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187a

Hfl, »Ulli , UlUUUl|

in Berlin, Frankfurt a- M- rc.

Unter Vorsitz des General-LieutenantS

am Em eertm freudig degrüßtm Bem-fdie BerkchrSerleichterungen im Jahre 1872 zuhftmdm Detegirtentag sämmtlicher Krie- -- ..... _

Pfarr- Straf- zu be­kannte bereits waren.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition I. Blattes, sowie Die Annoncm-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Staffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.;

Breme», 17. April. Die Betheiligung an der internationalen landwikthschaftlichen Ausstellung stellt sich, nachdem vorgestern der Anmeldetermin abgelaufen ist, in fast allen Abtheilungen so überaus zahlreich heraus, daß für eine bedeutende tzwesteruixg der

Felix war am anderen Morgen schon dreimal an der Thür seiner Mutter gewesen, ehe sie ihm geöffnet und ihm die ungeduldig erflehte Audienz gewährt wurde. Es wurde Frau Berger anfänglich fast schwer, zu verstehen was et wollte, so wunderliche Sprünge machte seine Phantasie, und aus all' den bunten Bildern, Märchenträumen und lachenden Schilderungen konnte sie nicht gleich entnehmen, daß er, wie jeder andere vernünftige Mensch, heirathen wollte und zwar auch nur ein irdisches Mädchen, keine Märchenprinceß, Waldgöttin oder Blumenfee. Aber als sie ihn erst verstanden, da durfte er sich nicht behagen, daß das Mutterherz nicht vollständig mit ihm einverstanden, nicht geneigt genug gewesen wäre, seinen Wunich zu dem eigenen zu machen. Frau Berger trat haute sogar völlig aus ihrer gewohnten sanften gleichmäßigen Ruhe heraus. Sie war seltsam erregt, was Felix aber nur ganz natürlich erschien.

fung des hiesigen Privatdocenten Dr. Se­nator zum ordentlichen Profeffor der medi- cinischen Klinik in Jena im letzten Augen­blicke der Einspruch des dortigen CuratorS entgegenstellt, daß Dr. Senator, dessen Be sähigung als wissenschaftliche Kapazität und für den klinischen Unterricht unzweifelhaft feststeht, Jude sei. Daß gerade in der me» dicinischen Fakultät und an einer so frei­sinnigen Universität sich solche Ueberbleibsel mittelalterlicher Anschauungen geltend machen können, wird als besonders befremdlich be» trachtet.

lieber die gestrige Abendsttzung der Eisenbahnanleiie - Commission deö Abgeord­netenhauses berichtet dieBörsenzeitung*, der RegierungScommiffär Weishaupt habe die Erhöhung der Eienbahntarife für eine un­abweisbare Nothw-ndigkeit erklärf. Wenn keine Tariferhöhung stattfände, müfst der Ausfall bei den Saatsbahnen durch eine neue Steuer gedeckt eerben. Die Einfüh rung einer solchen sei jetzt unmöglich. Der Handelsminister erklärtem der Sitzung, wie derBörsencourier" mitheilt, er sei über­zeugt, daß das Reichskcnzleramt sich nicht widersetzen werde, wenn de einzelnen Bun­desregierungen eine Erhöhmg der Tarife für nothwendig erachteten. glaube, eine Erhöhung werde bald und ii maximo bis zu einem Reichspfennig an Stele des jetzigen Pfennigs erfolgen. Betreffs des Bischof- Gesetzes einigte sich die freie Commission über den Grundsatz der Staatsconrole über Ausweisung und Verlust des JwigenatS. Gegen beide Jnterdicte sei die Ap,ellation zulässig. Heute Abend wird daS bestgliche Amendement vereinbart werden.

Das Kaiserlich statistische Amr ha, jetzt dm zweiten Theil des vierten Ba-de« der Statistik des deutschen Reiches herms- gegeben. Derselbe besteht m zwei Abthi- hingen, von denen die erste die Waarmaus

