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JHarßurg, Sonnabend, den 4. Juli

187L

Obrrljcflifdjr Jrilung

Erscheint täglich aicher de« Werktagen nach Som,, unb U-rtagen. Preis für baS Quartal durch die Expedition (Koch'sche »uchdruckerri) bezogen 22j Sgr., durch die Postämter des ' . deutschen Elches 25 Sgr. (excl. Bestellgebühr) - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. - Für in der Expedition zu ettheilende W

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Anzeigen nimmt entgegen:

< die Expedition b. Blattes,

n- sowie die Annoncen-Bureaux

r, i . Von G. 8. Daube L-Co. in Frankfutt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß-

v ler m Hannover; C. Schlotte in Bremen.

SAnzeigen nimmt entgegen: die Expeditton d. Blatte-, sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M; Haasenstein L Vogler in Frankfurt a. M., Berlin.Leip- zig, Cöln rc.; Rudolf Moffe ,n Berlin, Frankfurt a. M. rc.

London, 2. Juli.

Die Eisenhütten­

jungen

gegeben, damit sie umgangen »erben können.

Einleitung läßt mich vennuthen,

zustimmend, aber

zu machen haben, sagte er be­

troffen.

Chefs konnte die

Stirn nicht ver-

verlieren, wa« ist's

Stirn Steuer anver-

ber allen Stürmen eine eiserne bietet unb mit sicherer Hand das zu sichren, versteht, welches ihm traut ist. >

Eduard Schindler hatte dm

Ich weiß nicht, in welchem Grade sie Ihnen unangenehm ist, entgegnete der Pro- curist, aber ich gebe Ihnen die Versicherung, daß ich

Nun, nun, kommen Sie endlich zur Sache, es ist nichts peinlicher, als eine solche Einleitung.

Herr Schindler, ich muß Ihnen meine Stellung kündigen.

Der Banquier erhob sich rasch, sein Blick schien in die geheimsten Falten der Seele Maximilians einbringen zu wollen.

Sie müssen? fragte er scharf. Wer ober was könnte sie dazu zwingen? Hat einer meiner Leute es au Gehorsam oder Achtung fehlen lasten, so werde ich ihm zeigen, wo der Zimmermann daö Loch gelaffen hat. Sie wägen mir ein ganzes Personal auf.

Ein Zug freudiger Genugthuung glitt über das Gesicht des Jünglings.

Ich danke Ihnen, für biefen Beweis Ihrer Gunst unb Ihres Vertrauens, er. wieherte er, biefe Worte werben meinem Gebächtniffe so leicht nicht entschwinden. Allein daS ist es nicht.

So fagen Sie mir, was es ist.

Ich will ein eigenes Geschäft gründen.

Herr Eduard Schindler schüttelte miß­billigend sein Haupt und schritt mit ver- schränktm Armm auf und nieder. Selbst­ständigkeit ist das Ziel eines jeden strebsamen Mannes, sagte er nach einer Pause, aber Sie sind noch jung

Achtundzwanzig Jahre, Herr Schindler.

Und da glauben Sie, es sei schon hohe Zeit, an die Gründung des eigenen Heerde« zu denken? Weßhalb gründen Sie ihn nicht? Reicht Ihr Gehalt nicht au«, so werde ich

fragen wurden von den Geschworenen ver­mint und alle Angeklagten freigesprochen.

Ausland.

