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Nlarkurg, Freitag, deu 13. März.

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wärtigen Stand der Festungsbauten in Elsaß Loth­ringen geschrieben: Die Lauten in Metz neigen sich

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schnell zuvor und überreichte ihr die Blume. Dieser Umstand vermehrte nur ihre Befangenheit, welche auch Oskar bemerken mußte, wenn nicht ein anderes Er- eigniß seine Ausmerkiamkeit auf sich gezogen hätte.

Während dieser Unterhaltung war er mit seinen Begleitern unvermerkt auö dem Walde getreten und Harle einen Fußsteg zwischen den Feldern eingeschlagen, der nach der Landstraße führte. Einige Equipagen rollten vorüber, dann folgten einige Mil-twagen, auf welchen Bäuerinnen saßen, die auS der Residenz zu­rückkehrten, zufrieden mit dem Erlös für ihre Waare. Eine feine Staubwolke kündigte eine Kavalkade an. Eine große Gesellschaft hatte ebenfalls den schönen FrühlingSmorgen zu einem Ritt in's Freie benutzt. Die Reiter sprengten näher und näher heran. Schoa konnte man ihr lautes Gespräch und ihr heiteres Ge­lächter hören. Oskar glaubte einige Bekannte zu er­kennen und blieb deshalb am Wege stehen. Jetzt verschwanden die Reiter von einem Gebüsch gedeckt, doch im nächsten Augenblick tauchten sie wieder vor. Birkeneck warf einen Blick aus dieselben und wankte. Er glaubte seinen Äugen nicht zu trauen.

Ein kühnes Weib, gefolgt von einigen Herren, sprengte an ihm vorüber, ohne ihn zu bemerken. Die reizende Gestalt verhüllte ein elegantes Reitkleid, ein niederer Männerhut saß keck auf ihrem Haupte, das von einer Fülle dunkler Locken umgeben war. An ihrer Seile ritt ein junger Mann in angelegent­lichem Gespräch begriffen. Dicht hinterdrein folgte „ der Baron von Karsten, welcher wieder in die Resi­denz zurückgekehrt war. Oskar hörte fein widrige- Lachen laut in feiner Nähe schallen.

— Zum Teufel, Chevalier! — rief der Baron, welcher sich anstrengte, dem voraneilenden Paare nach­zukommen, — Sie wollen uns doch nicht die schöne Helena schon jetzt entführen? So warten Sie doch einen Augenblick und vergönnen Sie uns, wenn auch nur für kurze Zeit, den Anblick der Himmlischen. —

das deutsche Fortschritts - Organ Arm in Arm mit Elsaß-Lothringen als Dritten im Bunde! —

— Die heutige „Prov.-Eorr." schreibt: Unser Kaiser hat sich von den Folgen der jüngsten neuen Erkäl­tung in erwünschter Weise wieder erholt und hat in den letzten Tagen bereits seine geroobnten Ausfahrten wieder beginnen können. Die Erledigung der Regie- rungSgefchäfte hatte keine Unterbrechung erfahren. Der Monarch nimmt den lebhaftesten Antheil an den zur Zeit im Reichstage schwebenden Berathungen und läßt sich über den Verlauf derselben regelmäßig Bericht erstatten.

— Ein berliner Korrespondent deS Franks. Journ. berichtet die nachfolgende Sensationsnachricht: „Die projectirte asiatische Reise des Prinzen Friedrich Gan, die über Jahr und Tag dauern soll, sicht einer 93er bannung auf ein Haar ähnlich. Wie man sich in den betreffenden Kreisen erzählt, hängt die Angelegen heit mit den sehr unangenehmen häuslichen Verhält niffin zusammen. Man sprach sogar ziemlich unoer- holen von Scheidung, und nur deS Königs Gebot vermochte die gelockerten Bande ein wenig zusammen zuschweißen. Jndeß will sich der eigenartige Kopf auf die Dauer solchem Zwange nicht fügen". — Tie Nachricht beruht, wie unS scheint, fast durchweg auf Erfindung. Ein Korrespondent der „Wes. Ztg" be merkt, daß die Reise von dem Prinzen Friedrich Karl allerdings in Aussicht genommen, aber durchaus noch nicht als sicher zu betrachten ist. Der Prinz wünscht natürlich für die Seetouren sich stets eines deutschen Kriegsschiffes zu bedienen. ES steht dahin, ob die erforderlichen Dispositionen noch bis dahin, wo die Reise anzutreten wäre, getroffen resp. geändert werden können. Der Prinz betätigt schon seit einiger Zeit wieder fein früheres Interesse für Geographie und Ethnographie. Abends versammelt er öfter in ge­selligem Kreise die Männer um sich, welche diese Wissenschaften hier in hervorragender Wese vertreten, so namentlich Professor Bastian und Prof. Neumayer.

