Marburg, Dienstag, den 12. Mai
187«
OberhtMe Jalung
feit.
6
6
6
|
G
1
auf
<tV
»den
Färbung dieser Erzählung einige Bedenken
'M
aft
fßr
-74
R.
!„!•
inen ianbt
:tben eiche e id rden. reten isten. "rgS
amt
Fri
sche »it.
6
roß- tube ifen
chcn, von
8t-
lr.,
ag
nargebäudes in der Stadt Koburg, ein Entwurf zum Gesetz, den Vorschlag des Staatshaushaltes des Herzogthums auf die Zeit vom 1. Juli 1874 bis zum 30. Juni 1877 betreffend, und ein Gesetzentwurf in Bezug auf die Einkommen- und Klafsensteuer.
«Stuttgart, 8. Mai Die Trauung des Herzogs Eugen von Württemberg und der Großfürstin Vera hat heute Mittag im königl. Schlosse in Anwesenheit des Kaisers von Rußland und der anderen hohen Fcst- gäste stattgefunden. Morgen findet zu Ehren des Kaisers Alexander eine Revue auf dem Cannstädter Felde statt.
Straßburg, 6. Mai. Unsere Universität schreitet erfreulich vorwärts; auch in diesem Semester, besten Immatrikulationen noch nicht völlig abgeschlossen sind, wird sie ein nicht unerhebliches Wachöthum zu ver zeichnen haben. Leider drohen ihr schwere Verluste, welche die Hoffnung auf ebenso erfreulichen Fortgang in den späteren Semestern herabzustimmen geeignet find. Zunächst scheint es sicher, daß Professor von Recklinghausen (pathologische Anatomie), welcher an den bisher durch Rokitansky ver- tretenen Lehrstuhl nach Wien berufen ist, diesem Rufe Folge leisten wird. Gerade die medizinische Fakultät entwickelte sich, nachdem die ersten Einrichtungsschwierigkeiten beseitigt waren, in einer Weise, die, je nach dem Standpunkte der Personen, bald das freudige, bald das grämliche Erstaunen der altelsässischen medizinischen Kreise hervorrief. Nothwendige Voraussetzung für die gedeihliche Weilerentwickelung scheint uns einerseits die offene Hand der ReichSregie- rung, wo eS Institute zu gründen oder zu restauriren gilt, und andererseits die Bewahrung der Stabilität in dem Personen
fassung eines neuen Volksschulgesetzes erstrecken, dessen Entwurf ihm schon zu Anfang des Jahres zugegangen ist. Außerdem liegt dem Landtage vor: ein Antrag des StaatS- ministeriums auf Aufbesserung der Bezüge der Pensionäre und Disposttionäre, eine Propofition wegen Neubaues eines Semi-
nvch bekannt, daß die Ablehnung deS Reichstagsbeschlusses auf Gewährung von Diäten an die Reichstagsmitglieder einstimmig erfolgte. Für die Ablehnung der vom Reichs- tage beschlossenen Resolution auf lieber Weisung der Preßdelicte an die Schwurgerichte hatte man eine mildere Form gewählt; man beschloß, bei der Justizorganisation auf die Frage zurückzukommen. So weit bekannt geworden, ist bei den bisherigen Berathungen des JustizausschusteS die Com- petenz und die Zusammensetzung der Schwurgerichte nicht berührt worden; dagegen ist bereits gemeldet worden, daß gegen die Ueberweisung der Preßdelicte an die Schwur gerichte von der Mehrzahl der Bundesstaaten entschieden protestirt worden ist und nur Bayern und Würtemberg sich dafür ausgesprochen haben. — Die nächste Sitzung des BundeSrathes dürfte am Montag statt finden, ihren hauptsächlichsten und wichtigsten Gegenstand wird das Eisenbahnbetriebs- Reglement bilden, dessen Abschluß in den Vorstadien für die nächsten Tage zu erwarten ist; auch andere lausende Arbeiten, welche eine Disposition Seitens des Bundes ralhs erheischen, werden hierbei zum Abschluß gebracht werden. Es gehören dahin unter Anderen die erforderlichen Anordnungen über die nächste Volkszählung, wobei es sich um einige Acnderungen handeln wird, da man in verschiedenen Punkten die bei der letzten Volkszählung gemachten Erfahrungen zur Herbeiführung eines erleichterten Verfahrens und der Erzielung sicherer Resultate benutz.« will.
