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Jfr. 126

Marburg, Dienstag, den 2. Juni.

1874

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Aszeizen nimmt entgegen: kie Expedition d. Blatte#, Km« bie Annoncen-Bureaux LR Th. Dietrich & So. in Mel und Hannover; Th. Dietrich in Jtanlfutt a. 3R., Laasenstein & Vogler in fcontfnrt a- M-, DerlinLeip-

Köln rc.; Rudolf Moste iaBtrlin, Frankfurt a. M. rc.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition («och'fche Buchdruckerei) bezogen 221 Sar burA hi. ZZ

(tret. Bestellgebühr und inet- Stempelsteuer) für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. - JnstrtionsgebL str die gespaltene Aile l'S« ^ Postämter 27 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen »erben 2| Sgr. berechnet.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche,. Buchhandlung in Frankfurts. M.; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

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leicht ist, bleiben.

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Hartenburg in die Wälder entkommen, Frau Ellrich dann aber den Entbehrungen in der Wildniß, und vielleicht mehr noch der ungewohnten Lebensweise, erlegen. Ihre jüngste Tochter hatte schon in dem be­lagerten Schloß das böse Fieber hingerafft, das sich stets im Gefolge des Krieges und namentlich in eingeschlossenen Festungen ein­stellt.

bis zur nächsten Landtagssession, der Ent­wurf schon in der letzteren erscheinen wird. Jedenfalls liegt eS in der Absicht, einzelne besonders wichtige Theile des Unterrichtsge­setzes, welche zum Abschluß gelangt sind, zu veröffentlichen, um sie der Kenntnißnahme und Kritik der Fachmänner zu unterbreiten. Der Handelsminister Dr. Achenbach ist heute (Sonnabend) hierher zurückgekehrt; seine Reise in den Harz galt lediglich einer Besichtigung der Bergwerke von Clausthal und Zellerfeld, die er bis dahin noch nicht persönlich in Augenschein genommen hatte. Nach Mittheilung derGermania" wird auch zu Köln, Münster und Bremen ein feierliches Seelenamt für den verstorbenen Abg. v. Mallinckrodt stattfinden.

»re-la«, 29. Mai. In der heutigen zweiten und letzten Hauptversammlung der 21. allgemeinen deutschen Lehrer - Ver­sammlung theilte Lehrer Sturm die Ant- wott des Kultusministers und des Fürsten Bismarck auf die gestern an ihn abgesandten telegraphischen Grüße mit. Dr. Falk ant­wortet:Den Dank für denjjGruß der 21. allgemeinen deutschenLehrervcrsammlung drücke ich aus in dem warmen Wunsche gedeih­lichen Erfolges der ernsten gemeinsamen Arbeit." Das Telegramm an Fürst Bismarck lautete:Dem Fürsten Bismarck, dem Vor­kämpfer deutschen Geistes, widmet Gruß und Verehrung die 21. allgemeine deutsche Lehrer- Versammlung." Die Antwort des Fürsten lautet:Herzlichen Dank den treuen Kampf, genoffen. Bismarck." Das erweckte unge­heuren Jubel in der Versammlung. Die Verhandlung über die Beschlüsse der zu Kaffel im Juli v. I. stattgefundenen AuS- chuß- und Deligirten Konferenz über die Organisation der allgemeinen Lehrer-Ver- ammlungen welche in einer gestern abge­haltenen Ausschuß und Delegirten Konferenz modificirt worden sind, wurde auf Sturm'S Antrag bis zur nächsten allgemeinen Lehrer- Versammlung vertagt. Die Wahl des Ortes der nächstjährigen Versammlung wird dem Ausschüsse überlassen. In den Ausschuß werden auf Dr. Thiels Antrag diejenigen Mitglieder deS seitherigen AuSschuffeS wieder- genählt, die sich an den beiden letzten Ver- ammlungen betheiligt haben. Denselben wird die Befugniß eingeräumt, sich auf 25

