Vr. 88.
«ttitigen nimmt entgegen: die EN>edttion b. Blakte«, > sowie die Anuoncen-Bureaux von Th. Dietrich & Co. in Kassel nnd Hannover; Th. . Dietrich in Frankfurt a. M s ' Haascnstein & Vogler m Frankfurt a. M.,Berlin, Leipzig, Cöln rc.; Rudolf Mosse in Berlin, Frankfurts. M. rc.
(niifrliÄr Heilung
187a.
Anzeigen nimmt entgegen: btt Expedition d- Blatte-, sowie di« Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a- M.; Invalidendank, A. Rete- riteyer in Berlin; Carl Schußler in Hannover; C-Schlotte in Bremen.
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wo Weise äußerte: denn der Vater, der mit sich den zuneymondtt' Jchttt rittfr GchtzLstcn
«npvrgeschwungen, ehe tt eine amtliche erreicht. Aber auch diese blieb nicht aus und überhaupt einmal bernÄft wurde er al« geschickter, tüchtiger Arbeiter schnell befördert. AW ein Mann von anerkannt strengen Grundsätzen, dessen Eifer nie erkaltete, wo' e« das Gemeinwohl galt, erwdrb er 1, , das Vettrauen feiner Mitbürger und der sichtliche Wohlstand, in dem er lebte, die ltebevolw Weise, mit der er von seinem Urberfluß mittheilte, veranlaßte manchen stabenden Vater, ihm die zeitlichen Güter s«mer hinterkassenen Familie zur Verwaltung zu Übertrag.
So war feine Zeit gecheilb zwischen vor- uulndsthaftlichem Pflichten, den Geschäften seines Beruf«, brr Verwaltung manchen städtischen Amtes, dessen Lasten « freiwillig vernommen. Er genoß eine« unbeschränkte» VertkauenS, nicht nur seines Charakters, sondern auch seines anscheinend sehr großen Vermögens wegen, dessen solide Grundlage
tsur anzweifeln zu können Niemandem einfiel Er war in seiner Jugend ein sehr
gegneten sich, noch ihre Gemüther, obgleich dies« Zuneigung sich ans fthr verschiedene
constatirt, daß bis auf Einen sämmtliche Bevollmächtigte instruirt waren, ihre Zustimmung zu dem Compromisse auszusprechen, woraus Man fich über die Erklärung verständigte, welche der Kriegsminister Namens der verbündeten Regierungen abgab. — Das Ereigniß des Tages bildete die in der Fortschrittspartei eingetretene Spaltung. Man wußte bereits gestern, daß die 6 Mitglieder, welche den Antrag v. Bennigsen unterzeichnet hatten, austreten würden; mehr Aufsehen erregte der Austritt der Abgeordneten Dr. Löwe Und Berger (Witten), welche zu den einflußreichsten Mitgliedern der Fraktion gehörten. IM Laüfe d«S TageS hörte man von dem weiteren Austritt bet Abgeordneten Spielberg und Rohland. Der Antrag der Fortschrittspartei ist von 15 Mitgliedern nicht unterzeichnet. ES hieß, der Austritt beziehe fich nur auf die Fraktion im Reichs tage, im Landtage bliebe daS Verhältniß der genannten jetzt disfentirendm Mitglieder unverändert dasselbe. ES sollen diesen Entschließungen gestern sehr stürmische FräctionS- debatten voraufgegangen sein, über welche jedoch Nähere« nicht bekannt werden sollte — DaS Befind«« di« Fürsten Bismarck bessert sich jetzt mit jedem Tage, so d<tß derselbe wiederholt schon einige Stunden am Schreibtische verbringen konnte. Dem Abg. Grafen Moltke ging heute wichreNd der Sitzung folgendes Telegramm zu: „Auf- gegeben Tessin, den 13. April 1874, 12 Uhr 10 M. N. Seiner Excellenz dem Fekd- marschall ReichStagS-Abgeordneten Grafen Moltke- Berlin. Wollen Ew. Excellenz, um den unverständigen Militärgesetz-Ber- weigern entgcgrnMtreten, in der Eigenschaft al» Abgeordneter nicht daS Amendement teilen, daß anstatt der verlangten 401,000 Mann 500,000 bewilligt werde» ? Unus , iro multis". ,
— Die „Nordd. Allg Zeitung veröffent-
'hübscher Mann gewesen und die», so wie eine gewisse Eleganz des Benehmens und das damals aufflammende Feuer seiner Liebe, hatten ihm Sophie's weiches, warmes aber sehr oberflächliches Herz gewonnen. Sie fühlten Beide, den vollen Rausch der Liebe, aber, als dieser verflog, blieb leider nur ein leichtes Band, ihre Geschicke miteinander zu verknüpfen. Nur in ihrer Neigung zu äußerem Prunk, zu dem damit- zusammenhängenden Verkehr in der Welt, wozu sich bei ihr noch eine große Vorliebe für Zerstreuungen gesellte, nur in der Zuneigung zu dem einzigen Sohn und dem Stolz auf sein ungewöhnliches Talents be-
Diöcesen zu wahren haben. Die Regierungen können cfne Fürsorge dafür nicht übernehmen, sie können dem Episkopat nur die Versicherung geben, daß, wenn er selbst seine eigenen Rechte Nnd die Rechte der Diöcesen wahren will, die Regierungen hinter ihm stehen und keine Vergewaltigungen dulden werden. Wie weft die Bischöfe in dieser Wahrung der Rechte gehen wollen oder können, haben sie mit ihrem Gewissen abzumachen. Die Regierungen können nur gerade so weit gehen, wie die Bischöfe selbst.