enthält. Von außerordentlichem und all­gemeinem Jntereffe ist die vergleichende Ueberstcht der Mmge und des geschätzten Werthes der Ein- und Ausfuhr. In dieser erfahren auchGetreide rc. und Mehlfabri­kate eine Zusammenstellung, auS welcher hervorgeht, daß die Einfuhr von Getreide in Menge und Werth viel größer ist als die Ausfuhr. Hierdurch dürfte aber kaum die allgemeine Annahme erschüttert werden, daß das Königreich Preußen mehr an Ge­treide producirt, als es verbraucht. Die gegen die Ausfuhr stärkere Getreide-Einfuhr in Deutschland wird, wie mit Sicherheit behauptet werden kann, wohl nur durch den weniger umfangreichen Getreidebau in Mittel und Süddeutschland hervorgerufm «erden. Eingeführt werden an Weizm 6,147,200 Ctr. im Werthe von 24,600,000 Thlr., ausgeführt 8,157,200 Ctr. hn Werthe von 32,600,000 Thlr., an Roggen 11,090,500 Ctr. im Werthe von 29,900,000 Thlr., ausgeführt 1,670,500 Ctr., im Werthe von 4,510,000 Thlr., an Gerste eingeführt 3,637,000 Ctr. im Werthe von 9,460,000 Thlr. ausgesührt 2,807,000 Ctr. im Werthe von 7,300,000 Thlr., an Hafer eingeführt 2,286,510 Ctr. im Werthe von 5,400,000 Thlr., ausgesührt 1,726,410 Ctr. im Werthe von 4,170,000 Thlr., an Mehl, Getreide und Hülsenfrüchten eingeführt 1,552-,760 Ctr. im Werthe von 7,760,000 Thlr, ausgeführt 2,280,800 Ctr. im Werthe von 11,400,000 Thlr. Außer- dem sind in dieser Rubrik noch aufgeführt: Mais, Reis, sonstiges Getreide, Hülfen ftüchte, Kartoffeln, Malz, Kraftmehl, Puder, Stärke und andere Mühlenfabrikate rc. Die Gesammt - Eiufuhrmenge der ganzen Rubrik beträgt 29,810,000 Ctr. sin Werthe von 96,800,000 Thlr., die Gesammt-Aus- fuhrmenge 22,860,000 Ctr. im Werthe von 75,800,000 Thlr.

gervereine Deutschlands beschäftigte. Es wurde- festgesetzt, daß der erste Tag den Verhandlungen und der zweite der gemüth- lichen Vereinigung gewidmet sein solle. Den wichtigsten Gegenstand der Tagesordnung wird die Einführung der Lebens- und Ren­tenversicherung, sowie die Regelung der ge­genseitigen Unterstützung Hilden. Das bis­herige provisorische Präsidium wurde in der­selben Sitzung durch ein definitives ersetzt, und wurde Geheimsecrelär Blanck zum Prä­sidenten gewählt. General > Lieutmant von Stockmar wurde einstimmig zum Ehren» Präsidenten ernannt.

Hildesheim, 16. April. Bei dem hiesigen Bischof fand gestern die erste Zwangsvollstreckung wegen der gesetzwidrigen Anstellung des Pfarr-Administrators Krone in Grasdorf statt. Der Fall verlief ohne weiteres Aufhebens, denn, wie dieHildeSh. A. Ztg." berichtet, hat der beauftragte Ge­richtsvogt einfach die Secrekäre des Bischofs aufgeschlossen und die Slrafsumme von 200 Thlr. nebst 40 Thlr. Gerichtskosten an sich genommen.

DmtfchrS «eich. -

Berit», 18. April. Fürst Bismarck ist in entschiedener Besserung, der Schlaf hat sich wieder eingefunden und nur seine Untertanen wollen ihm noch nicht gehorchen, worunter aber nicht etwa, wie die Fortschrittler meinen möchten, die Nationalliberalen zu verstehen find, sondern seine Beine. Den Geschäften kann er sich schon seit acht tagen in ziem sichern Umfange wieder widmen. Seine Po- pularität zeigt sich A. durch die große Anzahl von Geheimmitteln und Arzneien, die ihm auS allen Theilen Deutschlands angeboten werden. Gestern ist der wür- tem-ergische Minister v. Mitlnacht hier ein- getreffen. Heut wird der baierische Minister ». Faeustle hier erwartet. Die Anwesenheit Her beiden Justizminister, welche die Bericht­erstatter des JustizauSschuffeS für die deut­schen Prozeßgesetze sind, wird (dem D. Wo- chenblatt zufolge) dadurch veranlaßt fein, daß sich der Justizausschuß in nächster Woche mit der entgiltigen, sofort dem Bundesrath vorzulegenden Feststellung 'dieser Entwürfe einschließlich deS GerichtsverfaffungsgesetzeS zu beschäftigen haben soll. Die Conferenzen des CultuSministeriums behufs der Ausar­beitung eines Unterrichtsgesetzes nehmen ihren Fortgang und beschäftigen sich vorläufig mit den Bestimmungen über die normale Stun­denzahl, Ferien und Schulversäumniffe. Die Berachuuzm berücksichtigen da« vorhandene Material auS den bisherigen parlamenta­rischen Vorarbeiten des preußischen Abge- orvnetenhauseS, darunter auch die Petftionen und vornehmlich die bestehende einheimische Gesetzgebung. Außerdem werden die Erfolge der Schulgesetzgebung in den neu erworbenen Provinzen, sowie in Elsaß - Lothringen und den alten Provinzen in Betracht gezogen Endlich haben die Conferenzmitglieder über ein reiches legislatorische» Material zu ge­bieten, welches denselben durch Vermittetung des auswärtigen Amte» auS andern deutschen und außerdeutschen Staaten zur Verfügung gestellt wurde. In ärztlichen und Uni- versftätSkreisen erregt die Nachricht großes und gerechtfertigtes Aufsehen, daß sich der

