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$r. 111.

JKarÖurg, Mittwoch, den 13. Mai.

187«.

«njeigen nimmt entgegen:

Spedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux oon Th. Dietrich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M-; ßaafcnftein & Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leip- L, Cöln rc.; Rudolf Moff, ch Berlin, Frankfurt a. M. rc.

ObcrhcWc Jalung.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d- Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sch^ Buch Handlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen-

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ausgebaut, war

Burg mehr, sondern eine fürstliche Residenz und zugleich, mit geschickt angelegten Werken auf dm Abhängen und Vorsprüngen des Bergers eine.Festung, die Tausende in ihren weitläufigen Gebäuden und gewaltigen Höfen beherbergen konnte. Sie sollte der Haupt sammelplatz und Stützpunkt in dem Feld­zuge sein, desien Plan Diether entworfen hatte.

Beredt entwickelte er dann diesen seinen Plan dem Schloßhauptmann und dem alten

Fauth, Voigt, Amtmann welche den ab- wesendm Herrn auf der Hartenburg ver tratm. Der Erstere, nach damaligem Aus­druck eine erfahrene, abgefeimte Kriegsgurgel, betrachtete groß den Bürgerssohn von Dürk­heim, der sonst wegm seiner tollen Streiche bekannt war.

Du bist ja ein wahrer Tausmdsafla, in dem ein wahrer Feldherr steckt, Käskönigl" sagte er, ihm derb auf die Schulter schlagend. Der Kopf wirbelt einem ordentlich von dem, was Du in der Geschwindigkeit herauShecktest. Wäre hier herum Alles Leiningisch, ich ließe die Kerle wahrhaftig zusammenblasen und wir machten wenigstens einen Mordspektakel, der durch die ganze Welt schallte und seines Gleichen nicht ge habt haben sollte, wie oft auch schon ein­heimische Berge gegen den eindringenden

Der Kiisriinitz.

Novelle von M. v. RoskowSka.

(Fortsetzung.)

Das höchste, wozu man sich entschließen konnte, war Aufschub zu gewinnen und »zwischen den Hauptmann der Besatzung von Hartenburg um seine Meinung zu be. fragen. Diether ward an denselben gesandt. Sv eilig machte er sich auf dm Weg, daß der Diener der Marquise, der ihn noch sprechen wollte, seine Absicht nicht ausführen konnte und achselzuckend dem Davonjagenden »achsah.

Diether sprengte durch die rothe Hohl, die enge Schlucht, nrbm welcher die Sand- sieinfelsm noch einmal dicht zusammentraten, devor fie gegm die Rheinebme hin sich öffnen. Er sah diesen Paß, wie alles Übrige, mit ganz anderem Blick al« sonst, ®it Feldherrnblick gleichsam! Und wie prächtig lag da auf einem stellen Berge die Hortenburg, daß selbst Bogenschützen von chrm Mauem di« Heerstraße beherrschten. Freilich war der Platz für all die Raub- durgm, welche daS Volk einst gebrochm, deren Trümmer so viele Gipfel der Vogesen ttönen, für ihren Zweck eben so trefflich gewählt. Allein dies weitläufige Schloß, don einem der Grafen für seine Gemahlin, eine Psalzgräfin von Zweibrücken prächtig

nicht, und würde ich, selbst wenn sie aus­führbar wäre, nimmer meinen Konsens und mein Sigill dazu setzen. Denn mit dem Lateiner zu reden: Saum cuique, zu deutsch »Jedem das Seine * Oder, nach schlichtem Verstände:Jedem Seines den Wätschenl" Diether war nicht länger fähig, an sich zu halten.Wenn ich meines Nachbars Haus brennen sähe, dann schlüge ich seine Thüren und Fenster ein und holte in seinem Eimer Wasser, ohne erst ,um Excuston' zu sagen. Und denselben Liebesdienst verlangte ich auch von ihm und"

Der Hauptmann unterbrach ihn mit der ganzen Würde seiner Stellung:Wir sind nur autorisirt, mit gräflich Leiningisch- Hartenburgischen Leuten dieses Schloß zu defendiren.

Und müßen strikte Ordre pariren, statt uns auf Allotria einzulaffen", fügte der Amtmann hinzu.

