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Jliarfiurg, Donnerstag, den 25. Juni.

187'4-

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie dir Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M ; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schuß­ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

f/baj ,-.,inen nimmt entgegen: Bav Spedition d. Blatte», «ie die Annoncen-Bureaux 'uill. in Th- Dietrich & Co. in und Hannover; Th.

jeirich in Frankfurt a. M ;

Immen, Lrfenftcin & Vogler in hon i8 iinkfurta.M.,»erlm^Lech° Köln ic.; Rudolf Moss, s4-M »Berlin, Frankfurta.M.rc. . "fckbeint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für da» Quartal durch die Expedition (Koch'fche Puchdruckerei) bezogen 22j Sgr., durch dir Postämter 27 Sgr. ____. (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. JnsertiouSgedühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

, Für in der Expedition zu crtheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 2j Sgr. berechnet.

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Berlin, 23. Juni. Lei Gelegenheit Sebietateiner Polemik gegen dieKreuzzeitung" welche darüber klagt, daß die kirchlich« Po ls-Plau fitit pes König« Friedrich Wilhelms IV. als verfehlt und verkehrt bezeichnet wird er 3 Wert dieNotvd. Allg. Zlg." an folgende " Sorte, welche der verstorbene König 1845 «> König Ludwig von Baiern schrieb:Ich beschwöre Dich, geliebter Schwager! habe bmner die Augen über die Thoren oder Schurken, die katholischer als der Papst jkin wollen und deren unsinnigem Schalten

nie Oberhesfische Zeitung hat bereits mit _öJ y dem Beginn des gegenwärtigen Quartals "ifti auf den in Aussicht gestandenen Wegfall des Illi ZeitungSstempelS hin, eine Format-Vergröße- Schch wng eintreten lassen, die sie zu einem der ,, , Willigsten politischen TageSblätter macht. Nachdem nun vom nächsten Quartal k ofl, tuest Voraussetzung eingetrcten ist, wird tie Redaction der Oberhessischen Zeitung ,«ch fernerhin bemüht sein, allen und jeden , ^Anforderungen an ihr Blatt, sowohl durch SEI Melseitigkeit des Inhalt», wie durch die rt, niß refcheste und wahrheitsgetreueste Mittheilung zu 8o politischen Nachrichten zu entsprechen;

noch wie vor wird dem erzählenden Theil tti Blattes besondere Sorgfalt zugrwandt 3 w enbtn und beginnt mit dem 1. Juli in dem- Zuli bi Üben von dem beliebten Romanschriftsteller vwald August König, eine Original-

Sure Kirche allein die gegenwärtigen Aerger- iiisse deS Abfall« und der Lästerung zu ver- (fm6 danken hat." DaS Zustandekommen des c,n ftfr mternationalen CongreffeS in Brüsiel scheint [451 MerdingS fraglich geworben zu sein. Der t." Telegraph hatte sehr voreilig berichtet, daß

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Die «xped. »er Vberh. Zeitung.

Deutsche« -Leich.

vor di Der Kampf *w eiae Million, aus--- »lltarburg und Umgegend in der Expe- tt" bitten abonnirt kostet die Oberhessische Zei- »ch uu lang vierteljährlich 22^2 Sgr. Bei sämmt

! lichen Postanstalten deS Deutschen Reiches , . zz Sgr. und bei Ueberbringung durch die Mektos Postboten 28% Sgr.

Die Bestellungen auf das nächste Quartal : Mentlich bei der Post auf dem Lande den Landpostboten bittet alsbald zu