— Die „Nordd. Allg. Ztg " schreibt, der in der Regel wohl unterrichtete und vorsichtige Korrespondent der Times in Paris, der von einer Unterredung zwischen dem Herrn Reichskanzler und dem Könige von Italien erzählt, muß diesmal mit einer unlauteren Quelle in Berührung gekommen sein, über die mehr zu sagen, sich künftig vielleicht Veranlaffung findet, auch die Redaction der „Times" scheint gegen die Details und die
Spaniern aus der Heimath vertrieben wurden ? Wohl zeigten sie, daß sie der Aufnahme hier, im edelen Wormsgau, würdig waren __
wie wacker hielten sie sich im dreißigjährigen Kriege gegen Don Corvuba! Aber haben wir nicht auch glorreiche Erinnerungen? Wißt Ihr nicht mehr, wie der böse Fritz von der Pfalz eine Leiningische Burg nach der andern nahm und dann in Seebach sein Hauptquartier aufschlug, Dürkheim be lagernd? «Sein Geschütz riß die Mauern nieder und die Pfälzer drangen stürmend ein. Doch nur bis zum tnnern Graben. Der war mit spitzen Pfählen gespickt, mit Pulver hoch beschüttet und dann durch Stroh und Reisig verdeckt. Die Stürmenden stürzten hinein, spießten sich auf den Pfählen, verbrannten jämmerlich an dem entzündeten Pulver und der Rest wurde niedergeschossen. Zwar wollte der Kurfürst den Sturm wiederholen lassen, besann sich aber doch und schloß Frieden mit unserem Grafen Emrich. Können wi?s nicht auch so machen? WaS damals dem übermülhigen Gegner- Achtung abzwang, wirkt heute ebenso. Wir wollen nicht bloS von der Vergangenheit zehren, sondern unseren Kindern auch Ursache geben, mit Stolz unserer zu gedenken! Freunde, Dürkheimer, zeigen wir, daß wir Männer sind! Nicht mit Geld ober Schmach wollen wir uns freikaufen, sondern mit unserem Blut und Leben! Kein Vertrag mit dem Landesfeinde, kein welscher KriegSknecht in unfern Mauern".
Begeistert riefen ihm die Muthigeren nach: „Kein Beitrag mit dem Landesfeinde, kein
Der KäSkinig.
Novelle von M. v. Roskowska.
(Fortsetzung.)
DaS Dynastengeschlecht, das beim Emporwuchern der Feudalherrschaft daS reichsfreie Dürkheim sich angeeignet hatte, war sehr kriegerischer Natur, die Bürgerschaft also nicht auS der Waffenübung gekommen. Und nicht bloS kriegerisch, sondern anch reich be» gütert im Gau, im Westrich und Elsaß. SBit andere Grafenhäupter, deren Nachkommen jetzt Kronen tragen, hätten auch die ßcmingett durch Einführung des Erstge burtsrechteS zur Größe gelangen können — so aber zersplitterten sie sich und ihre Ländereien fortwährend in neue Linien, die nicht nur beständig mit den benachbarten, nach Vergrößerung strebenden Fürsten, welt- lichen wie geistlichen, zu kämpfen hatten, sondern auch, nach der bösen Sitte jener Zeit, sich oft untereinander befehdeten. Dem Mächtigsten Rachbarn und Gegner: Chur- psalz, wäre daS angrenzende Dürkheim eine willkommene Beute gewesen; die Grafen ve sNlchrten und bewehrte» es also sehr sorg J*®, fo daß eS im fünfzehnten Jahrhundert bor festeste Ort an der Haardt war. «Seit» P® hatten sich allerdings die Zeiten ge ändert, doch einen Rest des alten Stolzes streitbaren Sinnes nicht ganz vertilgt, yt Einnahme feindlicher Besatzung galt ms Schmach, die schüstende Ringmauer als Heiligthum.
Dieiher fand sand daher willige Zuhörer, er mit seiner tönenden Stimme rief: »«iso weil Syrier und Worms die Thore
159
Deutsches Reich.
