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Marburg, Freitag, den 24. April
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Anzeigen nimmt entgegen: He Expedition d. Blatte», somie btt Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Aasiel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a- M-; Laasenstein & Vogler in Frankfurt a. M, Berlin, Leipzig, Cölnrc.; Rudolf Masse in Berlin, Frankfurt a. M- rc.
(ü%rrl)fflifd)r Zrilung.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d- Blatte», sowie dte Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M-; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurfa- M ; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; Carl Echüß- ler in Hannover; C- Schlotte in Bremen-
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öflichen Beamten,»Dänen, die dort 300 wohl neben bestand, ziemlich s Preußen schlummern, gingen nicht teer
Pfarrern, Kaplänen u. s. w.
ans.
und weißt nicht, waS Deinem Kopfweh
und die ihr nie etwa» geholfen haben. Ich will Dir sagen, was Dir helfen wird. Gleich steh von Deinem Sopha auf und komm zu mir herüber. Singen hören willst Du nicht, gut, so will ich Dir denn nur etwas vorplaudern, oder ich will auch still neben Dir sitzen und meine Hand auf Deine Stirn legen. Aber kommen mußt Du, und Du wirst sehen, es wird Dir besser werden."
Da ging er denn zu ihr und sie hatte Reckt mit ihrem Mittel: denn, als ihre Hand aus seiner Stirn lag, als ihre glück lichen Augen in die seinen schauten und der kleine schelmische Mund alles durcheinander sprach, lustige und übermüthige, ernste und liebevolle Worte, da wurde die Geliebte ihm zum himmlischen Boten, der ihm den verlornen Glauben an die Menschen, der ihm die Hoffnung auf Wahrheit, Liebe und Treue wixder zurückbrachte. Schon ihr Anblick allein war seiner umdüsterten Seele ein Trost.
Bild in ihrer Seele — die Erinnerung an ihre Heimath, wie versank sie vor eine^m Blick seiner leuchtenden Äugen. Mit ihm war die Welt ihr Eigenthum, ohne ihn — — daß irgend etwas ohne ihn sein könnte, daran hatte sie noch nie gedacht! Alles, was sie that, sprach und dachte, bezog sich auf ihn, selbst ihr Gebet schwebte nicht über ihren irdischen Himmel hinaus.
Daß sie mit diesem Uebermäst der Liebe sich nicht abschloß, daß ihr junges Herz, ihr heiterer Sinn, übersprudelnd von Glück, immer nach Mittheilung strebte, und da, wo sie von Felix und ihrem Verhältniß zu ihm nicht sprechen durfte, wenigstens als Ersatz nichts als glückliche frohe Dinge hervorsuchte, darüber zu plaudern, das gab ihrem Wesen eine solche Frische, ihrer Lie benstvürdigkeit so viel neue Seiten, daß
Daß Felix ungewöhnlich ernst war und es all die kommenden Tage blieb, auch" als er aufgehört hatte, fein Kopfweh vorzu schützen, das tonnfe' Helenen natürlich nicht entgehen. TheilS schob sie es auf das Zer würfniß mit seinem Vater, theils nahm sie eS für eine neue Seite seines Wesens, das sich ihr immer mehr erschloß Sein Ernst war so voll Tiefe, seine Gedanken läuterten sich in der Aussprache mit ihr zu sanfter Milde; in dem innigen Drang seiner Seele
sammelten, deren Mehrzahl aus Mitgliedern hiesiger katholischer Vereine, der Burschenschaft Winfridia, fürstbischöflichen Beamten,
festigen und an der Umfriedigung der Hügel aufhängen. Auch die Gräber der gefallenen die dort 300 wohl neben 28
dem Anblick dieses Menschen befreit, ohne daß er selbst Schritte zu deffen Entfernung zu thun nöthig gehabt, was ohne einen Eclat schwer möglich gewesen wäre. O, es war ja Pein und Qual genug. Daß nichts mehr zu retten war als der Schein, daß er fich damit begnügen mußte, seine Mutter wenigstens nicht vor der Welt entlarvt zu sehen; ein jammervoller Ersatz für den Ge danken, daß keine seiner brennendsten Thrä- nen im Stande sei, den Schimpf von ibrer Stirn zu waschen. Und doch war eS dieselbe reine, klare Stirn, mit der sie heut vor ihn hineintrat, derselbe kindliche Blick, saft noch dcmüthiger, als sonst, itit Gefühl ihrer Beschämung, dieselbe sanfte Stimme, die ängstlich nach seinem Befinden forschte. „Gott," dachte Felix, „wenn Du die Lüge zuläßt in der Welt, warum erlaubst Du ihr, sich in das Gewand der lautern Wahrheit zu hüllen?" ES war ihm wie eine Erlösung von unerträglichem Zwang, als die Mutter ihn verließ.
