Einzelbild herunterladen
 

Jftarßurg, Dienstag, den 9. Juni

Ur 132

1874

©brthrlTifdjr Jrihmg

vo«

ben

n 0,

die

m

! t«

4

eine

376

4373 U.

- E

ein großes historisches Problem gelöst habe durch die Entdeckung hoher Civilisation und von Riesenbauten auf dem Urboden, in der Tiefe einer alten Stadt, welche im ganzen Alterthum Jlium hieß und als Inhaberin der Baustelle des homerischen Jlium ange> sehen wurde.

Allein noch mehr. Als Schliemann in 8 bis 9 Meter Tiefe die Ringmauer bloß­gelegt hatte, stieß er beim Weitergraben auf dieser Mauer, unmittelbar neben den Ruinen eines großen Gebäudes, welches durch eine mächtige Feuersbrunst in Asche gelegt und vielleicht eistst dasHaus des PriamoS" war, auf einen ganz merkwürdigen Fund, einen zuzammengerafften Haufen von Kost­barkeiten , auf den von ihm sogenannten Schatz des Priamos". Zunächst erregte ein großer kupferner Gegenstand seine Auf­merksamkeit, hinter dem er Gold zu bemerken glaubte. Um diesen Schatz der Habsucht seiner Arbeiter zu entziehen und für die Wissenschafft zu retten, entfernte er dieselben sofort und begann den Fund eigenhändig, nicht ohne die größte Kraftanstrengung, mit einem großen Mester herauszuheben. Da­bei-drohte die höchste Lebensgefahr, indem

Rachthcil, daß nicht selten noch unerprobte Kräfte in wichtige Stellungen einfach deshalb gelangen, weil kaum eine Wahl möglich ist. Unzweifelhaft liegt ein Theil der Gründe dieser oft beklagten Erscheinung in materiellen Verhältnissen und zwar gerade in der Er- traglosigkeit der Privatdocentur im Gegen­satz zu der raschen und sichern Versorgung, welche der praktische Lebenöberuf fast aus allen Gebieten gegenwärtig weit mehr als früher darbietct. Je ärmer unsere Zeit an Idealismus, je gesteigerter die materiellen Ansprüche in allen Schichten sind, um so seltener findet sich die Resignation, eine Lauf­bahn zu wählen, welche neben völliger Un­sicherheit des schließlichen Erfolges für eine unbestimmte Zeit Verzicht auf feste Ein­nahmen fordert. Es darf gewiß nicht daran gedacht werden, durch dauernde Besoldungen Privatdocenten anzulocken; darin läge die völlige PreiSgebung der Grundgedanken des JnstitulS; aber eS erscheint wünschenSwerth, dem Mittellosen den Entschluß zur akade­mischen Laufbahn und das Beharren darin zu erleichtern. Die UnterrichtSverwaltung, welche dazu bisher außer Stand war, soll durch den neuen Fonds die Möglichkeit zu ausgiebigen Unterstützungen für unbemittelte Docenten erhalten, von welchen nach ihren vorliegenden Leistungen erwartet werden kann, daß sie sich bewähren und in der akademischen Laufbahn vorwärts kommen werden. Diese Subventionen sollen für ihre Dauer vom Drucke der äußeren Sorge befreien und die unbekümmerte Hingabe an die Lehrthätigkeit und die wissenschaftliche Forschung ermög­lichen. Zu einem bequemen AuSruhen wür- den sie der Natur der Sache nach nicht ein­laden und sie sollen aufhören, wenn es sich herausstellt, daß die von den Docenten ge hegten Erwartungen irrig gewesen sind, so daß er bester thäte, das Streben nach einem für ihn nicht geeigneten Berufe aufzugeben. Aus diesem Grunde wird beabsichtigt, die auf höchstens 500 Thlr. zu bemessenden Sti­pendien immer nur auf ein, höchstens zwei Jahre in Voraus und jedenfalls nicht über vier Jahre hintereinander zu vertheilen. ES wird nicht leicht sein, dieses System von Subventionen richtig zu handhaben; aber es lohnt sich gewiß, einen Versuch damit zu machen.

Neuerdings ist entschieden worden, daß der Gewerbebetrieb im Umherziehen nicht durch Stellvertreter, auch durch die Ehefrau des Berechtigten ausgeübt, auch das dem erkrankten Inhaber eines Gewerbescheins durch den Letzteren erthcilte Recht nicht durch

eine Festungsmauer, welche spätere Bewohner des Platzes über die Stelle aufgesührt hatten und die nun zur Hebung des Schatzes unterwühlt werden mußte, jeden Augenblick auf den glücklichen Entdecker einzustürzen drohte. Die Fortschaffung des Schatzes vermochte Schliemann mit Beihülfe seiner Gattin auszuführen.

