Marburg, Dienstag, den 14. Juli
187«
wahrscheinlich sogar den Generalen bereitet
««lche die preußischen Armeen gegen j 66 Pf. 5-Pfenntgstücke;'au KÜpfermünzeir:
s
daß
eS
Kupfer
An meine Mutter.
Und was bot er Ihnen dafür?
Zwei Mark.
Der Schuft! Wissen Sir auch, mindestens vierzig w«th ist?
Er sagte, die Perlen seien unecht.
Dieser Mensch kann aus Gold
richtung gottesdienstlicher Gebäude erforderlichen Staatsgenehmigung versehen. Den bischöstichen Behörden geht eine entsprechende Mittheilung zu.
— Bezüglich des bon den Carlisten erschossenen Hauptmanns a. D. Schmidt, ist die „Voss Ztg." schon heute in der Lage, die carlistischc Behauptung, daß ihr spanischer Kriegs-Corrcspöndent, der preußische Hauptmann a. D., Albert Schmidt, vor seiner Erschießung zum KatholiciSmuS übergetreten sei, als eine Lüge bezeichnen zu können. Der Verstorbene sei allerdings als Katholik gestorben, aber nicht, weil er zum Khatoli- cismuS übergetreten sei, sondern weil er Katholik war. — Ferner wird noch zu der Angelegenheit ergänzend mitgetheilt, daß Herr A. Schmidt nicht Hauptmann a. D. gewesen sei, sondern nur auf einige Zeit Urlaub aus der königl. Armee erhalten habe. Im auswärtigen Amt sollen bereits Besprechungen darüber stattgefunden haben, ob das deutsche Panzergeschwader, welches augenblicklich in Lissabon ankert, wieder in die spanischen Gewässer zurückkehren müsse. Außer für drei in Deutschland erscheinende Zeitungen ist Hauptmann Schmidt auch Kriegsberichterstatter der „Neuen freien Presse" in Wien gewesen, welche vor einigen Tagen, als die ersten Andeutungen der Gefangennahme des unglücklichen Hauptmanns eintrafen, sofort auf der deutschen Botschaft um möglichst schnelles Einschreiten ersuchte, Freilich war eö damals zu einer diplomatischen Intervention schon längst zu spät. Man hält in Wien die Behauptung, daß Dou Carlos >en Aufschub der Execution befohlen habe, ür vollkommen unwahr, denn die Befehle >es Prätendenten seien von seinen' Leuten mmer gewissenhaft befolgt worden. In der Aufregung über den Vorfall schreibt das österreichische Blatt: „Das Blut dcS ermordeten Schmidt schreit um Rache, die ganze gebildete Welt wird sich mit Abscheu von den Carlisten abwenden", und richtet sodann an die deutsche Regierung die Frage: „was hätte wohl das England Palmerston'S ge-
machm, wenn er weiß, »en er vor sich hat. ®ie viel forderten Sie?
Nichts.
Deutscher «eich.
Berlin, 11. Juli. An den Besuch und Empfang be# Fürsten Bismarck in Kisfingen knüpft der „Daily Telegraph" einige Betrachtungen über die Beziehungen Bayerns zum deutschen Reiche, in denen es nach einem Rückblick auf die geschichtlichen Ereigniste von 1866 bis 1870 unter Anderem heißt: Obwohl es leicht ist, zu verstehen, warum die Süddeutschen die militärischen Triumphe Preußens vor acht Jahren vergeben und fafi vergesse» haben, ist es einleuchtend, daß ewas mehr als Vergessen der Vergangenheit erforderlich ist, um sich die populäre Begrüßung, die Fürst Bismarck auf seiner Reise südwärts erhielt, zu erklären. Unsere eigene Deutung ist, daß die Einigung Deutschlands, deren wirklicher Urheber der Kanzler ist, die von deren Vortheilen vorher gebildeten populären Erwartungen erfüllt hat. Freilich giebt eS Städte und Klassen, die in ihren materiellen Interessen durch die Consvlidirung Deutschlands in ein einziges Reich gelitten haben; aber die ungeheure Mehrheit von Deutschen weiß, daß sie durch die Thatsache daß ste einem gemeinsamen Staate angehört, mächtig genug, um seinen Platz gegen alle Gegner zu