, Mittel wählen, welche daS Ärgerliche Gesetz verbietet, so stellen wir erstes Gesetz auf, daß Alle», was da N für uns Alle geschaffen ist und daß der Mtz des Einzelnen, Diebstahl an Allen ff- Wir nehmen denen, welche brfitzen und B»>en unS unter die, welche nichts haben. !Ta wir über nicht mächtig genug sind, unS F” bürgerlichen Gesetzen ganz zu entziehen,
Russiche den Wünschen Englands Rechnung zu tragen bereit sein werden. — Der ver- dimte Gründer deS rauhen Hauses in Ham bürg und wesentlichste Förderer der inneren Mission in Preußen und Norddeutschland Oberkonststorialrath Wichern hat leider wegen seines leidenden Gesundheitszustandes den Abschied aus dem Staatsdienst erbeten. Derselbe war auch Mitglied deS Ober- kirchenraths.
. —■ 21. Juli. Das Polizei-Präsidium hat heute den katholischen Gesellen- Verein, den VonifactuS-Verein mit sämmtlichen zu- gchörigen Vereinen und den PiuS-Verein, stmmtlich hier, unter Hinweis auf die Vet- «rdnung über den Mißbrauch des BereinS- «chteS und auf die dort für Zuwiderhand« •wgen angedrohten Strafen vorläufig geschloffen. Auch bei dem ehemaligen Feld- probst RamSczanowSki haben Haussuchungen haltgefunden.
Pose», 21. Juli. Heute früh um 1 Uhr Erfolgte das Urtheil deS Schwurgerichtshofes
LouiS trat rasch zurück, seine Wangen waren erdfahl geworden.
Auch das ist eine Lüge! rief er.
ES ist die Wahrheit, erwiederte der Herr ernst, ich habe noch nie eine Anklage erhoben, ehe ich mich nicht von ihrer Begründung überzeugt hatte.
ES ist eine Lüge, wie Alles, was aus
so müflen wir den Schwerpunkt unserer Kraft aus ein treues Zusammenwirken verlegen; nur so find wir im Stande, den Conflicten «lSzuweichen, welche unS in der Verfolgung unserer Zwecke bedrohen. Das ist das Princip unseres Bundes und ein treues Zusammenwirken wird nur dann er»
Monaten verdient haben? Seine Taschen haben es verschlungen, wir erhielten kaum so viel, daß wir nothdürftig leben konnten. Weßhalb nennt er unS seinen Namen nicht? Um sich vor der Entdeckung zu sichern, wenn einmal die Polizei diesen Bund auseinander sprengt! Wer hat ihm das Recht gegeben, sich an unsere Spitze zu stellen, von uns den Gehorsam eines Sklaven zu fordern? Arbeite Jeder für sich, so wird der Geschickte am meisten verdienen und er I hat nicht nöthig, den Ungeschickten mit zu ernähren. Wer ist dieser Mann? Sind wir nicht Feiglinge, daß wir seine despotische Herrschaft dulden, uns unter die Aufsicht einer Spione stellen laffen.
Schweigt, um Gotteswillen, warnte Rachau, wie die Sachen liegen, könnt Ihr nichts BeffereS thun, als um Vergebung bitten.
Straßburg, 20. Juli. Größere Veränderungen stehen an der Universität bevor durch den Weggang des Professors Schulze, der an die theologische Facultät nach Heidelberg berufen ist, und durch die Berufung des Professors Kraus, welcher hier mittelalterliche Archäologie und Kunstgeschichte lehrte, als Nachfolger Reinkens in der breslauer Professuo. Die letztere Berufung wird in Breslau vom Fürstbischof mit ungünstigen Augen angesehen, nach der bekannten Meinung, als ob jeder Katholik ein unzuverlässiges Gliev der Kirche sein müsse, der vom Staate angestellt wird. Für Schulze'S Verlust wird die hiesige Facultät getröstet durch die schon vorher eingeleitete Berufung Holtzmann's aus Heidelberg. Derselbe hat seine Stelle im Stelle im Vorstand des Protestanten-VereinS niedergelegt und wir glauben nicht zu irren, wenn wir dieses Verfahren in Verbindung bringen mit seinem Eintritt in den Reichsdienst. Denn gewiß ist es richtig, eine theologische und kirchliche Wirksamkeit im Reichslande so anzutreten, daß man frei ist von jeder direkten Fesselung an eine Partei. Der Ueberzeugung des Mannes geschieht dadurch kein Abbruch, wenn er durch solche Handlungsweise zu erkennen gibt, daß er unbefangen in den neuen Wirkungskreis eintreten will. Bekanntlich stnd die kirchlichen Verhältnisse des Landes nicht frei von Zerwürfnissen. Eine fest geschlossene lutherische Partei steht mit einem Fuß in, mit dem anderen schon außerhalb der Landeskirche, während diese selbst ihrer großen Majorität nach dem mächtigem Impulse folgt, dm ihr freidenkende Männer wie Bruch, Reuß und Baum gegeben haben. Aber die Kraft der Führer ist
So schlimm ist es nicht gewesen. Erwiderte Louis trotzig, was ist es wenn ich einmal Champagner ge- hinten habe? Bin ich denn ein Sklave, hch — r.a
gegen den Casfirer des BorfchußvereinS, Hugo Gerstel, und dm Promristen, Albert Feldmann. Ersterer wurde wegen Unterschlagung von VereinSgeldem im Betrage von 120,000 Thalern zu 4 Jahren Gefäng- niß und 4 Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, letzterer wegen Theilnahme zu zweijähriger Gefängnißstrafe verurtheilt.