alle eingeladenen Staaten auf dem Congreffe vertreten sein würden, denn wie sich bereits aus der Erklärung des Earl Derby im Parlamente ergab, ist die mglische Regie­rung z. B. noch keineswegs schlüssig, ob sie an dem Eongrcsse überhaupt theilnehmen wird. Auch die französische und die öfter reicbische Regierung, welche im Prinzip den russischen Vorschlägen ihre Billigung er theilten, sind über die dem Congreß zu stel lenden Aufgaben sehr getheilter Ansicht. DaS von der russischen Regierung auSge- arbeitete Memorandum ist so umfassend, daß die Berathung und die Feststellung der einzelnen Punkte eine ungemein lange Zeit erfordern würde. ES erscheint deshalb wün- schenSwerth, daß der Congreß, wie von deutscher Seite angeregt sein soll, sich nur mit Gegenständen rein militärischen Cha rakterS zu beschäftigen und die theoretischen Fragen unerörtert lassen werde. Die An­fragen, welche daS Londoner Cabinet wegen Theilnahme des CongresseS an die übrigen Mächte gerichtet hat, dürsten voraussichtlich zur Vereinbarung gemeinsamen Verhaltens Anlaß geben. Wie übrigens die ^Wes.-Ztg." hört, soll die russische Regierung beabsich- tigen, eine vorläufige kurze Vertagung deS Kongresses, welcher zum 27. Juli zusammen- berusen, in Vorschlag zu bringen. Die Angabe derDeutschen Nachr.", daß Hr. August v. d. Heydt eine Million Thaler zu einer Stiftung für erwerbsunfähige alte Bürger bestimmt habe, wird von derEl­berfelder Zig." bestimmt als erfunden be­zeichnet. Richtig ist, daß der Verstorbene verschiedene Legate gemacht hat, über deren Verwendung erst später ein Näheres ver­lauten wird. Das hiesige Stadtgericht hat zum meistbietenden Verkaufe der Bahn Anlage der pommer'schen Centralbahn nebst Zubehör einen neuen Termin auf den 2. September anberauMt. Die Taxe ist auf 2,438,000 Thaler ausgefallen.

Bezüglich der Expedition zur Beob­achtung des Venus-Durchganges hat der BundeSrath beschlosien: 1) Mit dem von dem Exekutiv-AuSschuß der Commission zur Vorberathung der Beobachtung deS VenuS- DUrchgaugS im Jahre 1874 aufgestellten Organisationsplane für die auSzufendmden 5 Expeditionen sich einverstanden zu erklären

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Z« Uebermuth.

Skizze von E. Aug. König.

(Fortsetzung.)

Zimmer und blickte staunend sich um.

Ja, e» ist schön hier", sagte sie,aber ch »erd' nicht oft hier sein."

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64 b.

Der junge Mann schüttelte dm Kopf; er

«griff da» nicht; er meinte, Marie müsse

nun mit ihm theilte.

6r öffnete eine andere Thüre.

»Das ist daS Schlafzimmer meines VaterS," le er, und hier nebenan liegt die Stube, der er arbeitet."

.Weßhalb nicht?"

. »ES ist mir zu vornehm hier."

»Da siehst Du, daß auch die Bauern - vornehm fein tonnen!" lachte Fritz.Wir ___ »erden die Stuben benutzen, wenn Besuch 09 b « der Stadt kommt." 41 L »Kommt der oft?

*Zur Erntezeit. Und Deine Frmndinnen - *erdm uns ja auch befuchm".

»Die führ' ich nicht hier hinein, sie sollen W sagen, daß ich stolz geworden fei und Junten wolle."

Sie fliegen die Treppe hinauf, Hand in l Hand, das Lächeln de» Glücks auf den Lippen, Ne zwei heitere, sorglose Kinder.

»Sieh', hier ist die Putzstube", sagte Fritz, eine Thür öffnend.Gefällt sie Dir?" Marie trat in das elegant eingerichtete

3} b. ........

0s M über diesen Reichthum frenen, dm sie

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Nun wirst Du später hier arbeiten?" fragte Marie.

Ja, von morgen ab."

^Jst es denn wirklich wehr, daß Dein Vater Dir Alle» abgetreten hat, Haus und Hof?"

Gewiß."

Und er?"

Er hat sich vorbehaltm, die Aussicht zu führen."

Und mein Vater?"

Sein Zimmer liegt drüben, er bleibt jetzt bei uns."

Du wirst ihn recht lieb haben, nicht wahr, Fritz?"

Weshalb sollte ich nicht? Er ist ein braver, rechtschaffener Mann und er ist Dein Vater, weshalb sollt' ich ihn nit achten und ehrm"

Er wird unfern Garten besorgen, Fritz."

Aber er will Beschäftigung haben."

Er wird sie schon findm, aber arbeiten soll er nit."

