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Mr. ISS

Marburg, Freitag, den 10. Juli

1874

OberheMe Itilung.

Lesarten sehr verschieden. Hier war man

terung unterzogen und find auch die Vor-

zu sehr am Herzen zu lieg« schien.

der <pt Anmerkung nicht überflüssig sein. Im Handelsministerium wird gegenwärtig die Frage einer Erweiterung der Befugnisse

würden, ständm der Erfüllung dieses Wun­sches entgegen, auf den ich für immer ver- zichtm müsse. Nun, heute kenne ich diese Verhältnisse, ich weiß, daß eine unübersteig­bare Schranke uns trennt, eine Schranke, welche nur der Tod stürzen kann, aber meine Gesinnungen gegen Sie sind unverändert

Verbindung mit der Haussuchung bei den hiesigen social-demokratischen Führern steht, oder ob die Anzeige seines Erscheinens

ab. Ebenso wurden die Anträge der Ab­geordnetenkammer bezüglich der Zinsgarantie für d>t Bahnen Altenglan - Obermoschel- Alsenz und Kaiserslautern-Biebermühle ab­gelehnt.

dmfelben zu begegnen; auch das Militär blieb für den Tag und Abend in der Kaserne in Bereitschaft; die ganze Feier verduftete aber bald von selbst.

München, 8. Juli. Die Reichsraths- Kammer nahm heute den Gesetzentwurf über die pfälzischen Bahnen an, lehnte jedoch die Linie Kaiserslautern - Lauterecken

Sprechm wir nicht mehr davon, fiel der Taschenspieler ihr in» Wort, ich darf ohne mne Erlaubniß nicht- verrathen, wenn ich Ach nicht der Gefahr aussetzen will, mein rchen zu verlieren. Ich hab« schon zuviel iffagt, Jenny, dringen Sie nicht weiter in Ach, denn Ihnen gegenüber bin ich ein Wvache» Kind.

, Rur mir gegenüber? fragte die Tänzerin «dnisch. Ich fürchte, Brande-, Sie suchen **tt Ausflüchte, es würde mich tief betrüben, ich entdecken müßte, daß Sie mich «scheu wollten.

. Wie könnte ich da-? Habe ich nicht Ichon vor zwei Jahren, old-wir damals in» Berlin einander fenntn lernten, Ihnen offen ?ud ohne Rückhalt gesagt, e» sei mein sehn- "chster Wunsch, einen eigenen Heerd grün

kadron Eavallerie, auf der Eisenbahnstation Niedersedlitz und in Pillnitz Ehrencompag- nieen aufgcstellt. Nach dem Dresdner Jour nal findet in Pillnitz um 4 Uhr Tafel in

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Leipzig von Weimar kommend, hier einge­troffen, im hiesigen Leipziger Bahnhofe von dem Könige und dem Prinzen Georg em­pfangen und nach Pillnitz geleitet worden. König Albert trug die russische Jägeruniform. Vor dem hiesigen Bahnhofe war eine Es-

Madame Schindler wußte das Alles nicht, ihr war der Mann als im höchsten Grade hülfsbedürftig von einer Dame em­pfohlen worden, die sich ebenfalls hatte täuschen lasten und der saubere Herr Hauen- stein hatte durch die MaSke der Frömmig­keit rasch ihre Gunst und ihr Vertrauen gewonnen.

Hand in der Verwaltung und dem Betriebe der Bahn.

meyer in Berlin; Carl Echilß- ler tn Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte-, sowie die Annonccn-Bureaux von G. L. Daube & Co. in

stände der Verwaltungen zu gutachtlichen Äußerung« aufgefordert worden. Nach Rückkehr des KriegSministerS von Kamekc au- Schweden wird auch über die Vertretung de- Deutschen Reiches beim Congreß zu Brüste! Entscheidung erfolgen. Unter den Reich-freunden ist daS energische Ver­treten de- Reichsstandpunktes durch den bayerischen KriegSminifter v. Prankh in der Kammer mit großer Befriedigung ausge­nommen worden.

8. Juli. DieRordd. Allg. Ztg." meldet die am 6. Juli durch die Raths­kammer deS hiesigen Stadtgerichts erfolgte vorläufige Schließung de- Allgemeinen deutschen Maurer- und Steinhaucrvercins, der nächst dem bereits geschloffen« Allgem.