Wenn die Dürkheimcr sich zum Wider­stande zu schwach fühlen und sie sind wirklich zu schwach dazu so kann ich ihnen nur zur Kapitulation rächen", entschied der Hauptmann.

Und der Fauth nahm nochmals das Wort: Wer nach der Hartenburg flüchten will, wird, wie in allen früheren Kriegsnöthen, hier ein Asyl finden."

Deutsches Reich.

Berlin, 10. Mai. Die Hoffnung, bis Pfingsten den Schluß des Landtags zu ermöglichen, wird in parlamentarischen Kreisen noch festgchalten und in beiden Häusern ist man ernstlich bedacht, zu diesem Zweck aus das sachlich gebotene Maß der Verhandlungen sich zu beschränken. Diese Tendenz hat auch nn Herrenhaus die Benutzung von Commis­sionen, welche durch gleichzeitige Vorbereitung mchrerer Vorlagen zur Abkürzung der Ple­narverhandlungen dienen sollen. Die Be- svrgniß vor einer Verschleppung durch die Commissionen ist demnach unbegründet. ES wird nicht unbemerkt geblieben sein, daß der Kaiser dies Mal auf der Reise von Vertretern deS auswärtigen Amtes nicht begleitet wird. Man wird nicht fehlgehen, wenn man in diesem Umstand ein Anzeichen erblickt, daß die auSwättige Politik gegen­wärtig frei von brennenden oder drängender Entscheidung bedürftiger TageSfragen ist. Auch die vielbesprochenen Vorgänge im Englischen Parlament kann man schließlich als eine Bestätigung und Unterstützung der friedlichen Constellation betrachten und auf dem Boden, welcher daS nicht beneidens- werthe Vorrecht hat, als Reservoir alles sriedenstirenden und drohenden Zündstoffs zu dienen, in Frankreich hat man auch richtig herauSgefühlt, daß die Antwott Lord Derby'« auf Russell's Interpellation daS Ausschauen der Gauminister nach Ermnnte- rung von Revanchegelüsten oder nach dem trostreichen Hintergründe einer Allianz hoff nungslos erscheinen zu lasien, und Vertrauen zu begründen. Da man in Frankreich selbst aus der Antwort Derby's diese Deutung sich entnommen hat, haben andere Nationen gttten Grund, Re sich zur Beruhigung dienen zu baffen, und ohne entfernt liegende Inter­pretationen die Sache als einen dem Frieden geleisteten kleinen Dienst zu acceptir.n. Gras Arnim ist auf Grund höchster Be­stimmung aufgefordert worden, wegen mehrerer ihn belastender Punkte sich zu verantworten; bis jetzt ist eine solche Auslastung über die Beschwerdepunkte nicht erfolgt. Des wirkt. Geh. Ober - Regierungsrath Jacobi zu erwartende Ernennung zum Direktor der Abtheilung für Handel und Gewerbe im Handelsministerium hat wieder, wie s. Z. dessen Ernennung zum ersten Rath «n Staatsministerium einige ForschrittSfedern m Bewegung gesetzt, welche ihm die Ehre

erzeigen, ihrem höchsten Mißfallen wegen dieser im Fortschrittslager nicht goutirten Berufung Ausdruck zu geben. Dieser per­sönlichen Stimmung und Ansicht Worte zu leihen, kann man dem oppositionellen Cor- respondenten als Privatvergnügen wohl gönnen, nur sollten die Herren auch der Wahrheit treu bleiben und den wirklichen Grund ihrer Unzufriedenheit offen bekennen, anstatt denselben hinter Zweifel an sachlicher Qualifikation verstärken zu wollen und da­durch gleichzeitig die tendentiöse Absicht, wie ihre offenbare Unkenntniß der Verhältnisse zu verrathen. Die von jener Seite ange- zweifckte geschäftliche Qualifikation deS Geh. Rath Jacobi während einer fast fünfzehn jährigen Thätigkeit int Handelsministerium und im letzten Jahre auch schon als Stell­vertreter deS verstorbenen Ministerialdirektors Moser hinlänglich zu bewähren Gelegenheit gehabt, und ihr gerade jedenfalls die Be­rufung zuzusch reiben.

DerReichsanzeiger" publicirt daS Preßgesetz.

