Akarkurg, Sonnabend, den 2. Mai.
Mr. 102
1874t
ObahMc Jrituinj
r. 11
ickelt
»s
>10■ oon Paris die öffentliche Meinung der SCI poliiischen Kreise seines Vaterlandes ihn
>it O
sagt
den Herzog von Sachsen-Coburg-Golha hier
11.
ritt. 2*
ter.
April.
Es
-b.l
i ständen kann eS nicht befremden, wenn im Moment der Abberufung des Botschafter«
vielleicht ein mehr geeigneter Platz jein. — Der Kaiser von Rußland wird im
Thlr.
Präp.
84 > lOlj
irkauf [282
t und immt ixisti- lieses
lt, lie
'tlergv strengsten Jncognito bis Berlin reisen. Der 1.40 Großfürst Wlademir wird dem Kaiser um
102j
93% 101* 10U
Seiten der Lehrerschaft und der Bürgerschaft rnd bereit« Freiquartiere für ca. 100 Gäste zur Verfügung gestellt, in den Hotel« wird ungefähr für eben so viel Personen Unter kommen beschafft werden können; c« werden aber dann immer noch gegen 800 Quartiere ehlen. ES wird also wohl noch eine An- zahl von Schulzimmern in Anspruch ge nommen werden und von der Wohnungs Commission zur Aufnahme von Gästen eingerichtet werden muffen. Ebenso wird noch eine Anzahl von leer stehenden Privatwoh»
über sie, halte ihn heut getroffen au« He. lenen« Augen und ihn htnausgelrieben in den Wald, den wilden Kampf de« tief verwundeten Herzen« in der Einsamkeit aus zukämpfen.
Helene erhob sich nicht wieder, die Hei math konnte ihr ja nicht wiedergeben, waS sie verloren, sie milderte nur ihren Schmerz zu sanfter stiller Melancholie. Sie klagte Über kein körperliches Leiden, sie hatte auf jede Frage daffelbe freundliche: „ich bin nicht krank"; aber ihre Kräfte, zu gewaltig erschüttert, schwanden mehr und mehr dahin. Felix war fast ihr einziger Gedanke bei Tag und Nacht: mit ihm vereint zu werden, ihre einzige Sehnsucht. Sie sprach seinen Namen nicht aus, sie weinte auch nicht mehr, aber ihre Gedanken riffen sich nur mühsam von ihm los, um der treuen Liebe, die sie umgab, ein dankbares Lächeln, einige freundliche Worte zu spenden.
Ach und immer süßer lächelte sie, immer liebreicher wurden ihre Worte, je mehr die Hoffnung zu sterben zur Gewißheit in ihr wurde. In dem Bewußtsein ihrer baldigen Bereinigung mit Felix, wie verklärte sich da ihre Sehnsucht, wie läuterte sich da ihr Gram, wie durchgeistigt ward ihre Liebe, wie streifte sie mehr und mehr die irdische S.lbftsucht ab.
Der nahende Tod versüßte den nagenden Schmerz. Der Frühling draußen, der die Erde schmückte und HelenenS Abschiedsblick auf Llüthen weiden ließ, weckte neue Hoff aung in ihrer Seele, die Hoffnung aus himmlische- Glück Heilige Andacht strömte
|ie ui rut
der Wald in ernsten Feierstunden in ihre Seele: von der frommen Ergebung Derer, die sie umgaben, lernte ihr Herz einen neuen Glauben, einen Glauben himmlischer über der irdischen Liebe. Noch war: „sterben, sterben" ihr heiße« Gebet; aber nicht die Verzweiflung — Hoffnung und Sehnsucht sprachen eS aus.
Hinauf, hinauf! der Tod kann allein sie wiedergeben, die leuchtenden Schwingen, die das Leben gebrochen!
Ihr langsame« Scheiden war so lieblich als traurig. Sie war wie ein Kind, das am Heimweh erkrankt und das die Eltern barmherzig in die Heimach rufen. Auf den blaffen Wangen, den vergrämtm Zügm ist sie noch zu lesen die beklemmende Angst, das tiefe Weh, der Todeskampf der sich sehnenden Seele, aber der Ruf in die Hei- math bringt wie ein Sonnenstrahl in die Nacht; die Freude wagt sich wieder hinein in das arme gequälte Herz, und je mehr sich das Kind dem lieben ersehnten Vaterhause naht, je Hellers, je seliger leuchtet sie auf in dm Augen.
