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Marburg, Freitag, den 19. Juni.

1874

OImhcMc Jalung

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aller Weise nur zu weiterer Erfrischung und Genehmigung zur Erhöhung der Güterfracht-

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Die Exped. der vberh. Zeitung.

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Erwarten rasch und wirksam in ihrer alten Kraft bewährt, und der hohe Curgast kommt nicht mehr als Reconvalescent, sondern in

Tarife beschlossen worden ist, hat der Han­delsminister durch Circular-Erlaß die Vor-

Für Marburg und Umgegend in der Expe­dition abonnirt kostet die Oberhessische Zei-

Drutsches Keich.

' * Berlin, 17. Juni. An demselben Tage, an welchem durch den BundeSrath die

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Kräftigung an die heilbringenden Quellen. Um so fester darf die Zuversicht sein, daß die Wirkung des Bades Ems und des er­quickenden Aufenthalts in dem schönen Lahn ihale, sowie die weitere Sommerkur an der wunderkräftigen Quelle von Gastein dem mächtigen Fürsten wieder volle Frische und Stärkung für die weitere Erfüllung seines erhabenen Berufes bringen werden.

Der Aufenthalt des Kaisers in EmS ist den deutschen Patrioten auch deshalb von sympathischer Bedeutung, weil sich mit dem- selben die Erinnerung an den jüngsten ge­waltigen und siegreichen Aufschwung des deutschen Volksgeistes und der deutschen Volkskraft verbindet. Von EmS ging die tiefe und einigende Bewegung auS, welche nach diiederwerfung des Feindes daS Deutsche Reich wie aus innerer Nothwcndigkeit wieder erstehen ließ. Die Kraft und Würde, mit welcher König Wilhelm in bett denk­würdigen Tagen von EmS deutsches Wesen gegen wälsche Ungebühr zur Geltung brachte, wurde der Funke, durch welchen das einheit­liche deutsche VolkSbrwußtsein zur mächtig lodernden Flamme entzündet wurde. Deß- halb ist EmS eine geweihte Stätte der deutsch-nationalen Erinnerung geworden und erhebende Gefühlt und Gedankm knüpfen sich an den jedesmaligen Gang unseres Kaisers an diesen historisch bedeutsamen Aufenthalt. 1

Kaiser Wilhelm trifft in EmS den Neuem mit dem Kaiser Alexander von Rußland zusammen. ES ist zunächst daS persönlich freundschaftliche innige Verhältniß, welches die beiden erhabenen Fürsten immer wieder zu vertraulichem Verkehr zusammenführt, aber mit diesen persönlichen Beziehungen stehen die großm politischen Gesichtspunkte im genauesten Einklänge, welche von den beiden Monarchen in voller Uebereinstimmung und Gemeinschaft vertreten werden und deren wirksames Band zugleich den ihnen eng be freundeten Kaiser von Oesterreich umschlingt. DaS- deutsche Volk blickt auf diefe mächtige politische Gemeinschaft mit um so größerer Genugthuung, als die Aufrichtung dos deutschen Reiches und die von demselben verkündete Politik der Ausgangspunkt des großen FriedensbundeS war, welcher in dem innigen und vertraulichen Zusammensein der erhabenen Monarchen immer neue Bestäti­gung findet.

des Hofbauers, Grund genug, mit aller Entschiedenheit an seiner Einwilligung zu zweifeln.

Man wollte wissen, eS sei zwischen Vater und Sohn zu heftigen Auftritten gekommen, aber der Fritz habe einen trotzigen Kopf, und wenn der Hofbauer eine Schwiegertochter in seinem Haufe sehen wolle, so müsse er zuletzt doch nachgeben.

Das war die Wahrheit, ja, der Hof­bauer hatte sogar mit Enterbung gedroht, aber Fritz war standhaft und der Alte konnte es nicht verhindern, daß bie' jungen Leute täglich, bald hier, bald dort, einander trafen und bei diesen Gelegenheiten die Schwüre ewiger Liebe und Treue erneuert wurden.

