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Marburg, Sonnabend, den 27. Juni.

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Mit Geld kann man MeS und wer S behaupten, daß ein Mord, ein absicht-

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.Sorgt, dah er flieht," warnte ein Bauer;

.Wenn die GenSd'armen kommen, wird er

Besoldungsverhältnisse der Dirigenten und wissenschaftlichen Lehranstalten bei den Real­schulen II. Ordnung nach einer allgemeinen Norm vorzunehmen, da diese Anstalten, abge sehen von ihrer sehr geringen Anzahl, unter sich nach ihren Ausgaben, Einrichtungen und Bedürfnissen der Gleichartigkeit entbehren. Im Fall dieselbe« der vollberechtigten Pro- gymnasien und höheren Bürgerschulen gleich- stehen, sei der Durchschnittssatz der Besol­dung von 950 Thlr. festzuhalten, soweit aber diese Bedingung nicht zutrifft, müsse in jedem einzelnen Fall über Gewährung von Besoldungsverbcsserungen Prüfung vor behalten- werden. AuS einem bezüglichen Berich: geht hervor, daß bei einem nicht unerheblichen Theil diese Realschulen 2. Ord­nung einer Aufbefferung der Lehrerbesoldung bedürfen möchten. Rach dem Reichsgesetz über' Registrirung und Bezeichnung der Kauffahrteischiffe dürfen Fahrzeuge von mehr als 50 Cubikmeter Brutto-Rauminhalt nur nach Eintragung in die Schiffsregister und Erwerbung von Certificaten die Reichsflagge führen. Da von Seiten der meisten han­noverschen Watt- und Küstenfahrzeuge die Führer diesen gesetzlichen Vorschriften nicht Folge leisten, sind die Landdrosteien ange­wiesen worden, die Nachachtung einzuschärsen und streng zu überwachen. Zum Vorsitzenden der Commission für Ausarbeitung des Pla­nes und der Methode zum Entwurf des deutsch-bürgerliche» Gesetzbuchs ist Präsident Friedberg ernannt worden. Der Ober Regierungs Rath Freiherr von Wincke in Coblenz hat seine Entlastung erbeten. 25. Juni. Die Bundes - Ausschüsse für Handel, Verkehr und Rechnungswesen beantragen auf Grund deS Artikels 13 deS Münz-GesetzeS ein Verbot, wonach die austro- ungarischcn Viertelgulden-Stücke fortan weder in Zahlung gegeben noch genommen werden dürfen.

Anläßlich der kürzlich beendigtm Früh jahrSbesichtigung der preußischen Armee er­geht sich der Berliner Correspondent deS Daily Telegraph" in folgenden Betrach­tungen : Einheimische und ausländische kom­petente Richter theilen die Ueberzeugung, daß die preußische Armee keiner Zeit sich in solch schlagfertigem Zustande befunden, wie dies

Moltke zu sprechen, denFrieden zu be­fehlen." Die ersten militärischen Autoritäten sind der festen Ueberzeugung, daß die gi­gantische offensive und defensive Macht, über welche das deutsche Kriegsdepartement ver­fügt, genügen würde, um zwei beliebigen europäischen Armeen erfolgreich die Spitze bieten zu könnm. ES ist dies nicht allein, weil die Armee das Maximum physischer Kraft, Disziplin und vortrefflicher Bewaff­nung erreicht hat, sondern auch, weil das Fatherland" so glücklich ist, 7 oder 8 Ge­neräle von besonders hervorragender Bega­bung und überdies 50 bis 60 weitere Führer besitzt, die vollkommen im Stande sind, größere und unabhängige Commando's zu übernehmen und einen Feldzug, so groß er auch sein möge, zu einem glücklichen AuS gange zu bringen. UeberdieS ist die'Armee von Offizieren befehligt, von denen dreist behauptet werdm kann, daß Jeder im Stande ist, deir Posten seines unmittelbaren Vorge­setzten auszusüllen. Ueberhaupt übertrifft das preußische Offiziercorps, in militärischer Beziehung, die OffizicrcorpS Rußlands, Frankreichs, Oesterreichs und Italiens irr nicht geringerem Maße als eS Moltke, Wer­der , Blumenthal, Goeben, Stichle oder Stofch mit 6 anderen nicht deutschen Heer­führern verglichen, thun; oder wie eS das Mauser-Gewehr und die Krupp'sche Kanone mit der harmlosen alten Steinschloßflinte oder der ungezogenen Vorderlader-Kanone verglichen, thun. Kurz, eS ist eine That- sache, daß die deutsche Armee, welche in den Jahren 1870 bis 71 die Bewunderung der Welt errungen, seit der Beendigung deS französischen Feldzuges so mächtige Verbes­serungen erfahren hat, daß man sie heute alS mindestes doppelt so leistungsfähig zu betrachten hat, als sie es vor 3 Jahren gewesen ist. Die geschäftige Zeit deS deutschen Militärs ist die Friedenszeit, und die zu bewältigende Arbeit ist oft wahrhaft erdrückend, die Ferien für ihn und welche Ferien beginnen mit der Kriegserklärung Kommenden November wird die deutsche Armee auf dem vollen Friedensfuße (401,657 Mann) stehen, den der Reichstag gebilligt, daS heißt in 10 Jahren über eine Armee von 1,500,000 bis 1,600,000 Mann mit 350,000 Pferden und 3,000 Feldstücken verfügen. Für Frie­densliebende mag cs erfreulich sein zu denken, daß die Revanche aufunbestimmte Zbit" verschoben werden dürfte.

