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Markurg, Freitag, den 17. Juli

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Agent oder Emmissär einer der bitteren ui

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aufrichtigst, daß der Vorfall sich ereignet

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ha», glaubt aber, daß Gutes aus dem Ueblen olgen werde, da das bayerische Volk in Folge des für den Fürsten BiSmank erregten En­thusiasmus nationaler werden wird, und die

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er ein eifriger Katholik war, so bekreuzte er sich sehr andächtig bei der Erklärung, daß er dieser Behauptung durchaus nicht entgegentreten wolle, obgleich er voraus­schicken muffe, daß er dem unheimlichen Gesellen in seinem Hause noch nicht be­gegnet sei.

Auch warnte er sehr ernstlich vor dem Wagniß, diesen Mann anzureden, da dies nur Unglück bringen könne, und als den­noch bald darauf ein berauschter Vagabund dieses Wagniß unternahm und er bei dieser Gelegenheit einen Schlag auf den Hirn­schädel erhielt, der ihn besinnungslos nie­derstreckte, sah der Wirth sich veranlaßt, seine Warnung zu wiederholen.

Etwas Wahres mußte an der Behauptung jenes Weibes sein, denn der Vagabund hatte

Es war ein altes, aber solid gebautes Hauö, in welchem unzählige Gänge und Treppen, Ecken und Winkel sich befanden. An bridm Seiten führte eine Thür hinein, Äer eine dieser beiden Thüren blieb stets

Familien vermiethet gewesen.

Aber eines Tages hatte Philipp Rachau stmmtlichen Einwohnern gekündigt und die

jo durste er auch auf einen Strohsack und eine wollene Decke Anspruch machen.

Dazu mußten diese Gäste doch auch etwas verzehren unv von denen, die ihr Nachtlager hier aufschlugen, verließen nur Wenige die Schenke, ohne den letzten Schilling in der Tasche de« Wirths zurückzulaffen.

Also war Philipp Rachau in der That ein Pfiffikus, als er diese Einrichtung traf, die ihn zugleich von einer Einwohnerschaft befreite , welche in der Regel so lange den MiethzinS schuldig geblieben war, biS er kui^en Prozeß gemacht und die Schuldner unter Zurückbehaltung ihrer armseligen Habe vor die Thür gesetzt hatte.

Man wollte behaupten, daß oft in später Nacht ein hoher, in einen dunkeln Mantel gehüllter Mann durch jme Thür, welche am Tage stets verschlossen blieb, in das Haus trete, und ein alte« Weib behauptete sogar, dieser Mann mit dem langen schwär zen Barte, der den Hut so tief ins Gesicht gedrückt trage, daß man ihm nicht inS Auge sehen könne, sei der leibhaftige Gottseibeiuns,

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Schenkwirthschast auS dem Keller in da« Erdgeschoß verlegt.

Dann waren Maurer und Zimmerleute gekommen, um verschiedene Veränderungen vorzunehmen und jetzt stand das HauS, mit Ausnahme derjenigen Räume, welch« der Wirth bewohnte, leer.

Darüber hatten Anfangs di« Nachbarn billigerweise sich sehr gewundert, zumal sie wußten, daß der Wirth ein habsüchtiger Geizhalz war; aber als sie vernahmen, daß Philchp Rachau die leeren Räume als Schlafstuben benutzte, nannten sie ihn einen Pfiffikus.

Und mit vollem Recht.

Der Obdachlosm, die am Abend nicht wußten, wo sie übernachten sollten, gab es in der großen Stadt genug und es waren Biele unter ihnen, die besondere Ursache hatten, die städtischen WohlthätigkeitSanstalten zu meiden, da sie hier mti den Beamten der SicherheitSbehörde in allzu nahe Berührung tarnen.

Philipp Rachau gab für einige Schillinge jedem Vagabund gern die Erlaubniß, einen Stuhl für die Nacht in seinem Hause zu benutzen und wenn er mehr zahlen konnte,

Anstrengungen gegen das große Werk der Einigung an Bedeutung verlieren werden. Ein Vorfall gleich diesem", schreibtTele­graph"kann nur dazu dienen, eine ohnehin schon große Popularität zu vergrößern und sollte sich Herausstellen, daß der Mörder der Agent einer Partei war, so wird diese den Unwillen der Nation zu empfinden haben. DerSt. Z." geht aus Paris die Mittheilung zu, daß dort in gewissen Kreisen bereit« einige Tage vor dem Kisfinger Attentate Gerüchte von ernsten Ereigniffen in Deutschland im Umlaufe waren. Einige Urtheile der französischen Presse folgen unten in dem ArtikelParis."