Hannover, 11. April. Da» Landes- ConsistoriuM hat bei der neulichen Anwesen, heit des Ministers Falk in Hannover den Antrag gestellt, im Laufe dieses Jahres die Synode, sei eS eine neue ordentliche ober die frühere als außerordentliche, zu berufen, uat mit derselben. eine Regelung derjenigen Verhältnisse zu versuchen, welche durch die Einführung der obligatorischen Civilehe in Frag« gestellt werden. -
$Btr»bdbrit, 13. April. In einer social-demokratischen Arbeiter - Versammlung, vdn etwa 150 Personen besucht, wurde eine ^Resolution angenommen, durch welche der ^Reichstag aufgefordert wird, dem Arbeitersgesetze die Genehmigung zu versagen.
j Detmold, 12. April. Das „F. L. Reg.- und Anz.-Bl." veröffentlicht einen Be Icheid des Cabinets-Ministeriums aus die Eingabe der Herren Büxten und Genossen, swelche als AuSgleichungsmittel in dem Ver- faffungSkonflict die Berufung einer Versammlung noch dem Reichswahlgesetze vorge- fchlagen habe. DaS EabinetS-Ministerium betont in der Antwort, daß eine Anerkennung des Wahlgesetze« von 1830 ehre unbedingte Forderung cer Nothwendigkeit sei. So lange eine beschlußfähige Landes- Versammlung verhindert werde, bleibe der Regierung nichts übrig, ÄS die R^ierung deS Landes aus eigene Verantwortung weiter zu führen.
Karlsruhe, 12. April. Eine Reihe von Ernennungen in den höheren Posten • der Verwaltung, welche zunächst dutch den Tod mehrerer höherer VerwaltungsbeaNiteN veranlaßt find, wird heute von der „Karlsruh.
schung, „Tu sollst Vater undMutter ehren," sein schönstes Sittengebot.
Daß die Ehe seiner Eltern eine glückliche, daran zu zweifekn fiel ihm nie ein. Seine Mutter besaß ganz jene Liebenswürdigkeit, .die alle Welt bezaubert, all« Herzen ein- nimmt* Sie war gegen Jedermann freund Uch, zu fernem' mehr, zu keinem weniger, wtt e« allen Dingen eigen ist, Seren natürliche Gutherzigkeit nicht gerade aus tiefem Gemülh entspringt, und auch beiten Geist nut auf der Oberfläche verweilt. Sie blicb gegen ihren Mann sreuMtch in ihrem Wesen, selbst als ihre Liebe erstorben-; und ihr gleichmäßiges Temperament machte es ihr leicht, seine» häufigen Verstimmungen stet« mit Mer Laune zu begegnest. So war auch ihre Eh« insofern glücklich, als nie eine jener Mißhelligkeiten, jeher um freundlichen Meinungskämpfe eintrat, die trotz des, eingebildeten Zaubers darauffolgender Versöhnungen, ein wahres Glück nie aufkommen laffen. Aber t« fehlte' jener geistige Verkehr, jenes Denken und Streben mit und für einander, jenes gegenseitige Vertrauen, jene innere Nothwendigkeit, Freud' und Leid mit einander zu Heilens die Zweie beseelen soll, welche sich die Hand gereicht und vor Golt geschworen haben, die gemeinschaftliche Wanderung m Liebe und Treue zu- beginnen und zu vollenden.