Ueber den Beschluß deS BundeSrathS bezüglich des Gesetzes wegen Beurkundung

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Skizze von E. Aug. König.

(Schluß.)

eintretend.Ist es denn wahr, daß ich in ein Haus der Trauer und des Unglücks komme?"

Der Hofbauer rang mit seinem Sohne, einige Gäste eilten ihm zu Hülfe, sie brach- den jungen Mann in ein anderes Zimmer, besten Thür sie hinter ihm verschlossen.

Der Pfarrer betete an der Leiche, Thrä- nen rannen über seine Wangen und seine Stimme zitterte vor tiesinnerer Erregung.

Man hatte auch den Vater der Tobten hinausgeführt; der alte, an Leib und Seele brochene Mann ließ wie ein willenloses Kind Alles mit sich geschehen.

Auch die übrigen Gäste entfernten sich auf einen Wink deS Pfarrers, der mit dem Hofbauer allein bei der Leiche zurückblieb.

Ihr könntet Euch fragen, ob Ihr die Hand des Herrn in dem Vorgefallenen er­kennt," nahm der Pfarrer daS Wort,aber mein Amt ist eS nicht, zu strafen, meine Pflicht ist es vielmehr, die Unglücklichen zu trösten und die Mühseligen und Beladenen an den zu weisen, der zwar ein strenger Richter, aber auch ein allgütiger und all­barmherziger Vater aller Menschen ist."

Wild fuhr der Hofbauer auf, die Er­innerung an die frühere Warnnng des

t nicht die Sache auzeigen?

-Er wird schweigen."