Die schönen äugen glänzten wieder in dem Licht, das Felix hineingestrahlt mit sein.r Liebe, aber kein Schimmer deS früheren so reizenden jugendlichen Nebermulh« wagte sich hinein in den Überirdischen Glanz. Eduard gedachte wieder de« feierlichen Ernstes ihrer Züge an ihrem EinsegnungS- tage, als sie geweiht wurde zum Leben. Welcher Jubel, welche Kämpfe waren gefolgt, und wie friedlich, wie verklärt war
: nicht vorher angemeldet hat, und daß mehr als 2500 Anmeldungen nicht angenommen werden sollen. — Recht großartig verspricht die Ausstellung von Lehr- und Lernmitteln zu werden, zu welcher die Räume des StändehauseS überlassen worden sind. Der systematisch geordnete Katalog, welchen jeder Theilnehmer der Lehrerversammlung gratis erhält, wird 31/2 Druckbogen umfassen. Die Druckkosten sind bis auf einen geringen Zuschuß, welchen die Kasse deS Ortsausschusses leisten wird, durch den Ertrag eines JnseratenanhangeS gedeckt. Um den Ausstellern eine Entschädigung zu bieten, wird die Commission eine Verloosung von Ausstellungsgegenständen veranstalten, zu welcher seitens des Herrn Oberpräsidenten die Genehmigung bereits zugesagt ist. Es sollen 2400 Loose ä 10 Sgr. ausgegeben und aus dem Ertrage nur 120 Thaler zur Deckung der Kosten entnommen, für den Ueberrest, 680 Thlr., ober Gewinne angekauft werden. Der höchste Gewinn wird einem Werthe von 100 Thlrn entsprechen. In letzter Zeit hat sich auch ein grauen» Comite deS Ortsausschusses gebildet, welches bemüht ist, für die zu erwartenden Lehrerinnen angenehme Quartiere zu beschaffen. DaS Comite hat die hiesigen Lehrerinnen zu einer Versammlung eingeladen, in welcher auch die Bildung einer Sektion für Mädchen- wesen besprochen werden wird.
Bremen, 29. April. Der deutsche Kronprinz, der bekanntlich Protektor der internationalen lanvwirthschaftlichen Ausstellung ist, wird dem Vernehmen nach gegen Schluß der Ausstellung mehrere Tage nach Bremen kommen. Er wird voraussichtlich Freitag, den 19., und Sonnabend, 20. Juni, der Vertheilung der Prämien und der Vor- ührung der prämiirtcn Thiere beiwohnen. Von einigen anderen deutschen Fürsten ist auch mit Sicherheit zu erwarten, daß sie die Ausstellung mit ihrem Besuche beehren werden, so hofft man, die Großherzoge von Oldenburg und Mecklenburg-Schwerin und
. Es war ein stiller Empfang, den Helene Vaterhause fand; nur Nero, das treue vtfr, war außer sich vor Freude, al« er
(Fortsetzung.)
Daheim erwartete man mit schmerzlicher Sehnsucht die Reisenden. ES war eine tzualvolle Zeit vergangen für den alten Mann und Eduard, fast qualvoller für sie in der ungewissen Angst als für die Großmama, die wenigstens den traurigen Vorzug gehabt, jeden Augenblick um da« liebe Kind sein, mit Trost, Rath und Hilfe ihm zur Seite sichen zu dürfen.
Sie wird, sie muß sich bei uns erholen, muß hin das Leben wieder liebgewinnen, sich, wie schön es hier ist, sagte der alte Fürster.
den betr. Höfen zu erfolgen pflegt. — Zur Feststellung des Bedürfnisses nach Revision des deutschen Strafgesetzbuchs hat der Bun drSrath, wie früher gemeldet, beschloffen, von den Bundesregierungen gutachtliche Aeuße rungen über die Nothwendigkeit einzuholen. Demzufolge sind auch die preußischen Provinzialbehörden veranlaßt worden auf Grund der bisherigen Erfahrungen Über folgende Punkte Bericht zu erstatten: 1, ob die Wirksamkeit der Strafgesetze durch praktische Ausdehnung der Vorschriften über Vergehen, welche aus Antrag zu verfolgen sind, beeinträchtigt werde, 2, über die erfahrungs- mäßige Wirkung der Destimmung, daß Personen unter 12 Jahren strafrechtlich nicht verfolgt werden, 3, über die Erfahrungen der Bestimmungen wegen Vergehen gegen die Religion und öffentliche Ordnung durch Rede ober Schrift; ferner welche Wirkung die Strafbestimmungen gegen die Gebote der Körperverletzung und der gewerbsmäßigen Unzucht gehabt haben und in welcher Richtung Abänderungen sich als Bedürfniß erwiesen haben?
