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lung von Zeugnissen, welche den Anspruch auf^,einjLhrigenLDienst geben, zugesprochen

Lelegrsphische Depesche« der Oberhesftsche« Zeit««-.

Berlin, 28. April. Abgeordnetenhaus. Der Finanzminister theilt de» Abschluß des Finanzjahres 1873 mit. Die Einnahmen betragen 244,519,536 Thlr., der Ueb.rschuß beträgt 34,476,069 Thlr. Die Aus­gaben beliefe» sich auf 222,221,492 Thaler, sie übersteigen den Voranschlag um 12,171,025 Thaler. Der außerordentliche Etat hatte als Einnahme 103,539,740 Thlr., an Ausgaben 103,381,301 Thaler. Der verbleibende disponible lleberschuß des GesammtetatS beträgt 21,456,483 Tha« ler. Die Gesammtsumme be4 bisherigen KriegScontributionS - AntheilS für Preußen, inclusive des Betrags für 1874 beträgt 98,853,650 Thlr., der Finanzmmister legt ferner einen Schuldentilgungsplan vor, mit desien Annahme die Staatsschuld von Neujahr 1875 an um 2,114,000 ent lastet wird.

Berlin, 27. April. Dem prvußischen Abgeordnetenhause gehen demnächst" noch Vorlagen des Handelsministers z« über Bewilligung von 10 Millionen für Ver­mehrung der Eisenbahnbetriebsmittel, l a tun ter 7 Millionen für feie Ostbahn, ,ferner 60,000 Thaler für Forderung dec Pf erde­zucht, 50,000 Thaler für Schauprävnien (patt deS StaatSrennpreiseS) 10,000 Th aler für Beschickung der Bremer PferdeauSf tel lung. Fürst Chlodwig Hohenlohe tritt Mitte Mai seinen Pariser Botschafterpostten an, derselbe geht von hier zunächst nach München.

Berlin, 27. April. DieRordd. Allg Zeitung" reproducirt den vom Botschafter Arnim an Döllinger gerichteten, in feer Allgem. Zeitung" veröffentlichten Brief und agt hierzu: Ueber Zusammenhang und Zweck der Veröffentlichung sei fit noch nicht voll-

Mvrden.

Frankfurt, 27. April. Von dem herrlichsten Wetter begünstigt, wurde heute Morgen der Frühjahrs - Pserdemarkt durch b« Prämiirung der besten zu Markt ge brachten Pferde eröffnet. Die Commission bestand aus den Herren S. M. v. Bethmann, Thierarzt Dr. Fischer, C. Fellner, G- A. Freyeisen, Ä. Goldschmid, H. Henninger, L. Hofmann, C. Gehring, G. C. Metzler, Baron v. Rotenhan und F A. Sarg. Nac; der Prämiirung- - Ordnung wurden vorge­führt: 1) Schwere Zugpferde. Von den vier Paar concurrirenden erhielten die dunkel­braunen Wallachen der Herren Meyer und Kaufmann von Leuternhaufen den Preis: eine Weinbowle in Silber; das Accessit die hellbraunen Wallachen von Gebe. Libstein in Cannstatt. 2) Leichte Zugpferde. Von den neun Paar concurrirenden erhielten die hellbraunen Wallachm des Herrn Stern au Staden den Preis: ein Zuckerkasten in Silber; das Accessit die kastanienbraunen Wallachen des Herrn Wolff aus Kreuznach. 3) Wagenpferd« schweren Schlags. Von den acht Paar vorgeführten erhielten di zwei hellbraunen Wallachen des Hrn. I Vo aus Aachen den Preis: ei» Rauchservicc i Silber; das Accessit die zwei braunen Wal lachen deS Hrn. G. Schäffer aus Bornheim 4) Wagenpferde mittleren Schlags. Von den vierzehn Paar concurrirenden erhielten die eine braune Stute und ein brauner Wallach des Hrn. Abraham Orschel von hier den Preis: ein Paar Tafellcuchter in Silber; das Accessit die beiden Rappstuten der Herren I Walles und Salm aus Köln. 5) Wagenpferde leichten Schlags einschließ­lich Jucker. Von den acht Paar vorgesührten Pferden erhielten der Fuchs-Wallach und die Fuchsstute des Hrn. Max Singer aus Neutra in Ungarn den Preis: ein Liqueur gestell in Silber; das Accessit die zwei Dunkel-Honigschimmel Wallachen der Herren Bender und Strauß von hier. 6) Reit­pferde schweren Schlags. Von den sieben in Concurrenz getretenen erhielten den Preis: einen Tafelaufsatz in Silber, die dunkel braune Stute des Hrn. Herz Fränkel aus München; da« Accessit der hellbraune Wallach der Herren Mayer Söhne aus Bochum. 7) Reitpferde leichteren Schlags. Bon den