Ohne Frage ist dieser Fund von hohem Werth, mag er nun wirklich von Priamos herrühren oder nicht. Unter einem Schild oder Präsentirteller, einem gehenkelten Kessel und einer durch die Gluth gebogenen Platte, särnmtlich von Kupfer, lagen mehrere Vasen, Flaschen und Becher, theils von Kupfer, theilS von Silber oder Elektron (Mischung von Gold und Silber), thcilS von reinstem Gold; sechs getriebene Stücke reinsten Silbers in Form von großen Klingen, viel­leicht homerischeTalente." dann, 17 Lanzen oder Streitäxte und 7 Dolchmester von Kupfer u. s. w. Da sämmtliche.Gegenstände einen viereckigen Haufen bildeten, so war anzunehmen, daß sie in eine hölzerne Kiste zusammengepackt gewesen waren, die bei eiliger Flucht im Stich gelasten wurde und bann verbrannt war, denn neben den Gegen-

Umschreiben des ihm ausgefertigten Gewerbe­scheins auf einen Anderen übertragen werden barf, derselbe vielmehr, um daö Gewerbe ausüben zu können, für seine Person mit einem besonderen Gewerbeschein versehen sein muß. Dieser letztere Gewerbeschein kann aber unter Einziehung des Gewerbescheins welcher der erkrankten, oder sonst dauernd am Gewerbebetriebe behinderten Person er- theilt ist, bei vorhandener persönlicher Be­fähigung des Vertreters zu einem ermäßigten Steuersätze ertheilt werden.

Der Kongreß der deutschen Landwirthe hat in seiner Sitzung vom 24. Febr. d. I. auf Antrag der Preisrichterkommission be­kanntlich beschlossen, einen Preis von 1500 Mark deutscher Reichswährung für die beste, das nachfolgende Thema behandelnde Schrift zur nochmaligen öffentlichen Concurrenz aus- zusetzen:Welcher Reformen bedürfen die jetzt für das deutsche Reich gültigen Zölle und Verbrauchssteuern, um den gerechten Forderungen der Landwirthschaft Rechnung zu tragen?" Der Beantwortung dieser Frage hat zunächst eine kurze historische Darlegung der maßgebenden handelspoli­tischen Systeme und ihres bestimmenden Einflusses auf die jeweilige deutsche Zoll- Reform, sowie eine kritische Beleuchtung derjenigen Momente, welche in Betreff dieser Frage in den Verhandlungen des Congresses deutscher Bolkswirthe, des Zollparlaments und des Reichstages hervorgetreten sind, vorauszugehen. Bei Beantwortung der Frage selbst ist die in dem deutschen Re­formprogramm betonte Verbindung der Ta­rifreform mit der Finanzreform, sowie die Ersatztheorie inS Auge zu fasten, und die landwirthschaftliche und finanzielle Bedeut­samkeit der dafür in Aussicht genommenen Steuerobjekte mit in Betracht zu ziehen. Als Schlußtermin für die Einlieferungen ist der 1. Juli 1875 festgesetzt worden. Die Preisschrift soll den Raum einer mäßigen Broschüre nicht überschreiten und muß deutlich und in deutscher Sprache geschrieben sein. Eine jede Arbeit ist mit einem Wahl­spruch zu versehen und mit einem versiegelten Briefe einzusenden, welcher auswendig den- selben Wahlspruch trägt, innen den Namen und Wohnort des Verfasters angibt. Die Entscheidung über die Zuerkennung deö Preises erfolgt durch die Preisrichterkom­mission, bestehend auö den Herren Dr. Herth-Heidelberg, OberappellationSrath a. D. von Lenthe-Lenthe, Pabst-Burgstall, Seiler- Neuensalz, v. Wedemeyer - Schönrade. Die mit dem Preise gekrönte Arbeit muß un-

Penstonsberechtigung der CivilstandSbeamten festzustellen; über die Modalitäten einer der­artigen Anerkennung^schweben zur Zeit noch die Beratungen. ES steht jetzt fest, daß die Realschul - Abiturienten nicht zu allen Fakultäten zugelasten werden sollen. Dagegen ist die Frage, ob den Abiturienten der Real- schulen erster Ordnung, welchen schon jetzt die philosophische Fakultät zugänglich ist, auch der Zugang zur medizinischen Fakultät zu verstatten sei, noch eine offene.