Wiesbaden, 20. Juli. Wie der „Rh. Kur." hört, hat die Regierung zu Wiesbaden den Ausweisungsbefehl gegen Pfarrer Houben von Balduinstein, da nunmehr rechtskräftige Urtheile vorliegen, zurückgenommen, ihm aber angedroht, daß, wenn er nach seiner Entlassung aus dem Gefängniß auch nur eine Amtshandlung vornehme, durch die er den Willen bekunde, das ihm ungesetzlich übertragene Pfarramt weiter zu führen, er sofort unter Eskorte über die Grenze deS Regierungsbezirkes Wiesbaden werde gebracht werden. — Für den Protestantentag, welcher in Wiesbaden in der letzten September Woche stattfindet, sind alS Haupt-BerathungS Gegenstände nunmehr folgende Themata definitiv aufgestellt: 1. Abnahme des theologischen Studiums; 2. die religiös sittliche Seite der sozialen Frage.
Bremen, 18. Juli. Die Einführung des shad, de« amerikanischen Süßwafser- herings, eines in seinen Gewohnheiten dem Lachs ähnlichen WanderfischeS, der in den Vereinigten Staaten ein beliebtes und billiges BolkSnahrungsmittel bildet, soll demnächst durch Lloyddampfer versucht werben. Der Vorschlag wurde vor einigen Jahren von zwei hiesigen Mitgliedern deS deutschen Fischereivereins, den Herren Dr. Lindemann und Dr. Finsch, gemacht, welche im Auftrag deS König!. Preuß. Landwirthschafts - Ministeriums auf einer Reise durch die Bereinigten Staaten bet amerikanischen Fischerei «nb Fischzucht besondere Aufmerksamkeit widmeten und darüber einen Bericht an den Minister erstatteten. Einer der letzten
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie bte Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M; Jnvalidendank, A. Rete- meper in Berlin; Carl Schüß- ler m Hannover; C. Schlstte in Bremen.
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Der Kampf tu» eine Millian.
Roman von Ewald August König.
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möglicht, wenn jedes Mitglied treu, gehor- • sam und nüchtern ist. Du hast alle diese
Pflichten verletzt, Louis, Du hast Dich dem Müßiggang und der Schlemmerei ergeben, hast meine Befehle mißachtet und mehr als das, unsere Geheimnisse gefährdet. Oder kannst Du leugnen, daß Du in einem anonymen Briefe dem Polizeihrrrn dm Verrath angeboten hast unter der Bedingung, daß Dir Straflosigkeit zugcstchert und eine hohe Prämie Dir ausgesetzt werde?
Hat er das gtthtm, st> mutz <t sterbdn! sagte Detlef mit dumpfer Stimme.
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,*»/ Berlin 21. Juli. Daß der Staat »«»-glich die systematische Vorbereitung tier Rebellion durch die Organe des Ultramon- ismsmus gewähren laffen kamt, und daß die Schaudthat in Kissingen ein strenges Eiuschreiten gegen die raffinirten Selksverführer zur Folge haben mußte, das hahen sowohl die ehrlicheren klerikalen Blätter, ,ie auch «Sländische Zeitungen sofort als Mhwendige Folge verkündet; die nachfol- gttoe Bestätigung solcher Annahme durch ReperungSorgam hat daher nicht überraschen [innen; eS ist damit nur der entschiedenen Forderung aller ReichSfreunde nach Garantie gegen weitere ultramontane Wühlereien Senüge geschehen. Zunächst dürste übrigens »urch strengere Handhabung der Gesetze über die Presse und das Vereinswesen der ®er= spch gemacht werden, ob dieselben zur Er» reichung deS Zwecks auSreichen; sollte die Ueberzeugung von der Unzulänglichkeit der gesetzlichen Zwangsmittel sich aufirängen, dann erst würben auf legislatorischem Wege wirks«nere Präventivmittel geschaffen »erben müssen. — Die Bedenken welche die Depesche deS Grafen Derby über das Zustandekommen und das befriedigende Ergebnis des CongreffeS inBrüffel entstanden waren, find durch die entgegenkommende Beantwortung Seitens des Fürsten Ewtlschakoff beseitigt worden; man . darf sich der . Ermattung hingeben, daß andere Regierungen nicht minder als die
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn, und Feiertagen. Preis für das Quattal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 224 Lar bur* hi» (Rn»««»..
