Marburg, Freitag, den 29. Mai.
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• nommen werden, weil diese Majorität auS Z rillig verschiedenen, nur zufällig vereinigten
Parteien, aus strengen Monarchisten, Bona
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Verbände seiner Wunde. DaS behagliche! Hindämmern, welches die Genesung zu 6c-!
M Monarchie, das linke Centrum (dir Mäßigten Republikaner) dagegen die sieben-
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Nun zerbrach er sich den Kopf darüber, was man eigentlich mit ihm vorhabe. Die Absperrung dauerte fort; die Wärterin er neuerte, wenn das noch erforderlich, die
Decken beibehielt, ihn später auch, die bereit liegenden feinen Kleider verschmähend, statt seines zerrissenen Rockes trug, daß er, wenn ihm die Wahl freistand, die einfacheren Speisen den Leckerbissen vorzog, und das Fenster möglichst viel offen stehen ließ. Ganz konnte er das, was hier einmal Hausordnung, nicht umfloßen; übrigens kam dies auch seiner Wiederherstellung sehr zu statten — dieselbe machte rasche Fotschritte.
richte. Die Privatgerichtsbarkeit ist aufgehoben; an ihre Stelle tritt die Gerichtbarkeit desjenigen Bundesstaates in welchem sie auSgeübt wurde. Präsentationen für Anstellungen bei Gerichten finden nicht statt. Die Ausübung einer geistlichen Gerichtsbarkeit in weltlichen Angelegenheiten ist ohne bürgerliche Wirkung. Dies gilt insbesondere bei Ehe- und Verlöbnißsachen. Endlich §. 5: „Ausnahmegerichte sind unstatthaft. Niemand darf seinem gesetzlichen Richter entzogen werden. Die gesetzlichen Bestimmungen über Kriegsgerichte und Standrechte werden hiervon nicht berührt."
nun beleuchtete dieses die Trümmer eines riesigen Gebäudes dort ganz in der Ferne. Offenbar eine Klosterruine, die ihm, wie ihr koloffaler Thurm, bekannt erschien. Die Tracht der draußen arbeitenden Landleutc war die lothringische — das Thal, in welches er hinab schaute, konnte eben so gut das der Saar, oder der Maaß, wie eines anderen FluffeS sein.
der traurigsten Pflichten gegen ihre Fraktionsgenoffen, sowie gegen alle Katholiken Deutschlands und über Deutschlands Grenzen hinaus mit der Anzeige zu erfüllen, daß es dem unerschöpflichen Ratschluffen Gottes gefallen, seinen treuen Diener, ihren guten Vorkämpfer, Hermann von Mallinckrodt, aus diesem Leben abzurufen. Sie empfehlen seine theure Seele dem Gebete Aller, welche" die Größe ihres Verlustes Mitempfinden, namentlich allen lieben Fraktionsgenoffen undPriestern.— Herr v. Mallinckrodt war am 5. Februar 1821 in Minden geboren; nach Vollendung seiner Studien in Berlin und Bonn, arbeitete er beim Stadt- und Obergericht in Bonn, sowie bei den Regierungen zu Münster und Erfurt; als Regierungs-Asseffor gehörte er den Regicrungskollegien zu Minden, Erfurt, Stralsund und Frankfurt a. O. an; er war zeitweise kommiffarischer Bürgermeister von Ersmt und wurde vom Grafen Schwerin als Hilfsarbeiter ins Ministerium des Innern berufen. Während der Reaktionsjahre hatte Mallinckrodt in der zweiten Kammer und Abgeordnetenhause (denen er von 1852 bis 1863 angehörte) an der Seite der Alt-