behaupten, individuell reicher ist und höher in der Achtung der Welt dastcht. Die Deutschen waren durch Sprache, Literatur und gemeinsame Interessen mit einander verbunden, lange bevor sie unter einer Regierung vereinigt wurden, und so schien die Herstellung 6e6 deutschen Deiche« nur eine hergestellte Ordnung der Dinge zu befestigen, läfenn die Frage, od das im Jahre 1866 begonnene und 1870 vollendete Werk um» gestoßen werden sollte, durch eint Volksab- stimmung jämmtlicher kleinerer Staaten entschieden werben könnte, zweifeln wir nicht, dich die Frage durch eine überwältigende Majorität verneinend entschieden werden würde, i Unter diesen Umständen vertritt Fürst BiSnwmt selbst in Bayern einen nationalen Triumph, nicht eine natvouale Riadea lage, und ein ähnliches Willkommen würde
Bayern zur Zeit der Schlacht von Kissingen besehligtm. In Deutschland giebt eS glücklicher Weise keine solche Verschiedenheit in der Civilisation und Cultur zwischen seinen verschiedenen Provinzen, wie die, welche das südliche vom nördlichen Italien trennt. Mit Ausnahme der religiösen Schwierigkeit, welche bis jetzt glücklicher Weife nicht mit irgend welchen geographischen Grenzen correspondirt, giebt -eS keine schwebende Frage in Deutsch» land, die dazu angethan wäre, das neue Reich in zwei feindliche Lager zu spalten, und Fürst Bismarck'S Wiedergenesung braucht nicht verzögert zu werben durch die Besorg- niß, welche so viele Gründer von Reichen belästigte, daß, wenn er dahinscheide, sein Werk mit ihm untergeben würde. DcS Fürsten Willkommen durch das bayerische Volk beweist — wenn es eines Beweises bedurfte — daß ein einiges Deutschland seine vollendete Thatsache ist.
— In der Woche wm 21. bis 27. Juni 1874 sind geprägt worden an Goldmünzen 4,422,160 Mark 20-Markstücke, 152,980 Mark 10-Markstücke; ast Silbermünzen? 357,708 Mark 1-Markstücke; 78,413 M. 60 Pf. M-Pfemngstücke; an Nickdkmünzm: 174,943 Mark 10 Pfennigstücke; 20,340 Mark 50 Pf. 5-Pfennigstücke; an Rupfer» münzen: 4600 Mark 60 Pf. 2-Pfennig» stücke; 15,019 Mark 52 Pf. 1-Pfennig- stücke. Vorher waren geprägt: an Gold münzen: 832,713,980 Mark 20 Markstücke, 202,800,640 Mark 10 Markstücke; an Silbermünzen: 19,812,808 Mark 1-Mark stücke, 6,014,432 Mark 40 Pf. 20-Pfennig- tücke; an Nickelmünzen: 2,517,784 Mark 10-Pfennigstücke, 289,829 Mark 10 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 421,005 Mark 96 Pf. 2-Pfennigstücke, 157,041 M.
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ihre Zunge endlich von dem Bann befreit war, ging der biedere Steuermann schon mit großen Schritten die Straße hinunter. '
Der Kampf nm eine Milli«».
Roman von Ewald August König. . (Fortsetzung.)
Dem Mädchen waren Thränen in'« Auge getreten, ste blickte durch diesen feuchten Schleier mit dem Ausdruck innigen Dankes zu dem jungen Manne auf.
Ich glaube Ihnen, erwiderte ste, Ihr Blid kann nicht lügen; er sagt mir, daß Sie ein edles Herz besitzen. Aber mein Atter Ruf verbietet mir, die Hülfe eines Unbekannten anzunehmen; ich stehe allein in der Welt — — ■' ■
Du liebet Himmel, müssen Sie es denn an die große Glocke hängen, daß ich Ihnen geholfen habe? fiel der Steuermann ihr in's Wort. Ich stehe auch allein in der Welt, meine Eltern wollen nichts von mir Äffen, seitdem ich einen Beruf wählte, der ihren Neigungen nicht entsprach. Lassen Sie sich di^urch. nicht beirren, daß dieser Schuft »ich den Sohn eines BanquierS nannte; ftm Namen nach bin ich'S, in Wirklichkeit Ser nicht. Welches Pfand wollten Sie dem Betrüger anvertrauen?