hälter und Arbeitslöhne darstellt. Die Aus gaben für Gehälter u. s. w. absorbiren aber allein 3545 Prozent der gesamntten Be­triebsausgaben, und an eine Herabminderung der Gehälter wenigstens sei nicht zu denken Fast alle Bahnen geben andererseits zu, daß die Preise der Materialien wieder im Sinken begriffen sind, sie meinen jedoch, daß dieselben auf das Niveau von 1869 und 1870 nicht wieder zurückgehen würdm. Einzelne Bah­nen heben die enormen Kosten für die Er­weiterungen und Verbefferungen ihrer Bahn- hofSanlagen hervor, welche ohne Einfluß auf die Steigerung der Betriebseinnahmen seien. Von einer mit Maß und Verständniß durchgeführten Tariferhöhung versprechen sich die Bahnen eine Steigerung ihres Nettoer trageS, sie befürchten nicht eine Verminderung der Transportsmengen. Selbst die rheinisch- westfälischen Bahnen sind überzeugt, daß Kohlen und die anderen BergwcrkSprodukte einen Aufschlag von 20 Prozent auf die Gütettarife recht wohl zu ertragen im Stande feien. Auch an dieser Stell, bemerkt die Hannoversche Staatsbahn ausdrücklich, daß für verschiedene Konkurrenzverkehre der Seeplätze auf eine Frachterhöhung in der nächsten Zeit wohl überall nicht zu rechnen sein dürfe. Mit der Zustimmung des BundeSraths zu den Anträgen des Reichs kanzlerS vom 5. Mai soll übrigens, wie bekannt, das letzte Wort in der wichtigen Frage noch nicht gesprochen sein. Vorläufig soll den Eisenbahnen nur ein prozentueller Zuschlag von durchschnittlich 20 Prozent zu ihren bestehenden Tar sen gegeben werden dürfen. Die dauernde Erhöhung soll erst zugleich mit einer gründlichen Tarifreform durchgeführt werden. Das Reichseiscnbahn- amt verlangt ein einheitliches Tarifsystem für ganz Deutschland. Die für dasselbe leitenden Gesichtspunkte sind in der Anlage 10 der Denkschrift des Reichskanzlers zu- sawmengestellt. Von dem Vorschläge einer Annahme des sogenannten elsaß-lothringischen Tarifsystems ist man zurückgekommen, viel­leicht mit Berücksichtigung deS sehr geringen Ertrages der Reichsbahnen, deren Anlage­kapital sich rur zu 2 Prozent verzinst. Da­gegen wird ein seit einiger Zeit auf den baierischen Bahnen angenommenes und auch von den Eisenbahn-Verwaltungen im Allge-

zubrachte, die jeder Hochzeit, auch der nied­rigsten voranzugehen pflegen. Ich wollte der Hochzeit meiner Schwester Emma bei­wohnen und hatte zu diesem Zwecke einen kurzen Urlaub erhalten. Wir waren seit dem Tode unserer Mutter allein auf der Welt gewesen, ohne einen andern Verwand­ten zu haben als die gute, alte Tante, bei der meine Schwester Zuflucht gefundm. Sie hieß MrS. Pearson und hatte aus ökonomischen Rücksichten ihren Aufenthalt in AvrancheS, an der Küste der Normandie, genommen. Dort hatte Emma seit zwei Jahren gelebt. In Folge der rauhen Lust jener Gegend war jedoch ihre von früh an schwächliche Gesundheit so bedenklich ge­worden, daß die Tante, von Unruhe er­griffen, einen Arzt zu Rath gezogen hatte, welcher, nachdem er ihren Zustand geprüft, von Anlage zur Schwindsucht gesprochen und große Vorsicht sowie ein milderes Klima empfohlen hatte.

ES war eins von jenen Recepten, welche sich leichter geben als anwenden laffen; denn Tante Pearson war arm, Emma besaß nichts, und ich, ihr Bruder, zweiter Lieute- nant in der Marine, hatte wmig mehr als meinen Sold. Wir waren die Kinder eines verstorbenen Geistlichen, der in seinem Kirch­sprengel zu viel Gutes gethan hatte, um Schätze sammeln zu können, und unsere Tante bezog kein anderes Einkommen als ein bescheidenes Jahrgeld, welches keine kost.