— Die „Germania" zeigt den am 26. d. erfolgten Tod des Reich«- und Landtags Abgeordneten v. Mallinckrodt's in folgenden bewegten Worten an: „Es ist eine Trauernachricht, die uns eben vor Schluß des Blattes zugeht, wie sie schmerzlicher für das katholische Deutschland kaum gedacht werden kann. Der Tod hat in die Reihen unserer Vertreter gegriffen und einen der Bravsten unter den Braven hat er hingerafft: Hermann von Mallinckrodt ist verschieden I Kaum war die letzte parlamentarische Session geschlossen, in welcher er wie nie zuvor mit glänzendstem Geschicke, mit hohem Muthe, mit unverzagter Aufopferung trotz der Schwäche seiner Gesundheit in den aufregendsten Debatten für unsere heilige Sache gefochten, da warf ihn eine Lungen- und Rippenfellentzündung, zu deren Ausbruch eine Erkältung den letzten Anstoß gegeben, aufs Krankenlager. Die lang verhaltene Krankheit hatte in wenigen Tagen seine Kraft erschöpft: er entschlief hier heute Morgen um 103/4 Uhr, mit der einen Hand die Rechte seiner jungen Gattin, mit der andern das Kreuz, für welches er m heiligen Kampfe sich aufgerieben, fest umfassend. Trauernd, als wäre ein Bruder, ein Vater von uns geriffen, stehen wir an der Bahre deS edelsten Mannes. Wir beugen uns vor den Rathschlüffen des Herrn, der einen Streiter mitten aus der Fülle seines ruhmvollen Wirkens heraus in den Frieden des Paradieses abberufen hat, und aus Millionen katholischen Herzen, die den Verblichenen geehrt und geliebt, steigen heiße Gebete für ihn zum Himmel. R. I. Printer den Anzeigen der „Germania" be- rndet sich auch eine von mehreren noch in Berlin anwesenden Mitgliedern der Ccntrums- raktion an der Spitze Reichensperger (Olpe) unterzeichnet, worin dieselben erklären, eine
Da zog ein Haufen Soldaten auf der Brücke über den kleinen Fluß drunten. Ihre Waffen glänzten im Abendgold und
Das Rauschen von Seide und ein durchdringender Duft ließ ihn sich umwenden. Gleichzeitig sagte eine schmeichelnde Frauenstimme :
„So frciheitSsehnsüchtig, mein lieber Ge- fangener? Aber dieses Gitter, wie die Einschließung, ist zu Eurer Sicherheit erforderlich. Jedenfalls habt Jhr's in Eurer Haft etwas minder unbequem und strapaziös, als ich in der meinigen. Nun, wir wollen nicht weiter daran denken."
Die Marquise war in dem tiefauSge- schnittenen, hellseidenen Kleide noch viel schöner und prächtiger, als im Reitanzuge. Bei und nach ihrer Gefangennahme hatte Schrecken und Zorn, Mißbehagen und Entbehrung ihrer Schönheit doch bedeutenden Eintrag gethan — jetzt erschien dieselbe wahrhaft blendend und bezaubernd. Dazu die luxuriöse Ausstattung des Gemachs, der berauschende Duft, selbst die schon einfallende
Der KiisrS»ig.
Novelle von M. v. Roskowsla.
(Fortsetzung.)
Bei seinem nächsten Erwachen erkannte
gleiten pflegt und sie so sehr fördert, wich oft der Ungeduld, Sorge und Langeweile. Eben war dies der Fall, als Diether, am Fenster lehnend, beobachtete, wie der Widerschein des Sonnenunterganges die Birken- stämme der gegenüberliegenden kleinen Höhe rosig anhauchte. Eine überaus liebliche Landschaft lag vor ihm; Thal und Höhe, Wiesengründe und Weizenfelder mit schönem Laubwald abwechselnd — jene in dem lichten Grün des ersten Lenzes, dieser noch blätterlos, doch mit zarten Knospen überschüttet. ! Bei ihm daheim hatten jetzt, im März, die ! Mandelbäume schon geblüht und in den Weingärten die Arbeiten längst begonnen. Und er verbrachte hier die Zeit in trägem Müßiggang! Freilich, daheim gabö für ihn nichts mehr zu schaffen, und der Grimm gegen die Verderber Deutschlands wallte wieder auf neben dem Harm um den Vater und all die unglücklichen Landsleute. In ohnmächtigem Zorn rüttelte er an den Eisenstäben; sie waren zu fest, um die Hoffnung auf einen etwaigen Ausbruch zu gestatten.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Burcaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M-; Jäger'sche' Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; CarlSchüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Deutsches »eich.