Neuer LebenSmuth zog in sein Herz ein, als Helene ihm ein paar Zeilen zusandte. Wie frisch, wie kindlich, wie warm waren diese Wotte aus ihrem Herzen geströmt.
Alles von ihr bezaubert war, und Tante Flörikie sich gestehen müßte, nie habe' bie
Mit hebracheuen Flügeln.
Novelle von Adelheid von Auer.
(Fortsetzung.)
Felix hatte die Nacht so fieberhaft zuge- bkacht, daß eS kein Vorwand war, als er seist Nichterscheinen beim Frühstück mit Unwohlsein entschuldigte.
Er fühlte sich noch nicht ruhig und gefaßt genug, bei’ Mutter wieder zu begegnen; er wollte auch'Helenen nicht sehen, ehe er nicht einigermaßen Herr seiner Stimmung geworden; ja er dachte schon mit Verzweiflung daran, ob e» recht sei, sie in eine Familie einzusühren, an deren innerstem Heiligthum dkr Ehre, so furchtbar gefrevelt war.
Er schrieb ihr ein paar Zeilen, ihr sein Erkranken mitzutheilen, und bat sie, heute nicht zu singen, da sein Kopf eS sticht er- tragen könne.
den Trost für sein verwundetes Gemülh aus himmlischem Quell zu schöpfen, verbreitete sich eine so. verklärte Ruhe über sein Wesen, daß HelenenS Liebe, erst so Endlich über* müthig, so keck in ihrer Zuversicht deS Glücks, zur Verehrung, fast zür Anbetung ward.
„Ich bin der Herr Dein Gott, Du sollst keine andern Götter haben neben mir", dies Gebot hatte ihre Liebe vergeffen. Felix war ihr Alles, die Liebe zu den Großeltern, wie untergeordnet war sie mit dem Gefühl für chn, — chie schwach schimmerte Eduards
gefüllt war, begab sich eine aus 10 Personen bestehende Deputation zu dem Fürstbischof, an welchen der Buchhändler G verlieh, Ver- leger bf:8 „Deutschen Volksfreund", eine Ansprache hielt, die mit den Reden der Herrn» übereinstimmte, welche in den letzten Tagen als Sprecher der von auswärts erschienenen Deputationen aufgetreten waren. Der Fürstbischof erwiderte in freundlicher Weise und betonte besonders, daß jeder brave Katholik den Erzbischof LedochowSki, welcher nur nominell abgesetzt sei, nach wie vor als Bischof zu betrachten habe. Nachdem sich die Deputation wieder in den Hofraum der Residenz zurückbcgeben, erschien der Fürstbischof unter der als Auffahrt dienenden Säulenhalle und ertheilte den versammelten katholischen Männern und ihren Angehörigen seinen Segen. Goerlich brachte darauf ein Hoch auf den Fürstbischof aus, welcher sich in seine Wohnung zurückbegab, während die Menge in dichten Schaa- ren die Restdeiiz verließ.
Gouderburg, 19. April. Die, wie es scheint, einzige Feier des zehnjährigen Jubiläums der Erstürmung der Düppcler Schanzen, welche in Schleswig-Holstein stattfand, war gestern vom hiesigen Bürgervereine unternommen Auch hatte sich dieser erst am 16. d. M darüber entschieden, so daß sich die Kunde davon nicht zeit'g genug allseitig hatte verbreiten können. Die Bethei- ligung beschränkte sich daher auf die nähere Umgebung. Leider vereitelten Aprilschauer den zumeist in die Augen fallenden Zug der Schüler, Vereine rc. durch Stadt und Schanzen nach den Gräbern' Mittags wurde die Musik wieder abbestellt und die freiwillig dazu herbeigekommenen Schulen und Theilnehmer nach Hause geschickt. Nur eine Anzahl Omnibus und Wagen brachte später, wie die ^FlenSb. Ztg." sagt, die Damen der besten Gesellschaft, mit zahllosen Kränzen und Bouquets bepackt, nach dem großen Soldatengraben vor Schanze 10. Einige Herren hatten sich angeschloffen und hälfen die Kränze um die Gedenksteine be
«Gestellungen auf die „Oberh. Zeitung" SO für die Monate Mai und Juni werden oo» alle« Poftanstalteu, für Marburg und Umgegend in der Expedittou entgegen- genommen.