— Der Justiz-Ausschuß des BundeSrathes beriech den Gesetzentwurf über Jnternirung oder Ausweisung renitenter Kirchendiener. Die Entziehung des In­

der ultramontanen „Rhein-Pfalz", Beleidigung des deutschen Kaisers GesSngniß

Straßburg, 8. März. Der auS angeblich zuverlässiger Quelle

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22j ®gr., durch die Postämter 27 L«r. texcl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. — Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. — Für in der Expedition zu erthellende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 2} Sgr. berechnet. — Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.

: Oterhessische Zeitung

## Berlin, 11. März. Von der heutigen Reichs- jagSsitzung war das Interessanteste daS Erscheinen deS chen Präsidenten Simsen, welcher von allen Seiten jerzlich begrüßt wurde. — DaS Befindeit beS Fürsten Mmarck hat sich noch nicht gebessert; der Krankheits- wfall ist so heftig, wie er feit 1866 nicht gewesen ift und wird vermuthlich längere Schonung erheischen. J Die Besprechung der Militärfrage in der heutigen Hrov.-Corresp." giebt der Hoffnung Ausdruck: „daß tit tiefe Uebereinstimmung über baS nationale Be dbrsniß und daS gegenseitige Vertrauen zwischen Regie mng und Reichstag sicherlich die Wege zur endgültigen Vereinbarung finden lasse» werde. Diesem Ausdruck deS Vertrauens entspricht überhaupt der Ton und Keift, in welchem der Artikel sich bewegt. Weder der Versuch, eine Pression auszuüben, ist damit verbunden worden, noch andererseits die Andeutung irgend eines Zugeständnisses. Die Stimmung, welche sich schon del den Wahlen in der Mehrheit der Bevölkerung für das Zustandekommen deS Militärgesetzes kundge- geben hat, und auch dauernd in den angesehensten Organen der Presse einer erwünschten Lösung der Aufgabe daS Wort redet, kann unmöglich wirkungslos verhallen, und bei der schließlichen Entscheidung des Reichstages wird man nicht unberücksichtigt lasten können, daß die Wählerschaft ihre Vertreter nicht auf gelten der ReichSfelnde sehen und von einer erneuten Auflage deS Konflikts nichts wisten will. Eben so wenig würde die Verlängerung eines Provisoriums den Wünschen der Mehrheit entspreche». Die Regie­rung ist daher wohl berechtigt, „an die Kraft und Energie deS gemeinsamen Wollens und Strebens zu cchpelliren, welche- die Mehrheit deS Reichstages mit der Regierung verknüpft". Sie darf es auch im Be wußtfein der eigenen vollen Hingebung für die hohen nationalen Aufgaben des Vaterlandes, welche durch traten hinlänglich bewährt worden ist. — Der .Bofflfchen Ztg " ist richtig, wie wir vorhergesagt, Hie zweifelhafte Ehre zu Theil geworden, von allen Plättern Frankreichs als Freundin und Alliirte gegen das deutsche Reich gefeiert zu werden. Frankreich und

Feine Welt.

Novelle von Max Ring.

(Fortsetzung.)

Ohne e- zu misten, sprach O-kar den Lieblings- wünsch der Schwester aut.

— Ich wäre eS schon zufrieden, — aber Du würdest Dich bald langweilen. Man muß daran ge­wöhnt sein, so wie ich. Unser Fräuleinstist war auch solch' ein einsamer Aufenthaltsort und noch denke ich nie ohne tiefe Sehnsucht an dasselbe zurück. Dir würde eS aber nicht darin gefallen haben, fern von jeder Gesellschaft und Zerstreuung. —

— Wer weiß? Ich habe von Jugend auf die Stille und Einsamkeit geliebt. Ich könnte mich leicht entschließen, für immer auf dem Lande zu leben. Was meinen Sie dazu, mein Freund? —

Der treue Begleiter stimmte Oskar bei, wenngleich mit einer gewissen Zurückhaltung

— Man muß viel entbehren können, — bemerkte er — wenn man in ländlicher Zurückgezogenheit sein Leben beschließen will. Die Natur, welche ich unter verschiedenen Zonen kennen gelernt habe, kann uns nicht für Alles entschädigen, waS wir aufgeben. Der Mensch bleibt dem Menschen stets das Wichtigste. DaS Leben auf dem Lande isolirt uns und beschränkt untern Horizont. Der geistige Fortschritt ist nur möglich in der großen Stadt. —