zorndurchzittert nach- der Thür wies das möchte schwer zu schildern sein.

Weiß Gott, welches Meisterstück von Rede sich in ihr vorbereitete, um diesen Himmel, bet sich da eben in wolkenloser Schönheit aufgebaut, zur Erde herabzuziehen; aber so viel ist gewiß, sie blieb unausge sprechen. Wie konnte Florine Redm hal­ten, wenn Helen« in ihren Armen lag und »einte »nd lachte, wenn Felix die feine, sorgfältig gepflegte Hand ergriffen und sie rücksichtslos küßte und drückte, während der Refrain aller feinet unzusammenhäugenden Reden nur »ar:ich liebe Helene, ich liebe sie." Es war so viel reizende, jugendliche Thorheit um sie herum, daß das lange ein gesperrte alte Herz auch anfing, zu klopfen und zu schlagen, als sei eS auch einmal jung gewefen, und so konnte Florine wider alle Regeln der Weisheit und Erziehung am Ende nichts thun als fagen: 1

Nun Kinder, so seid glücklich und Gott segne Euch.* - -

Aber das war nur ein, dem augenblick­lichen Eindruck abgerungeNeS Geständniß. Die Vernunft schleppte schon die Ketten herbei, die das erregte Gefühl hübsch sorg fällig an den Pfosten der Uebetlegung be­festigen sollte. Unrecht war es von Florinen gewiß nicht, daß sie ein Vcrlöbniß der jungen Leute nicht zulaffm wollte, ohne daß die gegenseitigen Angehörigen ihre Ein­willigung gegeben. Sie ging nur gor zu schulmeisterlich, zu geschäftsmäßig zu Werke, sie wollte die Liebe, die noch in den Wolken schwebte, gleich festen FnßeS auf die Erde

Paderborn, 14. April. Heute erschien zum vierten Male der Exekutor im bischöf­lichen Palais, um zur Deckung der wegen gesetzwidriger Besetzung von sechs stellen im Kreise Brilon verhängten summen von 2400 Thlr. Mobilien schlagnahmen. Die Beschlagnahme nicht erfolgen, weil alle Gegenstände früher zu gleichem Zwecke notirt .........

In kurzer Zeit wird obige Summe auf 3600 Thlr. erhöht worden fein; dazu kommen rann noch die unlängst augedrohten'500 Thlr. m der Affaire des suspendirten "Kaplapei- Verwesers MoenikeS zu Lippsprünge. DaS letzte Hirtenschreiben des Bischofs ist gestern auch bei den hiesigen Stadtpfarrern konfiScirt worden.

Helene lauschte heute nicht. Sie lag in ihrem Zimmer auf den Knieen, iw der Fülle de» Glückes dem zu danken, der die Quelle allen Glückes. Aber sie kam nur. zu dem einen Gedanken. Da» war das Glück, von dem sie geträumt, Waldeseinsamkeit, im Geräusch der Welt, in Lust und Freude ihres kindlichen Lebens! Der Stern hoch oben in den Lüften, er hatte sich heradgesenft auf ihr Haupt! sie würde fortan wandeln in seinem Licht, a war ihr ganzes volle» Eigenthum, wer könnte sie je deffen be­rauben? Wer? ~

Mit gebrscheue» Flügel«.

