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deklamirle der Dandy, die schönsten Bande sind's, die dauerndsten, die das Geheimniß flicht.

Ich bin keine Elisabeth und Sie

Kein Mortimer, der nur Liebe heuchelte und seine Königin betrog.

Sie sind ein Mann.

Zn des Wortes verwegenster Bedeutung. Sie haben sich heute überzeugen können, was ich zu rhun im Stande bin.

Zch bedauere nur den arm;» Ali, das edle Thier.

Und nicht seinen Herrn? Sie werden mich noch eifersüchtig machen.

Auf den guten Ali? Chevalier! Sie scherzen.

Ein Wink von Ihnen, und ich werde ernst. Bei Golt! ich kann es sein.

Der Chedalier richtete bei diesen Worten seine glänzenden Augen so kühn auf die ihrigen, daß sie dieselben zu Boden schlug und verlegen mit der ge­schenkten Amaryllis spielte.

Unterdeß hatte die Oberhofmeisterin den Gast zum Sitzen aufgefordert, auch die Damm nahmen Platz und die Unterhaltung nahm bald einen allgemeineren Charakter. Man sprach von den Ereignissen des Tages in jener leichten Manier, welche alle Gegenstände berührt, ohne einen genügend zu erschöpfen.

Auch das stattgefundene Duell wurde obenhin er­wähnt, aber Julie vcrrielh durch keine Miene oder Frage den Antheil, welchen sie an dem traurigen Er eignisse natürlich nehmen mußte.

Birkeneck wird kaum mit dem Leben davon­

kommen, bemerkte der Chevalier, wenigstens hak der Fürst es erzählt.

Die Mutter schaute die Tochter bedeutsam an.

Glauben Sie wirklich, daß er sterben wird? fragte die Erstere mit einer scheinbaren Theilnahme.

Die Wunde soll lebensgefährlich sein, der Schuß ging mitten durch die Brust.

Armer, junger Mann! seufzte die Oberhof­meisterin, während Julie aufgestanden war, um die Amaryllis in eine Vase mit frischem Wasser zu stellen.

Vielleicht ist er weniger zu bedauern, als man glaubt. Herr von Birkeneck steht auf dem Punkt, sein ungeheueres Vermögen mit einem Male zu verlieren, fuhr der Chevalier in der Unterhaltung fort, in­dem er mit der Reitgerte spielte, welche er in Hän­den hielt.

Unmöglich I rief die Oberhofmeisterin aus.

Julie war voll Spannung näher getreten. Ihre Blicke forderten den Chevalier zum Sprechen auf.

Meine Damen, sagte dieser, ich rechne jetzt meinerseits auf Ihre DiScretion. Ich bin der einzige Mitwisser dieser Angelegenheit, welche vor der Hand noch ein Geheimniß bleiben muß. Sie ver sprechen mir das strengste Stillschweigen.

Gewiß, Sie dürfen unö vertrauen, rief die Oberhofmeisterin, welche vor Neugierde brannte. Aber erzählen Sie nur schnell.

Oskar von Birkeneck ist laut Testament zum Erben seines Oheims eingesetzt. Dieser besaß aber einen Söhn, der verschollen war. Der Sohn, den man längst für gestorben hielt, lebt und ist aus Amerika zurückgckehrt, um das Testament seines Vaters

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Marburg, Sonntag, den 1. März.

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Politische Wochen-Urberficht.

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Feine Welt.

Novelle von Max Ring.

(Fortsetzung.)

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fentliche Meinung Frankreichs, welche ihm ebenso Recht geben werde wie früher. Da der jetzige Erfolg nicht größer sein wird als der frühere, ist Herr Thiers und dieRepublique Franyaise" ernstlich zu bedauern. Hat die öffentliche Meinung doch den alten Herrn nicht allzulange nach seiner famosen Deklaration de Nancy ziemlich gleichgültig fallen sehen. ,

In Spanien scheint General Moriones wieder­holt durch das Unwetter in seinem Vormarsche auf Bilbao aufgehalten zu sein. Nach einem neuesten Telegramm ist er nunmehr von Somorrostro aufge- brcchcn. Da man die Carlisten auf 25,000 Mann schätzt, während Mvrioncs nur über 17,000 Mann verfügt, so konnte er der Unterstützung des, wie es scheint wiederholt durch Unwelter vertriebenen Ge­schwaders in keiner Weise enibehren.