•« Berlin, 9. Mai. Dem neuen Un terrichtsgesetz wollen verschiedene Blätter noch immer nicht die Entrskarte für die nächste Landtagssession zugestehen, man bringt allerlei VerhinderungSgrüiide dagegen vor, die jedoch in Wirklichkeit nicht bestehen. An den maßgebenden ©teilen bringt man dem Gesetz mehr Wohlwollen und Zuversicht entgegen, aU von anderen Seiten erwartet zu werden scheint. Auch der Finanzminister wird nicht, wie Uebelwollende oder Kleingläubige be Haupte», dem Kinde die Existenzmittel vorenthalten, sondern mit Wohlwollen die Zukunst durch einen entsprechenden Theil seines reichen Schatzes zu sichern bereit sein. Die Zweifel an dem rechtzeitigen Erscheinen dieser wichtigen Vorlage sind also keineswegs be gründet — Das hohe Interesse, mit welchem man die Angelegenheit des Grasen Arnim verfolgt, bringt allem Anschein nach den Eifer der Correspondenten und Reporter in schwere Versuchung, künstlich nachzuhelsen, wenn Thatsächliches dem Bedürsniß und der Nachfrage nicht genügt. Mit Ungeduld sicht man einer Wendung ober Entscheidung der Sache entgegen, weil man sich nach der letzten Publikation auf ein rasches Tempo dcS Verlaufs bereit gehalten hatte. Jndeß werden die erwarteten Sensationsnachrichten wohl ausbleiben und man wird gut thun, sich klar zu machen, daß zu solchen überhaupt die Sachlage keine Aussicht gewährt Der Kaiser hat eine vom Grasen Arnim nachgesuchte Audienz vor der Abreise nicht gewährt. Damit wird vorläufig die Sache vermuthlich in ein Stadium des gegenseitigen Abwartens gebracht fein und welche Wen düng fie schließlich nehmen wird, bleibt ab» juwarten. Zu reiflicher und ruhiger Erwägung wird jedenfalls den Betheiligten ausreichende Zeit gegeben fein.
— Der „R.-A." publicnt das Reichs» militärgefetz vom 2. Mai 1874.
— 10. Mai. Das Preßgesetz vom 7. d. ist heute promulgirt worden und tritt am
Erscheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22j Sgr., durch die Postämter 27 @ar (excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. * “ ’
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2j Sgr. berechnet.
öffneten, sollen wir's auch thun? Nicht daran will ich mahnen, daß in früheren Jahrhunderten ihre Bürger feindlich vor unfern ?J?auern lagen, daß die Unfern mit Ihnen auf manchem Schlachtfelde bltutig zusammentrafen. Die gemeinsame Noth der letzten Kriege hat diese Erinnerung ausgelöscht. Mögen die Glieder einer Familie auch sonst uneinig fein, sobald ein Fremder sie angreift, fühlen sie doch eins. Leider Gottes heherzigten sie, die die Macht haben, das nicht, um ,dabei selber im Trüben zu fischen. Recht behielt das Sprüchwort: „Des Königs von Frankreich Mantel, des Pfalzgrafen Hofm, des Kurfürsten von Cöllen Rock und des Baiernfürsten Bauch, sind all' gemacht aus einem Tuch." Jetzt ist'S Gottlob, anders. Die Reichsstände stehen, mit Ausnahme von ein paar geistliche Herrn, die eigentlich nicht zu uns, sondern nach drüben, nach jenseits der Berge, gehören, so fest und einmüthig zusammen, mie niemals sonst. Sie werden die Welschen über die Grenze zurückjagen, aber an uns ist'S, ihnen Zeit zum Werben der Truppen zu schaffen. Jede Stadt, wie jede Mauer eines Dorfkirchhofes, jede Burg, wie lebe Bergschlucht sollte ein Bollwerk fein, an welchem ein Söldnerhaufe sich die Köpfe zerschellt. Freilich denken nicht alle so, aber ist das für uns ein Grund, gleichfalls unsere Pflicht zu versäumen? Laßt uns ein Beispiel an Neustadt und an Frankenthal nehmen 1 Oder dürfen wir daS nicht wagen, weil sie Churpfälzisch und wir Leiningisch sind? Halten wir unS darum für geringer ?
Dann freilich hätte alle Welt ein Recht, uns über die Achsel anzusehen, dann wäre eS auch ein trostloses Unglück, daß wir so viele Fürsten haben, müßten wir vor Allem suchen, die los zu werden und unS einem mächtigeren Staat anschließen, der uns, wen» nicht Schutz gewährt, so doch den Mnth, uns selber zu schützen!"