Berit«, 27. Mai. Die heutige „Prov.- Corr." schreibt: Unser Kaiser hat am Freitag (22.) von Wiesbaden aus eine Fahrt nach dem Niederwald gemacht, um die Stelle in Augenschein zu nehmen, an welcher das große Nativnüldenkmal zum Gedächtniß der Erhebung de« deutschen Volkes und die Wirderaufrichtung de« Deutschen Reiches errichtet werden soll. Der Monarch wurde «uf der Fahrt durch den Rheingau überall mit den lebhaftesten Frcudenbezeugungen be grüßt. Der Kaiser verlängerte seinen Aufent- halt in Wiesbaden bis zum zweiten Pfingst tag und begab sich dann nach EmS, wo er ebn Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland und von der Bevölkerung aus's Herzlichste empfangen wurde und bis zum Dienstag (26.) Abends im innigen Verkehr mit dem Kaiser verweilte. Alsdann erfolgte die Rück- kchr nach Berlin, wo unser Kaiser am Mittwoch (27.) früh im besten Wohlsein einge- troffen ist. — Der Reichskanzler Fürst Bis «arck hat die Abreise nach Varzin vornehmlich mit Rücksicht auf die bisherige rauhe Witterung um einige Tage verschoben. Dieselbe wird vermuthlich in diesen Tagen stattfinden können. Ueber Zeit und Ort eines späteren Badeaufenthalts des Fürsten sind die Bestimmungen noch nicht getroffen.
jährige Präsidentschaft als den festen Aus» - gangspunkt zur Begründung einer sogen, i konservativen Republik betrachten. Bei dem । tiefen Widerstreit der Meinungen entschloß 1 sich der Präsident zu einem nochmaligen 1 Versuche, die frühere Mehrheit aller konser- 1 vativen Parteien wieder zu sammeln und ‘ sich auch ferner auf dieselbe zu stützen. DaS neue Ministerium, welches aus Mitgliedern der verschiedenen Parteien der bisherigen Rechten besteht, scheint jedoch zunächst nur die Aufgabe zu haben, die Verwaltung in dem bisherigen Geist weiter zu führen; die höhere Aufgabe dagegen, die verfaffungS» mäßigen Einrichtungen des Landes näher festzustellcn und zu sichern, scheint aus's Ungewisse hinausgeschoben zu sein, weil keine Aussicht vorhanden ist, eine Mehrheit zur Lösung derselben in der Nationalversammlung zu finden. Die augenblickliche Entscheidung ist daher nur als ein vorläu figer Haltepunkt in der mit dem Sturz des Ministeriums Broglie hervorgetretenen Verwickelung zu betrachten.
— Aus dem kürzlich erwähnten Entwurf eines GerichtSverfaffungs-GesetzeS verdienen die Bestimmungen des Titels über die Gerichtsbarkeit besondere Beachtung. Nach §. 1 wird „die ordentliche streitige Gerichtsbarkeit geübt durch die Amtsgerichte, Landgerichte und Handelsgerichte, durch Ober- Landesgerichte und durch das Reichsgericht." — 2 ordnet an: „Vor die ordentlichen
Gerichte gehören alle bürgerlichen Rechts streitigkeiten und Strafsachen, für welche nicht entweder die Zuständigkeit von Verwaltungsbehörden, einschließlich der Vcr- waltungsgerichte, begründet ist, oder reichsgesetzlich besondere Gerichte bestellt oder zugelaffen sind." Als besondere Gerichte werden nach §. 3 zugelassen: 1) die auf Staatsverträgen beruhenden Rheinschifffahrtsund Elbzollgerichte; 2) Gerichte, welchen die Entscheidung von bürgerlichen Rechts- i treitigkeiten bei der Ablösung Gerechtigkeiten »der Reallasten, bei Separationen, Konso- litationen, Verkoppelungen, gutsherrlichen 1 bäuerlichen Auseinandersetzungen und bergt obliegt; 3) Gemeindegcnchte, insoweit den- I selben die Entscheidung über Vermögensrecht- < liche Ansprüche obliegt, deren Gegenstand an Geld oder Geldeswerth die Summe von 60 Mark nicht übersteigen darf; 4) Ge- Werbegerichte; 5) Forst, und Feldrügegerichte. §• 4 lautet: die Gerichte sind Staatsge«
=jj panisten und mehr oder weniger entschiedenen '-8 Republikanern bestand. Ebenso wenig aber ist der Versuch gelungen, eine neue sichere Mehrheit auS den gemäßigten mittleren Parteien zu bilden, da auch diese in der Auffassung über die Aufgabe der Mac Mahon'schen Regierung grundsätzlich ans- emandergehen, indem das rechte Centrum (Anhänger des OrleanS'schen Königshauses) das Mac Mahon'sche Regiment nur als einstweilige Auskunft und als Uebergang
liberalen muthig für die Verfaffuug gekämpft. Als Regierungsrath in Düsseldorf (seit 1860) erschien er, als nach dem Kriege von 1866 sich der „politische Katholizismus" zu regen begann, dem Ministerium nicht am Platze; er wurde 1868 an die Regierung zu Merseburg versetzt, auS welcher Stellung er im Frühjahr 1872 seinen Abschied nahm. Seit 1867 hat Mallinckrodt den verschiedenen Reichstagen des norddeutschen Bundes und deö deutschen Reiches und auch dem preußischen Abgeordnetenhause wieder angehört, in welchen er, namentlich nach Auf- gebung seiner Beamtenstellung, mit der größten Entschiedenheit für die ultramontane Sache der Regierung gegenüber das Wort zu ergreifen pflegte.