zehn zur Concurrenz zugelasscnen Pferden erhielt den Preis: einen Pokal in Silber, der braune Wallach des Hrn. I. Bodenheim' aus Heidelberg; das Accessit die braune Stute des Hrn. N. Fränkel in München.

Leipzig, 24. April. Vom 19. bi« zum 21. Mai wird hier der erste deutsche Gast- wirthstag abgehalten werden. Auf der Tagesordnung steht ein Antrag, beim Reichs­tag dahin zu wirken,daß das Bier im deutschen Reiche als Nahrungsmittel (gleich­wie in Bayern) und nicht als Luxusartikel behandelt und die Controle über die Braue reim von StaatSwegen geübt werde."

Detmold. Aus einer Mittheilung des Magistrats geht hervor, daß Herr v. Bandel das Hermannsdenkmal bi« zum 2. Septbr. b. I. vollenden zn können hofft. Bei der Einweihung wird voraussichtlich ein Fest stattfinden, zu dem eine Anzahl von Be suchern zu erwarten ist.

Metz, 26. April. Gestern fand im hie- stgen Lehrer-Seminar der Schluß des metho- dolvgischen Lehrer-Cursus Statt. Zu dem­selben waren 32 Lehrer aus allen Theilen Lothringens einberufen worden, um während drei Wochen theoretisch und praktisch in die putsche Lehrmethode eingeführt zu werden. Aehnlrche (Surfe wurden auch in den letzten zwei Jahren abgehalten und man beabsichtigt, solche fortzusetzen, bis da« gesammte mann* i$e Lehrpersonal Lothringens an einem der­selben Theil genommen hat. Einschließlich btt in den seitherigen Curfen ausgebildeten «hrer und der aus dem Lehrer - Seminar Nttlaflenen Zöglinge haben wir gegenwärtig schon über 150 mit der deutschen Methode »tttraute Lehrer. Um so untröstlicher da- btn weiblichen Lehrkräften gettt Weitaus der größte Theil der Ehrerinnen gehört dem Orden bet Schul­schwestern an, welche, trotzdem ihre unter hiesigen Verhältniffen doppelt verderb- ^7 Thängkeit der Regierung hinreichend 'rannt ist, noch Jahre lang im Amte bleiben bo stch vorläufig kein geeigneter Er finden läßt.

lassungsprüiungen und somit zur Ausstel- In der Hutform der Pariser Damen " * *- r ') ist ein völliger Umschwung eingetreten.

Während bisher die Hüte mit Blumen bis zum Exceß überladen waren, besteht jetzt die Zierde in einem f. inen seidenen, gestreiften Foulard, der, zierlich um die Hutform ge­wunden und gefaltet, noch einige Zipfel auf der Seite nach hinten herabhängen läßt.

@tnennungen, Verleihungen re.

Gestorben: die Forster P f l äg i n g zu Geismar, Obers. Fritzlar, Wilhelm zu Bürgel (Bauerbach), Obers. Marburg, Henkel zu Neustadt, Obers. Neustadt, Schneider zu Tiefengruben, Obers. Niederlalbach, S ch m i d t zu Bieber, Obers. Bieber, Stöppler zu Meckbach, Obers. Meckbach, und Mühlenhenrich zu Hundelshausen in der gleichnam. Obersörsterei. Pensionirt: der Ober­förster R ubach zu Thiergarten, Obers. Thier- garten, sowie die Förster Mühlhausen zu Wel­lingerode, Obers. Bifchhausen, Reinhardt zu Nentershausen, Obers. Nentershausen, Diegel­mann zu Besse, Obers. Elgershausen, Hohen- stein zu Niederaula, Obers. Niederaula, und Zimmermann zu Schloß Naumburg, Obers. Bruchköbel. Versetzt, ohne Aenderung des Amts- charaklers: der Oberförster R u m a n n zu Franken­hain, Obers. Meißner, nach der Oberförsterei Wachstedt zu Ershausen im Reg. Bez. Erfurt, die Förster Mei Hof von Küchen, Obers. Meißner, nach Wannfried, Obers. Wannfried, Jacob von terSfeld, Obers. Hersseld, nach Amsbach, Obers.