Pari-, 1. Juli. Wie es heißt, bemüht man ffch gegenwärtig, dm Grafm von Paris zu bestimmen, sich um den Platz JuleS Janm's in derAcadsmie Fran^aise" zu bewerben. Wie man aus bester Quelle erfährt, neigt derselbe zum linken Gent rum hin. Er wagt sich aber nicht mit der Sprache heraus, weil er befürchtet, daß er Niemanden, selbst nicht einmal seine nächsten Verwandten, mit sich fortreißen wird. Im Quartier Latin wurde gestern ein von Studenten unb Studentinnen besuchtes Kaffeehaus geschlossen Es heißt, daß mehrere andere Kaffeehäuser des Studenten­viertels das nämliche Schicksal haben sollen, da der Polizeipräfect nicht mchr das unge­bundene Leben dulden will, da« man dort führt. Werden diese Maßregeln ausgeführt, so wird daö einst so lustige und jetzt schon sehr vereinsamte lateinische Viertel schnell eben so langweilig werden wie sein Nach­bar, der clerical-legitimistische Faubourg St. Germain. Ein Offizier von dm Jägern hat vorgestern einen Mordversuch auf sich gemacht. Derselbe warf sich unter einen Eisenbahnzug, blieb aber nicht tobt, sondern würbe nur am Halse und an der Hand verwundet. Dieser Offizier hatte sich am letzten Sonntag in trunkenem Zustande auf der Mac Mahon'schen Heerschau eingefunden und sich, als man ihm befahl, sich wegzu- begeben, zur Wehr gesetzt, so daß man ihn mit Anwendung von Gewalt nach Paris schaffen mußte. AlS er etwas zur Besin­nung kam, suchte er auf erwähnte Weise einem Leben ein Ende zu machen. Heute Morgen fand in Belgien ein Degendmll zwischen Robert Mitchel, Redacteur en chef deS Soir, und Aurelim Scholl (vom Eve- nemmt) statt. Aurelieu Scholl wurde schwer am Arm verletzt.

Ga«ta»der, 2. Juli. Der General Zabala commandirt jetzt die bei Tasalla concentrirte Nordarmee, Morines die,Division Rossel. General Echague erbat Verstärkungen. Die Carlisten haben ihre früheren Stellungen bei Efiella inne.

So war Maximilien vom jüngsten Commi« rasch zu« ersten Prokuristen emporgestiegm und der Banquier hatte nie Ursache geftmden, diese Protection zu be- reuee. . » .- -1::

Unb im 8«ufe der Zeit hatte zwischm dem Chef und seinem Untergebenen allmäh­lich sich ein freundschaftliches Verhältniß gebildet, dem allerdings gewiffe Schranken gezogen waren, die von beiben Seiten refpec- tirt würben.

Der Banquier durchblätterte die Pa­piere und blickte dann fragend zu

fürsten Wladimir empfangen und nach Schloß Heiligenberg geleitet worben.

Stuttgart, 2. Juli. DerSchwäb. Merkur" erfährt aus Heidelberg, daß die Ueberftebelung des Professors der Theologie Holtzmann nach Straßburg nunmehr eine ausgemachte Sache sei unb im Herbst er­folgen werbe.

München, 30. Juni. Gutem Ver nehmen zufolge hat Se. Majestät der König, sobald derselbe von der Rede Kenntniß er­hielt, mit welcher Staatsminister v. Lutz in der Freitagssitzung der Kammer der Abge» ordneten der sogenannten MißtrauenSerklä- rung der ultramontanen Fraktion entgegen- trat, Herrn von Lutz ein höchst schmeichel­haftes und anerkennendes Handschreiben unb gleichzeitig her Frau Gemahlin des Ministers ein prachtvolles Blumenbouquet übersendet. Es ist das wohl der sicherste Beweis, wenn es eines solchen noch bedürfte, daß der König mit feinem Kultusminister vollständig ein­verstanden ist, und daß sonach, welche Be­schlüsse auch die ultramontone Fraktion in der Kammer zu saffen in der Lage fein sollte, dies den von ihr gewünschten Erfolg nicht, haben wird. Das geflügelte Wort des Herrn von Lutz:Wenn Sie, meine Herren, herschießen, werde ich hinschießen", wird jetzt darin interpretirt, daß, wenn es. der ultramontanen Fraktion gelungen wäre ober noch gelingen sollte, ein für wiffen- schafüiche unb Bildungszwecke bestimmtes Budget - Postulat in erheblicher Weise zu kürzen, die Staatsregierung bann denjenigen Postulaten, welche der Partei besonders am Herzm liegen, so namentlich auch die sehr bedeutenden GehaltSaufbefferungen, welche nach den Ausschußanträgen die katholischm Geistlichen erhalten sollten, ihrerseits die Genehmigung versagen würde. Der Papst hat durch Vermittlung der hiesigen Nuntiatur der Witwe des verstorbmen Abgeordneten v. Mallinckrodt sein Beileid in einer Form auSsprechm lassen, welche, wie dieGer­mania" meint,in überzeugendster Weise darthut,weich' hohe Stellung der edle Kämpfer innerhalb der katholischen Welt eingenommen hat." Das Schreiben war in italienischer Sprache abgefaßt.

Nein, das nicht.