Gegen das Mädchen selbst fand der Hof­bauer nichts einzuwenden; sie war hübsch, kräftig gebaut, charakterfest und liebenswür­dig, sie war mit allen Arbeiten im Hause und auf dem Felde erfahren und es ließ sich mit Sicherheit erwarten, daß sie eine tüchtige Hausfrau sein würde, aber sie brachte keinen rothen Heller mit, und über diesen Punkt konnte der reiche Mann nicht so leicht hmweggehen.

Dieser Punkt war eS, woran Alles schei­terte, die Bitten des Sohnes, wie die ernsten, vernünftigen Ermahnungen wohlmeinender Freunde.

Der Hofbauer fühlte, daß er alt wurde, und er sehnte sich darnach, die Sorgen, die auf seinen Schultern ruhten, abzuschütteln, um die letzten Jahre seines mühevollen Lebens in beschau licher Ruhe zu verbringen, aber daS konnte er, der Sitte gemäß, erst am Hochzeitstage feines Sohnes, und Fritz zeigte durchaus keine Neigung, unter den Mädchen, die ihm von seinem Vater vorgeschlagen wurden, rin« Wahl zu treffen.

Und was die alten Dorfweiber längst vorauSgesehen hatten, daS geschah jetzt.

Der Hofbauer begann sich mit dem Ge­danken an diese Verbindung allmählich zu befreunden, er beobachtete verstohlen das Mädchen und gab endlich, wenn auch mit innerem Widerstreben, seine Einwilligung.

Und als er Marie näher kennen lernte, bereute er nicht, seinen trotzigen Kopf ge­beugt zu haben; er mußte gestehen , daß er sich eine beffere Schwiegertochter nicht wün­schen könne.

Da >rar denn seit mchreren Tagen gesot­

Unter dieser Ueberschrift knüpt dieProv.- Cvrresp.* an den Aufenthalt Sr. Majestät in dem bekannten Curorte die. nachfolgende

grüßt und von der Bevölkerung überaus freudig empfangen wurde. Am Dienstag (16.) hat der Monarch bereits die gewohnte Brunnenkur begonnen. Der Aufenthalt des Kaisers in EmS wird etwa bis Anfang der zweiten Woche des Juli währen. Dann gedenkt Se. Majestät über Homburg zum Besuche dcö russischen Kaiserpaares nach Jugenheim und Mitte Juli zur Kur nach Gastein zu gehen, etwa zum 10. August aber nach Berlin zurückzukehren, um bis Ende August den Truppenübungen im Bereiche des GardecorpS und des 10. (Hannoverschen) Armee orpS beizuwohnen. Ihre Maje­stät die Kaiserin Augusta ist nach Beendigung der Frühjahrskur in Baden-Baden am 15. d. M. über Jugenheim, wo sie Ihrer Ma­jestät der Kaiserin von Rußland einen Be­such machte, nach Koblenz gereift und gedenkt dort während deS Aufenthalts deS Kaisers in dem benachbarten Ems zu verweilen. Am Dienstag machte die hohe Frau bereits einen Besuch in Ems. Unser Kronprinz wird sich am Donnerstag (18.) nach Bremen begeben, um als Beschützer berj dortigen landwirthschaftlichen Ausstellung der PreiS- vertheilung am 19. beizuwohnen und am 21. nach Potsdam zurückzukehren. Am 27. geht der Kronprinz nach BreSlau, um an der 200jährigen Jubelfeier des Leib- Kürafsier-RegimentS und an der Einweihung eines Kriegerdenkmals Theil zu nehmen. Am 1. Juli erfolgt voraussichtlich die Ab­reise der Kronprinzlichen Familie nach Eng­land."

Die Competenz der deutschen Geriete in Strafsachen wird nach dem Organisations­gesetze folgende sein: I. Die unteren Gerichte beiden Amtsgerichte. Denselben stehen Ein­zelrichter vor. Auch wenn ein Amtsgericht mit mehreren Richtern besetzt ist, erledigt jeder derselbm die ihm obliegenden Geschäfte als Einzelrichter (§ 10). Für die Verhand­lung und Entscheidung von Straffachen wer­den bei den Amtsgerichten Schöffengerichte gebildet (§ 11). Die Schöffengerichte be­stehen aus dem Amtsrichter als Vorsitzenden und zwei Schöffen (§ 17). Insoweit das Gesetz nicht Ausnahmen bestimmt, üben die Schöffen während der Hauptverhandlung das Richteramt im vollen Umfange und mit gleichem Stimmrechte wie die Amtsrichter auS und nehmen auch an denjenigen, im Lauie einer Hauptv«handlung zu erlaffenben Entscheibungen Theil, welch: in keiner Be­ziehung zu ber Urtheilsfällung stehen, unb welche auch ohne vorgängige münbliche Ver­handlung crlaffen werben können. Die außer-

»erden unb beginnt mit bem-1. Juli in dem selben von dem beliebten Romanschriftsteller Ewald August König, ein« Original-

Eine Diebinnen-8ersa»«luug in L«»d«n.

