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%r. 142.

Marvurg, Sonnabend, den 20. Juni. 1874.

874. then acht n zu rein ;sten that, ntlht Arzt, Zeit- bitte

«».eigen nimmt entgegen: ri, @n>ebitiott d. Blatte», fgmje die Annoncen-Bureaux Mn Th. Dietrich & Co. in «taflet und Hannover; Th. Dietrich in grantfurt a. M ; «aafenftein & Bögler in Äanlfurt a. M., Berlin, Leip- ,;a Köln rc.; Rudolf Moff» in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Anzeigen nimmt entgegen: die @fl*bition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a." M.; Jnvalideudank, A. Rete- meyer in Berlin; CarlSchüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quattal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 221 Sgr., durch die Postämter 27 Sgr (erd. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

Für in der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2j Sgr. berechnet.

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DeutscheS Reich.

, Berlin, 18. Juni. Die Kaiserin

Eiisabech von Oesterreich wird wahrscheinlich

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all« Die «xpe». der vberh. Zeit»««.

Nie Oterhrsfische Zeit««- hat bereits mit P dem Beginn des gegenwärtigen Quartals M den in Aussicht gestandenen Wegfall des LilungsstempelS hin, eine Format-Vergröße- nwg eintreten lassen, die sie zu einem der billigsten politische« LageSblätter gwcht. Nachdem nun vom nächsten Quartal 8fl, Hirse Voraussetzung eingetreten ist, wird »je Redaction der Oberhessischen Zeitung «Nh fernerhin bemüht sein, allen und jeden -aforderungm an ihr Blatt, sowohl durch Vielseitigkeit de« Inhalt«, wie durch die «scheste und wahrheitsgetreueste Mitlheilung Nr politischen Nachrichten zu entsprechen ; «ach wir vor wird hem erzählenden Theil «s Blatte« besondere.Sorgfalt zugewandt »erden und beginnt mit dem 1. Juli in dem» sstbm von dem beliebten Romanschriftsteller Ewald August König, eine Original - Erzählung:

Dee Kampf ** eiae Milli««.

Für Marburg und Umgegend in der Expe­dition abonnirt kostet die Oberhessische Zei- tung vierteljährlich 22 Va Sgr. Bei jammt- lichen Postanstalten de« Deutschen Reiche« 23 Tgr. und bei Uederbringung durch die Postboten 283/t Sgr.

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>874. -Mit esset lasen Bitte

Die Bestellungen auf da« nächste Quartal namentlich bei der Post aus dem Lande iptes 6en Landpostboten bittet alsbald zu

mit der Erzherzogin Valerie im Juli sich zum Gebrauch einer Badekur nach der Insel Wight begeben und demnach dort mit unserm kronprinzlichen Paar zusammentreffen. ---«u« Paris ist eine Notiz in die Blätter ---- gekommen , daß die deutsche Auswanderung

»ach Amerika wiecer begönne? habe, und »atz der AuSwandererstrvm seinen Weg pißtentheil« über Havre nehme. Man « kaum, welche von diesen Meldungen Krister erfunden ist, denn einmal ist schon , ob« beit da« größte Kontingent bisher zur ,'"J «uSwandernng liefernden Provinzen gemeldet [Dorten, daß der Arbeitermangel für die J Landwirthschaft weniger oder gar nicht fühl­