Hannover, 16. Juli. Prinzessin Albrecht ist von einem Prinzen entbunden worden.

Dortmnnd, 14. Juli. Bei der hier am 11. d. M. abgehaltenen General-Versamm­lung desNiederrheinischen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege" kam auch nach Schluß der offieiellen Verhandlung die vom 9. bis 12. September in Danzig stattfin­dende Versammlung desDeutschen Vereins für öffentliche Gesundheitspflege" zur Sprache. Der Ausschuß deS letztgenannten Vereins, der aus den Herren Oberbürgermeister Hobrecht (Berlin), Oberbürgermeister Ehr­hardt (München), Dr. med. Lent (Köln), Geh SanitätS Rath Dr. Varrentrapp (Frank­furt) a. M.), Geh. Oberbaurath Wiebe (Berlin) und Oberbürgermeister v. Winter (Danzig) besteht, hat diesmal von der Be­handlung theoretischer Fragen abgesehen und nur die Besprechung praktischer Fragen auf die Tagesordnung gesetzt, wchhalb sich die Mittheilung dieser Tagesordnung besonders empfehlen dürfte. Sie lautet: 1) Anforde­rungen der öffentlichen GesundhettS-Pflege an die Bau-Polizei in Bezug auf neue Stadt- theile, Straßen und Häuser. Referenten: Dr. Straßmann (Berlin) und Stadl-Bau meister Haselberg (Stralsund) 2) Einfluß der verschiedenen Wohnungen auf die Ge­sundheit ihrer Bewohner (so weit er sich statistisch nachweisen läßt). Referent: Dr. Schwabe (Berlin). 3) Welche Gründe spre­chen für, welche gegen die Bereinigung ver­schiedener Arten von Krankheiten in einem Hospital? Referenten: Geh. Regierungs-Rath v. Esse (Berlin) und Dr. Sander (Barmen). 4) Wie hat sich das Gesetz vom 18. März 1868 über die Einrichtung öffentlicher Schlachthäuser bewährt? Referenten: Ober­bürgermeister Gobbin (Görlitz) und Ober­bürgermeister Jäger (Elberfeld). 5) lieber

einem Worte: Wir glauben nicht an ein ernstes Attentat, sondern nur en eine Ko­mödie, mit der man dembestgehaßten Manne Europas" wieder auf die Beine

Die Schenke Philipp Rachau's war ein Eckhaus, sie lag in einem Labyrinth von Gaffen und Gäßchen, in dem ein Fremder dergeblich den Ariadne-Faden suchte, der ihn vieder hinausführte.

Deutsches «eich.

Berit», 16. Juli. Das Attentat auf Fürst BlSmarck beschäftigt je nach den Par- lhristellungen die Presse. Daß die übergroße Mehrzahl der deutschen Presse ihre Verach­tung gegen den Thäter und diejenigen, die ihn etwa zu dieser That angeseindet haben mögen ausspricht, ist ein erfreuliches Zeichen der Zett, daß es aber auch im deutschen «eiche eine Zeitung gibt, die hierüber da« nachfolgende zu schrttben sich nicht schämt, jod hiermit constatirt werden. Das in Mün­ch«, erscheinende -Baierische Vaterland" schreibt nämlich:AuS Äiffingen meldete gestern das große Reptil (damit sind wohl die patriotischenNeuesten Nachrichten" ge­meint) in der Fürftenfeldergasie:Eine blutige Schmach wurde heute Bayern durch einen Fanatiker zugefügt. Fürst Bismarck wurve heut« im Freien bei der Fahrt zur Saline durch einen Schuß an der rechten Hand verwundet. Der Attentäter ein Bau ernjunge, wurde sofort verhaftet und wäre beinahe gelyncht worden, versichert das grau» same Reptil. Furchtbare Aufregung. Der Attentäter soll gestanden haben, aus Mägde bürg zu sein. Die Verletzung be8 Fürsten am Vorderarm ist unbedeutend."Das Wichtigste und Tröstlichste für uns ist, daß die Verletzung am Vorderarm unbedeutend ist. Zur Auffrischung der ziemlich abgestan­denen durchlauchtigenPopularität" thut's eineunbedeutende Verletzung", etwa durch den Papierpfropfep einer blindgeladenen Schlüflelbüchse auch, zumal da kein edler Theil, sondern bloS der Vorderarm getroffen wurde. Einer, der'« wirklich ernst gemeint hätte, würde die Sache jedenfalls anders angefangen haben, dächten wir. Um nächstens fiterfanatißrte" Bauern, über Vereine jeder 8rt, über einefanatisirende" Presse, dievon Kaiser und Reich", zumal von BiSmarck stets nurin gereiztem Tone" spricht, herzufallen, chat ein ungefährlicher blinder Schuß auf den Mann von Varzin vollkommen das Seine und brauchte gar nicht scharf geschossen zu werden, nota bene vorbeil Derfanatische Bauernjunge" hat seine Schuldigkeit gethan und kann durch den Gerichtssaal mit einem schönen Stück Geld au« dem Reptilienfond in aller

