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JUarßlltg, Freitag, den 17. Juli.

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Mit ihm aussöhnte.

Unter diesen Gedanken erreichte er da» Haus, in welchem die Versammlungen der Sekte stattsanden.

Es war ein einstöckiges, schmucklos ge­bautes Haus, welches in einem sorgsam ge­pflegten Garten lag, man konnte eS für biei Wohnung eines Gärtners halten.

Die Thür war geschlossen, aber das matte Licht, welches durch die Fenstervorhänge fiel, bewies, daß diese Erbauungsstunde noch nicht brrudet «ar.

deutschen Volke von Neuem bethätigt und un« damit eine neue Bürgschaft und Zuver ficht für die erfolgreiche Durchführung der hchen Aufgaben dieser Zeit gewährt hat.

Schort einmal hat Gott in ähnlicher Ge­fahr das Leben Bismarcks wunderbar be­hütet, und die damalige Rettung fiel fast

Anzeigen nimmt entgegen: die Expeditton d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete» meper in Berlin; Carl Schüß- ler m Hannover; C. Schlotte in Bremen.

zusammen mit dem Eintritt der ersten glor­reichen Erfüllung der gewaltigen Politik, zu deren Rüstzeug der deutsche Staatsmann ausersehen war, und zugleich mit der Wen düng des Volksgeistes zur freudigen Aner­kennung seines mächtigen Schaffens. Seitdem find von dem Kanzler neue nicht minder bedeutsame Ausgaben für Staat und Volk ausgenommen worden, und in den geistigen Kämpfen, welche entbrannt sind, steht wiederum Fürst Bismarck mit seiner unvergleichlichen geistigen Macht und Thaikraft als Führer voran. Wmn eben deshalb neue Gefahr sein Leben bedrohte, so möge die erneute Rettung durch GotteS Hand wiederum als

Der Mordversuch Segen Kürst BiSmarck.

DieProv.-Corresp." schreibt hierüber: Eine Botschaft de» Schreckens und doch zu gleich der Freude hat von Kissingen aus Deutschland, Europa und zur Zeit bereits die civilisitte Welt durchflogen: daS Leben Bismarcks war von einem ultramontanen Meuchelmörder bedroht, aber Gott der Herr hat mit seiner schützenden Hand den Frevel vereitelt. ......

Wohl mutz eS überall Schrecken und Ab scheu Hervorrufen, datz auch in dieser Zeit in unserem Volke die Macht deS Wahns und der Glaubensverirrung noch stark genug ist, um unter dem Deckmantel der christlichen Religion und (allem Anscheine nach) unter dem Einflüsse von Priestern einer christlichen Konfession die schwersten Verbrechen zu er- zeogen, wohl muß daS deutsche Volk es tief betrauern, daß sich unter seinen Söhnen solche finden, deren Geist und Hand sich zu solchem Frevel mißbrauchen läßt, wohl müssen alle Patrioten mit schwerer Sorge auf die Feindschaft und den Haß blicken, womit ein irregeleiteter Theil der Bevölke­rung den großen Staatsmann an der Spitze des Deutschen Reiches verfolgt; aber alle diese Empfindungen werden zunächst über­wogen durch den Dank gegen Gottes Gnade, die fich an dem Fürsten und an dem

Ein Mann trat aus einer Strauchgruppe an Wilkens heran mit der Frage, was er hier suche; kaum aber hatte er den salbungs­vollen Gruß des kleinen Herrn vernommen, als er in bedeutend höflicherem Tone die Frage an ihn richtete, ob er hinein zu treten wünsche.

Wilkens verneinte dies, nachdem er ver­nommen hatte, daß die Gemeinde binnen wenigen Minuten auseinander gehen werde; er wartete geduldig, bis die Thür geöffnet wurde und näherte fich dann der Dame, die er suchte.

Madame Schindler war überrascht, als sie so plötzlich von einem ihr fremden Herrn angeredet wurde, ste eilte rasch durch den Gatten und winkte an der Pforte einem Lakai, der sie hier erwartete.

Gleich darauf fuhr ein Wagen vor, der Lakai öffnete die Thür.