bar sei, weil die traurigen Nachrichten aus Amerika über die Noth der Arbeiter in Folge der allgemeinen Geschäftsstockung hin­länglich abgeschreckt habe, ja selbst viele Ausgewandette zur Rückkehr bewegen würde, wenn die Mittel dazu nicht fehlten, außer­dem nehmen unsere Auswanderer bekanntlich nicht den Weg über Havre,' sondern über Bremen und Hamburg, oder allenfalls per Niederländische Häsen. Deutschen Blättern sollte dies wohl bekannt genug fein, um nicht auf obigeReklame" anzubeißen, wie öfter geschehen ist. Wie der Regierungs- Präsident v. Kotze in Erfurt, so haben auch der Präsident v. Blumenthal in Sigmaringen und der Präsident Behr in Stralsund ihre Pension nachgesucht. Den Entschluß deS Letzteren wieder rückgängig zu machen, hat dir dortige Bevölkerung durch Deputationen und Bitte« sich angelegen fein lassen. Bon den Kriegervereinen werden vielfach Gesuche um Ueberlassung von Waffen aus den Beständen der Arsenale an den Kaiser gerichtet, da jedoch zu diesem Zwecke geeig­nete Borräthe nicht mehr vorhanden sind, haben die Provinzialbehörden Anweisung er halten, die betr. Vereine über die Erfolglo sigkeit derartiger Gesuche zu bclchren. Die Provinzial - Schulcollegien find aufge­fordert worden, zu berichten, in welchen Fällen und aus welchen Gründen die Durch fnhrung des Normal Schul Etat« noch nicht erfolgt ist? Die bezügl. an das Abgeord­netenhaus eingereichten Petitionen sind von der Regierung größtentheils schon im Sinne der Petenten erledigt- worden. Nach früheren Meldungen ist die ZeitungPoft" von Mitgliedern der freikonservativen Partei angekauft worden, um deren Richtung und Interessen als Organ zu dienen. Einem neuerdings erlassenen Circular zufolge, welche« Die Unterschriften der konservativen Abgeordneten o, Köller, v. Bismark und v. Rauchhaupt trägt, soll diePost" nicht specififch froiconservativeS Organ sein, son­dern die Aufgabe zur Vertretung der reichS- ireundlich konservativen Richtung im weitern Sinne haben. Demgemäß ist auch an alle Partei und Gesinnungsgenoffen die Anffor berung zur Betheiligung und Unterstützung ergangen, nachdem eine Vereinbarung über die Tendenz des Blattes zwischen den Ver­

tretern der verschiedenes verwandten Partei Stellungen erfolgt war.

18. Juni. Der Bundesrath beschloß in seiner gestrigen Schlußsitzung, die Gesetz­entwürfe betreffs der Gerichtsverfassung, der Civilprozeß- und der Strafprozeß-Ordnung in der nächsten Herbstsession des Reichstages vorzulegen mit dem gleichzeitigen An­trag auf Einsetzung einer ständigen außer­ordentlichen Reichstags - Commission behufs deren Vorberathung bis zur Seffion im Jahre 1875

Der Schluß der Vorlage über die Competenz der deutschen Gerichte nach dem Gerichtsverfassungsgesetz lautet: III. Die oberen Gerichte heißen OberlandeSgerichte; dieselben werden mit einem Präsidenten und der erforderlichen Anzahl von SeuatSpräsi- beten und Rächen besetzt (§ 93.) Bei ben OberlanbeSgerichten werden Civil- und Straf­senate gebildet. (§ 94.) Die Senate der Oberlandesgerichte entscheiden in der Besetzung von 5 Mitgliedern mit Einschluß des Vor sitzenden. (§ 96 ) Die OberlandeSgerichte sind zuständig für die Verhandlung und Entscheidung über die Rechtsmittel: 1) der Berufung gegen die Endurtheile bet Land­gerichte und Der Handelsgerichte in bürger­lichen Rechtsstreitigkeiten; 2) der Revision gegen Urtheile der Schöffengerichte; 3) der Revision ge-en Urtheile der Strafkammern, sofern die Revision ausschließlich auf die Verletzung einer in den Landeögesetzen ent haltenen Rechtsnorm gestützt wird; 4) der Beschwerde gegen Entscheidungen der Land­gerichte und der Handelsgerichte in bürget lichen Rechtsstreitigkeiten; 5) der Beschwerde gegen strafrichlerliche Entscheidungen erster Instanz, soweit nicht die Zuständigkeit der Strafkammer begründet ist, und gegen Ent­scheidungen der Strafkammern in der Be schwerbeinstanz. (§ 95.) IV. Heber diesen Gerichten der einzelnen Bundesstaaten steht da«Reichsgericht"^ dessen Sitz mit Zu­stimmung des BundesrathS durch kaiserliche Verordnug bestimmt wird. (§ 97.) Das Reichsgericht wird mit einem Präsidenten und der erforderlichen Anzahl von. Senats- präfioenten und Räthen besetzt. (§ 98.) Der Präsident, die SenatSprästbenten und Räthe werben auf Vorschlag des Bundes raths von dem Kaiser ernannt. Zum Mit

gliebt des Reichsgerichts kann nur ernannt werden: wer das 35 Lebensjahr vollendet hat und entweder in einem Bundesstaate znm Richteramte befähigt ist, oder an einer deutschen Universität die Stelle eine« deutschen Lehrers der Rechte bekleidtt. (§ 99.) Die Ernennung erfolgt auf Lebenszeit. Ist ein Mitglied zu einer Strafe wegen einer ent ehrenden Handlung ober zu einer Freiheits­strafe von länger als einjähriger Dauer rechtskräftig verurtheilt, so kann daffelbe durch Plenarbeschluß beS Reichsgerichts seines Amtes unb seines Gehaltes für verlustig erklärt werben. Vor ber Beschlußfassung sind baS Mitglieb unb ber Oberreichsanwalt zu hören. (§ 100 ) Bei bem Reichsgerichte werden Civil- und Strafsenate gebildet.