Das neue englische Cabinet, aus 12 Mitglieder beschränkt, ist seit einigen Tagen in Vollzahl vor­handen und hat bereits seine erste Sitzung gehalten. Für die Expcditionslruppen auf der Goldküste scheint ein fataler Rückschlag eingetreten zu sein. Die Eng­länder sind von den Aschantis überfallen und haben ansehnliche Verluste in dem Augenblicke erlitten, wo der Friede mit dem Köniz gesichert schien. Diese wilden Häuptlinge sind indeffen entweder selbst unzuverlässig oder haben ihre Unterthanen nicht vollständig in der Hand.

Obgleich die Nachrichten über die Vorgänge auf Sumatra unsicher und widersprechend lauten und der Krieg gegen die Alschinescn noch keineswegs zu Ende geführt ist, hat doch die holländijche Zweite', Kammer den Antrag, den Befehlshabern der Armee und Flotte bei der Expedition gegen Atschin den Dank der Nation auszusprcchen, einstimmig ange­nommen.

Das dänische Ministerium hat vom Folkething abermals das Zeugniß erhallen, daß zwischen ihm und der Mehrheit des Volkes kein Vertrauensver- hältniß mehr bestehe. Mit 52 gegen 41 Stimmen wurde die erste Lesung des Regierungs-Antrages auf Erhöhung der Beamtengchälter von der Tages-Ord­nung abgesetzt und die Beralhung somit abgelehnt.

Der schwedische Reichstag soll eine Anleihe von l*/2 Mill. Kronen bewilligt haben, um dem westlich vom Mälar- und 80 Fuß höher belegenen Hjclmar-See durch Trockenlegung etwa zwei Quadrat­meilen Land abzugcwinnen.

Der von Rußlands Kaiser am 15. d. auf die

copatS hervorzurufen. Das Abgeordnetenhaus hat am 20. Februar mit 129 gegen 114 Stimmen das vom Ausschüsse beantragte Gesetz wegen Aufhebung des Zeitungsstempels abgelehnt, nachdem der Finanzministcr sich gegen dasselbe erklärt hatte. Die schleichende Krisis in Pcsth dauert fort: die Regierung stellt die Ver­handlung wegen Bildung eines neuen Cabinets wieder in Abrede und zeigt an, das Cabinet Szlavy werde nach der Heimkehr des Königs von der Reise nach Rußland seine Entlassung nehmen.

Die italienische Kammer hat am 22. d. Mts. den Gesetzentwurf Minghetti's über den Papierumlauf in geheimer Abstimmung mit 199 gegen 63 Stimmen angenommen. Die Majorität besteht aus dem Centrum und vielen Mitgliedern der Linken, während die Rechte bas größere Contingent zur Opposition gestellt hat. Italien wird also jetzt eine Milliarde Staatspapiergeld unter der mehr oder minder wirksamen Garantie von sechs großen Banken erhalten. Am 24. d. Mts. ist Cardinal Barnao, General-Präfect der Propaganda, gestorben. Der Tod des Cardinals Tarquini wird als ein harter Schlag für den Einfluß der Jesuiten im Vatican betrachtet.

Aus Frankreich brachte die Woche die Nach­richt, daß sich das Ministerium dahin entschieden habe, im Jahre 1875 eine große internationale Kunst- und Industrie Ausstellung zu veranstalten. Ist die Nach­richt begründet, so liegt in derselben ebensowohl die Absicht, das französische Volk zu beschäftigen und von dem Schmerz der erfahrenen Niederlage abzuziehen, als die Hoffnung ausgesprochen, daß der allgemeine Friede erhalten bleibt. Mit Recht aber erhebt man das Bedenken, ob es die deutsche Industrie wird für angethan erachten können, sich nach dem bis jetzt gegen uns beobachteten Verfahren der Franzosen, an der Ausstellung zu bethciligen. Oder sollte dieselbe vielleicht Gelegenheit zu einer Versöhnung bieten? DieRepublique Frantzaise", bekanntlich das Organ Gambetta'S, thcilt den Wortlaut des bereits erwähnten Briefes des Herrn Thiers mit. Derselbe scheint ihr berufen, eine bedeutende Wirkung nicht blos in Frank­reich, sondern auch in Europa hervorzubringen. Sie erinnert an da« denkwürdige Schreiben an den Bür germeister von Nancy, in welchem Thiers sich den royalistischen Umtrieben gegenüber in fast voller Ueber- einstimmung mit der Meinung Frankreichs für die

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He­lu, wie nge ?on 4- er-

i Ihre Erscheinung war die glänzendste Metamorphose, if man sich denken kann. Die Raupe hatte alle ent­senden Hüllen abgeworfen und erschien in diesem kgenblick alS herrlicher Schmetterling. Eine kurze llertelftunde hatte hingereicht, dies wieder zu bewerk- toigen. Ihr Teint war blühender als je, das jeiden- ichc Haar schimmerte in frischem Glanz, und ein pmseidener Morgenrock kleidete die schlanke Gestalt tyn Entzücken schön.