meinen gebilligtes gemischtes System befür ortet. Dieses System bricht für die or­dentlich Tarife vollständig mit der Werths- Klassifikation. Ein Anhang an diese findet sich nur noch in den Spezial - Tarifen für Rohprodukte und Lebensrnittel. Im Uebrigen wird unentschieden Eilgut, Stückgut, Wagen- ladungSgut. Für letzteres sind die Preise verschieden, je nachdem 5000 ober 10,000 Kilogramm zugleich aufgegeben, bezw. bezahlt werden. Ein Unterschied in der Fracht, je nachdem bedeckt oder unbedeckt gebaute Wagen benutzt werden, findet nicht statt; eS ist die Zusammenladung verschiedener Maaren in einem Wagen gestattet. Hierdurch wird also die in den Kreisen des Handelsstandes so sehr erstrebte Konkurrenz der Spediteure mit den Eisenbahnen, die Trennung von Traktion und Spedition provozirt. Der Spediteur wird darauf hingewiesen, stets so­viel Stückgut, als eine Wagenladung füllt, zu sammeln; er kann dann dem Publikum billigere Preise stellen, als die Eisenbahnen, den letzteren wird ein Theil ihrer Arbeit genommen und eine bessere Wagenausnutzung erreicht. Ueber dieses neue Tarifsystem, be­sonder- aber über die Einheitssätze desselben, welche voraussichtlich auf lange Zeit unver­ändert bleiben und mit deren Annahme die auf die Tariferhöhung gerichteten Bestrebun­gen erst ihren endgültigen Abschluß erreichen, wird hoffentlich auch dem Handelsstande rechtzeitig Gelegenheit zur Aeußerung geboten.

31 Mai. Fürst Bismarck reifte heute früh 83/4 Uhr nach Varzin ab.

31. Mai. Nachdem der BundeSralh gestern die AuSschußanträge wegen des Aus­lieferungsvertrags mit Belgien angenommen, wird der Reichkanzler die deutsche Gesandt­schaft in Brüssel mit Instructionen wegen Fortsetzung der Unterhandlungen versehen. Der Beschluß eines Reichsgesetzes über Civil- ehe wurde gestern wegen mangelnder Jn- tructionen einiger Gesandten von der TageS ordnung abgesetzt. Die Nachricht hiesiger Morgenblätter über einen schon gefaßten Beschluß ist irrihümlich.

Nach den Anordnungen deS CuliuS- ministerS werden die Arbeiten für das Unter­richtsgesetz eifrigst gefördert, allein es ist noch zweifelhaft, ob bei dem gewaltigen Um ange der Materie, trotz der langen Pause

E« waren acht schöne Tage, die ich vor elf Jahrm in AvrancheS unter Vorbereitungen

daß er zu Fuß sei, und bat um Erlaubniß, für eine Meile, so weit sein Weg derselbe, eines der Handpferde besteigen zu dürfen, welche der Diener deS Franzosen mit sich führte. Es wurde ihm gestattet und er kam so viel schneller vorwättS, als er gehofft, was ihn der Verfolgung entrückte. Keck und doch mit solcher Vorsicht, daß sich nicht Verdacht schöpfen ließ, beantwortete er die Fragen des Offiziers und trennte sich dann dankend von ihm, als es ihm paßte. Die Dunkelheit barg feine ferneren Schritte und der Wechsel von Thal und Höhe kam ihm auch trefflich zu Statten. Da ihm die Gegend jetzt schon vertraut war, erreichte er glücklich bie Wohnung eines Landmanns, von dem er keinen Verrath fürchten durfte, der ihn mit geeigneter Kleidung versah. Wer hätte gedacht, daß mir der Mantel ihres Kutschers, mit und gegen ihren Willen, so gute Dienste leisten würde!" sagte er ausathrnend, als er denselben abwarf.

Einmal in den meilenweiten Wäldern der Haardt, war er aller Gefahr entronnen.

Einen Zusammenhang zwischen den Lands­leuten gab eS stets, trotz der furchtbaren, fast unerhörten Grausamkeit, mit welcher jetzt die Franzosen gegen da- unglückselige Land verfuhren, oder vielmehr darum erst recht. Der KSSkönig hatte zuviel Verbin­dungen und war zu beliebt, um nicht bald zu erforschen, was er wünschte.

Bärbel war mit ihrer Mutter aus der

J die Ausgaben als dauernde charakteri- sinn, werden von den Bahnen angeführt die allgemeine Entwerthung des Geldes, welche sich insbesondere in der Steigerung der Ge°

Der Käökünig.

Novelle von M. v. Roslowska.

(Fortsetzung.)

Deutsches Keich.