Helsen wollte." Der Schluß deS Artikels strützt so von Infamien, daß eS unS wider strebt, denselben so wichtig er auch für die Kenntniß der äußersten Linken der ultramontanen Parthei ist, wiederzugeben. Wir schließen hieran die Auslassungen einiger englischer Blätter. Der Inhalt der Artikel laßt sich kurz zusammensummiren: Entrüstung über da« schwarze Unternehmen, Freude über die Rettung deS Fürsten.Wir gratuliren" schreibt dieDaily News"einem der größten Staatsmänner dieser Generation auf da« Herzlichste zu seinem glücklichen Entkommen aus so drohender Gefahr." Selbstverständlich wird nicht verfehlt, auch auf die etwaigen Motive, welche die That veranlaßt haben könnten, zu reflektiren.Es ist natürlich", schreibtTimes",daß der Verdacht des Publikums sich gegen die Kirche wendet, gegen welche der Kanzler einen so langen und bittern Krieg geführt hat." Doch räch das Blatt, die ersten Vermuthungen der Polizei mit Vorsicht aufzunehmen, da, selbst wenn sich Herausstellen sollte, daß der Mörder ein katholischer Fanatiker war, da­raus noch nicht folgt, daß er Mitschuldige hat, ober daß er priesterlichem Rathe ge­folgt ist. Jedenfalls aber sei der Vorfall für die Ultramontanen höchst unheilvoll. Die That hätte der katholischen Kirche nur nützen können, wenn sie ihren Gegner hätte erschrecken können. Aber es liege auch nicht der geringste Grund vor zur Annahme, daß die bedrohten- Staatsmänner für Einschüch­terungen empfänglich sind. Im Weitern wird auSgeführt, daß eine doppelte Energie in der Ausführung de« Gesetzes dürfe er­wartet werden, während die Opposition ge­lähmt fein wird.Das Resultat muß schmerzlich sein für die katholische Organi­sation, wie sie in Deutschland existirt. Was Preußen selbst anbetrifft, so hat die Regie­rung kein Hinderniß mehr, alle Pläne, an die sie etwa denkt, auszuführen. Sie hat bereits sehr drückende Gesetze erlaffen, und, was sie auch mehr verlangt, wird ihr von der Legislatur zugestanden werden, nicht nur aus Gehorsam wie im vorigen Jahre, sondern willig und mit Eifer."Hour", die nicht annehmen will, daß der Verbrecher ein

verschlossen.

Es war auch kein triftiger Grund vor- falben, sie zu benutzen, denn sie führte in tine kleine, enge Gaffe, in der nur wenige baufällige Hütten sich befanden.

In früheren Jahren, ja noch vor wenigen

-keil Monaten, hatte der Keller unter diesem Hause zur Schenkstube gedient und die oberen Räume waren zum größten Theile

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Erscheint täg>ich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen- PrerS für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche vuchdruckerei) bezogen 224 Sgr., durch die Dostämter des deutschen Reiches 25 @gr. (excl. Bestellgebühr). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende

Auskunft und Annahme von Adreffen werden 2j Sgr. berechnet.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expeditton d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfutt a. M-; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

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Anzeigen nimmt entgegen:

Expedition d. Blatte«, je die Annoncen-Bureaux r-e Th. Dietrich & Co. in B* el und Hannover; Th. At rich in Frankfurt a. M.; n seustein & Bögler in . flfutt a.M ,BerlinLeip.