Dieses Kreuz, mein Herr. mK. Ah — e« ist gewiß ein Andenken, n-.
er kostet nicht viel und über feinen Fleiß kann ich nicht klagen — wenn er wüßte — bah es ist auch für ihn bester, daß er eS nicht weiß, Besitz macht Sorge, das erfahre ich ja täglich.
Er wanderte eine lange Weile auf und nieder, endlich blieb er vor einer Thüre stehen, welche in einen anstoßenden Raum führte.
Diese Thür war auS eichenen Bohlen gezimmert und mit schweren eisernen Riegeln und Nägeln beschlagen.
Der Pfandleiher'öffnete sie und trat in ein Zimmer, welches nichts enthielt als einen Tisch und einige Stühle.
Aus diesem Tische lagen kleine Goldwaagen, Feilen, Zangen und verschiedene andere Instrumente, wie man sie aus den Werktischen der Goldschmiede findet.
Auch eine Laterne stand zwischen diesen Gerätschaften; Hauenstein zündele sie an und kniete auf dem Fußboden nieder.
DaS geübteste Auge würde nicht entdeckt haben,E daß in diesem Fußboden sich eine Fallthur befand, so genau schlossen die §ugen, die zum Ueberstuß mit einer Schicht von Staub und Schmutz bedeckt waren.
Man sah nur, daß in einem Brett sich ein Loch befand, welches ganz das Ansehen eines Astloches hatte.
In dieses Loch schraubte der Pfandleiher einen Ring, der sehr sinnreich verfertigt war.
Ein Druck auf eine Feder theilte die Stange des eisernen Ringes an ihrem untern
Nun denn, wie viel bedürfen Sie?
Fünfzehn Mark, sagte das Mädchen zögernd, ich muß den MiethzinS zahlen, ehe ich eine Wohnung verlassen kann, ist der ich schutzlos den elendesten Anträgen ausgesetzt bin.
In »den Augen des Steuermannes loderte die Gluth des ZorneS aus.
Sie sollen diese Wohnung verlassen, erwiderte er. Betrachten Sie mich als Ihren Freund im edelsten Sinne des Wortes. Nehmen Sie diese Banknoten, miethen Sie eine andere Wohnung. Wenn Sie meines ferneren Beistandes oder eines guten Raches bedürfen, so schreiben Sie mir: Steuermann Gerhard Schindler auf der Bark „Ham- monia." !,
Das.Mädchen zögerte noch immer, das Geld zu nehmen, Gerhard drang- es ihr auf. - -y-'. -■ •/’ ■■
Purpurgluth übergoß ihr Antlitz, als sie die Banknoten einsteckte.
Ich werde Ihnen das Geld zu Anfang des nächsten Monats zurückzahlen, sagte sie leise, mein Name ist Anna Blank, ich gebe Musikunterricht.
DaS wollte ich gar nicht wiffen, entgegnete bet Steuermann lächelnd, aber eS freut mich doch, daß Sie eS mir gesagt haben, vielleicht kann ich Ihnen nützlich fein. Na, leben Sie wohl und erinnern ste sich meiner, wenn Sie eines Freundes bedürfen.
Anna legte ihre kleine, zarte Hand in die schwielige Rechte des Seemanns. Sie wollte ihm danken, aber sie fand keine Worte, den Dank auszudrücken und als 1
Frankfurt a. M.; Jägcr'sche Buchhandlung in Frankfurta. M.; Jnvalidendam, A- Rete- ▲ ■ meycr in Berlin; Carl Schüß- ” ler in Hannover; C- Schlvtte
in Bremen-
425,606 Mark 56 Pf. 2-Pfennigstücke, 172,060 Mark 56 Pf. 1-Pfennigstücke.
GesammtauSprägung: an Goldmünzen:
1,040,089,760 Mark; an Silbermünzen:
26,263,362 Mark; an Nickelmünzen:
3,002,898 Mark 60 Pfennig; an Kupfermünzen 597,667 Mark 12 Pf.