Die WochenschriftIm neuen Reich" bringt in ihrer letzten Nummer einen Ar ikel überReichspapiergeld und Banknoten", der an die letzten Verhandlungen des Reichstages über die Einziehung des Staatspapiergeldes und Ausgabe von Reichspapiergeld anknüpft und sich dabei auf Seite Derjenigen stellt, welche die Summe des in Umlauf zu setzen den Reichspapiergeldes möglichst einzuschrän- ken suchten. Ebenso redet der Artikel den verwandten Bestrebungen auf thunlichste Verringerung der Banknotenmenge bei Ge­legenheit ber bevorstehenden Bankgesetzgebung das Wort. Zur Jllustrirung der gegen wärtig in beiden Hlnsichten noch in Deutsch land herrschenden Zustände möge folgende kurze, dem gedachten Artikel entnommene Schilderung dienen:Das kleine hübsche «chaumbnrg Lippe ist ein gesegnetes Land. Nicht bloß haben die Einwohner pro Kopf 11,60 Thlr. Staatspapier, fünfzehn Mal so viel als in Preußen, sie besitzen auch eine Bank, die einzig in ihrer Art ist. Die Bückeburger Bank (1856 gegründet) besitzt bis 1956 das Recht, Banknoten auszugeben in Thalern, Mark - Banko, Louisd'or ä 5 Thlr. Gold, österreichischen Gulden, süd­deutschen Gulden und holländischen Gulden. Diese Vielseitigkeit ist einzig. Sie kann unbegrenzt viel Noten ausgeben und braucht nur 1/3 in Baar zu decken. So kommt

winkel des Reichs an die vierzig Herren. Dereu Unterthanen thäten mir nicht folgen und ich dürfte sie dafür nicht einmal durch, fuchteln lasten."

Bei Leibe nichtI" Der Fauth schüttelte so eifrig seine Perücke, daß sich von derselben eine Puderwolke entlud.ES wäre auch ganz horribel und präjudizirlich, wollte ein Beamter von eines fremden Fürsten Unter­thanen Heerfolge heischen oder der Letztere sie dem Ersteren leisten. WaS, um Christi Willen, käme da für eine heillose Wirlhschafl heraus? Die ganze Weltordnung wäre auf den Kopf gestellt. Wir selber würden nach­drücklichen Protest einlegen, versuchte zum Exempel ein kurpfälstscher Beamter, Unter­thanen unseres Herrn Grafen zu persuadiren, Leben und Gesundheit unter fremder Führung cms's Spiel zu setzen, und ließen das Sub­jekt, jo es zu attrapiren, in unfern tiefsten Kerker, wo ihn keine Sonne beschiene, wer­fen, welcher Gewahrsame die Hartenburg ja mehrere und festere besitzt, als irgend eine andere Residenz sich deren rühmen darf. Darum konvenirt mir die Idee des juugen Mannes, der sich lieber um seine eigene Angelegenheiten kümmern sollt, durchaus

Sicherem Vernehmen nach ist die Ein­berufung des Landtages auf den 18. Mai nun definitiv sestgestellt; das k. Dekret wird demnächst erscheinen, wahrscheinlich morgen oder übermorgen.

München, 8. Mai. An den Festlich­keiten aus Anlaß der Gründung des baierischen Veteranen- und Kriegervereins am 10. Mai werden sich nach den bisher erfolgten An­meldungen gegen 450 Vereine aus allen Gegenden Deutschlands und aus Oesterreich betheiligen. Es wird ein imposanter Fest­zug werden Prinz Luitpold wird Se. Maj. den König bei der Ueberreichung und Weihe der Festfahne, eines königlichen Geschenkes, vertreten. Bei dem Gottesdienste in der St Lndwigskirche werden auch diePrinzesstnnen der k. Familie Luitpold und Prinz Adalbett anwesend sein. Wie es heißt, wird der König von einem Fenster auS den Zug an ber k. Residenz vorbeidefiliren jsehen. Vom Tage des Festes wird telegraphirt, daß die beiden Vorstände deS Münchener Veteranen­vereins und des Kriegervereins an Se. Maj. den Kaiser Wilhelm folgendes Telegramm abgesendet haben:Bei der heute stattge­habten feierlichen Weihe der vom Könige von Baiern dem unterzeichneten Vereine allergnädigst gespendeten Fahne bringen wir Ew. Kaiserlichen Majestät auS treuevollem Herzen ein dreifaches Hoch."