Im Kriegsministerium werden bereits die Vorbereitungen zur Ausführung des Reichs - MilitärgesetzeS vom 2. Mai d. I. getroffen. Es handelt sich zunächst um die nach §. 71 zu den Abschnitten II., IV. und V. des Gesetzes vorn Kaiser zu erlastenden AuSsührungsbestimmungen, speciell um die Bestimmungen über die Zulassung zu den Stellen und Aemtern des HeereS, sowie über das Aufrücken in die höheren Stellen, um die Vorschriften über die Handhabung der Disciplin, erforderliche Körpergröße für den Militärdienst re. Die Ausarbeitung der zur Ausführung des Reichs - Militärge­setzes nothwendigen Gesetze soll erst später erfolgen; eS werden erforderlich: ein Gesetz, betreffend die Dienstverhältnisse der Land­sturmpflichtigen ; ein Gesetz, welches die Vor­bedingungen regelt, welche zum einjährig- freiwilligen Dienst berechtigten; die Militär- Slrafprozeßordnung; endlich ein Gesetz, welches über die Ausübung der militärischen Controle, die Hebungen und die gegen Per­sonen des Beurlaubtenstandes zulässigen Disciplinarstrafmittel nähere Bestimmungen trifft

ES wird seitens der Staatsregierung beabsichtigt, schreibt dieRat. Ztg.", in den nächstjährigen Staatshaushaltsetat einen be- sonderen Fonds von jährlich 18,000 Thlr. zu Stipendien für Privatdozenten bei den Uni­versitäten zählt aufzunehmen. Die Abnahme der Zahl der Privatdocenten (unsere sämntt- liche» Universitäten zählten im vorigen Winter z. B. nur 10 bei ben evangelisch- theologischen, nur 8 barunter Richter unb Rechtsanwälte, bie nur neben ihrem Amte an bet Universität bcciren wollen bei ben juristischen Facultäten) läßt nachgerabe be­fürchten, baß bie Universitäten in naher Zeit nicht mehr aus ihrem eigenen Nachwuchs werden erhalten werden können, und daß sie den Vorzug einbüßen werden, den sie bis jetzt vor den nichldeutschen Hochschulen in der eigenthümlichen Art besitzen, wie sich ihr Lehr­körper aus sich selbst heraus ergänzt. An dererseits hat der Mangel an Nachwuchs den

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a." M.; Jnvalidendank, A. Rete- meycr in Berlin; Carl Schüß- ler m Hannover; C. Schlotte in Bremen.

iliew schen c bi»

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Ouattal durch die Expedition (K o ch's ch e B u ch d r u ck e r e i) bezogen 22i Sgr., durch die Postämter 27 Sat (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. * 9

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2j Sgr. berechnet.

verschiedenen Völkern herrührende Schichten von 4 bis 7, von 7 bis 10, von 10 bis 14 und 16 Meter Tiefe. In der vorletzten derselben nun stieß Schliemann zunächst auf eine Menge eigentümlich gestalteter Gesäße, Urnen, Vasen, Töpfe, Teller und Schüsseln, dann Terracotten, meist Spinnwitteln (als CarrouselS" oderVulkane" von Schlie­mann bezeichnet), namentlich auch auf Gestchts- urnen, die er alsVasen mit Eulen-gesicht" und als Idole und Darstellungen der ilischen Minerva, der Schutzgöttin TrojaS, auffaßte. Ferner kamen nicht bloS silberne Armbänder und Ohrringe zum Vorschein, sondern es lag auch in einem verbrannten Haus das Gerippe einer Frau,. daneben Fingerring, Tuchnadeln, Ohrringe unb Perlen von Gold. Dies Alles war dem eifrigen Sucher ge­nügende Andeutung, daß er nunmehr in das Gebiet der Hinterlassenschaft der alten ho merischen Trojaner gelangt fei. Als er dann noch die Reste einer alten Ringmauer, eines großen Thurmes von 6 Meter Höhe, der auf dem Urboden aufgebaut war, sowie ein Doppelthor aufgedeckt hatte, das er als das homerische Skäische Thor beutete, ba

ir.

rf en bei

««.eigen nimmt entgegen: JÄebition d. Blattes, ie die Annoncen-Bureaux L® Th. Dietrich & Co. m Assel und Hannover; Th. Tietrid? in Frankfurt a. 2JI-, Stein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlm^Leip- S Köln 2C.; Rudolf Moff- Merlin, Frankfurt a. M. rc.