Ja, wenn Ihr glaubt, ihn bestechen zn

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deS Personenstandes rc. liegt jetzt der Wort­laut vor, wie er sich durch Stimmenmehr­heit am 11. d. M. gestaltete. Nach dem Officiösen derK. Z." wurde beschlossen: 1) Dem vom Reichstage beschlossenen Ent­würfe die Zustimmung nicht zu ertheilen; 2) den Reichskanzler zu ersuchen, unter Be­theiligung der Bundesregierungen einen Ge­setzentwurf über die Einführung der obliga­torischen Civilehe und die Beurkundung des Personenstandes aufstellen zu lasten und den­selben baldthunlichst dem Bundesrathe zur Beschlußnahme vorzulegcn." Für diesen Be­schluß stimmten: Preußen, Baiern, Würtem- berg, Hessen, Sachsen Meiningen, Sachsen- Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha, Anhalt, Waldeck, Reuß j. L., Lübeck und Bremen. Der großherzoglich hessische Bevollmächtigte erklärte:Die großherzoglich hessische Re­gierung gehe, indem sie dem Beschlüsse zu- stimme, von der Voraussetzung aus, daß durch denselben die einzelnen Regierungen nicht gehindert sein werden, Behufs Ein­führung der obligatorischen Civilehe und der Beurkundung deS Personenstandes durch bürgerliche Standesbeamte in ihrem Gebiete vor Erlaß des in Aussicht genommenen Reichsgesetzcs auf dem Wege der Landes­gesetzgebung vorzugehcn." Der Bevollmäch­tigte für Hamburg erklärte,daß Hamburg nur gegen den Erlaß eines Reichsgesetzes über die Einführung der obligatorischen Civilehe, dagegen für eine rcichSgesctzliche Regelung der Beurkundung des Personen­standes stimme." Zur Ausführung deS Be­schlusses wurden ferner folgende bisher nicht bekannt gewordene Beschlüsse gefaßt:a die Bundesregierungen zu ersuchen, ihre Bemer­kungen zur Sache durch formulirte, mit Mo tiven versehene Abänderungsvorschläge zu dem vom Reichstag angenommenen Gesetz­entwurf dem Reichskanzler baldthunlichst mit- zutheilen; b. demnächst kommissarische Be- rathungen in der Sache eintreten zu lasten." Wie man hört, liegt es in der Absicht, die kommiffarischen Bcrathungen nicht eher cin- treten zu lassen, als bis das gesammte Ma­terial seitens der Bundesregierungen einge­gangen ist; die Förderung der ersteren ist also ganz in die Hand der letzteren gegeben. Die Bevollmächtigten der für das Reichsge­setz auf Einführnng der obligatorischen Civil­ehe stimmenden Staaten haben einhellig den Wunsch ausgesprochen, das Gesetz aus der nächsten Reichstagssession hervorgehen zu sehen.

Breslau, 24. Juni. Der altkatholrsche

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & So. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. " M.; Jnvalidendank, A. Rete- rneyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

* Berlin, 15. Juni. Zu Ausführung de» Gesetzes über die Aushebung des Wegegeldes auf Staatschausseen, welches mit dem 1. Januar k. I. in Kraft treten soll, hat der Finanzminister bereits »«bereitende Verfügungen erlassen. Dahin Mren die Anweisung wegen Kündigung die Chausseegeld-Erheber und der Pacht äge, ferner die Regelung wegen Fort-

r oder Aushebung derjenigen Abgaben, tlche in Verbindung mit der Chausseegeld- ung bestanden z. B. von Brückengeldern wd ähnlichen Abgaben. In den meisten en würde deren Fortbestehen kaum aus- rbar oder vortheilhaft sein.- Ferner ist immmig zu treffen übe» bir diHronibel cnbtn Chausseehäuser und Localitäten, ie als Dienstwohnungen für Beamte und

beruhigt es ihn, wenn er die Schuld auf mich schieben kann."

Sie hal's geahnt," murmelte Fritz, wie das Glas zersprang. Glück und Glas, wie bald bricht das! Wo ist der Mörder?"

Fritz, was geschehen ist, kann man nicht ungeschehen machen," sagt« der Hofbauer, dem es unsäglich schwer fiel, seine Fassung zu bewahren;eS war ein unglücklicher Zu­fall"

Wer spricht da?" fiel der junge Mann ihm mit dem verstörten Blick eines Irren in'S Wort,gort, ich muß ausiS Schaffot l Laßt mich gch'n, die Raben warten schon auf mich! Fott, sage ich, geht mir aus dem Wege!"

Bestürzt wichen die Zunächststehenden zurück, aber dem Hofbauer lieh jetzt der Schmerz Riesenkraft, er umschlang seinen Sohn. 1

Er ist.'wahnsinnig!" sagte der Vater Mariens entsetzt.Gott im Himmel, daran erkenne ich Deine Hand, Du hast den Ueber- muth gestraft, den Stolz tief gedemüthigt und uns Allen gezeigt, wie wankelmüthig das Glück ist."

Man hat mich gerufen," sagte der Pfarrer

Sischeint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 22j Sgr., durch die Postämter 27 Sgr. (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 @gr. JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

Für in der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen «erden 2| Sgr. berechnet.

licher Mord sei? Wiffen wir nicht Alle, daß er sie lieber hatte, als sich selbst?"

Und wenn er's auch im Scherz oder im Uebermuthgethan hat, ein Mord ist es doch," sagte der Vater Mariens mit heiserer Stimme.Ein Mord bleibt e«, und wenn auch die Richter ihn freisprechen, sein Ge­wissen wird ihn verurthcilcn."

