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Marburg, Donnerstag, den 9. Juli.

1874

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Ich fühle mich jetzt wieder stark und

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Gleichviel, ich muß Gewißheit haben!

Und die könnten Sie wohl dann sich am nur dieser G mfr f^n kann wo ch len vericbanen. wenn (».t» __ __ «u«» s.l. ° z

besten verschaffen, wenn Sie aber

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zu erwarten, daß das Fest ohne Störung der öffentlichen Ordnung verläuft. Ein Uebungs-Marsch des hiesigen Militärs hat gestern ein bedauerliches Opfer gefordert. Ein Soldat wurde, wahrscheinlich in Folj der großen Hitze, bei der Rückkehr krank und starb balv darauf. In Gotha ist gestern die Novelle zum Volksschulgesetz publicirt worden. Die Besoldungs-Erhö­hungen treten für die Landschulen mit dem 1. October, für die Stadtschulen zu Neu­jahr in Kraft.

München, 7. Juli. In der Abgeord netenkammer fand heute die Generaldebatte über die Gewährung eines Credits für die außerordentlichen HcereSbedürfnisse statt. Dafür sprechen der Referent Völk, Kraussold, Schleich; Dagegen Freytag. Letzterer rügt vorzugSweist, daß die verlangten Gelder bereits vor der Genehmigung der Stände verausgabe seien. Der Kriegsminister er­klärt hierauf: Im Ganzen handle e» sich um die Bewilligung der Mittel, welche er fordert wurden behufs loyaler Erfüllung der vertragsmäßigen Verpflichtungen und zur Versorgung des Heere« nach den Grund­sätzen der Humanität. Dazu gehöre, daß das bayerische Heer in derselben Verfassung ich befinde, wie die anderen Heere in Deutsch­land. Bisher habe es noch keines Befehles Seitens de« Reiche« hierfür bedurft. Hof- entlich werde ein solcher auch fernerhin mnöthig fein. Die Verweigerung der cr- orderlichen Mittel würde jedoch Folgen nach sich ziehen, die er nicht näher erörtern möge. Die Verbesserung des Casernen- und ^azareth-Wesens sei unabweisbar. Nament­lich betreffs des Vorwurfs unconstitutionellen Verhaltens bekenne er, in der ihm gestellt gewesenen Alternative zwischen den Gebotm der Verfaffung und der Vertretung der Interessen deS Heeres und des Landes letztere vorgezogen zu haben. Er trage alle Con- equenzen der Verfassungsverletzung, im Be­wußtsein, das Land gegen etwaige Katastrophen ^sichert zu haben. Die Finanzlage des Landes betreffend, habe Bayern 158 Mil- tonen von den französischen Kriegsent- chädigungs Geldern erhalten, wovon abzüg- ch aller Kosten incl. deS verlangten CreditS von 24 Millonen circa 50 Millionen übrig

34 bin es stets gewesen, entgegnete Brandes, ich würde kein Opfer scheuen wenn ich Ihnen einen Dienst leisten könnte,' aber gesetzt, Sie entdecken, daß Sie sich nicht geirrt haben, daß dieser Mann in der Thal Ihr verschollener Gatte ist, was ich sehr bezweifele, was würden die Folgen dieser Entdeckung fein? Wollen Sie ihn zwingen, m Ihre Arme zurückzukehren?

,.Akmals! rief die Tänzerin in leiben» chastllcher Aufwallung. Und wenn er auf den Knieen um Verzeihung bäte, so würde ich nur die eine Antwort für ihn haben, daß ,ch jh» verachte.

beim, so überlassen Sie ihn seinem Schicksale und ersparen Sie sich Ausregungen, durch welche Sie nur sich selbst schaden.

Vergessen Sie nicht, daß ich seit zehn Zähren vergeblich mein Kind suche und daß

Anfang 'nächster Woche zurückkehren. Der Eultusminister wird erst im September einen Aufenthalt in der Schweiz nehmen. Der Handelsminister hatte ebenfalls seine Abreise für diese Woche in Aussicht genommen. Daß Kaiser Wilhelm morgen schon, wie man aus München gemeldet, in München eintreffen werde, steht nicht zu erwarten; da er in Meinau zum Besuch einige Tage verweilen wird, dürfte er kaum vor dem 12. d. München passiven und zwarincog- nito. Rach Bunde-rathSbeschlutz soll die Prägung von Kupfermünzen jetzt ver­mehrt, die der Zwanzigpfennigstücke dagegen vermindert werden. Die Zweigulvenstücke Südd. W. sollen vom 1. September b. I. ab aus bem Verkehr gezogen werden; bis zum 31. Dezember b. I. kann bie Aus­wechselung bei ben öffentlichen Gaffen er­folgen.