Madame, ich wollte nur im Namen eines armen Menschen, der Sie seine Wohlthäterin nennt, eine Bitte an Sie richten, sagte Wilkens, einen sehr höflichen und demüthigen Ton anschlagend. e

Die Dame blickte ihn durch ihren Schleier eine Weile forschend an, fie schien in seinem Gesicht nichts zu ftnben, was ihr Miß­trauen einflößen konnte.

Wer ist dieser Mensch? fragte sie.

Hugo Hauenstein.

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Anzeichen gelten, daß auch der jetzige Kampf bald zu einer günstigen Wendung gelangen werde.

Fürst Biömarck wird in den Kundgebungen der innigen TheilnahmeIuud Verehrung, die ihm auch auf diesen Anlaß von allen Seiten, von den Thronen ebenso wie aus den Hütten deS Volkes zugehen, einen Ersatz für die schmerzliche Erfahrung, die ihm diese That von deutscher Hand bereiten mußte, und neue Ermuthigung zur kräftigen Fortführung seine» mit voller patriotischer Hingebung er­faßten Werkes 'finden. Die wunderbare geistige und sittliche Spannkraft, die ihn so oft in Augenblicken tieferer Erregung die Schwächen seiner im Dienste des Vaterlandes erschütterten Gesundheit überwinden ließ, wird hoffentlich auch die Störungen, welche seine so dringend wünschenswetthe Badekur erfahren hat, wieder ausgleichen und ihn trotz des schweren Zwischenfalls die gesuchte Stärkung in Kissingen finden laffen.

Für die Regierung aber wird der Mord­versuch von Kissingen mit Rücksicht auf die Umstände, die ihn charakterisiren, ein drin­gender Anlaß sein, den Quellen, aus welchen der Fanatismus ungebildeter katholischer Volkskreise immer neue Nahrung schöpft und schließlich bis zum Verbrechen deS Meuchel­mordes getrieben wird, näher zu treten, um die Mittel und Wege in Betracht zu ziehen, ihrer unheilvollen Wittsarnkeit zum Wohl des Vaterlandes Einhalt zu thun.

Deutsches «eich.

Berlin, 15. Juli. Der Sturm von Entrüstung, welcher sich nach der Mel­dung von dem Mordversuch in Kissingen erhoben hat, kann durch die AuSlaffung der Germania über die Frevelthat und die von der öffentlichen Vertreterin des Ultramonta- nismus zur Sache eingenommene Stellung nicht im Geringsten gemildert werden; mit Abscheu uno Ekel wird sich die öffentliche Meinung jetzt mehr als je von einer Sache abwenden, deren Ziele und Mittel von jeher unter Entzündung der scheußlichsten Leiden­schaften der urtheilslosen Menge ihre Rich tung gegen die Humanität und gesetzliche Ordnung enthüllten; die Germania oder andere Wortführer des UltramontanismuS »erben auch mit bem reichlichsten Aufwand von glatten sophistischen Redewendungen

vinzial Schulkollegien aufgegeben worden. Die heutige Prov.-Corr, widerlegt eingehend die tendenziösen Deutungen der Kreisordnung, welche zur Aufwiegelung der ländlichen Be­völkerung in Ostpreußen und Untergrabung deS Vertrauens zu dienen bestimmt waren.