Von vr. Karl Schneide».

(Schluß.)

l hope you are all well erscholl eine kräftige Stimme und ein breitschulteriger Mann lehnte sich über die Brüstung der Tribüne zum Gruße gegen die Gesellschaft.

Jch>öchte Euch zunächst" fuhr er fort bevor wir uns an das Kaugeschäft begeben, noch nachträglich ein Weihnachtsgeschenk machen."

Nun pausirte er einige Sekunden. Die Diebsgesichter waren alle auf das Aeußerste gespannt.

««-eigen nimmt entgegen: aieStt>editt°n d. Blattes, umie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & &> J" Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; Kaasenstein & Vogler i*

Aus dem neuen, geräumigen Wohnhause b«8 reichen Hofbauers erscholl Gläserklang tob fröhliches Lachen des Hofbauers einziger Sohu feierte feine Hochzeit mit dem fünften Mädchen aus dem Dorfe.

A» Nebenmtth.

Skizze von E- Aug. König.*)

E« war ein herrlicher Maitag; das frische Grün, ber golbene Sonnenschein, bas Zwit­schern unb Singen ber Vögel, bie köstliche Luft unb bie Farbenpracht ber haftenden Alumen unb Blüthen allüberall das Alles lud zum Spaziergang ein, unb wer für bie Schönheiten ber Natur ein empfängliches Gemüth besaß, ber konnte an diesem Tage, in bewunderndes Anschauen versunken, dem Singen und Klingen des Frühlings im eige-

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stände der Staats- und Privateisenbahnver­waltungen davon benachrichtigt. Die Pri­vatbahnen, welche sich zur Einführung des vom Reichseisenbahnamt empfohlenen Tarif- System verpflichte», sind ermächtigt worden, zur Erhöhung der bestehenden Lokalfrachtfätze durch Erhebung eines Zuschlags bis höchstens 20 Prozent. Ausgeschloffen sind von dieser Erhöhung die nothwendigen LebenSmittel, Getreide, Kartoffeln, Mehl, Salz, Hülsen­früchte und Mühlenfabrikate. Für Eilgut darf,als Minimalsatz 6 Sgr., für Fracht­gut 4 Sgr. erhoben werden. An diese Ermächtigung hat der Handelsminister die Vermahnung angeknüpst, daß eS im wohl verstandenen Jntereffe- der Dahnverwaltungen liege, der momentan ungünstigen Lage der Industrie und des Handels möglichst Rech­nung zu tragen, und von dem erhaltenen Recht schonenden Gebrauch zu machen. Wo DiSparitäten in den Frachtsätzen zwischen den Eisenbahnverbänden nicht zu vermeiden sind, sollen diese jedenfalls baldigst beseitigt werden. Nach der Kreisordnung sind die Eisenbabiigefellschaften verpflichtet, zu den­jenigen KreiSabgaben Beitrag zu leisten, welche auf da« aus Grundbesitz und Ge­werbe fließende Einkommen gelegt werden. Die Einschätzung dieses Einkommens ber' Eisenbahngesellschaften soll nach einem Erlaß ber Minister deS Innern unb ber Finanzen nach ben für Erhebung der städtischen Ein- kommmsteuer geltenden EinschitzungSgrund- sätzen geschehen. Die Staatsbahnen sind von dieser Verpflichtung zur Beisteuer an KreiSabgaben frei, weil nach der Kreisord- nung der FiskuS wegen seines auS Grund­besitz, Gewerbe und Bergbaurechten fließen­den Einkommens zu Kreisabgaben und Ein­kommensteuer nicht heranzuziehen ist. Die Kreuzztg." will die Ehrenamts-Vorsteher coffiren, weil sie sich angeblich nicht bewährt hätten. In Wirklichkeit ist daS Gegentheil ber Fall. DieKreuzztg." hat nur ihrem Aerger über bie Kreisordnung durch solche Erfindung Luft machen wollen