Felip fand die finstere Stimmung des Vater» gerechtfertigt durch fein in vielfacher und ost in verdrießlicher Weise in Anspruch genommene« Leben; er fand es daher doppelt gerechtfertigt von chm, daß er der Mutter
jtr Gefallen fich noch kn jene geselligen Kreise stürzte, wo sie, gleich ausgezeichnet durch Schönheit, wie durch das noch in seinem vollen Zauber wirkende Taleirt zum Gesang, ei» Gegenstaud allgemeiner Bewunderung war und durch die völlige Gleichheit ihre« Benehmen« gegen Jedermann, glücklich jene Anfeindungen vermied, denen jede, in irgend einer Weise hervorragende weibliche Persößlichkett so leicht verfällt. Ihr Rufi dmch ihre frühere Laufbahn auf der Bühne Noch leichter der Nachrede ausgesetzt, war makellos, Nnd in den Augen der Welt wie in benen des Sohnes galt sic ebenso für die liebenswürdigste vortrefflichste Frau, wie er, Berger, für den ehrenhaftesten, zuverlässigsten Mann, ohne daß weder die Welt noch der Soh» fragte, ob sie eigentlich je Proben oder welche sie davon abgelegt.
So war Felix' Kindheit, so rohren seine ersten Jugendjahre in ungetrübtester Weise verflossen. Das schöne, geistvolle Kind, der begabte junge Mann war der Liebling aller derer, die ihn kamNeii. Nicht nur CoMfort, jonbern Ueberfluß, aber in so geschmackdoAer, 1° spielender Weise geordnet, daß er den Anschein des nolhwendigen haste,- uMgub ihn. Seine Mutter vergötterte ihn, fein Vater liefe ihm seltcst einen Tadel zu Theil werde». Manche« Hetz wäre!'durch solche Verwöhnung verdorben worben; da« jette1 blieb kindisch, blieb gut; vielleicht wegtt des- hohen Fluges, den fette künstlerisch begabte Seele früh genommen, der ihm>' did Welt in so reinem Lichte zeigre, daß- e«: Vie
Deutsches Reich. .
Berlin, 14. April. Es liegt der Be richt über die Wirksamkeit der Kaiser-Wil- helMSstiftung in ihrem zweiten- Geschäftsjahre vor. Abgesehen von einzelnen reichen patriotischen Zuwendungen ist der Stiftung, wie der Bericht nicht zu schweigen zu dürfen glaubt, die rege Betheiligung Und die that kräftig« Unterstützung des deutschen Volkes, beten sie so sehr bedarf, roenn sie nicht für die nächste Zukunft, sonder» für die Dauer des dmch den Krieg hervorgerufenen Be dürfnisse« Bestand haben soll, seit Wiederherstellung des Friedens im Großen und ©engen nicht in dem erwarteten Maße zu Theil geworden. Die Stiftung giebt fich gleichwohl der Hoffnung hin, daß die schein bar« Theilnahmlosigkeit nur eine vorübergehende sein werde, und daß sie darauf ver trauen dürfe, daß, wenn demnächst ihre Mittel der Erschöpfung nahen sollte», ein neuer Aufruf an die Opferwilligkeit bet Ration nicht unerhört bleiben werde. - Der gegenüber den fehr großen Anforderungen verhältnißmäßig nicht erhebliche Umfahg ihrer Mittel hat der Stiftung unter diesen Um ständen die Nothwendigkeit auferlegt, was die Unterstützungen aus dem Centralsonds betrifft, sich vielfach auf nur einmalige Unterstützungen ober doch nur für ein Jahr zu beschränken. Mehrere Zweigvereine gewähren allerdings fortlaufende Unierstützungen, da ihre Mittel dies, bei der Zahl VSr in dem Bereiche ihrer Wirksamkeit wohnenden Invaliden, zulassen. — Die Vereinsbildung HM in dem zweiten Geschäftsjahre tone wesentlich veränderte Gestalt und Ausdehnung gewonnen, wenn sich auch in einzelnen Theilen be« deutschen Vaterlandes daS Vereinsnetz in erfreulicher Weise ausgebreitet ha». In anderen TheileN find dagegen diel auf die Anregung neuer Pereinsbildungen gerichteten Bemühungen deS Gesammtvor- standeS nicht von dem gewünfchten Erfolge begleitet gewesen In Preußen bestanden 294 Zweigvereine mit Einschluß von 8 Provinzial- und Bezirksvereinen. Die Zahl der Zweigvereine in den übrigen Staaten Deutschlands ist nicht überall anzugeben.