— Nach Erlaß der VersaffungS Urkunde war im Kultusministerium die Auffaffung zur Geltung gelangt, daß für Kirchenbauten eine besondere Staatsgenehmigung, soweit solche früher aus der staatlichen Kirchenhoheit und Kirchenaufstcht abgeleitet wurde, nicht mehr erforderlich sei und daß es einer Mitwirkung deS Staates nur insofern noch bedürfe, als die Errichtung gottesdienstlicher Gebäude mit einer Beihülfe auS Staatsmittel erfolgen sollte ober wenn bic Mittel zum Bau zwangsweise von den Personen, für welche das Gebäude bestimmt sei, eingezogen, ober wenn demselben die Rechte einer Pfarrkirche beigelegt werben sollten. Das CultuSrni- nisterium ist von dieser Auffaffung nach neuerer wiederhottet Prüfung der einschlagen den Rechtsfragen abgegangen und ist der Ansicht, daß die in Rede stehende Befugniß zu denjenigen gehöre, auf welche der Staat gegenüber den ReligionSgesellschaften bei Erlaß der VerfaffungSurkunde nicht verzichtet hat. Wenn erwogen werbe, wie bie Errichtung neuer Kirchen einerseits bie Interessen sowohl der betreffenden Parochien als auch anderer
4 Pf. 1-Pfennigstncke. Mithin sind im Ganzen geprägt: an Goldm.: 837,136,140 Mark 20-Markstücke, 802,953,620 Mark 10-Markstücke; an Silberm.: 20,170,516 Mark 1-Markstücke, 6,092,846 Mark 20- Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 2,692,727 Mark 1(1 Pfennigstücke, 310,169 Mark
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McrheUlhr Mm«-
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube &Go. in
Erscheint tkl gl ich nutzer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (X och'sche Buchdruckerei) beioaen 221 Sar
Jf.t: 'i i deutschen Reiches 85 S«r. (erd. Bestellgebühr) -/Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1S?r -FürinderExpedL "" Postämter beS
k 11 • ■- Auskunft und Annahme von Adressen werden Sgr. berechnet. *? ■
schon vorhandener Kirchensysteme schädigen kann und andererseits mit dm Parochial- Regulirungen in untrennbarem Zusammenhang steht, so lasse sich nicht verkmnen, daß durch bie Errichtung neuer Kirchen bas Staatsintereffe näher berührt wird. Hierzu omnll, daß die von den ausdrücklich aufge» lommmen Kirchengesellschaften zur AuS- ibung ihres Gottesdienstes gewidmeten Gelände des Staats anzusehen feien, daß die eiben von den gemeinsamen Lasten des Staates befreit bleiben und daß sie alle Vorrechte der dem Staate zustehenden öffent- ichen Gebäude genießen. Die Provinzial behörden sind bfcfer Auffassung entsprechend ,------,. ... _.ö..... _
mit Weisung wegen Ertheilung der zur Er-sthan, wenn ein englischer Bürger in dieser
Anzeigen nimmt entgegen: tzi« EMeditio» b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. .in Lasse! und Hannover; Th.. Dietrich in Frankfurt a. M.; «aasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig, Cöln ll.; Rudolf Moff« in Berlin, Frankfurt a. W- rc.
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Wir sind arm — arme Leute 7 schrie der Papagei noch immer, als die Thür sich längst hinter dem Steuermann geschlossen hatte.
Hast Recht, Papchen, nickte der Pfandleiher, der vor dem Käfig stand, wir sind °rm, aber es giebt Leute, die noch ärmer sind.
Und uns dennoch ernähren müffen, bemerkte Timm sarcastisch.
DaS ist nicht ihre, nicht meine Schuld, entgegnete Hauenstein achselzuckend. Timm, es wirb bereits bunkel, schließen Sie die Bücher; hier sind acht Schillinge, gehen Sie und machen Sie sich einen vergnügten Abend.
Der Schreiber befolgte gehorsam den erhaltenen Befehl, er trug die Bücher in einen Schraich, wickelte einen alten verschossenen Shawl um seinen dürren Hals, bedeckte das Haupt mit einem zerknitterten fuchsigen Hute und schritt hinaus.
Hauenstein hatte diesen Vorbereitungen schweigend zugesehen, er alhrnete leichter aus, als er sich allein sah.
Ich kann ihn nicht entbehren, sagte er leise, er kennt mein Geschäft, meine Geheimnisse und ich muß einen Schreiber haben, dem ich einigermaßen vertrauen bars. Na,
Kr. 162.
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