Berti», 30. Mai. Der Ausschuß des SundesratheS für Eisenbahnen und Tele­graphen wird am Montag die Berathung der im Reichseisenbahnamte ausgearbeiteten Eisenbohntaris - Vorlage beginnen. Der ,Wes. Ztg." werden noch aus den nun gleichfalls im Druck erschienenen Anlagen zu der Vorlage des ReichSlanzlerarnts Mitt cheilungen gemacht, denen wir namentlich aus der Beantwottung der vom ReichSeifen- bahnamtc an die Eisenbahndirektionen ge­richteten Fragen Folgendes entnehmen: Die Frage, ob eine Erhöhung der Güter­tarife für nothwendig erachtet werde, bejahen ftmmlliche Bahnen außer der Homburger, welche überhaupt eine ganz isolirte Stellung unter ihren Kollegen einnimmt. Ueber das Maß der Erhöhung gehen die Ansichten aber auseinander, die Mehrzahl der Bahnen beantragen 20 Proz Aufschlag ans die meisten Gütertarife. Allgemein wird vor­ausgesetzt, daß die Erhöhung sich gleichzeitig und gleichmäßig aus sämmtlichr deutschen Bahnen erstreckt. Die einzige Ausnahme sollen die Güterverkehre der Elb- und Weser Häfen mit Mittel» und Süddeutfchland, sowie mit Oesterreich, Ungarn und der Schweiz bilden, da diese Verkchre mit der Konkurrenz der holländischen, belgischen und französischen Bahnen, deren Tarife vorläufig die alten bleiben, schwer zu kämpfen haben. Dieser Gesichtspunkt wird von vornherein insbe-

So stand Bärbel denn ganz allein in der Welt. Wer ihre ttotzige verschlossene Natur kannte, mußte meinen, sie fei durch das Unglück vollends herb und abweisend ge worden das war indeß durchaus nicht der Fall. Vielmehr richtete sie Alle, welche in ihre Nähe kamen, nicht bloS durch ihren unbeugsamen Muth und ihr festes Gottver­trauen auf, sondern auch durch eine stille, innere Freudigkeit und durch milde Nachsicht bei den Schwächen Anderer.Als es mir wohl ging, war ich zu obenauS auch zu streng und unduldsam", sagte fie auf Be­fragen.Die vielfache eigne Noch und noch mehr das Elend des ganzen Landes lehrte mich, mein Unrecht einsehen da will ich's natürlich

gut machen, jetzt, wo eS nicht getrostm und frohen MutheS zu

(Schluß folgt1)

Ueber bie Dine».

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«Bestellungen auf dieLberh. Zeitung" #O für bett Monat Juni werden von allen Postanstalten und von der Expedition w Marburg angenommen.

Gerade, daß es noch Heller Tag war, Mte man Diether aus dem Schlöffe ent­kommen laffen; später wäre dasselbe ge­schlossen gewesen, und hätte er cS dann Mitren wollen, so würde man entdeckt wen, er sei nicht der Kammerdiener. So Miete Niemand auf ihn, durch den Hut Sttiuscht. Den alten Mantel konnte er ja ^ts irgend welchen Gründen angethan haben, benen nachzuforschen der übrigen Dienerschaft nicht räthlich erschien; besorgte er doch oft öcheimnißvolle Aufträge für die Herrin, bei btnen es ohne Vermummung nicht abging. , Sobald Diether meinte, vom Schloß aus nicht mehr sichtbar zu sein, änderte er die ^geschlagene Richtung. Auf dem nächsten 3" Felde erkundigte er sich bei einem Bauer Sfttau nach verschiedenen Wegen und schritt jaw ®ann rüstig au«, die Richtung abermals uw Ädernd, sobald er au« dem Gesicht des . ^ndmann« war. Er bedauerte nur, daß ""v sich nicht ein Pferd habe satteln laffen »77 diese allzu große Keckheit hätte ihm indeß

*®tl bekommen können und zu Fuß schlüpfte ? sich überall leichter durch, al« zu Roß. ?* ihm indeß, vor eingebrochener Dunkel- h -ein französischer Offizier begegnete, der, L- warben der schönen Marquise kennend, vermeintlichen Diener einen Gruß t*8 sie mitgab, äußerte er sein Bedauern,

sondere von der Direktion der hannoverschen Staatsbahn betont. Die Ausgabefaktoren, welche ^^r Steigerung der Betriebskosten vorzugsweise beigetragen haben, sind nach

Ansicht der Bahnen die erhöhten Preise für fast alle Materialien (Kohlen, Eisen, Wagen,

Lokomotiven, Schwellen rc.), die erhöhten Arbeitslöhne und Gehälter, die gesteigerten Anspr ache des Publikums an Bequemlichkeit, kleganz, 'Komfort in der Ausstattung der » I Bahnhöfe und der Wagen. Als Momente,

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