Deutsches Reich.
## Berlin, 22. April. Den Ent schließungen unseres Kaisers über die im Lause des Sommer« vorzünehrnenden Badekuren und Reisen pflegt die Ungeduld 'der Zeitungsreporter alljährlich vorauözueilen; auch dieses Jahr hat es nicht an solchen verfrühten Mittheilungen über Reisedispo fitionen gefehlt, welche noch kaum zur Er wigung, viel weniger zur definitiven Erledigung gekommen find. — Die Inter pellation des Reichsländischen Abgeordneten Söhnlein über den Bau der Rheinbrücke bei Altbreisach für die Eisenbahn Colmar- Breisach ist heute vom Präsidenten des RelchSeisenbahnwesenS sofort beantwortet worden. Vom politischen Standpunkt aus »at die Thatsache, daß diese Interpellation rfolgt ist, mehr Interesse als der Gegen- tand derselben und die gegebene Antwort (aut, welcher die bezüglichen Verhandlungen ivch schweben. Die Interpellation liefert vieder den Beweis, daß die Macht der jteelcn Interessen alle politischen Parteiberechnungen und principiellen Standpunkte zu Schanden macht. Das Leben mit allen seinen Anforderungen und Geboten läßt sich nicht mit absoluter Negation befriedigen und das Band, welches Regierung und Regierte einmal umgiebt, wenn auch anfangs nur durch äußere Gewalt angelegt, ist doch kein Hinderniß für das allmähliche Zusammenwachsen der gemeinsamen Jntereffen. Für eine Verständigung zwischen dem BundeS- rath und dem Reichstag über das Reichs preßgejetz scheint der gute Wille auf beiden Seiten auch das Gelingen näher gerückt zu haben, als sich noch vor kurzesti' ermatten ließ. Der BundeSrath soll geneigt jein, anstatt bet'polizeilichen Beschlagnahme, welche im Reichstag beanstandet wird, der Staatsanwaltschaft das Recht zu präventiven Ein schritten zuweisen zu lassen. Durch dieses Zugeständniß dürfte wenigstens das prinzipielle Bedenken gegen Uebergriffe der Polizei befestigt werden'. —
„Sie ist gut und unschuldig," dachte er I und laS den Brief wieder und immer wieder.
— Die neueste „Prov. - Corresp." (in einem Theil der gestr. Nr. telegraphisch mit getheilt) bespricht in einem Artikel die Ab sctzung deS Erzbischofs Graf LedochowSki und die Stellung der Staatsregierung und hebt hervor: Der kirchliche Gerichtshof hat durch Urtheil vom 15. d. M. die Entlassung des Erzbischofs Grafen LedochowSki aus seinem bischöflichen Amte ausgesprocben. Nach dem in Kraft stehenden StaalSgesetze hört Graf LedochowSki hiermit auf, Erzbischof von Posen und Gnesen zu sein, der dortige Bischofssitz wird erledigt, unb alle geistlichen Handlungen, sowie alle Bestim mutigen über kirchliche Angelegenheiten, welche fortan von dem Grafen LedochowSki oder in seinem Namen und Auftrage noch vorgenommen werden sollten, haben dem Staate und dem bürgerlichen Gesetze gegen über keine Geltung. Der Staat ist einem abgesetzten Bischöfe gegenüber allerdings ohne Weiteres in der Lage, ihn aus dem Genüsse seines AmtSeinkommens zu setzen; aber eS kommt weiter und vor Allem darauf an, der unbefugten Fortsetzung der Amts thätigkeit wirksam entgegen zu treten. Der Artikel schließt: „Die Gesetze, welche im Reichstage und im preußischen Landtage noch zur Beschlußnahme vorliegen, sind durch die nunmehr erfolgte Amtsentsetzung des Erzbischofs von Posen und Gnesen von unmittelbar dringlicher Bedeutung geworden. Das weitere Vorgehen der Regierung zum Schütze der Staatsintereffen und zum Schutze der katholischen Gemeinden selbst ist gelähmt, so