— Nach einer neueren Zusammenstellung sind ' gegenwärtig in der Fußgendarmerie ungefähr hundert Stellen unbesetzt; speciell betrifft dieser Uebelstand, welcher sich seit einiger Zeit stetig steigert, die 1., 3., 4., 7., 8. und 11. Gendarmerie-Brigade, aber auch in den übrigen Brigade - Bezirken wird er sich binnen Kurzem ebenfalls fühlbar machen Seitens des Chefs der Landgendarmerie ist daher an die Truppen - Commandvbehörden das Ansuchen gestellt worden, qualificirte Unterofficiere, welche sich dazu bereit erklären, außerterminlich schon jetzt anzumelden. Den eiben wird in Aussicht gestellt, gleich nach abgelegter Prüfung ihre Einberufung, resp. Anstellung zu erhalten.
— Bei der Torpedo Versuchs Commission n Kiel finden gegenwärtig Versuche mit Landtorp.do's statt, welche, im Falle sie sich
ausgedehntem Maße zur Anwendung kommen sollen. Sie haben die Form einer Land granate für schwere Geschütze, sind jedoch nur 30 Cm. lang. Die Wände haben die geringejStörfe von 1,2 Cm., um die sehr grofre Spreng Ladung von 2 K. aufnehmen zu können. Zur Zeit werden diese Torpe dos mit Sprengpulver gefüllt; für später ift jedoch Schießbaumwolle als Sprengmitte! in Aussicht genommen. Die Explosion erfolgt durch, einen eigens dazu eingerichteten Zünder, ähnlich dem der Marine-Torpedos. In Festungen werden diese Torpedos zur Ver theidigung der Breschen, vor Festungen dagegen, als Hindernißmittel gegen etwaige Ausfälle der Besatzung benutzt. In letzterem Falle werden sie vor denjenigen Punkten, welche der Feind unbedingt passiren muß, z. B. Hohlwege, Dorfeingänge, Verschanzungen u. s. w. sorgfältig eingegraben, und um sic dem Auge des Gegners zu entziehen, mit leichtem Strauchwerk, Laub rc. bedeckt. Auf der Nordfront von Paris waren im letzten Feldzuge bereits einige Landtorpedos zum Versuch eingegraben, kamen jedoch nicht zur practischen Verwendung.
BreSla«, 29. April. Der Ortsausschuß für die Lehrerversammlung, der jetzt bereits aus mehr als 100 Personen besteht, entwickelt nach allen Seiten hin eine rege Thätigkeil. Die meiste Schwierigkeit macht die Beschaffung von Quartieren. Von
Mit gtdracheue» Klügeln.
Novelle von Adelheid von Auer.
hma<
[331 tergaf
ere. 17t 197
stirbt sich nur so langsam, ach so langsam", fügte sie hinzu, und als Eduards
seine Herrin begrüßte, und erst Eduards strenges Gebot brachte ihn zur Ruhe.
„Es ist Alles, Alles umsonst", sagte Helene mit einem traurigen Blick auf Eduard, „eS kommt doch so, wie'S mein armer Vater gesungen:
Und wenn die Freude, Der Jubel verhallt, Dann lehre ich wieder, Zu sterben im Wald.
trauriger Blick sie zu fragen schien: „kannst Du'S denn nicht erwarten, von uns zu scheiden", da versuchte sie eS wohl, ihn sreund- ich lächelnd anzusehen, aber wie ein Regen chauer die Frühlingssonne verhüllt, so über- flntheten und verdunkelten Thränen Helenen'« Lächeln.
Eduard konnte es nicht ertragen. Er stürmte hinaus in den Wald. — Dort,[.wo sie einst jubelnd geruht auf dem Teppich von Haidekraut, wo sie die Rosen, überstrahlt «n Anmuth und Jugendblüthe, dort sank er auf seine Knie, dort hob er angstvoll die Hände gen Himmel und rief mit halb erstickter Stimme;
„O Gott, sie stirbt, sie muß sterben; sie liegt darnieder mit gebrochenen Flügeln!"