Fritz blickte auf, sein Gesicht war mtstellt, verzerrt.

Steh' auf, Fritz," bat der Hofbauer mit mühsam erzwungener Ruhe,vielleicht ist sie noch zu retten."

Der junge Mann strich mit der Hand über die Stirn, als ob er sich aus das Vor gefallene besinnen wolle, dann sprang er empor und ein wilde«, verzehrende» Feuer loberte jäh in seinen Augen auf.

Du hast die Büchse geladen!" rief er Du bist der Mörder!"

Ich nicht," sagte der Hofbauer, erschreckt zurücktretend.Ich hatte die Waffe einem Jäger geliehen"

Mörder!" schrie Fritz.Bist Du nun zufrieden?"

Einige junge, kräftige Burschen traten zwischen ihn und den alten Mann.

Laßt ihn," sagte der Hosbauer,vielleicht

>ezog< t Logis

nie Oterhksfische Zeitung hat bereits mit V dem Beginn des gegenwärtigen Quartals den in Aussicht gestandenen Wegfall deS Leitungsstcmpels hin, eine Format-Vergrößc- eintreten lassen, die sie zu einem der Mgste» politischen TageSblätter «acht. Nachdem nun vom nächsten Quartal «I, diese Voraussetzung eingetreten ist, wird die' Redaction der Oberhesfischen Zeitung wch fernerhin bemüht sein, allen und jeden Anforderungen an ihr Blatt, sowohl durch Mseitigkeit deS Inhalts, wie durch die rascheste und «ahrheitsgekreueste Mittheilung der politischen Nachrichten zu entsprechen; «ch rote vor wird dem erzählenden Theil dcS Blattes besondere Sorgfalt zugewandt «erben unb beginnt mit bem 1. Juli in dem- Men von dem beliebten Romanschriftsteller Ewald August König, eint Original- GzShlnng:

Der Kampf am eine MiSisrr.

Für Marburg und Umgegend in der Expe­dition abonnirt kostet die Oberhessische Zei­tung vierteljährlich 22Vz Sgr. Bei sämmt Rhen Postanstaltcn deS Deutschen Reiches gg Dgx. und bei Ueberbringung durch die Postboten 283/* Sgr.

Die Bestellungen auf das nächste Quattal wrmentlich bei der Post auf dem Lande lei den Landpostboten bittet alsbald zu | $en Die «r»e». »er Oberh. Zeitung.

e, bti »zeigen nimmt entgegen: srJ? Je Srpeditron d. Blattes, die Annvncen-Bureaux . 27 Ä- Dietrich & So. in

'Utile, i-ffel und Hannover; Th. lterie- strich m Frankfurt a. M.; ----Aaafenfcin & Vogler m - . Ofurt a. SR., Berlin, Leip-

« A Sdln rc.; Rudolf Moss«

in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

ÖM Gesängniß gebracht."

Esters Der Hofbauer richtete sich stolz auf

*ib warf trotzig daS Haupt in den Nacken gar. *ru*

. " h . .Wer will ihn anzrigen?" ftagte er.Wer

rter Verwendung finden dürften. Nach darüber herrschen, daß der Zustand der Erlaß des CulwSministerS ist es nicht übrigen Armee dem der Garde um Nichts nlich erachtet im Anschluß an die Durch- nachsteht. Niemals hat die Welt eine Armee rung deS Normai-EtatS für Bildungs- gesehen, wie diejenige, mit welcher Deutsch- schien L Klaffe auch btt Regelung bet tanb sich versorgt', um, mit Feldmarschall

^Wieder beugte er sich über den jungen "kU'Msnn, er rief ihn, Fritz hörte nicht; er Hyi »ersuchte, ihn emporzurichten, aber gewaltsam j KSuhte Fritz sich dagegen.

4Wir müssen ihn fortschaffen," sagte er . kfe, sich zu den Umstehenden wendend,wir 'CH ^sen ihn der Qual nit überlassen."

All der Vcrräther sein?"

Niemand," antwortet« der Bau«, der jtthin ihn gewarnt hatte! ich hoffe, eS flieht 1 mun Vcrräther unter uns. Aber muß der