Ausland.

Pari-, 7. Juli. Der Bau der neuen Eisen­bahn welche die Befestigungen um Paris verbin­den soll, wird wahrscheinlich den großen Eisendahngcsellschaflen übettragen werden. Der Generalrath des Departements Seine et Oise hatte zwar dieselbe als eine Lokal­bahn couceditt, doch der Minister der öffent­lichen Arbeiten hat neuerdings erklärt, daß sie dennoch eine Linie von allgemeinem In­teresse sei. Der Grund dieses veränderten Beschlusses ist die Wichtigkeit d«r Linie für die neue Befestigung von Paris. Das Ge setz von 1865 bestimmt, daß Eisenbahnen, welche Orte zweiten Ranges verbinden, von lokalem Interesse sind, und die Stationen auf der projectirten Linie, Conflaus, Samte ?onorine, Dugny, Villeneuve St. Georges, f)alaiseau u. s. w. find zweiten und dritten Ranges; indessen wird das Gesetz in diesem Falle nicht befolgt werden, denn die Regie rung will die Bahn in sicherer Hand behal­ten und eine unabhängige Gesellschaft paßt ihr nicht. Es fehlt zwar nicht an Bewer­bern um die Erbauung der Bahn, aber sie wird nicht in Submission gegeben werden. Der Minister handelt in diesem Falle ganz unwillkührlich; die großen Gesellschaft« werden die Arbeiten aussühren und das Kapital dazu durch Obligationen aufbringen, ür welche der Staat die Zinsgarantie über­

nimmt. Bei der wahrscheinlich mangelhaften Rentabilität der Bahn wird also der Staat zahlen müssen, aber er behält dafür freie

DersailleS, 7. Juli. Der Zudrang zu der Sitzung der Nationalversammlung ist heute sehr groß. Die Regierung hat unge­wöhnliche Vorsichtsmaßregeln ergriffen; die Garnison der Stadt ist consignirt und 40 Polizeiagente« befinden sich im Versailler Theater, um dem Huister zu helfen, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Nur ein Flügel des Eingangs ist geöffnet. Man läßt Niemand hinein, der nicht eine Karte hat. Die Tribünen sind schon um IV2 Uhr über­füllt. In der diplomatischen Loge befindet sich der Fürst v. Hohenlohe, ihm die dänische Gesandtin zur Rechten und der russische Botschafter zur Linken. In der Loge des Marschalls befindet sich der Erzbischof von Sens nebst mehreren anderen Geistlichen. Der Herzog de La Rochesoucauld, der gestern aus London zurückkam, ist ebenfalls anwesend. Vor und nach.der Sitzung cirruliren die verschiedensten Gerüchte über die Haltung des linken Centrums. Die Hauptmitglieder destelben können, wie gewöhnlich, zu keinem festen Entschluß kommen und unterhandeln mit der Regierung. Um 4 Uhr hieß es, das Einverständniß zwischen den Centren ei erzielt worden und man sei über folgende Tagesordnung einig:Die Versammlung, die darauf hält, für sieben Jahre den Ge­walten des Präsidenten der Republik dem Marschall Mac Mahon zu erhalten, geht zpr Tagesordnung über." Um 21/? Uhr wurde dir öffentliche Sitzung eröffnet. Präsi« ideut Buffet präsidirte. Er suchte die Dis­kussion in die Länge zu ziehen, da die Re­gierung nicht wünscht, daß schon heute die Interpellation Bruu'S vorkomme, um noch weiter unterhandeln zu können. Die Dis­kussion über das Gemeindewahlgesetz wurde hierauf fortgesetzt. Niemand hörte auf die Diskussion. Präsident Buffet wurde zu­weilen zornig und gebot mehrere Male Schweigen. Zuerst wurde das Amendement von Briston verworfen, welches gestern an die Commission verwiesen worden war, and der Artikel 5 angenommen. Artikel 6 war bereits gestern angenommen worden und zum Artikel 7 übergegangen, welcher verlangt, daß der verheirathete und der verwitwete Wähler mit Kindern zwei Stimmen abgeben sollen. Dieser Artikel wird aber verworfen

Der Kampf nm eine Million.