Er hatte Recht. Helene, herabgestürzt von der Sonnenhöhe des Glücks in die Tiefe irdischen Weh'«, glich der armen kleinen wilden Taube. Derselbe zum Sterben müde hoffnungslose Blick, mit dem jene ihn damals angeschaut, als er das Urtheil sprach
Anzeigen nimmt entgegen: hfe Expedition d. Blatte«, fowie die Annoncen-Bureaux Bon Th. Dietrich & Co. in Aassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M., Berlin, Leip-
Cöln rc.; Rudolf Moss» m Berlin, Frankfurt a. M. rc.
106 d 1011 99 b.
924 d
1 103f ।
I — 1 1001 I144jl 1401 iv-Ad»
95 b. i 1031 | 1321* 109*1 1
nungen gemietet werden können. Um jede
UeberfüBung bei den Verhandlungen zu ________a
verhindern, beschloß der Ortsausschuß, daß! zu sehen, und eS ist nicht unwahrscheinttch, Niemand zugelaffen werden soll, der sich daß noch mehrere fürstliche Herren das
«Bestellungen auf die „Oder-. Zeitung" eO für die Monate Mai und Juni werden von allen Postaustalten, für Marburg und Uwgegend in der Ex-edition entgegen- geuommen._________________________
Deutsches Strich.
•• Berlin, 30. April. Nach telegraphischer Meldung aus Paris hat Graf «tuim nunmehr in Versailles sein Ab berufungSschrciben überreicht. DaS öffen- llche Unheil über seine diplomatische Wirk samkeit ist offenbar durch fein Schreiben an Den SliftSprobst Dr. Döllinger, welches allgemein als „eine wenig haltbare Tagesleistung" betrachtet wird, nicht günstiger gestimmt worden. Die Vertretung der Re gierung, sagt man, verlangt verständnißvolleS Eingehen und elastische Fügsamkeit wird in erster Linie als conditio sine qua non eine« guten Diplomaten angesehen. Die entgegengesetzten Eigenschaften hat Gras Arnim durch seine Haltung in der kirchenpolitischen Frage sichtbar hervortreten lassen, selbst biS zu auffallender Verletzung der üblichen Formen hat er sich sortreißen lassen, während man Diplomaten und Staats männer sonst als Muster der Sclbstbe herrichung und seiner, reservirter Haltung zu finden gewohnt ist. Unter solchen Um
Aber Eduard schüttelte traurig den Kopf.
Und schön war eS, denn der Frühling zog leuchtmd über dir Erde und der erste Brüne Schimmer verschleierte schon den Wald.
Ach, die Frühlingsheiterkeit lockte wenig- ,, vtn« erleichternde Thränen in Helenens „ 0 "vgen, denn als der Wagen hielt vor der -b.l tonten Heimach ihrer Kindheit, als der 100V Arll ihr entgegenrauschte und die ernsten 1001 ciume winkten und den Frühlingsgruß der ^verstandenen Welt ihr zunicktm, da thaute °cr kisige Schmerz auf in lindernde wohl- Mige Thränen. Eduard hob sie aus dem Vagen, trug sie in'S Haus und legte sie N den Lehnstuhl, den er dann an’« offene Msicr in den hellen Strahl der Frühlings- I '««ne rückte.
[397 die Aufgabe eines Gefandten, als Volksvertreter in einem Parlamente würde dazu
ßAnzeigen nimmt entgegen: die Expedition d Blatte«, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube L Co. in Frankfurt a. M.; Jäger’schd' Buchhandlung in Frankfurt a. M; Jnvalidendank, A. Rete- meyer in Berlin; Carl Schütz- ler in Hannover; C- Schlotte in Bremen.
nicht eben vertrauensvoll in eine andere wichtige diplomatische Wirksamkeit begleiten w*a würde Eine selbstständige Rolle in der kirchenpolitischen Frage im Gegensatz der r. 5 » Regierungspolitik zu spielen, ist am wenigsten
9 (ercL Bcstellgebah?und nrf. €iu b“’Optetet ”
der Expedit,ou zu ettbetlende Auskunft und Annahme von Adressen werden 21 Sgr. berechnet.
- einen Tag vorauSgehen, sich über Stettin nach 'abntb Mecklenburg begeben und bann in Berlin faat 1 Zusammentreffen. — Die jüngst gemeldeten 146! diplomatischen Ernennungen bestätigen sich, 1 unbegründet ist jedoch die Erwartung, daß
deren Publication in den nächsten Tagen I bewähren, in künftigen Festungskricaen in durch den Reichs- und Staatsanzeiger er1 — - - r- ■ ™ - --
folgen würde, weil diese amtliche Veröffentlichung diplomatischer Ernennungen erst nach Ueberreichung der Beglaubigungsschreiben an