Deutsches Keich.

gfctlin, 16. Juni. Bekanntlich hat vor Kurzem der Bundesrath beschlossen, eine -ommisston für Vorbereitung einer Medicinal- ftatiftit für das Deutsche Reich zu bilden und die (von uns bereits genannten) Mit­glieder derselben gewählt. Wie verlautet, «ird diese Commission gegen Ende dieses Monats unter dem Vorsitze des Präsidenten Bitter zusammentreten und sich zunächst über ben Modus der Erledigung ihrer Aufgabe verständigen, bann aber ihre Thätigkeit Tttyrenb der Sommermonate aussetzeu und erst im Herbst wieder beginnen. Graf Hatzfeld wird, wie eS heißt, demnächst Madrid wieder verlassen und erst zum Winter dort­hin zurückkehren, womit am besten alle der deutschen Regierung in Bezug auf Spanien zsgeschriebenen Pläne gekenntzeichnet werden würden. Frhr. v. Werther wird Mitte nächster Woche hier eintreffen unb in kürzester Frist auf seinen Botschasterposten in Kon­stantinopel abgehen. An bem von Herrn Stephan angeregtenWelt-Postkongreß", welcher am 15. September in Bern zu fammentritt, wird nun auch Frankreich, das bisher allein widerstrebte, Theil nehmen. Der Minister, Herzog v. Decazes, welcher i in einer Kommission der Nationalver­sammlung aus Anlaß bet französisch- amerikanischen Poftvertrages barüber Mitteilung machte, erklärte zugleich, baß dieser Vertrag eine Art von Uebergangsstabium - von bem gegenwärtigen rein fiskalischen Postsysteme zu einem neuen freisinnigeren Systeme bilden solle. Frankreich hat gegen ttärtig die höchsten Portosätze von allen 1 Staaten. Im Ministerium des Innern, ist man '.eifrig mit den Ausführungsbestim­mungen zur Einführung des CivilehegesetzeS in Preußen .beschäftigt, welche im Laufe dieses Monat« zum Abschluß gelangen sollen. Man geht bei diesen Arbeiten hauptsächlich davon aus, von vornherein Zweifel über die Beipflichtung zur Uebernahme des Standes­amtes und dessen Umfang zu beseitigen, in welcher Beziehung schon mehrfach verschieden- artige Auffassungen und Auslegungen her­vorgetreten sind. Bei dieser Vorarbeitung bilden die für die Qualifikation der Standes­beamten auszustetenden Grundsätze nicht geringe Schwierigkeiten. Man ist entschloffen, ganz besonderes Gewicht auf die Ehrenhaftig­keit des Charakters und die Zuver­lässigkeit der betreffenben Personen zu legen, und es ist jetzt, da man ja meist auf er­fahrene Beamte wird zurückgreifen müffen, «ich als notwendig erkannt worden, die

tttf Theils waren es Erzeugnisse der griechi- i Ichen, theilS solche der vorgriechischen ober barbarischen Kunst, die hier zum Vorschein taoen. Schicht für Schicht bekundete, daß 08fr an diesem Orte schreckliche Kämpfe stattge funken, und daß immer auf den Trümmern

zerstörter Wohnungen die Sieger oder deren Nachfolger eine ganz neue Ansiedelung an­gelegt hatten, die dann nach Jahrhundetten wiederum niebergebrannt worden ist. Aus bet jüngsten, der hellenischen Zeit stammen bie Fundstücke der obersten Schichten: Bild- fouerarbeiten, Marmor- unb Terracottal- fragmente, Münzen unb Inschriften, unter Oberem ein prächtiges Friesstück mit bem Sennengott Helios auf bem Viergespann einem borischen Tempel. Diese Trürn-

^ttschicht, welche bis 2 Meter bick ist, stammt aus der Zeit, in der LysimachoS ein ^esIlion" gegründet hatte. Die zweite etwa 2 4 Meter dicke Schicht enthält ebenfalls viele Reste griechischer Kunst, Vielleicht bie Ueberbfeibfel einer früheren Kolonie bet Hellenen unter ber Herrschaft btr Lydier. Dann folgen noch drei von wurde eS ihm ganz unzweifelhaft, daß er