odenhausen, P f e tz i n g von Kerstenhausen, Obers. Todenhausen nach Neustadt, Obers. Neustadt, Harnickell von Wannfried, Obers. Wannfried, nach Altlotheim, Obers. Altlotheim, Hamel von Altlotheim, Obers. Altlotheim, nach Küchen, Obers. Meißner, Wegfahrt von Ahlberg, Oberf. Hom- breffen, nach Hersseld, Obers. Hersseld, Schäfer von Neuenstein, Obers. Neuenstein, nach Tiefen­gruben, Obers. Niederlalbach, Schnell von Schwarzenborn, Obers. Oberaula, nach Forsthaus Falkenbach bei Beiershausen, Obers. Niederaula, Schnell von Edderbringhausen, Oberförsterei Frankenau, nach Schwarzenborn, Obers. Oberaula, König von Niederrodenbach, Oberf. Wolfgang, nach Schloß Nauburg, Oberf. Bruchköbel, Görke von Altenstein nach Hundelshausen, Oberf. Hundelshausen, sowie der Förster auf Probe, Park-AufseherSteinbach von Sababurg, Obers. Veckerhagen, nachjj Ahlberg, Oberf. Hombressen. Befördert resp definitiv ernannt wurden: Spangenberg, Oberf - Candidat und Lieutenant im Reit-Feldjäger-Corps, zum Oberförster der Obers. Meißner zu Frankenhain, Ide. Oberf.- Candidat und Reviers, zu Speckswinkel, Obers. Mengsberg, zum Oberförster zu Baumholder, Reg. Bez Trier, Freih. v.Schlotheim, Obers.-Cand. und Hülfsarbeiter bei der Regierung zu Kassel, zum Oberförster für Zersen zu Oldendorf, Reg. Bez. Minden; zu Reviersörstern die bisherigen interimistischen Revierförster Soldan zu Dammersberg, Oders Mackenzell, Deichmann zu Raumburg, Oberf. Sand, und Klawe zu Trendelburg, Obers. Hofgeismar, zu Förstern, die bisher. Förster aus Probe, Tittel zu Lischeid, Oberf. Mengsberg, Gaßmann zu Weißehütte, Oberf. Veckerhagen, und die Anwärter: Jäger Beh klamm zu Besse, Oberf. Elgershausen, und berjäger Lentz zu Altmstein, Oberf. Hundels- hausen.

ständig unterrichtet, da die Veröffentlichung aber dieNordd. Allgem. Ztg." namentlich erwähne, bemerke dieselbe schon jetzt, daß das Schreiben nicht bloö faktische Berichti­gungen, sondern polemische Erörterungen eines Vertreters der deutsche» Regierung gegen deren politische Entschließungen und Handlungen enthalte. Ob ein solches Pro nunciamento, geknüpft an die vorausgehen den Enthüllungen, zu den Traditionen des preußischen Dienstes stimmen, werden andere beurtheilen, sie gebe den Brief als Aktenstück zur Zeitgeschichte. DieNationalzeitung" schreibt zu demselben: Wir sind in Deutsch land nicht gewohnt, unsere Staatsmänner in einer öffentlichen Polemik über Die schwe­bende Politik gegeneinander auftreten zu sehen. Am wenigsten können wir statthaft finden, daß eine diplomatische Persönlichkeit, welche die Politik des deutschen Reiches im Auslande zu vertreten hat, einen Dissens von derselben in einer Hauptfrage öffentlich kund giebt. Wir vermögen die Veröffent­lichung des Arnim'schen Briefes kaum anders zu verstehen, als daß Arnim darauf verzichtet hat, noch ferner die Politik des Kaisers und des Fürsten BiSmarck zu vertreten.

Pari-, 27. April. Nachrichten aus Egypten zufolge hatte der Khedive bereits von dem Canal durch Militär Besitz er­griffen, als Leffeps nachgab.