Ach, so haben Sie Unannehmlichkeiten gehabt.

Maximilian schüttelte den Kopf.

Nun, Sie'wiffen, wie sehr ich die Heiter­keit in meiner unmittelbaren Umgebung liebe unb wie angenehm es mir ist, eine bewölkte Stirn erheitern zu könnm. Sie muffen auch wiffen, wie hoch ich Sie schätze

Gewiß, fiel ber junge Mann ihm in« Wort unb eben deshalb betrübt e« mich, Ihnen das sagen zu müffen, was ich Ihnen nicht länger verschweigen darf, wenn ich nicht des Vorwurf den Undank« auf mich laden will.

Der Blick de« Banquier« ruhte forschend auf dem offenen, ehrlichen Gesicht Maxi­milian«.

kommt e« an und da glaube ich, hat unser Advocat einen schlechten Wurf gethan; die Anlegung seines Gegner« war zwar nicht geistreicher, aber spitzfindiger.

Maximilian nickte zustimmend, aber

die Heiterkeit seine« Schatten von seiner scheuchen.

Und wenn wir ihn weiter? fuhr der alte Herr fort, während er gleichmüthig die Asche von feiner Cigarre stieß. Einen Verlust von tausend Pfund Sterling können wir verschmerzen. Sie sind verstimmt, mein Freund, wenn Sie e« diese« Poceffe« wegen sind

Diese Einlettung läßt mich vermuthen, daß Sie mir eine sehr unangenehme Mit­theilung ' '

Die Dauer de« Aufenthalte« in Gastein ist ! vorläufig bis zum 6. August projeciirt.

Wie dasBerl. Tagebl." vernimmt, 1 hat das au« den PanzerfregattenKronprinz", FlaggschiffFriedrich Carl", der Glattdeck«- CvrvetteAriadne" unb bem Dampskanonen- botAlbatroß" bestehenbe beutsche Geschwa­der, Befehl erhalten, stch durch die Glatt- deckS-CorvetteNymphe" zu verstärken und bann unter Contre - Admiral Henk un­verzüglich in die spanischen Gewässer abzu­gehen.

Siel, 30. Juni. DenHamb. Nachr." schreibt man: Es wird erinnerlich sein, daß vor einiger Zeit seitens der schleswig-hol­steinischen Geistlichkeit ein Gesuch an den Kaiser eingereicht worden sei, dahingehend, daß dm Geistlichen unserer Provinz die bisher vom dänischen Staate gewährte Bei hülse zur Psarrpenston auch ferner durch den preußischen Staat gewährt werden möge. Diese« Gesuch, welches gegen 500 Unter­schriften gefunden hatte, ist nicht ohne Er­folg geblieben. Sicherem Vernehmen nach hat der CultuSminister, dem der Kaiser das Gesuch zur Erledigung überwiesen, rescribirt, die Petirenden seien gänzlich im Jrrthum, wenn sie anzunehmen schienen, daß die jetzige Staatsregierung stch von weniger wohlwol­lenden Grundsätzen leiten ließe al« die vor­mals königl. dänische Regierung. Wenn auch ein Recht ber schleSwig - holsteinischen Geistlichkeit auf Pension aus Staatsmitteln nicht anerkannt fei, so seien hoch Bewilli- gungeu au« BilligkeitSrücksichten auch ge- genwärtig nicht unzulässig. Wie eS in ge­eigneten Fällen nicht ausgeschloffen fein würde, bei ber Bemessung des StaatSzu- schuffes die in ftüheren Zeiten befolgten Principien zu beachten, fo können auch etwaige bezügliche Anträge jederzeit auf die durch die Verhältniffe de« Falles und die zur Disposition stehenden Mittel gebotene Rücksicht rechnen.

Paderborn, 2. Juli. Bischof Martin erhielt die kreisgerichtliche Aufforderung, binnen dreitägiger Frist die ihm zuerkannte Gefängnißstrafe anzutreten. Der Bischof von Ermeland und der Bischof von Mainz sind augenblicklich zum Besuche des Bischofs Martin hier anwesend.

Darmstadt, 2. Juli. Die Königin von Württembergs ist gestern Nachmittag in Jugenheim fingetroffen und von dem Groß-

f Deutsches weich.