Wie betBerl. Börs.-Courier" aus bester Quelle erfahren, ist der Entwurf des neuen BankgefetzeS nicht nur bereits ausge­arbeitet , sondern er ist auch bereit« dem BundeSrathe zur Vorberathung unterbreitet worden. Der Entwurf hat Herrn Geh.

Nein, da» weiß ich nicht, aber ich werde mir Gewißheit verschaffen. Er hat den Saal verlassen, Lopez wird mir sagen, w<? ich ihn später finde, aber schon jetzt er« wachen Zweifel, ich kann nicht wohl glauben, daß der feine Herr Brandes das Publikum wird ungeduldig.

Der Taschenspieler ging hinaus, um durch feine Kunststücke die Gäste zu erheitern, nach ihm tanzte Miß Bellavini wieder auf dem Drahtseile und wohl in Niemandes I

Königsberg, 7. Juli. Nachdem in der letzten Zeit mehrfache Auflehnung von Knechten und Lastleuten gegen Amtsvorsteher stattgefunden hatten, brachen gestern auf dem nahe gelegenen Gute Quedenau größere Un­ruhen aus. ES wurde Militär requirirt, von welchem 100 Arbeiter verhaftet wurden.

Paderborn, 7. Juli. Das Appella- ionSgericht hat auf den Protest des Bi- choss Martin gegen den Beschluß des Kreis- gerichtS Über die Annahme der für den Bi» chof erlegten Geldstrafe die Akten des Kreis­gerichts eingefordert und wird dem Vernehmen nach heute über den Protest des Bischofs verhandeln.

Brust stieg eine Ahnung davon auf, daß die Seele dieses schönen heiterlächelnden WeibeS einen so glühenden Haß und Rache­durst bergen könne. I

Lächelte sie nicht Jedem zu, ben ihr Blick traf? Spiegelte nicht eine sorgenlose Lebens freube sich in ihren bunflen Augen? Mußte man nicht glauben, daß dieses Lächeln der Sonnenschein des Glückes fei?

Nur Brandes wußte, welche Kämpfe und Stürme die Seele dieses Weibes durchtobten welche Leidenschaften mit verzehrenden Gluthe» in ihr loderten.

ÄBeimat, 6. Juli. Der Kaiser von Rußland ist heute Nachmittag 5 Uhr in Begleitung des Großherzogs, welcher ihm dis Eisenach entgegengefahren war, hier eiu- gefroffen. Am Bahnhofe wurde der Kaiser von der grobherzoglichen Familie empfangen. Das Diner wird im Schloß Belvedere ein­genommen werben.

Wsenach, 5. Juli. Der Reichstags- Abgeordnete Liebknecht ist heute Vormittag mit ungefähr 50 Partei-Genosien aus Gocha hier angekommen. Gegen 3 Uhr hat sich der Festzug zu dem auf derAlm" im Ma­rienthal adzvhaitenden Verbrüderung« - Fest

er ihr hinter ben Vorhang, Himer welchem ber Zigeunerbursche sie erwartete.

Sir Delavalle logtrt imEuropäischen Hof," sagte Lopez als Antwort auf ben frogenben Blick ber aus den Augen der Tänzerin ihn traf, er fuhr so eben im Hotelwagen ab und ich hörte, daß er dem Kutscher befahl, ihn zu dem Banquier Eduard Schindler in der Esplanade zu fahren.

Glauben Sie nun noch, baß er ber Rechte fei? fragte Branbes, al« ber Bursche schwieg.

Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Matte«, sowie die Annvncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Met und Hannover; Td. Dietrich in Frankfurt a. M.; Laasenstein & Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leip­zig, Cölu rc.; Rudolf Masse in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

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Rath Michaelis zum Autor unb wesentlich charakteriflren denselben folgende einzelne Punkte, die wir hervorheben. Die Gründung einer Reichsbank soll event. einer späteren Zeit Vorbehalten bleiben. Der Entwurf be­schäftigt sich mit derselben noch nicht. Die sämmllichen Banken mit Notenemission incl. der Preußischen Bank werden insofern völlig gleichgestellt, als ein gleichmäßiger Modus ber Metallbeckung festgesetzt wirb. Die un bebedte Notenemission soll bann einer ganz beträchtlichen Steuer unterliegen. Die Preußische Bank soll in ihrer jetzigen Ge­stalt unb unter Betheilung beS Staates bestehen bleiben. Dagegen ist davon abge­sehen, sie einer etwa später zu grünbenben Reichsbank als Basis bienen zu lassen. Die Besteuerung ber unbebetften Noten muß fast als eine Aushebung deS bisherigen besonberen Vorrechts ber Notenemission erscheinen unb besonbers scheint bie Preußische Bank burch vorliegenbe Gestalt bs Entwurfes einer nicht nnbebeutenben Schädigung entgegenzugehen. Uebrigens wirb ber Entwurf wahrscheinlich «och in ber Herbstssion des Reichstages zur Vorlage kommen.

Der Kampf am eine Milliaa.

Roman von Ewald August König.

- (Fortsetzung.)

In New-Dork trat ich zurrst auf, das Publikum kannte meine Schicksale, eS war nachsichtig unb ich bestrebte mich mit eiserner Energie, mich in meiner Kunst zu ver­vollkommnen. Ader Sie müffeu hinaus, Brandes

Sogleich, das Publicum mag sich noch einen Augenblick gedulden. Sie sagten vor­hin, ber Rachedurst fei plötzlich wieder in Ihrer Seele erwacht.

Ich sah einen Mann, in welchem ich Minen ©atten zu erkennen glaubte. Finden fit e« nun begreiflich, daß ich tm Augenblick ber ersten Bestürzung schwankte, daß ein Schwindel mich, erfaßte und

Ja, ja, fiel Brandes ihr in'« Wort, das Mkß Jeder begreiflich frohen unb deshalb raten Sie heute nicht mehr auftreten, Jenny.

Miß Bellavini schüttelte ablehnend das Upfchen, eine düstere, unheimliche Gluth *erte in ihren Augen.

1 rch weiß nicht, ob ich darüber mit ihnen reden darf.

Als ob er fürchte, schon zuviel gesagt zu habm, blickte Brandes sich scheu um.

Worüber wollen Sie mit mir reden? fragte Miß Bellavini. Ich habe Ihnen ®erfreuen geschenkt, also darf ich auch er­warten, daß Sie mir gegenüber offen unb verträumt» fein werden.

bleiben. Der verlangte Credit sei demnach bescheiden. Der Anspruch bet Armee batauf sei vollbereHgt und wohlbegründet, Bei der folgmbeh Special - Debatte werden ver­schiedene Anträge Freytag's auf Ablehnung der vom Ausschuß genehmigten Positionen sämmtlich abgelehnt. Ein Antrag Mar- quard'sens auf Erhöhung der vom Ausschuß bewilligten Summe um 230,000 Gulden für den Bau von Baracken auf dem Leckselde, ferner ein Antrag Schmidt's auf Erhöhung der Ausschußsumme um 700,000 fl. für die Grneuerimg ber Festungs Artillerie unb Er­gänzung be« Belagerungsparkes würbe ange­nommen, ein Antrag Dürrschmibt'S auf Be­willigung von 350,000 fl. für Granaten - Sünder nach preußischem Muster mit 88 legen 63 Stimmen abgelehnt. In Folge dieser Abstimmungen stellt sich die für das Militär-Retablissement bewilligte Summe auf 1,457,660 fl. aus den Ktiegs-Entschädigungs- jelbern und 78,500 fl., die aus dem Erlös rüherer Militärbestände bestritten werden. Das Militär-Retablissement wird in dieser Gestalt mit 136 gegen 13 Stimmen ange­nommen. (Die Regierung hatte 10,826,900 fl. Betlangt). Im Laufe der Debatte proteftirte Abg. Freytag unter dem lebhaften Beifall eines Theils ber Patrioten gegen die gestrige Aeußerung Mahr'S hinsichtlich des Fahnen- Eides unb bes unbedingten Gehorsams des Militärs. Nach einem soeben hier ange­langten Telegramm trifft, wie dieA. A. Ztg." meldet, Seine Majestät der Kaiser mit roßern Gefolge am künftigen Mittwoch Nachmittags 3 Uhr 10 Minuten hier ein, und setzt nach anderthalbstündigem Aufenthalt am Stsatsbahnhof, wo ein Diner mit 36 Ge­decken stattfindet, die Reise nach Gastein fort. (Siehe jedoch oben unsere Berliner » -Cor- respondenz. Anm. d. Red.)