104.) Die Senate des Reichsgerichts entscheiden in der Besetzung von 7 Mitglie­dern mit Einschluß des Vorsitzenden. (§ 111.) In Strafsachen ist das Reichsgericht zustän­dig 1) für die Untersuchung und Entschei­dung in erster und letzter Instanz in den Fällen deS HochverrathS, insofern diese Ver­brechen gegen den Kaiser ober da« Reich gerichtet sind; 2) für die Verhandlung unb Entscheidung über die Rechtsmittel ber Re Vision gegen Urtheile der Strafkammern, insoweit nicht die Zuständigkeit ber Ober- landeSgerichte begrünbet ist, und gegen Ur­theile der Schwurgerichte; die Beschwerde gegen Entscheidungen der OberlanbeSgerichte. (8 107.)

Der vom BupdeSrath einstimmig an­genommene preußische Antrag auf Einfüh­rung von Polizei - Rügegerichten für Ueber-- tretungen, welche nur mit Geldstrafe von höchsten« 60 Mark ober Haft von höchstens 14 Tagen bedroht sind, ist wie folgt motu virt:Bei Uebertretungen der geringfügigsten Art, b. h. denjenigen, welche das Strafge­setzbuch mit Geldstrafen von höchstens 20 Thlr. oder Haft von höchstens 14 Tagen bedroht, ist eine zweckentfprechenbe Aburthei- lung in zahlreichen Fällen nur dann zu er« zielen, wenn die Verhandlung und Entschei­dung unmittelbar nach der That zu einer Zeit eintritt, wo ber Angeschulbigte unb die Zeugen noch zur Stelle sind. Es gilt dies insbesondere von Zuwiderhandlungen gegen straßenpolizeiliche Vorschriften. Durch die Besugniß zur polizeilichen Straffestsetzung

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>64 b. >04 6 X) d. tj b.

Vu b. >34 b.

>1 b. 164 h- >1 b.

t-1 - von E. Aug. König, ,;ir .

(Fortsetzung.)

Die Tische brachen saft unter der Last der Speisen, der Wein stoß in Strömen und unablässig wanderten die sür diesen Tag ge« »iecheten Diener hinter den Gästen auf und nieder, um zum Esten unb Trinken zu »öchigen. Da wurde gezecht, gejubelt, ge­lacht und geschwatzt, daß man oft fein eigenes Wort nicht hören konnte und dazwischen klangen »k Gläfer und rap­pelten die Teller , daß man in dem ver­worrenen Lärm befürchten mußte, taub zu

ictiaerben.

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Gelt, da« kann nit Jeder?* wandte er sich zu de« Vater feiner Schwiegertochter, so scheu e» schüchter n ihm gegenüber laß, als ob er selbst fühle, daß er auf die iv» Ehrenplatz im Hause de«, reichen Bauern ^iuen Anspruch machen dürfe.Ja, folch

l5s d . OH >M X>i » x>i d. )2iB- - G.

Der Hofbauer, der neben dem sreudestrah- lenden Brautpaare saß, lächelte im Bollge- lihl seine« stolzen Setbstbewußsteinö.

ö" Fest wird so bald nit wieder gegeben «ben, aber ich hab'« mir schon vor Jahren ^»genommen, wenn mein Bub' mal hei wihet, sollen sie All' erfahren, daß fein ®»t« ein reicher Mann ist."

benommen hatte;es war nicht nöthig, daß es in dieser Weise zeigtet. Offenherzig

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?o bDas wissen Alle, die Euch kennen, schon )x; b lange," sagte der Pfarrer, der die Wotte

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gesagt, Hofbauer, Ihr habt deS Guten zu viel gethan; wäre es nicht vernünftiger ge- roefen, wenn Ihr die Hälfte beS Geldes, welche« Ihr für diese Hochzeit verwendet habt, den Armen gegeben hättet?"