Die Beiden waren inzwischen in das Ar­beitszimmer deS Hofbauers eingetreten.

Auch hier zeugte Alle» von Wohlhaben­heit. Der massive Schreibtisch am Fenster, die bequemen Sessel, der Teppich auf dem Fußboden, die Fenflervorhänge, die werth- vollm Kupferstiche, welche die Wände schmückten, und die reiche Ausstattung deS GewehrschrankeS, das Alles zmgte davon, daß der Hofbauer rin reicher Mann war,

und auszusprechcn, daß gegen den vorgelegten Kostenanschlag und Nachtrag eine Erinnerung nicht bestehe, unter dem Vorbehalte, daß für jenen Kostenbetrag, zu deffen Deckung die erforderlichen Mittel durch den ReichshauS- haltsctat noch nicht genehmigt sind. die nachträgliche verfassungsmäßige Bewilligung durch Einstellung in den ReichShauShallSetat für 1875 bewilligt werde; 2) dem Entwürfe eines Statuts der Commission für die Beob­achtung des Venus-DurchgangeS die Zu­stimmung zu ertheilen. Die erwähnte Eoin- Mission besteht auS folgenden Mitgliedern: Prof. Dr. Argelander in Bonn, Professor Lruhnö in Leipzig, Prof. Förster in Berlin Direktor Rümker in Hamburg, Dr. Schön feld in Mannheim, Prof. Winnicke in Straß bürg, fämmtlich Direktoren der Slernwarten in genannten Städten; ferner aus dem Astronomen der königl. preuß. AkndeMie der Wiffeufchaften, Prof. Dr AuwerS in Berlin, und dem UniversitätS Professor Dr. Seidel in München.

Vor Kurzem brachte terBerliner Börsen-Courier" mit wenigen Zeildn die Nachricht, daß der Vicekönig von Egypten bei Krupp in Essen 500 Kanonen bestellt und dieselbm bereits via Rotterdam bezogen habe. Diese Nachricht erhielt ein gewisses Relief dadurch, daß das officiise Wölfische Telegraphenbureau in Berlin es für nöthig erachtete, sie von Eairo und Petersburg aus zu desavoUiren, woraus sich daS Berliner Blatt veranlaßt sah, zu erklären, daß es mit der Sache absolut richtig sei, daß es sogar in der Lage sei, den Capitän und die Mannschaft deS Dampfers, welche die ersten 249 Kanonen von Rotterdam nach Alexandrien übergeführt, als Zeugen für die Richtigkeit der Nachricht aufzuführen. In seiner Nummer vom 16. b. schreibt betBerl. Börs.-Conr." : Wir können an dieser Stelle nur noch einmal betonen, daß jene Nachrichten von der größten Wichtigkeit für die gejammte Gestaltung deS zukünftige» Verhältnisses zwischen Egypten und der Türkei sind. Der Khedive ist an der Spitze seine« mit guten Kanonen und Kriegsmaterial reichlich ver­sehenen Heeres im Stande, eines Tages die Anerkennung seiner Unabhängigkeit von der Pforte kategorisch zu fordern. Und daß er dieß in kürzerer ober längerer Frist thu»

wird, dafür bürgen eben jene Rüstungen, dafür bürgt selbst die Hast, mit welcher man die Nachrichten von denselben zu unterdrücken bestrebt ist, am sichersten. Wir könntet übrigen» bereits jetzt manche interessante Details über jene Nachrichten und ihr Schicksal mittheilen. Dieselben compromittiren einerseits iudeß die hiesige türkische Gesandt­schaft in ziemlich hohem Maße, andererseits wäre dazu die Nennung der an dem Trans­port der Kanonen betheiligten Personen er­forderlich , so daß wir mit der Wiedergabe derselben so lange innehalten, bis die bis­herigen schüchternen Dementirungsversuche kühner und offener auftreten. Nach uns aus Cairo zugehenden Nachrichten hat unsere Mittheilung, welche bircct dorthin depeschirt wurde, in dortigen maßgebenden Kreisen große Aufregung hervorgerufen und ihre Folge war daS inbirecte und schüchterne Dementi der Nachricht. Wir wiederholen noch ein Mal, daß wir nur ein directeS Dementi unserer Nachricht erwarten, um alle in der Angelegenheit betheiligten Per­sönlichkeiten namhaft zu machen und noch weil genauere Details über den Transport aus den Schiffsjournalen und Connaiffe. menten tnitzutheilen. Daß daneben auch einzelnepikante" halbpolitische Enthüllungen ihren Platz finden mußten, kann der An­gelegenheit nur höheres Interesse ver­leihen."