lange ihr nicht die neuen gesetzlichen Vollmachten gegeben sind. Sie wird fich zunächst darauf beschränken muffen, allen Betheiligten zum Bewußtsein zu bringen, daß die von dem abgesetzten Bischöfe und von unrechtmäßig angestellten Geistlichen vorgenommenen kirchlichen Handlungen dem Staate gegenüber ungültig unb nichtig sind; zu einem wirksamen eigenen Einschreiten aber muß sie die Ermächtigung durch die weitere Gesetzgebung erwarten Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Reichsvertretung und preußische Landes- Vertretung der Regierung mit voller Bereitwilligkeit die Mittel in die Hand geben werden, um den Kampf gegen die geistlichen
Verächter der Staatsgesetze durchzuführen und den revolutionären Widerstand derselben erfolgreich zu brechen. Je früher die Regierung in den Stand gesetzt wird, ihrerseits mit bestimmten Maßregeln vorzugehen, desto mehr wird sie in der Lage fein, wenigstens der äußeren Verwirrung und Zerrüttung einigermaßen vorzubeugen, welche durch das Auftreten der Bischöfe immer entschiedener in die gesammten Verhältnisse der katholischen Kirche gebracht wird. — Daffelbe Blatt schreibt ferner: Unser Kaiser erfreut sich jetzt einer stetig fortschreitenden Stärkung seines Gesammtbefindenö und konnte am letzten Sonntage bereits wieder dem Gottesdienste im Dome beiwohnen. Der Monarch wird jedenfalls bis gegen Mitte Mai in Berlin und Babelsberg verweilen. Das Befinden deS Reichskanzlers Fürsten Bismarck hat im Laufe der letzten Woche eine sichtlich fortschreitende Besserung erfahren; eine Betheiliguna des Fürsten an den laufenden Geschäften ist jedoch auch jetzt noch ausgeschlossen.
— 21. April. Zu den bevorstehenden Beratungen desJustizausschuffes deS Bundes- rathes über die großen ReichSjuftiz-Organi- sations-Gesetze sind nunmehr in Berlin anwesend, die Justizminister von Baiern, Sachsen, Württemberg und Baden, Dr. Fäustle, Abeken, von Mittnacht und von Freydorf, sowie seitens der hessischen Negierung der M'nisterialrath im Justizministe- rium, Finger, da der Ministerpräsident Hofmann vorläufig nicht nach Berlin zurück kehrt.
Bre-Ia«, 20. April. In Folge Aufrufs der Vorstandsmitglieder des katholischen Volksvereins an die katholischen Männer von Breslau hatten sich gestern etwa 5 bis 600 Katholiken in dem Hofe der fürstbischöflichen Residenz versammelt, um dem Fürstbischof auS Anlaß deS Beginnens seines 50. Priesteramtsjahres ihre Ergebenheit zu bezeugen. Die hiesigen Blätter berichten darüber im Wesentlichen etwa Folgendes: Als der Hofraum von der Menge der Ver-
Felix athmete erleichtert auf, als fein Vater zu ihm kam, ihm im höchsten Aerger mitzutheilen, daß Blum ihn heute früh mit bem Gesuch um seine Entlassung überrascht habe. „Ich habe ihn mit Güte Unb Freund «chkeit überhäuft," sagte er, „unb dafür bemüht er sich hinter meinem Rücken um fwe einträglichere Stelle und verläßt mich 'n größter Eilfertigkeit, weit sein neuer Ches Skich eine Reise mit ihm anzutreten wünscht. > lu«, ».w« „llv Wltvtl.
ist zu ärgerlich für mich, ich kann mich „Du bist ein Thor," schrieb sie zum Schluß, ohne thn tobt arbeiten." „unb weißt nicht, wa» Deinem Kopfweh
tftltr dankte Gott in seinem Herzen. So gut thnt; Tante Florine weiß es auch nicht, hatte denn dte Mutter wenigstens das ver- darum schickt sie Dir ein halbes Dutzend brechertsche 8anb zerrissen, so war er von Recepte, die sie alle nach einander gebraucht,