Novelle von Adelheid von AuvL (Fortsetzung.) - nm n:

We Kinder, so-sorglos, so unerfahren, so nur au die Gegenwart denkend, hatten sich bette dem süßen Gefühl ergeben, da« gleich beim ersten Zusammensein al« Ahnung eine« ungekannten Glücke« in ihnen aufge­gangen war. Nichts in der Welt ist mehr geeignet, Herz und Phantasie in holde Träume ju wiegen, als Musik. Sie ist die schönste, reinste Sprache der Seel«, sie lockt die ver­borgensten Gedanken aus der Tiefe, sie weint, sie klagt, sie jubelt mit unS/

. Felix und Helene fangen sich die Liebe immer tiefet in« Herz.

Da kam e« benn ganz natürlich, baß eines Tage«, als sie mft einander fangen, während Tante Florine im Nebenzimmer Architektur ftubirte, Felix plötzlich mitten im Siebe ab- brach Er hatte e» ihr oft genug borge jungen, das süße Wortich liebe Dich", jetzt mußte er e« ihr sagen: und da« war noch viel, viel wirksamer.

Sie antwortete zwar nm mit benötigen, 7 es mußte beredt gewesen sein: benn, k Iflfl ste in feinen Armen und

der erste Kuß brannte auf ihren Lippen 1 . k® Augenblick trat Tante Florine

«« Ihr sprachloses Erstaunen, die Ent­rüstung ihrer tief verletzten Weiblichkeit, die ^ch zürnenden Worten suchte, mld al« Waffe, die verbrechet zu strafen, imAugm- olick nichts fand zur Unterstützung ihrer Würde, al« eine majestätische Bewegung mft der rechten Hand, deren schmaler Zeigefinger

stellen Felix sollte gleich zu seinem Vater gehe», Helene gleich den Großeltern schreiben. Ehe dM nicht geschehen, dürsten sie sich nicht widersehen, dürften sich auch unter vier Augn das vertrauliche Du, da« ihnen so unbefa^en über die Lippen strömte, nicht erlauben, -)on dm hortiblm Küssen gar nicht einma.zu reden. Darüber mußte nun Felix lachen unb er sagte gleich ein halb- dntzmdmal httereinander daS süße Du, und von HernenS errölhenden Wangen konnte Florine gleich die Rechte lesen, die kein lunger verliebter Bräutigam sich nehmen läßt. 1

Zuletzt wurde ann, durch vieles glück- üehe Geplauder nterbrochen, verabredet, daß Fettx morgen«. Tage« mit seinen Eltern sprechen, daßerst bas Resultat dieser Uirtetrebung abgewar-t werden sollte, ehe Heime schriebe, daß ae« Weitere sich dann finden werde, daß ab, der heutige Abend ihnen gehören sollte, ihm allein. Und so war denn'Tante Florine o barmherzig, sich i" einen Folioband voll Gelehrsamkeit zu ^tiefen, während Felix und Helme bei einander saßen, in alle dr schönen, glück­lichen Träume vertieft, die in so reinem, so unschuldigem, so ungetrfcten Schimmer nur einmal am Himmel deS dischm LebmS aufgehen.

Bis tief in die Nacht hirin schwebten diesmal bunte Phantasien, den Sailen der treuen Violüne entlockt, hinauftum nächt­lichen Himmel; bis tief in die Acht hinein suchte Felix so den Ausdruck zu,nden für das Gefühl unaussprechlicher Seli^jt. Aber

und Durchfuhr des dmtschm Zollgebietes, von Stockmar hat hier am letzten Sonntag fomte vergleichende Ueberfichten der Menge j-me Confermz der Vorstände der hiesigen und des Werthes der Ein- und Durchfuhr Lriegervereine ftattgefuuben, welche sich ein unb ber berechneten Zollerträge im Jahre ghend mit dem am Pfingstsonntag und .. Zweite den Niederlageverkehr und Psngstmontag im hiesigen Concerthause ab

Erscheint täglich außer den Werttagen nach konn-und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition («och'sche Buchdruckerei) bezogen 224 Sar durck di- sRnftfimtM- SW (epi. Bestellgebühr und inel. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 6er. - Jnftrtionsgebühr für.die gespaltene Zeile I 'Sgr b,tWamtcr37 ®8r' ' .Für m der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen wsrden 24 Sgr. berechnet.

Marburg, Dienstag, den.21. Aprll.

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WerhOlcht Ieilung

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- meyer in Berlin; Carl Schüß- ,ler in Hannover; C-Schlotte in Bremen-