Ein Gemurmel der Ueberraschung und der Bestürzung lief durch die Menge. Solche Worte schienen auch dem Kecksten wahrhaft unerhört, geradezu hochverrätherisch. Wäre der Redner nicht der Käskönig gewesen, man hätte ihn nicht weiter sprechen lasten, ja, ihn wo möglich in dm Stock gelegt. Selbst seine beste» Frmnde wurden stutzig.
Diether verbesterte schnell seinen Fehler. „Unsere Grafen waren stets tapfer und mächtig genug, um es selbst mit dem Kaiser aufzunehmen; wir geben in nichts den Chur- pfälzem nach und wollen daS jetzt beweisen. Oder sollen die Neustädter, die sich die Gcscheidtesten an der ganzen Haardt dünken, Recht behalten darin, daß sie die Muthigsten, daß sie freie deutsche Männer sind und wir nur Hörige, die sich allein nicht wahren können? Und Frankenthal! Sollen wir hinter ihm zurückstehen, weilS erst im vorigen Jahrhundert gegründet ward und Dürkheim uralt ist? Haben wir, deren Vorfahren seit undenklicher Zeit hier saßen, schwächere Anne und vor Allem: Haben wir schwächere Herzen, als jene Nachkommen der Niederländer, die wegen ihrer Religion von den
blasseren Umrissen und der Tendenz der Friedensstörung entkleidet in ihren Leitartikel ausgenommen hat. Jndesten ist es immer zu bedauern, daß ein Blatt von dem Gewicht der „Times", einem Zwecke dienend, den sie vielleicht selbst nicht kennt, eine grundlose Beunruhigung der öffent lichen Meinung Europas nähren hilft. Wir halten es für unmöglich, daß der König von Italien oder feine Agenten eine Mit theilung übet die persönliche Begegnung hier selbst in der Form und Tendenz gemacht haben sollten, wie die Sache von dem Times Korrespondenten dargestellt wird; ihnen daS zutrauen, hieße sie einer mala fides fähig halten. ES wird in den hiesigen Regie rungSkreise» auf das Bestimmteste in Ab rede gestellt, daß dergleichen Eröffnungen gemacht worden sind. Richtig und in der Natur der Dinge liegend ist, daß, wenn der Friede bedroht fein sollte, Deutschland und Frankreich ein Jntereste haben würden an dem Bündnisse mit Italien. Freilich würde Deutschland nach seinen bisherigen Erfahrungen wenig Aussicht auf Erfolg haben, denn 1870 neigten die Sympathien Italiens sich überwiegend zu Frankreich; und Deutschland fühlt sich auch so stark, daß es das italienische Bündniß nicht begehren würde. Frankreich aber wird desselben vielleicht be dürfen und vielleicht würden Nizza und Savoyen der Preis deffelben fein. Und bann würden Italien und Deutschland allerdings zu erwägen habm, welche Kombinationen den Italienern die meiste Aussicht eröffneten, ihre verlorenen Provinzen wieder zu erwerben. Die Thorheit, einseitig Frank reich anzugreisen, wird der italienischen Regierung kein vernünftiger Mensch zlimuthen.
Wiesbaden, 9. Mai. Der Kaiser ist um 10 Uhr 40 Min. hier eingetroffen und am Bahnhof von den Behörden empfangen worden. Bei feiner Fahrt durch die Stadt wurde derselbe enthufiastisch begrüßt.
Kobnrg, 8. Mai. Der Speziallandtag des HerzogthumS wurde auf gestern wieder
t.
er,
an9eigen nimmt entgegen: kit Expedition b. Blatte«, sowie bie Annoncen-Bureanx Ion Th. Dietrich & Co. m Önffel und Hannover Th. Mich in Frankfurt a.M ; haafenftein & Vogler in Transinrt a. M, Berlin, Leip- Wölnic.; Rudolf Moss« "Berlin, Frankfurt a. M. rc.
ascht Am bcn. 172
174
Anzeigen nimmt entgegen: bie Expedition b Blattes, sowie die Annoneen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche,- Buchhandlung in Frankfurt a. M ; Jnvalidendank, A. Rete- rneyer in Berlin; Carl Schiiß- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
einberufen Seine hauptsächlichste Thätigkeit ... .......... ... V11|V11V11.
wird sich auf die Berathung und Beschluß jstaube der trefflich zusammengesetzten Fakul-
1. Juli in Kraft. F------D ...... .....öv
— Aus der DundeSrathSfitzung wiid> gehabt zu haben, da sie dieselbe nur in