Tas holde Lächeln der Verlegenheit schwebte um kn halbgeöffneten Mund, welcher eine Reihe blendend »kißer Perlenzähne hindurchschimmern ließ.

Sie war bezaubernd, als sie dem Chevalier schalk- ift mit dem rosigen Finger drohte. Dieser näherte <h ihr mit der bewußten Amaryllis in der Hand.

Hier mein Beglaubigungsschreiben, Königin kr Herzen, sagte er galant.

Der Herr Ambassadeur hat leider eine schlechte nt gewählt, entgegnete sie, in den scherzhaften ton eingehend.

i Darum fleht er um Gnade, rief der Chevalier, !*- indem er sein Knie beugte.

Wir wollen sie ihm die-mal gewähren, aber tr unter einer Bedingung

Und die wäre?

Verschwiegenheit

Da- Schweigen ist der Gott der Glücklichen,

utei im Abgeordneionhause solidarisch. Die dentale lxposition ordnet ihre Schlachtreihen und ist bemüht, ......- i.....o-

int Collectivdemonsiration des österreichischen Epis-j schwiegen. Jetzt wende er sich aufs neue an die öf-

«^eint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 22j Sgr., durch die Postämter 27 Sgr. «excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. Jnsertwnsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. v gut in bet Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2$ Sgr. berechnet. Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.

' Zn voller Ausdehnung und Regelmäßigkeit hat pßr Kaiser seit mehreren Wochen die Staatsgeschäfle 'chcil Mr ausgenommen, und die StaatSregierung findet iffe- i in des Kaisers schlichtem und festen Willen die iai »verlässigste Stütze gegen außeramtliche Rathgrber, int" t mit der sortgesetzten grundsätzlichen Auflehnung mt d gegenwärtigen preußischen Episkopats wider die 00, MtSgesetzgebung schwachmülhig unterhandeln möchten. Üeg einem Handschreiben an Earl Ruffel hat der Kaiser . ine freudige Anerkennung ausgesprochen für die Apathie - Resolutionen der Londoner Versammlung j. hr 26. v. M , uud den festen Entschluß, in dem 428 » aufgezwungencn Kampf für die Rechte de« Staates ß.) »en die ultramontanen Anmaßungen auszuharren. *' Andererseits freilich hat der preußische Episkopat von , er Verhaftung des Erzbischofs Ledochowski Anlaß ' enommcn, in einem gemeinsamen Sendschreiben an en CleruS und die Gläubigen seiner Diöcesen seine vfiehnung gegen die Maigcsetze zu vertheidigen und ieselben zum treuen Festhalten an den bischöflichen Oberhirten und zum Ausharren zu ermahnen. - Der g| Reichstag arbeitet nunmehr hauptsächlich in den Com- g «Gonen, welche mit den drei wichtigen Vorlagen, m bundeSräthlicheu Entwürfen zum neuen Reichs- illitärgesetz, zum RcichSpreßgesetz und zu verschiedenen z»sätzen zur Reichsgewerbe-Ordnung beschäfligt sind. Jet preußische Landtag ist. mit Zustimmung beider mser durch den König bis zum 13. April vertagt wwn, nachdem daS Abgeordnetenhaus zu dem vom jerrenhause mit einigen Abänderungen, deren mehrere «lNiche Verbesserungen waren, angenommenen Civil- urrSgesetze mit sehr großer Mehrheit seine Zustim mng ausgesprochen hatte. In Mecklenburg gehen it VrrsassungS - Verhandlungen zwischen den beiden vtinden de« Landtag« und den beiden großherzoglichen itziernngen noch lebhaft fort. In Detmold hat n Minister v. Flottwell einen Erlaß veröffentlicht, Acher einen außerordentlichen Landtag auf den 23 iärz einberuft. Diesem soll ein Landtagswahlgesetz it einigen ergänzenden Bestimmungen vorgelegt werden.

In Oesterreich stehen noch immer die kvnfessio iLea Gesetze, die jetzt in Subcomites beralhen werden, e Vordergründe, denn mit ihnen ist das Schicksal it CabinetS Auersperg und die Stellung der liberalen