Madrid, 27. April. Vom nördlichen Kriegsschauplatz liegt nichts Neues vor. In Chclva (Prov. Valencia) sind 5,000 Car­liften eingerückt.

Telegraphisch« Cour«- unb Marktberichte.

Frankfurt a. M., 28. April. (Schluß- Course.) Staatsbahn -Actien 3321, Elisabeth 203, Galizier 255, Lombarden 143, Nordwest­bahn 191, Creditactien 2231, Silberrente 66%, Papierrente -, 1860t Loose 96%, Nationalbank 1010, Spanier 18',.

Berlin, 28. April. (Schlußcourse). Credit­actien 127, Staatsbahn 190%, Lombarden 821, Amerik. 99%.

Frankfurt, 27. April. (Viehmarkt.) Der heutige Markt war gut befahren. Angetrieben waren 340 Ochsen, 190 Kühe, 230 Kälber und 300 Hämmel Die Preise stellten sich:

Ochsen 1. Qualität per Ctr. 42 st. - 2. - - 40 -

Kühe 1. - - 38 -

- 2. - - 36 -

Kälber 1. - - 38 -

. 2. - - .

tämmel 1. - 38 .

chweine im Durchschnitt b Pfd. kr.

Frankfurt, 27.April. (Fruchtbericht.) Unbe- kümmert um die auswärtigen Berichte machte sich hier für Getreide eine matte Stimmung geltmd. Weizen wenig belebt. Ab nach Umgegend 17} bis 171, ft. bez. Ab auswärts wenig gehandelt. Roggen fand bei Eröffnung des Marktes gute Beachtung; beim Verlaufe gaben Preise jedoch nach Hauptsächlich concentrirte sich der Umsatz ab Köln b Thlr. 6. 15 bis 17 Sgr- Gerste um­satzlos. Hafer rar und wenig angeboten. Be- nöthigte mußten sich zu hohen Preisen versorgen. Am Mehlmarkte keine Aenderung; nur Futterstoffe gefragt Mehl Nr 1 27 fl., Nr. 2 25% fl., Nr. 3 224 fl., Nr. 4 181-19 fl, Nr. 5 16517 fl. Roggen­mehl '5 (Berliner Marke) 19 fl., do. ll. (Berliner Marke) 131 fl., Weizen effektiv hies. 17} fl., Roggen 1213% fl., Gerste 131-14 fl., Hafer 11% bis 11} fl-, Kohlsamen 16 fl., Erbsen 1214 fl., Wicken 10 fl., Linsen 1217 fl., Rüböl 38 fl. Stimmung gedrückt. (Die Preise verstehen sich fämmtlich per 200 Pfd. Zollgewicht 100 Kilo.)

v. Tschirschky, Oberst b la suite des Inf.» Regts. Nr. 82 und Commandeur des Jnf.-Regts. Nr. 82, mit Pension und der Uniform des Jnf.- Regts. Nr. 82, der Abschied bewilligt Der königl. Eisenbahn - Maschinenmeister Fischer ist von der Saarbrücker zur Frankfutter - Bebraer Eisenbahn mit dem Wohnsitz in Fulda versetzt worden.

Hamburg, 26. April- Nachrichten zufolge, die der hiesigenBörsenhalle" aus Rio d« Janeiro vom 6. April per DampferMendoza" zugegangen sind, betrugen die Kaffee-Abladungen seit dem 25. März nach dem Canal und der Elbe 7200, nach Havre rc--, nach der Ostsee rc.--, nach

Lissabon rc--, nach Gibraltar rc. 3000, nach

Nordamerika 5400 Sack. Vorrath an Kaffee in Rio 245,000 Sack. Tägliche Durchschnitts-Zufuhr 4800 Sack. Preis für good first in Rio 7100 bis 7250 R- nominell. Cours auf London 20 bis 26% d. Fracht nach dem Canal 45 sh. Neue Abladungen von Santos nach Nord-Europa 2400, nach Süd - Europa--Sack. Preis für gute

Qualität in Santos 67006800 R- Borrath in Santos 165,000 Sack.

Kaiser Wilhelm'« Gedenkbnch.