Dem stolzen Hofbauer schoß das Blut in die Wangen, Tadel und Widerspruch hatte et nie ertragen können, und nun wurde gar noch daS getadelt, was er sich zur besonderen Ehre rechnete unb worauf er stolz war.

Herr Pfarrer, »ich hat noch kein Armer vergeblich um ein Almosen gebeten," erwi­derte er,unb mein Gewissen sagt mir, daß ich mein Leden lang genug gethan habe für meine armen Mitmenschen. Aber ich kann nit immer mit ben Leuten Mitleid haben, denn unter denen, die al« Bettler auf mei­nen Hof gekommen find, waren viele Tage­diebe und Vagabunden, faule Schufte, die nit arbeiten wollten, Verbrecher, die Gelegen­heit zum Stehlen suchten, und solch Gesindel mehr, deshalb geb ich nur dem, den ich selber gesehen hab'."

Da« ist Euer unbegründetes Mißtrauen gegen die Vereine," sagte der Pfarrer kopf­schüttelnd ,an ihm scheitert Alles. Wie manche gute That könnte verrichtet werden, wenn die reichen Gutsbesitzer"

Ah, das Capitel kenn' ich auch schon," lachte der Hofbauer,Bleibt mir mit der Mission vom Leibe; mir ist es gleichgültig, ob die Heiden bekehtt werden, ober nicht;

mag Jeber glauben, was er Lust hat, wenn er nur ein braver, ehrlicher Mensch ist."

Da habt ihr Recht," sagte ber Braut­vater, vergnügt barüber, daß ihm dieser Gemeinplatz Gelegenheit gab, auch einmal ein Wort mit drein zu reden,wenn man nur immer brav und ehrlich ist."

Der Pfarrer schüttelte wieder den Kopf, aber er schwieg, weil er wußte, daß es nutzlose Mühe war, den eigensinnigen und von seinem inneren Werthe felesnfest über zeugten Hofbauer eines Andern zu be­lehren.

Unb das sind die Hofbauern immer ge­wesen!" fuhr ber Hofbauer fort.Mein Vater unb mein Großvater, brav unb ehr lich waren Alle, beöhalb haben auch wir'S so weit gebracht."

Wer wollte bas bestreiten!" sagte ber Pfarrer ruhig.Aber wenn nicht die Hülfe Gottes dazu kommt unb den Segen Der- leiht, ist es doch nichts mit aller mensch­lichen Arbeit. Bestellt Euren Acker nach allen Regeln der Wistenschaft, wenn der liebe Gott nicht Sonnenscheiiz Hub Regen, jedes zu seiner Zeit, schickt, dann habt Ihr vergeblich auf eine gute Ernte gerechnet."

Na, und wenn'« einmal fehlschlägt, so machtö auch nichts aus," sagte der Hofbauer trotzig.Eine Mißernte macht mich nit arm."

Auch drei noch nit," warf der junge

Ehemann ein, ohne den warnenden Blick seiner hübschen Frau zu beachten.

Drohend erhob ber Pfarrer den Zeige­finger.

Spottet nicht," warnte er,Gott läßt sich nicht spotten!"

Wer will denn spotten?" fragte ber Hofbauer.Trinkt, Herr Pfarrer, seid fröhlich unb guter Dinge, an solchem Tage soll man solch Gespräch nicht iühren."

Ein ernfte« Wort finit auch beim frohen Feste nit schaden," entgegnete ber Pfarrer, indem er das Glas erhob.Wie man bas Glück erst dann recht zu würdigen weiß, wenn man im Unglück gewesen ist, so ge­nießt man nach einem ernsten Gespräch auch eine fröhliche Stunde hoppelt*

Herr Pfarrer ihr meint, man müsse im Unglück gewesen sein, um das Glück ganz genießen zu können?"

Ja, mein Freund!"

Dann hätt' ich mein Glück noch Nit ge­nossen bum ich kenn' kein Unglück."

Hofbauer Ihr frevelt!" sagte ber Pfarrer entsetzt.Demüthigt Euch vor dem Herrn unb bankt Gott täglich, daß er Euch so viel Glück descheerl hat, wuchert mit bem Euch anvertrauten Pfände, das heißt, theilt den Armen von Eurem Ueberfluß mit unb be­reitet Euch vor auf schwere Prüfungen, die Gott Euch täglich schicken kann."

(Fortsetzung folgt.)