Stoma» von Ewald August König.

... (Fortsetzung.)

Wer ist da- der Herr? fragte Miß Bellavim. - ,

Das weiß ich selbst nicht, Niemand kennt ihn, er ist uu- Allen ein Räthsel, aber wir vettrauen auf ihn und er hilft Jedem, wenn w-eS vermag Ich spreche noch heute mit ihm; wmn er mir erlaub^ Sie ihm vorzu- stellen, werde ich Ihnen sagen, wann er Sie «lpfangen will.

Brande-, Sie hüllen fich in^ Geheimniste, die .

Deutsche, Reich.

Berlin, 8. Juli. Der größere rheil der heutigenProv.-Corr." ist einer Besprechung der Verhältnisse Frankreichs gaoidmet. Um dem Regierungs-Organ die allzeit drohende Gefahr des Unterlegens und Hineindeutens hochpolitischer Tendenzen zu ersparen, schickt das halbamtliche Blatt in einer Anmerkstng ausdrücklich die Erklärung voran, daß die gegebene rein thatsächliche Ueber^icht hauptsächlich oder sogareinzig und allein" zur Benutzung und Information für die kleineren Localblätter geschrieben sei. Die französischen und clericalen Pubticistcn mögen sich also die Mühe sophistischer Aus­legung für ihre Zwecke sparen; das Chaos der Verhältnisse in Frankreich für die große Menge der Localblätter und ihrer Leser in objectiver Weise einigermaßen verständlich zu machen, ist augenblicklich gewiß ein recht zeitiges Unternehmen, da eS an Ausbeutung durch beunruhigende Nachrichten nicht fehlen wird; den Beruf zur Lösung dieser Aufgabe hat dieProv.-Corr.? in erster Linie, da ihre Verbreitung und ihr Einfluß auf die kleine Provinzialpreste vo» keinem anderen Preßorgane erreicht wird. Da übrigens die Kundgebungen derProv.-Corr." auch in den eigentlichen politischen Kreisen des In- wie deS Auslandes viel Beachtung finden, dürfte das ausdrückliche memento

Daß ein solcher Mann sich nicht eines kleinen Almosens wegen der immerhin mög­lichen Gefahr der Entlarvung aussetzte, daß er andere, tiefer liegende Gründe haben mußte, diese Rolle zu spielen, lag in der Natur der Sache, aber von solchen Gründen konnte Madame Schindler keine Ahnung hab«.

Ao demselben Tage, an welchem Sir Delavalle seine Empfehlungsbriefe abgab, empfing auch Hugo Hauenstein einen Brief der für ihn eine sehr wichtige Nachricht enthalten mußte, den» kaum hatte der kleine dürre Herr ihn gelesen, als er sein hage­res, spärlich behaattes Haupt auf die un­saubere Hand stützte und in Nachdenken versank.

Der Raum, in welchem er sich befand, war ebenso unsauber, wie der Anzug des Pfandleihers, der an mehreren Stellen große Risse und Löcher, an anderen glänzende Fetiflccken zeigte. Man konnte diesen

Hugo Hauenstein bewohnte in einer Vor­stadt und zwar in einer Straße, welche sich keines besonderen Rufes erfreute, ein kleines, ziemlich baufälliges Haus, welches er am Tage nie und Abends nur sehr selten ver­ließ.

ES war in der That auffallend, daß Madame Schindler sich für diesen Mann inleressirte, da eine einfache Nachfrage in der Nachbarschaft seiner Wohnung ihr über sauen Ruf Gewißheit hätte verschaffen können.

Sie würde durch solche Nachfrage erfahren haben, daß Hauenstein ein verachteter Wu­cherer war, der auf Pfänder lieh und es mit seinem Gewisten sehr wohl vereinbaren konnte, die Armuth um ihren sauren Schweiß zu betrügen, ein Mensch, der mit der schein­heiligsten Mime von der Welt den Wittwen und Waisen den letzten Rest ihrer erbärm­lichen Habe raubte, um seine unersättliche Habgier zu befriedigen.