Ä Mik gebrochenen Flügeln. - —-
Ravelle von Adelheid von Stu et., - (Fortsetzung.)
Berger verfolgte in seiner Weise seinen Weg. Er war ein tüchtiger Arbeiter, ein kluger Kops. Abgesehen von den früheren glänzenden Einnahmen seiner Fra«, war et für seine Person durch Erbschaft in den Bsfitz hinreichender pecuniäter Mittel ge- lö»gt, feine Häuslichkeit in etter Weife zu ordnen, die nicht unbemerkt blieb. Er hatte sich schon zu gesellschaftlicher Bedeutung
immer finsterer uns mürrischer in seinem Wese« wurde, spendete dem Sohn selten eine Liebkosung, während alles Gefühl in der Mutter Herzen warm über diesen Gegenstand beffelbcn ausströmte. Auf Felix hatte beides dieselbe Wirkung. Die seltenen 8iett kosungen, die seltenen hellen Blicke seines Vaters erhöhten ebenfo seine angeborene Zuneigung zu ihm, sein Streben sich dieser seltenen Gunstbezugungat werth gu machen, al« die sonnige Wärme im Wesen seiner Mutter sein Gefühl der Pietät fafi zur Leidenschaft steigerte. Er hatte ein sehr kindliche«, sehr unerfahrene« Herz; er ut= feilte nach bem, was er sah, obef vielmehr er urtheilte gar nicht, er glaubte.
Die Eltern warm ihm seine irdische Vor-
Aruim, damals in Rom, in der CoNcilsfrage. Die erste Depesche vom 26. Mai 1869 spricht fich gegen btt Vorschlag ArnimS aus, wonach Preußen und Deutschland sich auf dem Concik durch besondere Abgeorb nete (Dratorefl) vertreten lassen sollte. Mr Preußen gebe es verfassungsmäßig wie politisch nur die Standpunkte bet vollen Freiheit der Kirche in kirchlichen Dingen und bet oNtschiebeNen Abwehr jeden Uebergriffes auf staatliche«, Gebiet. Die zweite Instruction vom 5. Januar 1870 erklärt es für jetzt nicht mehr thunlich, den dnnschen und ihnen zustimmendett Bischöfen eine Ermuthigung oder Moralische Unterstützung zu gewähren, da die RegiMnNg da« Recht dieser Bischöfe -schließlich im eigenen Lande wahren würde. 'In der 3. Instruction dom 13. März 1870, welche die in srühtten JnstMWckm ttt haltenen Gesichtspunkte tesumirt, heißt e«: Der König nahm mit lebhafter Sympathie chon bem Actenstück KennlUfß, t-Sktt die cheutsch-österreichischtti Bischöfe ihre Bemerk -kunge« zm Geschäftsregelung uiederlegten «Hb Abändelmigen verlangen, um ben öku- meMschey Charakter be» Eoncils für bte stacholische Kirche zu wahren-. Dis Sprache cheS Actenstück» ist eitle eberi1 so würdige [fll« feste, namentlich scheinen auch Mir die Bischöfe in bem Protest gegtt die Anwendung be« Majoritätsprincips auf dogmatische Enffcheidungen den Punkt getroffen zu haben, auf welchen beb Kampf innerhalb der kacho- lischen Kirche sich hauptsächlich richten muß. iE» kommt nun awrbing« darauf an, wie lange mib rott weit die Bischöfe ben Muth h»b«M, für ihre UeSerzeugnng einzu stehen u«b für ihr Handett die natürlichen Folgerungen daraus ziehen. Mr, die Regierungen che« norddeutschen Bunde«, sind nicht berufen, den Kampf gegen Concil und Curie zu beginnen, so lange die Fragen formal inner« halb des kttchlichen Gebietes discutirt werben. In den Augen der Curie sind und bleiben !®ir vorwiegend eftte protestantische Macht. Die Bischöfe sind es vielmehr, welche ihre 'eigene Stellung un» die Interessen ihrer
der KriegSminister v./Kameke im Reichstage verlas, war in bür heute abgehalteNen BunbeSrathSsitzung sestgestellt worden; diese fand um halb 12 Uhr unter bem Vorsitze des Präsidenten Dekßknck Statt. ES wurde
^Psii. Die Erklärung^, welche | licht in ihrer gestrigen Stummer die Jn- ~ " struction des Grafen Bismark an den Grasen