ES ist ein ohne Zweifel durchaus behagliches Gefühl für die Journalisten, schreibt dasÄerl. Tagebl.", in ununter­brochener Reihe neue Marksteine für den wahren und reeCen Fortschritt der Zeit ver­zeichnen zu können, für Forffchritte, die nicht allein uns, der lebenden Generation zu Gute kommen, sondern auch Saaten aus- streuen für die Nachkommenden. Dies tritt besonders lebendig zu Tage auf bem Gebiete des Schulwesens. Daß in neuerer Zeit sich das allgemeine Jntereffe vorwiegend den unteren Organisationsstufen zugewendet hat, ist der Ausdruck deS logischen Gedankens, baß bas Hans von unten gebaut wird. Wenn für die Volksschule zunächst die Ziele eine etwas veränderte Richtung und eine Erweiterung erfuhren, so war eS nöthig, auch die Bedingungen herzustellen, unter denen sich mit gleichmäßiger Wirksamkeit dafür arbeiten ließ; auf der einen Seite die Herstellung tüchtiger Lehrkräfte, aus der anderen Seite die Entfernung derjenigen aus dem, Aussichtsamte, welche sich gleichgültig »erhielten ober der Erreichung bet Ziele geradezu widerstrebten. Daß man täglich mit voller Energie daran geht, die katho­lischen Geistlichen von der Schulinspeetion zu entlasten, nachdem der^Papft das vom Mainzer Katholikenverein ausgestellte Dogma von der Unvetträglichkeit der modernen Bil­dung mit der katholischen Kirche gebilligt hat, kann nut mit uneingeschränkter Zu­stimmung begrüßt werden, und wir erlauben uns nur die kleine Bemerkung einzuschalten, daß auch die evangelischen Geistlichen von diesem Standpunkte durchschnittlich nicht zu weit abstehen werden. Durch wie viele zu­fällige Umstände die Aufgabe bet Volks­schule gefährdet wird, wie unzureichend sich ihre Resultate vielfach den Anforderungen des praktischen Lebens gegenüber heutzutage erweisen, ist bekannt genug; aus dieser Er- kenntniß ist der Begriff bet Fottbildungs- schule entstauben, welcher bie Weiterentwicke­lung der auf bet ersten Stufe gewonnenen Resultate obliegt. Daß hierbtt noch ein fühlte auch, daß zu viel auf dem Spiele ftanb, als daß er jetzt die Maske fallen laffen durfte.

Sie wollten überHauenstttn mit mitteben, fuhr bie Dame nach einer Pause fort Man hat mir gesagt, er betreibe baö Gewerbe eine« Pfandleihers.

Dann mären wir beide getäuscht, erwidette der kleine Herr bestürzt.

Und bie Dame, welche ihn mir em­pfohlen hat.

Madame, ich wage jetzt nicht mehr, Ihnen meine Bitt vorzutragen.

Bitte reden Sie nur. Aber ich weiß noch nicht, mit wem ich bie Ehre habe

William Wilkens, Chef bet Firma Wilken» u. Collin in Calcutta.

Sie finb Mitglied unserer Gemeinde?

Ich wünsche es zu »erben.

Wieder ttaf ihn ein forschender Blick aus den dunkeln Augen.

Man hegt leinen Wunsch, bem nicht ein Zweck zu Grunde läge, sagte sie; würden Ste mir den Zweck Ihres Wunsches nennen ?

Gewiß, ich finde keinen Grund, ihn zu verschweigen. Unsere kirchlichen Gemeinden in Calkutta entbehren eines festen Bandes, die Befferen sehnen sich darnach, zu einer Gemeinde sich zu vereinigen, in deren Schooß sie daS finden, was

Ich verstehe, unterbrach Madame Schindlet

Der Kampf um ritte Millian.

Roman von Ewald August König.

(Fortsetzung.) > , ,

Dm Plan Hauensteins mußte et billigen, es lief da freilich mancher Schwindel mit« Wer, aber ohne Schwindel ging« nicht; »nm er nicht dem Banquier Sand in bie Sagen Leute, burfte er im entscheidenden AugeubM auf die Einwilligung desselben Licht rechnen.

Der Zweck mußte bie Mittet heiligen; William Wilkens wat auf dem besten Wege, °»s einem ehrlichen, aber leichtsinnigen Mm- schm ein Schwindlet zu werben.

Et konnte nicht behauptm, daß der neue

Sbam, ben er anziehen sollte, ihm sonberlich dehagte, aber es knüpften sich so viele Jl- lufivnm und Hoffnungen an ihn, et bildete das Fundament eines so glänzenden Lust- schloffes, daß der kleine'Hert sich seht rasch

Hnietgen nimmt entgegen: bie Sttttditton b. Blatte», fonrie die Annoncen Bureaux von Th. Dietttch & Co. rn Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M ; öaafenftein & Bögler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip- L Cötn rc.; Rudolf Moss« in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Erscheint täglich außer ben Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für da» Quartal durch bie Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22j 6»t., durch bie Postämter des deutschen Reiches 25 Sgr. (excl. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für bie gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ettheilende

Auskunft und Annahme von Adressen werben Sj Sgr. berechnet.