Er «ar schon oft mit der Polizei und den Gerichten in Conflict gewesen, aber nie hatte man ihm eine Schuld beweisen könnm, er kannte die Gesetze genauer, als der tüchtigste Advokat und ver-

ibur-en nimmt entgegen: 6te Edition d. Blatte-, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip- -ja, Cöln rc.; Rudolf Moss» in Berlin, Frankfutt a. M.rc.

...... ää&P? SfjÄSÄ WtSSÄS'ili.' -'ÄS UÄÄf

Auskunft und Annahme von Adreffen werden 2j Sgr. berechnet.

den und Sie an diesen Heerd fuhren zu lichen Werke und Bestrebungen Veranlastung stand können? Damals -nvrderten Sie mir, genommen, sie vor einem Manne zu »amen/ beuten.

Verhiltmffe, die S,e nur nicht nennen! dessen geistiges und leibliches Wohl ihr gar

geblieben, Jenny. Ich habe damals sie geliebt, so schätze ich heute Sie hoch und Ihre Freundschaft macht mich glücklich, wie damals. So werdm Sie auch heute mich zu jebem Opfer bereit finden. Aber es kann Geheimnisse gebm, die der Gatte seiner Gattin, das Kind seinen Eltern nicht ver­rathen darf,weil ein Eid die Zunge bindet; geduld« Sie sich, ich hoffe die Erlaubniß zu erhaltm, Sie in dieses Geheimniß ein« weihen zu dürfen.

Als ob er fürchte, daß die Liebe zu der Tänzerin ihn dennoch verleiten könne, dieses Geheimniß preiszugebm, eilte Brandes nach diesen Worten rasch hinaus und Jenny sah ihn im Laufe deS Abends nur einmal noch auf einen kurzen Augenblick. ;

3. Capitel.

Ein Schützling der Madame Schindler.

Herr Eduard Schindler hatte in der Un­terredung mit seiner Gattin über ihre christ-

Frankfurt a. M.; Jäger'sche" Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete-

Civil Statt und um 6 Uhr setzt Kaiser Alexander die Reise nach Warschau fort. Der russische Gesandte v. Kotzebue und zwei hohe sächsische Offiziere warm dem Kaiser, bis Leipzig entgegengefahren. In Pillnitz wurde der Kaiser von der Königin, der Herzogin von Genua und der Prinzessin Georg empfangen.

Leipzig, 7. Juli. Der Kaiser von Rußland i|t heute um II.1/2 Uhr Mittags auf dem Thüringer Bahnhofe hier einge reffen. Auf dem Bahnhofe war eine Ehren­kompagnie mit der Fahne und der ReMmentS- musik ausgestellt. Zum Empfange war das gesammte Offizierkorps und die Spitz« der Reichs- und kömglichen Behörden anwefend. Die Stadt war durch den Vicebürgermeister _ _ _ . .. Dr. Stephani, die Universität durch den

der Eisenbahn-Eommiffariate näherer Erör-. akademischen Senat vertreten. Der Herzog von Altenburg und der Erbprinz von Alten­burg «aren gleichfalls zur Begrüßung des Kaisers eingetroffen. Der Kaiser von Ruß- and verließ den Waggon und unterhielt ich mit dem Herzog von Altenburg, dem ricebürgermeister Dr. Stephani und den, Präsidenten deö ReichS-OberhandelsgerichtS Dr. Pape. Nach einem Aufenthalt von ungefähr einer Vittelstunde fetzte der Kaiser eine Reise nach Dresden fort.

Eisenach, 7. Juli. Liebknecht ist zu dem vorgestrigen Arbeiter-VerbrüderungS- Fest, das weit bedeutungsloser verlaufen, als die Ankündigungen erwarten ließen, nicht gekommen. Ob fein Ausbleiben in

brutschen Arbeiterverein der zahlreichste und überhaupt nur eine Reclame war, um die m,t Letzterem und den in den Provinzen l Bedeutung des Festes und die Zahl der weitverbreitet« Mitgliedschaften in fottlausen-! Theilnehmer zu erhöhen, darüber sind die der Verbindung gewesen sei. > Lesarten sehr verschieden. Hier war man

DreSde«, 7. Juli. Der Kaiser von auf allerlei Ausschreitungen gefaßt, und eS

Rußland ist heute Nachmittag 2 Uhr, über wurden zeitig alle Vorkehrungen getroffen.