«* Berlin, 2. Juli. Fürst Bismarck ist geftern Abend hier eingetroffen und hat be­reits den Staatsfecretair von Bülow sowie den Minister des Innern empfangen. Dieser hat deßwegen seine Abreise nach ErnS wieder um einen Tag verschoben bis zu heute Abend. Auch mit dem Finanzminister Camphausen wird b»r Reichskanzler heute confertren, und gedenkt Sonnabend nach Kissingen abzureisen. DaS Befinden de« Fürsten Bismarck hat sich in erfreulichster Weise gebessert, die Badekur wirb hoffentlich ihm die volle bauernbe Genesung bringen. In Veranlassung des Jubiläums ist bem Direktor des Gym­nasium« zum grauen Kloster Bonitz der Titel als Geheimer RegierungS-Rath, dm Professoren der Roche Adler-Orden 4. Klasse und mehreren Lehrern der Professor - Titel verliehen worben. Der Divisionspfarrer Stöcker in Metz hat die Berufung als Hos und Domprediger hier erhaltm. Der Berlin-Charlottenburger Pserbeeisenbahn ist die Concession zur Anlegung eines zweiten SchinengeleiseS nunmehr ertheilt worben. Der Bunbe«vath hat sich in der Sitzung am 17. Juni wieder mit dm Justiz - Gesetz- Entwürfen beschäftigt. Mit einigen Ver­orderungen ist den Gesetz Entwürfen über die Straf- und Eivilproceßordnung, sowie den EinführungSgesetz-Entwürfm dazu nach dm Anträgen de« Justiz-Ausschusses die Genehmigung ertheilt worden. Zur ©traf» proceßordnung war von dem Bevollmächtig­ten de« Königreich« Sachsm der Antrag auf Einführung von Schöffengerichten für Strafsachen mittlerer Ordnung gestellt, vom Jnstizminister Leonhardt aber bekämpft unb vom BunbeSrath abgelehnt worben. Auf der Sogeßorbnung ber heutigen BnnbeSrachs- Sitzung sicht auch ber Bericht über Außer- courssetznng ber Zweigulbenftücke. Die heutige Sitzung wich wohl bie letzte vor ber Vertagung fein.

-T- 2. Juli. Neuerlichen Dispositionen zufolge wird da Kaiser' am 9. b. von Cvblenz nach ber Insel Mainau abreifen, am 12. die Reise von ba über München, Wo baS Diner eingenommen werben soll, nach Salzburg fonsetzen, von Salzburg au« am 14. ber österreichischen Kaiserin einen Besuch in Ischl abftatten unb am 15. Juli nach Salzburg zurückkehren, von: wo am 16. b. Weiterreise nach Gastein erfolgt

Der Kumps hm eine Milli,«. - Roma« »an Ewald August König.

!! ^Fortsetzung.)

E« log in feiner äußeren Erscheinung nicht« Jmponirmbes, noch Bestechendes, auch trugen feine Züge die Spuren harter Kämpfe mit bem Schicksal, aber fein Auf­treten mußte Vertrauen erweckm, es »er­riech dm thatkräftigen, Willensstärken Mann,

Maximilian auf, beffen sonst so heitere Stirn heute ein düsterer Schatten um­wallte.

i Macht Ihnen dieser Proceß Sorge? fragte er lächelnd. Ich erwarte mit aller Ruhe den Spruch des Obergerichts, ich kann nicht glauben, daß e« daS Uriheil des Niedergerichts bestätigen wird.

Unser Advocat hegt diese« Vertrauen nicht, warf der Geschäftsführer ein.

Ah, bah, mein lieber junger Freund, es ist ein eigene« Ding mit den Gesetzen, oft sollte man wirklich glauben, sie seien nur

Mann vorn ersten Augenblick feine« En- j Nicht auf ihren Wortlaut, sondern auf die gagement« an protegirt, weil er seinen Werth I verschiedenartige Auffassung und Auslegung ertannte, seine Kenntnisse schätzte und feinen1 fnmmt »a n« ..«X x« ;*um Charakter achtete.

W«k)b«rg, 2. Juli. Gestern Abend -----Ä. ^u. yl|n,nUUtn.-

wurbe der Prozeß Plattner nach zweitägiger Besitzer von Rornmouth (Nordwales) wollen Verhandlung beendigt. Sämrntliche Schuld- die Löhne um 20 pCt. herabsetzen Die