Die heutige Nr. derProv. Corresp." schreibt:Unser Kaiser hat am Sonntag (14 ) AbendS Babelsberg verlassen und ist am Montag (15.) Vormittags in Bad Ems eingetroffen, wo er von dem Kaiser von Rußland schon am Bahnhofe herzlich be­

trag vierteljährlich 22*/z Sgr. Bei sämmt lichen Postanstalten des Deutschen Reiches 23 Sgr. und bei Ueberbringung durch die Postboten 283/j Sgr.

Die Bestellungen auf daS nächste Quartal

ten unb gebraten worben, große Fässer voll Bier unb Wein hatten bie Fuhren ans ber Stadt gebracht unb bichgroßen, weiten Räume des Erdgeschoffes, die sämmtlich durch Thören mit einander verbunden waren, faßten kaum die geladenen Gäste.

Das war ber Stolz des Hofbauers, nach Jahren noch sollte man von biesem Feste reden, er wollte es so glänzend aus- statten, daß es auch unübertroffen blieb.

(Fortsetzung folgt.)

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jj^Sölnrc.; Rudolf Moffr i;- in Berlin, Frankfurt a. 9)1. rc.

Srfldeint täglich außer ben Werttagen nach Sonn- und Feiettagen- Preis für das Quattal durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 33j Sgr., durch die Postämter 37 Sgr. (epcl. Bestellgebühr und mcl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 33 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

Für in der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden Sgr. berechnet.

Man hatte seit Jahren von dieser Ver­bindung als einer unausbleiblichen That- !ache gesprochen, aber außer den beiden Be> Heiligten selbst wollte Niemand so recht to diese Verbindung glauben, denn Marie dar das Kind eines armen Tagelöhners tob man kannte nur zu gut den Stolz

*) Nachdruck nicht gestattet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», ' sowie bie Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung in Frankfurt ai' M; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

nie Oterhcsfische Zeitung hat bereit« mit y dem Beginn des gegenwärtigen Quartals ggj den in Aussicht gestandenen Wegfall des SeilungsstempelS hin, eine Format-Vergröße- ning eintreten lassen, bie sie zu einem ber billigste« politischen Lagesblätter wacht. Nachdem nun vom nächsten Quartal an, diese Voraussetzung eingetreten ist, wirb bie Redaktion ber Oberhessischen Zeitung auch fernerhin bemüht sein, allen und jeden Anforderungen an ihr Blatt, sowohl durch Vielseitigkeit de« Inhalts, wie durch die rascheste unb wahrheitsgetreueste Mittheilung ber politischen Nachrichten zu entsprechen; «ach wie vor wirb dem erzählenben Theil des Blattes besondere Sorgfalt zugewandt

jf tot Herzen lauschen.

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4 M namentlich bei ber Post aus bem Lanbe l * bei ben Lanbpostbotm bittet alsbalb zu J < machen

Betrachtung:

Kaiser Wilhelm ist von Neuem in Ems zu bem gewohnten Badeausenthalte einge- troffen. Wenn ben verehrten Monarchen Üftit Jahren die herzlichsten Wünsche der preußischen unb deutschen Patrioten an die Ä berühmten Heilquellen geleiten, an welchen " « nach dem arbeit«- und sorgeuretchen Ver- fomfe des Jahres stets Erfrischung und «ne Kraft zu weiterem segensreichen Wirken fanb, so sind die Wünsche unb zugleich der Dank gegen Gott in diesem Jahre um so hunger, je größer bie Sorge war, mit welcher das deutsche Volk im letzten Winter auf die erschütterteGesundheitveSKaisarS blickte

Eine Zeit lang war die Hoffnung für die Wiederkristigung deS erhobenen Fürsten vorzugsweise aus bie altbewährte Cur hn Frühjahre gesetzt. Inzwischen hat bie gute Natur deS Kaisers nach Ueberroinbung beS eigentlichen Krankheitsanfalles sich über alles

Erzählung: _

8 * 1 Der Kamps mn eine Millian