d-utsch-n Reiches 25 6gr. (epi. Bestellgebühr).-Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgt. - Für in derExpediüon zu erthLe * ^ost-unter des
Z——i Auskunft und Annahme von Adressen werden Sgr. berechnet. ‘
1 Oho! schrie Louis mit der Kraft der 1 Verzweiflung. Ich will sehen, wer es wagt, 1 dieses Urtheil zu vollstrecken.
Detlef, thue, was deine« AmteS ist, sagte der Herr kalt; und ehe der Verurtheilte sich besten versah, fühlte er sich von zwei kräftigen Armen umschlungen, währenb ihm Hänbe unb Füße gebunden wurden.
Dampfer sollte eine Sendung lebender shad bringen; bei der großen Hitze, welche bei der Abfahtt des Steamer« in New-Aork herrschte, war der Transport der Fische bis zum Hafen nicht gelungen und so brachte der Dampfer nur eine Anzahl shad in EiS, die in Berlin probirt und trefflich gefunden wurden. Der Versuch wird nun in der günstigen Jahreszeit, Frühjahr gemacht werden, und das Ministettum hat für die bezüglichen Einrichtungen das Erforderliche bewilligt. — Gestern fand auf dem Ausstellungs
beschickt, die durch rothe Bänder in den Knopflöchern gekennzeichnet waren.
Stuttgart, 20. Juli. Der altkatho- lische Pfarrer Dilger au« Pforzheim hielt gestern Abeyd hier vor einer zahlreichen Versammlung einen Vortrag, in welchem er sich zugleich bereit erklärte, die hiesige altkatholische Gemeinde von Pforzheim aus zu pastoriren. Zur Beitritts Erklärung auSgelegte Litten erhielten zahlreiche Unterschriften.
Bremer und der Norddeutschen Bank, wirb in der nächsten Sitzung der Bürgerschaft erwartet. Bedenklich findet man, daß die sämmtlichen Obligationen gleich bei der ersten Ratenzahlung von 2 Millionen Mark ausgehändigt werden sollen. Bei den sonst sehr günstigen Bedingungen liegt aber gerade darin ein Vortheil der Darleher, daß sie sofort die sämmtlichen Schuldscheine vex- werthen können. (P. T.)
Sobmtg, 20. Juni. Die gestrige, bei Gelegenheit des social-demokratischen CongreffeS hier stattgefundene Volksversammlung, bei welcher der bekannte Agitator Dahlteich aus Chemnitz den Vorsitz führte, faßte nach Vzttrag des Referenten W. Liebknecht und des CorefereUten Motteler über den ersten Punkt der Tagesordnung: „die politische Stellung bet social - demokratischen Arbeiter- Partei", folgenbe Resolution: „Die social- demokratische Arbeiter-Partei verharrt gegenüber den jetzigen politischen Gestaltungen Deutschlands in ihrer durch die Partei- Principien gebotenen Stellung und betheiligt Ich an den Reichstagswahlen, unb burch ihre Vertreter an den Reichstagsverhani» lungen wesentlich nur zu agitatorischen Zwecken." Neber den zweiten Punkt bet Tagesorbnung: „bte industrielle und ländliche Arbeiterbewegung", sprachen Th. York aus Hamburg als Referent unb Grillen« berget aus Nürnberg als Correferent, unb :8 würbe bie von Letzterem formulirte Re- olution dahin angenommen: „Die Volksversammlung erkennt bie Solibarität bet
JTtarÖUtg, Donnerstag, den 23. Juli.
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Die Bite käme zu spät, sagte bet Herr mit eisiger Ruhe, ich ließ ihn reden, um Euch zu zeigen, baß ich baS Geschwätz eines TollhäuSletS nicht fürchte. Die Schwelae- bem Munde dieses Mannes komutt! rief re: hat seinen Verstand umnebelt es ist
industriellen und ländlichen Arbeiter an und betrachtet eS als eine Hauptaufgabe der sogenannten Arbeiterpartei, durch plan T....... ....... ,vlU|l vcl ,vut)lcl
nt56iae Agitation bte socialistischen Grund- durch Alter unb Krankheit geschwächt und atze, unter ber Landbevölkerung zu 6er- so fährt das Schiff wohl noch im Strome breiten unb balbtgst eine social-demokratische weiter, ober cs bedarf rü&riaer Tbätiakeit Organisation der ländlichen Proletarier ins um ihm einen Anstoß zu ersparen. 8 ^e ne" Ja lutnV Der Congteß wat von zarter unsere Lage ist, desto vorsichtiger will
40 - 50 Delegirten au«» ganz Deutschland natürliche Frage angefaßt werden
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