Ausland.

Wien, 7. Juli. Oesterreich, Rußland und Deutschland haben beschloffen, bei der Erneuerung be« vereinbarten türkischen Han­delsvertrages denselben nicht auf Rumänien auszudehnen, sondern mit letzterem freihänd­lerische Zollkonventionen auszutauschen.

IIvm, 5.jJuli. Während in Florenz bie Cigarrenarbeiterinnen in harmloser Weise strikten, gingen zugleich in Forli ©eenen bebenklicheret Art mit Petroleumgeruch, Be­raubung von Magazinen, Zusammenrottungen und Todesdrohungen unter Theilnahme der üblichen Megären unb Summier von Stat-

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mit wohl 200 Theilnehmern in Bewegung gesetzt. Die Zuschauer-Menge war bagegen sehr zahlreich. Eine rothe Fahne würbe be bem heutigen Fest nicht entfaltet. ES steh

Miß Bellavini schüttelte zweifelnd bas Haupt.

I Er mißte ein vollendeter Gauner ober durch einen besonberen Glücksfall ein reicher ©entlemann geworden sein, wenn et im Hause be« Banquier Schinbler Zutritt hat, fuhr ber Taschenspieler fort. Schindler öffnet fein HauS nicht Jedem, er ist Millionär unb ein Aristokrat vorn reinsten Wasser.

Schützt ihn. das vor Betrug? fragte bie Tänzerin, aus ihrem Sinnen empvr- fahrenb.

Gewiß nicht aber sie werden mir zugeben daß

Deutsches Keich.

*« Berlin, 7. Juli. Der Minister de« Innern wird auf der Reife nach Wies­baden von den Geheumäthen Wohlers und Persius begleitet fein, welche an ben Gon» ferenzen wegen Entwurfs einer Landgemeinde- Ordnung für Hessen-Nassau unb bie Rhein- Provinz Theil nehmen sollen. Außerdem werden je zwei Landräthe ber Rheinprovinz unb ber Regierungsbezirke Kassel unb Wies­baden Theil nehmen. Für bie westlichen Provinzen soll biesc Landgemeinde-Ordnung auch die Grundlage ber nachfolgenden Kreis Ordnung bilden. Für KriegSleistungen find den Gemeinden durch Reichsgesetz nach­träglich Vergütungen in Aussicht gestellt. Durch die Provinzialbehörden wird nun­mehr die amtliche Aufforderung zur Anmel­dung der qu. Entschädigungs - Ansprüche binnen sechs Monaten erfolgen, und sodann bie Erledigung ber erhobenen Ansprüche bewirkt werben. Unsere leitenben Staats­männer sinb fast sämmtlich zur Reise ge­rüstet. Mitte nächster Woche werben ber Finanzmimster Camphausen unb Präsident Delbrück ihren Urlaub antreten. Justizmi- nistet Leonhardt begibt sich heute zu einem sechswöchentlichen Urlaub zunächst nach Han nober. Der Minister deS Innern wird

stachen, ohne eine Gefahr zu fürchten.

Wissen Sie denn, ob ber Mann, ben «e sahen

Den Blick unberwanbt auf sie gerichtet, bereit, beim ersten Fehltritt ihr zu Hülfe zu eilen, staub er unter bem Seile unb als sie inun lächelnd sich verbeugte, für ben Beifall I ber begeisterten Zuschauer banfenb, folgte

Anzeigen nimmt entgegen: bie Spedition b. Blattes, sowie die Annoncvn-Bnreaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidenbank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) beroaen 224 s^ 1 77 ,TT

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Mher, sagte sie, ich könnte jetzt Auge in llvge mit ihm ben großen Saltormortalc