Ausland.

Ber«, 8 Mai. Das eidgenössische Post, bepartement hat an die schweizerischen Post­ämter so eben eine Verordnung erlassen, welche denselben neuerdings strengste Wah­rung deS Postgeheimnisses einschärft.ES sind", heißt eS in dieser Verordnung,in letzter Zeit Thatsachen zu unserer Kenntniß gelangt, welche beweisen, daß das verfassungs­mäßig gewährleistete Postgeheimniß an vielen Orten nicht in vollem Maße gewährt wird. Die Mängel, welche wir im Auge habens betreffen nicht sowohl directe Verletzungen des Postgeheimnisses von Seiten des Post- -ersonalS, als vielmehr unterlassene oder laxe Handhabung der in der allgemeinen Dienstinstruction enthaltenen Vorschriften, wonach der Postbeamte oder Angestellte nicht nur sich selbst keine JndiScretion zu Schulden kommen lassen darf, sondern auch streng darüber zu wachen hat, daß Drittpersonen nicht unbefugter Weise vom Inhalt oder von den Adressen der Postgegenstände, sogar von den postdienstlichen Scripturen Kenntniß

I denn (Ende 1872) auf jeden braven Ein­wohner dieses Landes 105,18 Thaler in Papier überhaupt. Natürlich hat das Land Ibei seinem geringen Handel dieses Papier «nicht alles nöthig: nicht den zehnten Theil. 1216er es giebt anderen Staaten davon neid I IoS mit. Und sonst hat eS auch keinen Zweck. Man befördert denlegitimen Han del", besonders im Auslande, und läßt sich für die 2 Millionen Thaler, die man gar nicht besitzt, vorn Auslande die Zinsen be­zahlen.

Königsberg, 11. Mai. Der Regie­rungsdampferMerkur", der auf dem Pregel lag, ist in der Nacht vom 9. bis 10. d. in Brand gerathen und gesunken.

Wiesbaden, 11. Mai. Der Kaiser fährt täglich zu Besuchen auS und geht Abends ins Theater Am Mittwoch Nach­mittag findet zu Ehren deS Kaisers große Corsofahrt Statt. Am Mittwoch Abend wird auf allerhöchsten Befehl Schumann's Oper Genovefa gegeben. Die Großherzogin von Baden trifft morgen hier ein.

Darmstadt, 9. Mai. Der Gesetz gebungS-AuSschuß zweiter Kammer hat ein. stimmig folgenden Zusatzartikel zum neu vorgelegten Civildiener-Penstonsgesetz befür­wortet:Hinterläßt ein Pensionär eine Wittwe ober eheliche Nachkommen, welche mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebten, so wirb benselben der Ruhegehalt noch für weitere drei Monate vom Sterbetag ausge­zahlt. Hat der Verstorbene Eltern, Ge­schwister ober Geschwister - Kinder, deren Ernährer er war, in Bedürftigkeit hinter lassen, oder reicht dessen Nachlaß zur Deckung der Kosten der letzten Krankheit und der Beerdigung nicht ans, so kann das betref­fende Ministerium den Ruhegehalt für weitere drei Monate vom Sterbetag an be willigen. An wen der Ruhegehalt in dem einen oder anderen Fall zu verabfolgen fei, bestimmt das Ministerium. Der über den Sterbemonat hinaus gewährte Ruhegehalt kann nicht Gegenstand der Beschlagnahme sein." Aehnliche Bestimmungen bestehen in anderen deutschen Staaten schon seit längerer Zeit.

Stuttgart 10. Mai. Die Festlichkeiten aus Anlaß der Vermählung des Herzogs von Württemberg mit der Großfürstin Dera von Rußland haben gestern mit einer großen Revue auf dem Cannstätter Wasen vor dem Kaiser von Rußland ihren Abschluß erreicht.

längst keine gewöhnliche I Feind vertheidigt wurden. So aber hat, n eine fürstliche Reflden, wie mir der Herr Fauth hier neulich sehr gelehrt auSeinandergesetzt, dieser Südwest.