Unter bem vvrstehenben Titel ist kürzlich em Buch erschienen (Verlag von Wilhelm Herz in Berlin), wie bie GeschichtS Literatur Deren wenige aufzuweisen hat; ein Meister­stück der Composttion unb eine Liebesgabe zugleich.

Der Versasier, Geh. Ober-RegierungSrath Dr. Ludwig Hahn, welcher durch frühere Publikationen seinen großen Beruf für

populäre Geschichtsdarstellung auf dem Boden vaterländischer Geschichte mit dem ehrendsten Erfolge erprobt hat, hat neuer­dings in einer Reihe zum Theil ziemlich umfangreicher Werke sein Bemühen daraus gerichtet, den Mitlebenden daS Miterlebte zum rechten Verständniß zu bringen. Er hat dafür eine eigene Methode gewählt,, welche sich leichter empfiehlt als mit Erfolg" gehandhabt wirb: die bccumentirte Geschichts­darstellung.

Gewiß empfiehlt sich dieselbe dem Ge­schichtsschreiber der Gegenwart, wenn er nicht zugleich Parteischriftsteller und Agitator sein will; aber wenn nicht bloS Material aufgespeichert werben, wenn aus demselben dem aufmerksamen Leser zugleich ein Bild der Zeit aufgehen soll, muß die Kunst der Gruppirung hinzutreten. Und diese Kunst weiß Herr Dr. Ludwig Hahn in unver gleichlichem Maße zu üben. Sein Werk Der Krieg Deutschlands gegen Frankreich und die Gründung des deutschen Kaiser­reichs" ist in dieser Beziehung meisterhaft zu nennen, wird aber durch die gegenwärtige Publikation noch übertroffen.

Auf Grund der Thalsachen und der eigenen Aeu Herting des Monarchen wird hier der Lebensgang unb die Regierungs­geschichte vor unserem Auge entrollt, und ohne daß der Verfasser ein Wort der Em­pfindung oder des UttheilS einfließen läßt, empfangen wir den Eindruck eines klaren Lebensbildes, fehlt nichts, um das Charak' terbilb be« Kaisers, indem es nach allen Seiten hin in sicheren Linien abgegrenzt wird, unserer Verehrung unb Liebe zuzu­eignen

Um dieser Wirkung willen haben wir eben das Werk als eine Liebesgabe be­zeichnet ; nicht bolß in Rücksicht auf die Schöpfung, welche doch allerdings in solcher Weise uur aus einem ernsten Geiste echter Loyalität entspringen konnte.

Der Verfasser bezeichnet in der Vorrede als das Resultat seiner Darstellung die Er kenntniß,daß es vor Allem die Persönlich­keit des Fürsten selbst, daß sein eigenste- Wesen unb Streben der lebendige Mittel­punkt der wunderbaren Entwickelung, welche seiner Regierung eine so gewaltige Be- Deutung gegeben hat" und der Leser wirb nicht blo« dieses Resultat in seine eigene Empfindung unb sein eigene« Urtheil aufnehmeu; er wird dabei von Neuem an bas Walte» der Vorsehung gemahnt werden, welche unferm Vaterlande die größten Auf gaben stellte, aber auch die Persönlichkeiten gab deren eS bedurfte, um diesen Aufgaben gerecht zu werden.

Und wenn wir mit dankbarer Liebe die Erinnerung alter Zeiten und der innigen Verbindung zwischen Fürst und Volk ge­denken, au« welcher so viel Herrliche« ent­sprang, so giebt un« das Lebensbild, welche« Herr Dr. Hahn jetzt in feiner unbestreit­baren Wahrheit gegenständlich machte, den Beweis, baß auch in ben neuen VerfassungS- unb LebenSnormen, zum Segen unserer nationalen Entwicklung bem Monarchen die Möglichkeit geblieben ist, die G-sammtteitung des Staats unter die Erwägungen desfürst­lichen Gewissens" zu stellen.

Kaum aber hat es jemals ein Fürst so ernstlich unb gewissenhaft mit ben Pflichten feines fürstlichen Berufes gemeint, als Kaiser Wilhelm! Das ist der Total-Einbruck, den die Lectüre be« Hahn'schen BucheS hin­terläßt, und darum wirb eS dem preußischen und beutschen Volke ein wettheS unb liebes Gedenkbuch" bleiben.

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Oberhesstschen Zeitung.