— Aber auch die Ueberbilbung und Unnatur — fiel Oskar ein — der Geist und unser Wisten wächst nm auf Kosten unsrer übrigen und vielleicht bessern Eigenschaften. Ich glaube nicht, daß eS der Beruf des Menschen ist, geistreich zu fein, sondern gut und Zufriedenheit, welche wir in den Städten vergeben- suchen. Der Landmann ist minder gebildet, aber ein­facher und bester als wir. —

— Verzeihen Sie, wenn ich dem widersprechen muß. Die menschliche Natur bleibt in allen Ver­hältnissen dieselbe. Stet- werden Sie gleiche Fehler

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bigenatS würbe mehrfach angefochten. Der Gesetz­entwurf würbe schließlich im Principe angenommen, § 1 milber gefaßt, dahin, daß der Verlust beS Jn- bigenatS erst eintrete, wenn bie Ausweisung ober Jntemirung wirkungslos gewesen. Das übrige wurde unverändert angenommen. — Dr. Simson ist zur Theilnahme an den Sitzungen des Reichstages hier eingetroffen.

— Tie „Nationalzeitung" hört, daß der Kaiser das Civilehegesetz vollzogen habe.

Breslau. 11. März Nach der „Schl. Volks-Ztg." reift der Fürstbischof Dr. Förster morgen nach Wien, um an den Berathungen beS EpiScopatS betreffs bet neuen Kirchengesetze theilzunehmen.

Dresden, 9. März. Das amtliche Dresdener Journal theilt mit, daß wegen beS Sitzes deS obersten Reichsgerichts im Bunbesrath noch nicht verhandelt worden fei. ES fügt hinzu: WaS neuerdings ver­schiedene Zeitungen über die Verhandlungen in Betreff der Aushtbung ober Erhaltung ber obersten SanbeS« gerichtshöfe einzelner Bundesstaaten berichtet haben, ist uns ebenfalls als unzutreffenb bezeichnet worden. — Vergangenen Sonntag hielt, wie die Dresdener Nachrichten miitheilen, die focialistische Partei in Dres­den ein „Arbeiterfest" ob. Die Festrede hielt der ReichsiagSabgeordnete Most über das Thema: „Der heutige Staat ist die organiftrte Gewalt." Der Vor­trag einer jungen Dame behandelte in Gedichtform das Verbluten eines CommunardS unter den Äugeln bet Reaktionsfchergen und hatte den steten Refrain: „Adieu Paris! Es lebe die Kommune!" Die Mar­seillaise wurde dreimal wiederholt. „Im übrigen", fügt daS Blatt hinzu, „verlies baS Fest harmlos."

Zweibrücken, 11. März. Das pfälzische Schwurgericht verurtheilte ben nominellen Redacteut

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und gleiche Tugenden in allen Ständen finden. Nur bie Form derselbe» hängt von Geburt, Rang, Stand und ähnlichen Zufälligkeiten ab. Unsere Schriftsteller Haden uns irre geführt. Mit den Schäfetromanen und Dorfgeschichten sinv wir gewohnt, auf dem Lande jede Tugend, in den Städten jedes Lostet zu finden. Die Erfahrung hat mich mißtrauisch gemacht und meine Ansichten berichtigt. —

OSkat hörte verwundert seinem Begleiter zu, der eint Fülle von Kenntnissen und Anschauungen ent- wickelte, welche eine weit höhere Bildung verriethen, als die eines gewöhnlichen Jägers zu sein pflegte. Der Wunsch stieg lebhaft in ihm auf, etwas Näheres über die Lebensumstände seines seltsamen Begleiter- zu er­fahren, aber die Furcht, den treuen Pfleger zu ver­letzen, hielt Birkeneck stets davon zurück.

Auch jetzt begnügte er sich mit der Bemerkung:

— Sie scheinen daS Leben genau zu kennen und viele Erfahrungen auf Ihrem Wege gejammeft zu hoben. —

— Mein Schicksal, — antwortete der Jäger, — Hot mich frühzeitig mit den verschiedensten Ständen und Verhältnissen bekannt gemacht. Ich habe wenig auS Büchern und viel aus dem Umgänge mit Menschen gelernt. —

— Und sind doch kein Menschenfeind geworden? — fragte Oskar mit einem leisen Anstrich feiner früheren melancholischen GemüthSstimmung.

— Ich war eS, — entgegnete der Begleiter mit schmerzlichem Lächeln, — doch diese trübe Zeit ist vorüber. —

— Und wer, ober was hat sie geheilt? —

— Gott unb bie Liebe I — rief ber seltsame Mann mit leuchtenden Augen unb erhobener Stimme.

Adele fühlte einen Schauer, sie wußte selber nicht warum und sie erröthete voll lieblicher Verlegenheft.

Um dieselbe zu verbergen, bückte sie sich, als wollte 'fle eine Waldblume pflücken. Der Freund kam ihr

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