Breme», 22. Juni. Der Kronprinz deS deutschen Reiches und von Preußen wohnte dem gestrigen HauptgotteSdienste in ver St. Petri - Domkirche bei. Der Kron­prinz trat ein, als Herr Pastor Dr. Merkel die Liturgie begann. Herr Pastor Frick- höffcr predigte über Matth. 13 Kap. 44. Nach einer kurzen Einleitung, in welcher hervorgehoben wurde, daß die Kirche nicht kalt und fremd dem gegenübcrstehen dürfe, was Zeit und Menschen bewege und die wirthschaftlichen Bestrebungen in ihrer vollen Wichtigkeit ehre und erkenne, entwickelte der Prediger an der Hand des Gleichnisses vom Schatz im Acker die Grundgedanken seiner Rede von der Bedeutung des religiösen Glaubens nicht entschlagen. Kein Wissen befriedige daffelbe und keinerlei Glaubens­lehre an sich, wie sie von bett verschiedenen Kirchen ausgeprägt worden, könne ihm nicht

und gegenüber der schlichten Einfachheit an­derer Bauern drängte sich hier dem Beschauer die Ueberzeugung auf, daß der Hofbauer seinen Reichthum auch zeigen wollte.

Marie war vor dem Gewehrschrank stehen geblieben; Fritz trat neben sie und schlang den Arm nm ihre Taille.

Du hast wohl nie so schöne Waffen ge­sehen?" fragte er.

Nein, das Gewehr, welche» mein Vater besitzt"

O, es stammt wohl noch aus der Fran- zosenzeit? Ja, daS waren schöne Gewehre, man fehlte damit ein Pferd auf zehn Schritte."

Und weshalb hat Dein Vater so viele Waffen?"

ES ist seine Liebhaberei."

Benutzt er sie auch?"

Er weniger, als ich. O, ich werd' Dir manchen Hasen in die Küche liefern!"

DaS wird mir lieb fein," sagte Marie lächelnd.Einen guten Wildbraten verachte ich nicht."

Fritz hatte dm Schrank geöffnet, er nahm eine Büchse heran».

Sieh', daS ist meine LieblingSbüchse," versetzte er und dabei leuchtete ein freu biger Stolz au» seinen Augen;damit hab' ich schon manchem Hasen hknter'S Ohr ge­pfeffert."

Triffst Du so sicher?" fragte Marie lächelnd.

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Der junge Mann trat zurück und legte den Kolben an die Wange.

Soll ich Dir'S beweisen?" fragte er.

Laß! laß!" rief Marie erschreckt.Mit solchen Dingen darf man nicht scherzen."

Bah, die Büchsen sind nie geladen."

Wenn auch, eS ist ein gefährlicher Scherz."

Gieb Acht, ich ziele auf Dein rechtes Suge."

Laß daS, Fritz!"

Siehst Du, wmn ich jetzt loS- drückte---"

Ein dröhnender Schuß hallte durch das HauS, ihm folgte ein gellender Schrei.

Die Büchse war den Händen des jungen ManneS entfallen, fein stierer Blick ruhte mit Entsetzen auf dem leblosen Körper, der vor ihm auf dem Fußboden lag.

Die Kugel war in» rechte Auge eilige» brungen; das roihe Blut riefelte aus der Höhle und ergoß sich über den schneeweißen Fußboden.

Die Gäste strömten von unten herauf, die Thüre wurde aufgestoßen, mit einem Schrei der Verzweiflung warf sich Fritz über die Leiche.

Starr und stumm vor Entsetzen umstan­den die Hochzeitsgäste die schreckliche Gruppe.

Der Hofbauer war der Erste, der sich ernannte, er beugte sich zu seinem Sohne nieder.