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bet Stimme deS natürlichen Verstandes, de» einfachen gefundm Gefühles im Volke nicht zum Schweigen bringen; eine Sache, bereu Solidarität, mit dem die Welt voll Entsetzen erfüllmden Verbtecheu so übereinstimmend, so überzeugt und laut verkündet wird, ist gerichtet und kann durch advokatorische Ver- theidigungskniffe nicht wieder gereinigt werden. Das öffentliche Unheil ist natürlich weit davon entfernt, beit unmittelbaren Zusammen­hang be» Verbrechens mit Agenten beS Ultra montaniSmus ober mit Lehre unb System behaupten ober auch nur zum Gegenstand der Untersuchung machen zu wollen; bie Ueberjeugung und die Vemrtheilung stützen sich einfach auf bie Thatsachen, bie offen vor Augen liegen, auf bie von bet Hirarchie systematisch betriebene Verführung zur Re­bellion, auf bie Organisation der Monarchie Seitens bet Kirche; mit vollem Recht wird alle Verantwortlichkeit für bie Hanblungen der gerufenen bösen Geister demjenigen auf» gebürdet durch ben sie gerufen unb entfesselt worden sind. Gestern unb heute haben Sitzungen des Staatsministeriums stattge­funden; der Finanz-Minister Camphaufen hat seine Abreise auf den Sonntag verscho­ben und wird man nicht fehl gehen mit der Annahme, daß daS Attentat zu wichtigen Bcrathungen mit Anlaß gegeben habe. Der Minister des Innern Gras Eulenburg ist durch Unwohlsein zur Verzögerung seiner Rückkehr veranlaßt worben. Zu? wirk- ferneren Durchführung be» Normal - Etats für höhere Schulanstalten ist bie Regierung ermächtigt worben, bie vorhandenen Mittel durch Verwendungen aus dem DiSposikions« fond nach Bedürfniß zu erhöhm. Es ist dadurch die Möglichkeit gegeben, nicht allein die Durchführung des Normal-Etat» für Gymnasien unb Realschulen 1 Ordnung zu vervollständigen, soweit etwa noch Lücken auSzusüllen sind, sondern auch bisher auf Staatsunterstützung nicht angewiesene Schul- anstalten höherer Ordnung in bem Besol­dungs-Etat zu verbessern, ebenso bie Besol­dungs-Etats bet Progymnasien unb höheren Bürgerschulen nach bem Normal Etat zu erhöhen unb endlich auch Wohnungszuschüsse zu gewähren. Zur zweckmäßigen Ver- theilnng der Mittel ist bie schleunige Vor­legung von Uebersichten und allen eventuell zu fteUenben Verbefferungsanträgen ben Pro

Ah ich kenne ihn, er würbe mir em­pfohlen

Er sieht in Ihnen einen Engel

Mein Herr, das wäre ein Frevel, der für feine Läuterung wahrlich kein günstige» Zeugniß ablegte. Wir sind alle sündige Menschen, wer kann sich vermeffen

Sie mißverstehen mich, Hauenstein strebt nur darnach, der Gnade theilhaftig zu werden.

Ich hoffe, daß die» in Wahrheit fein unausgesetztes Streben ist, .entgegnete Madame Schindler scharf. Ich weiß wohl, daß Biele die Frömmigkeit als einen Mantel betrachten, mit welchem sie ihre Sünden, Laster und Verbrechen zu bedecken hoffen; ich weiß, daß sogar in unserer Gemeinde von solchen Leuten ein schändlicher Mißbrauch mit bem Worte Gottes getrieben wirb. Aber da» wirb mich niemals abhalten, ein gutes Werk zu thun unb ich werbe ein gutes Werk nicht bereuen, wenn ich auch erfahren sollte, baß ich's an einem Unwürbigen ge- than habe

Wilken» mußte unwillkürlich die Wim­pern senken, er hatte nicht erwartet, statt einer Betschwester eine so vernünftige, von wahrer Frömmigkeit dnrchdrungme Frau zu finden.

Ihre Worte trafen ihn mit wuchtiger Schw.re, er fühlte, welche erbärmliche Rolle er in diesem Augenblick spielte, aber er