— Die ehemaligen Direktoren der Hypothekenkredit' und Baubank, Hildebrandt und Seydler, sind heute wegen Vergehen gegen das Aktiengesetz und Untreue zu je li/2 Jahren Gesängniß und Verlust der Ehrenrechte auf 2 Jahre veruriheilt. Der Gerichtshof beschloß ihre sofortige Verhaftung.
Breslau, 27. Mai. Zu der 21. deutschen Lehrerversammlung haben sich gegen 3000 Theilnehmer eingefunden. In der gestern Abend stattgehabten Vorversammlung wurden zu Präsidenten gewählt: Schul-
und deS ganzen Landes. Am meisten beunruhigte ihn, was aus Bärbel geworden bei der Einnahme der Hattenburg. Die Unmöglichkeit, sich Nachricht zu verschaffen, überhaupt etwas zu thun, hätte ihn sonst tödtlich gepeinigt — jetzt war seine Er schöpfung noch so groß, daß er gar nicht der sonstige, jähauflodernde, heißblütige Käs könig zu sein schien, und es wie ein Schleier mildernd und dämpfend über all seinem Denken und Fühlen lag. Wie viel seine üppige Umgebung dazu beitrug, ihn gleich falls einzulullen, erkannte er instinctiv. Rach Kräften suchte er sich dagegen zu wehren, indem er fein Lager auf dem harten Fuß-I beben, unb ben alten Mantel, statt bet seibenen |
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiettagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckereit bezoaen 22t . .»» »—
(ercl. Bestellgebühr und inel. Stempelsteuer) für das Ausland excl Stempel 22 Sgr. - bi? M 6|,t-
____ Für m der Expedition zu ettheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2$ Sgr. berechnet. 8
■ S reich ist von dem Präsidenten der Republik, ch Marschall Mac Mahon, die Entlassung des ■ 2 bisherigen Ministeriums des Herzogs von H Broglie angenommen und ein neues Mi
. nisterium gebildet worden. Daffelbe konnte 3 ä nicht nach konstitutionellem Brauche auS den 12 Reihen der Mehrheit, welche das vorige 53 Ministerium zum Fall gebracht hat, ent-
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, 8 — Dasselbe Blatt sagt ferner: In Frank
Anzeigen nimmt entgegen: die «tt>edition b. Blatte«, tomie die Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. m Saffel und Hannover; Th. xielrich in Frankfurt a. M-; Haafenstein & Vogler in Rmikfutt a- M-, Berlin, Leip-
CSln rc.; Rudolf Moss« ,n Berlin, Frankfurt a. M. rc.
", daß er verwundet fei, und sorgfältig gepflegt werde. Die Erinnerung kehrte all- ?!ählig zurück und er begriff, ohne daß es N gesagt wurde, er sei im Hause der Marquise. Sah er doch deren Diener Charles. Und dieser erzählte ihm auch, daß " ihn, unter dem Schutz deS blau und Selben Kutschermantels, aus der Kaiserstraße der Hartenburg fortgeführt habe, während !"s>st kurzer Prozeß mit ihm gemacht worden ^«re. Wo er sei, das sagte der Mann ihm Iü»och nicht, bestärkte ihn vielmehr in dem wauben sie befänden sich in Frankreich.
i die Frau, welche DietherS Wattung sorgte, nur französisch sprach, schien dies ju beweisen. Sonst kam Niemand zu ihm teS wenn einer bet 8eiben fortging, ward einzige Thür brt Gemachs verschlossen.
,86 sollte indeß zu seiner eigenen Sicherung Mchehen.
waren sehr gemischte Empfindungen, den langsam zu Kräften Kommenden er- "llten, zunächst doch das angenehme Gefühl, Leben und vorläufig geborgen zu sein, , j?8r die Ungewißheit, oder vielmehr der ■> Kummet um das Schicksal seiner Gefährten