66ln :c.; Rudolf Moff« i Berlin, Frankfutt a. M. rc.

Stille nach Amerika gehen. Das ist ja schon tramontanen Feinde Bismarcks ist, bedauert öfter dagewosmti.in, der Weltgeschichte! Mit i ' '" ' ~ ' " ' ~ '

Quellwaffer- und Flußwasser Leitung. Rese- ferenten: Ingenieur Schmick (Frankfurt a. M.) und Prof. Reichard (Jena). 6.) lieber Frauen-Arbeit in den Fabriken. Referent: Dr. L. Hirt (Breslau). Ständiger Secretär des Vereins ist Dr. med. Spieß (Frankfurt a.M.).

DreSbe», 13. Juli. DasDr. I." schreibt: Von mehreren Zeitungen ist in jüngster Zeit die Nachricht verbreitet worben, daß das künftige Reichsgericht nicht nach Seidig, sondern nach Berlin kommen werde. DieDresdener Nachrichten" vom 13. d. nehmen daraus Anlaß, zu beklagen, daß die sächsische Regierung noch keine Meldung darüber, ob diese Mittheilungen begründet seien, in« Publikum habe bringen lassen, unb meinen, baß einkühles" Stillschweigen in dieser das Landesinteresse berührenden Angelegenheit nicht am Platze fei. Wir können nur auf die wohl allgemein bekannte Thatsache verweisen, daß die Frage nach dem Orte, welcher als Sitz des künftigen Reichs­gerichts in Vorschlag zu bringen sei, im BundeSrath zur Zeit noch nicht zur Ver­handlung gekommen ist. Wenn nichtamtliche Meinungsäußerungen über diese, die ver­schied enartigsten Verhältnifle berührende, von entgegengesetzten Wünschen und Hoffnungen getragene wichtige Frage keiner amtlichen Besprechung unterzogen werden, so wird man daraus nicht folgern wollen, daß die Regierung dm beteiligten Landesmtetessen kühl gegenüber stehe.

EeipziH, 13. Juli. Am gestrigen Sonn- tag-Abenv ist, sv schreibt man demDr. I." von hier, unsere Nachbarstadt Zwenckau der Schauplatz eines furchtbaren Excesses gewesen, bei dem leider eine größere Anzahl Leipziger Musmsöhne hervorragend beteiligt gewesen sind. DieL. Nachr." berichten hierüber Folgmdes: Wie man uns mittheilt, ist die Ursache des TumulleS, der fast da« ganze Städtchen in Aufregung gebracht hat, ziemlich geringfügiger Natur gewesen. Die Studenten, etwa 15 an der Zahl, sind nach vorhergegangenen kleineren Reibereien mit Mitgliedern des Zwenckauer Militärvereins, der am selben Tage ein Fest gefeiert, in der Nähe deS GasthausesZum Kronprinz" an einander geraden, und ist dann der Streit, in welchem auch zahlreiche andere Einwohner von Zwenckau Partei gegen die ' Studenten ergriffen, bald zu schweren Thät- lichkeiten auSgeartet. Bon allen Seiten ist auf die Studenten, die sich ihrerseits ver­zweifelt zur Wehre gesetzt, losgeschlagen worden, und hat sich dieser wilde Straßen- eines Bauers, wieder Andere ihn im Ma­trosenanzug gesehen haben.

Philipp Rachau lachte, baß die Thränen an seinm wohlgenährten Wangen hinunter­liefen, als er biese Gerüchte vernahm. Aber er gab doch bem alten Weibe Recht unb da

der zur Nachtzeit seine Gesellen, die Baga- den Vermummten mit dem schwarzen Barte bundm in der Schenke besuche, um den vor der verschloffmm Thür angeredet und Pact mit ihnen zu erneuern. als et au« feiner Betäubung erwachte, fand

Der Kampf «b eine Milli«».

Roman von Ewald August ttöuig. .tt.^ (Fortsetzung.) .

m' o" 6. Kapitel. r * i Der Herr.w" ;n

al« et au« feiner Betäubung erwachte, fand Andere wollten dtefm Mann in- der Tracht er sich in einer anderen Gaffe wieder.