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Marburg, Donnerstag, den 26. Februar.

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1874.

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JJJJ ^»cher diinimalsatz bei der bisherigen Verbcsse Ultramontanen den Blättern der zuletzt erwähnten rung erstrebt und in welchem Umfang dieser Minimal Richtung fortwährend höchst verdächtig ist ein sak erreicht warben ist nh». *nte> nioh l. -r. i l .. :< . . zr- . *

Posen, 24. Febr. Der Erzbischof Ledochowski 1 ist heute wegen Übertretung der kirchenpolitischen Ge setze in acht verschiedenen Fällen zu einer Geldstrafe von 8000 Thlrn. verurtheiit worden.

Schwerin, 23. Febr. In der heutigen Plenar­versammlung des Landtages wurde ein Rescript der schwerinschm und eine Note der strelitzer Regierung mitgethcilt, in welchen beide Regierungen eine wieder­holte Berathung der 1 bis 9 der Derfasiungsl Vorlage (welche die Formation der neuen Landes- Vertretung betreffen) und die völlige Uebereinstiiw mung mit den Principien der Regierungsvorlage aussprechenden Beschlüsse der Landschaft sowie den Beschluß der Ritterschaft, die Vorlage im Princip nicht verwerfen zu wollen, acceptiren, jedoch den Be fchluß des letzteren Standes betreffs Aufrechterhaltung der Ritter- und Landschaft als politischer Corporation ablehnen. ES wurde darauf beschlossen, daß jeder Stand das Capitel der Vorlage über die Modist cation der Landesvertretung noch einmal bcrathen solle

München, 21. Febr. Für Ulis ist das zwei- paltige Auftreten der Elsaß Lothringer im Reichstage in so fern von erhöhter Bedeutung, als ein Theil der hiesigen ultramontanen Presse die Mischung von ultra montan-franzosenfreundlicher Gesinnung offen zur Schau trägt, welche den so elend abgeblitzten Teutsch'fchen An­trag zur Entstehung kommen ließ, aber, wie der Protest des Bischofs Räß zeigte, nicht einen Tag lebensfähig war. Wie Bischof Räß und seine Glaubensgenoffen sich offenbar höchst ungemüthlich in der Gesellschaft des Herrn Teutsch und seiner Protestgenossen fühlten, so muß auch die bischöfliche Presse hier sich die Bun deSgenossenschaft vonVaterland" und Genoffen wohl oder übel gefallen lassen. Wenn, wie eS heißt, die Germania" den elsässer Schmerzensschrei für ein Fiasco erklärt und sich auf die Seite des straßburger Bischofs tellt, so ist zu erwarten, daß unsere bischöflichen Blätter, wie Baicrischer Kurier und Augöburger Postzeitung, diesem Beispiel folgen Dagegen ist nicht anzunehmen, daßVaterland" und Donauzeitung diese Schwenkung , ohne Weiteres mitmachen. Hier wird man sich be­mühen, dem lieben Herrgott und dem Teufel zugleich eine Kerze anzuzünden, und den Franzosen nicht wehe thun wollen. Dies um so mehr, als die Bundesge- iioffenschast zwischen den baierischen und preußischen

satz erreicht worden ist, oder wie weit Nachhülfe zu leisten ist, um zu einem dem Ziel entsprechenden Ab schluß zu kommen.

Muth! Mulh! flüsterte der Fürst. Sie hören, daß der Arzt die beste Hoffnung gibt.

Adele antwortete nicht, sie hatte nur die Hände gefaltet und betete zum Himmel für das Leben des theuern Bruders.

Der Fürst gab dem Kutscher einen Wink, schnell weiter zu fahren, um keine Zeit zu verlieren^ Wäh rend der kurzen Strecke versuchte er, die unglückliche Schwester auf das Beste zu trösten. Sie hörte nicht auf ihn, nur auf Gott, zu dem sie im Stillen ihre Zuflucht nahm. Die wundervolle Kraft des GebeteS hatte auch sie gestärkt. Als sie vor dem Försterhause anhielten, war die »öihige Faffung ihr zurückgekehrt, sie ersuchte den Fürsten, zuerst einzutreten und Oskar aus ihr plötzliches Erscheinen vorzubereiten.

Anblick des holden Mädchens. Der Fürst ließ so gleich enthalten und erkundigte sich nach dem Befinden des Verwundeten. Der Förster beantwortete seine Fragen mit großer Zurückhaltung. Auch ohne den Wink des Fürsten hatte er die Aehnlichkeit Aoelienö mit dem kranken Bruder bemerkt. Wäre er noch zwei­felhaft gewesen, so hätte ihn der rührende Ausdruck von Furcht und Hoffnung, und die Spannung, die in ihsm traurigen Zügen deutlich zu lesen war, belehren müffen, daß eine nahe Anverwandte Oskar's zugegen war. Deshalb lautete sein Bericht so schonend als möglich. Trotzdem wurde die junge Dame bleich und wankte.

einer Holzbank vor dem Hause niedergelaffen und er- wartete mit pochendem Herzen seine Wiederkehr. So saß sie bleich und in Thränen unter dem Schatten der Bäume, voll tiefer Trauer und gläubigem Gott­vertrauen.

Straßburg, 21. Febr. Das Elsässer Journal veröffentlicht nachstehende, ihm aus Berlin durch den Abbs Guerber eingesandte Collectivnote der Herren Winterer, Simonis, v. Schauenburg, Hartmann, Philippi, Söhnlin und Guerber mit: Bon den Ab­geordneten von Elsaß Lothringen sollte eine Gesammt- protestation eingelegt werden; sie wurde durch das Reichstagsreglement beseitigt. Hierauf beeilten sich alle Deputirten, Herren Teuisch's Motion zu unter- zeichnen. Die Herren Teutsch, Winterer und Guerber sollten dieselbe in der öffentlichen Berathung ver- ihetdigen. Herr Teutsch, in dessen Namen die Motion zemacht wurde, hatte zuerst zu sprechen. Er laS eine Rede, welche zwanzigmal durch Lachen und Aus- rufuiigen unterbrochen wurde. Der Herr Bischof von Straßburg war nicht zum Worte eingeschrieben. Wider daö Wissen all seiner Kollegen, Angesichts der Aufregung des Reichstages glaubte er erklären zu ollen, daß er den Frankfurter Vertrag nicht in Frage i u stellen gedenke. Es entschlüpfte Seiner Hochwürden i,u sagen, Er spreche im Namen der Katholtken. Man benutzte sogleich diese Erklärung, um die Diskussion 'fort zu schließen. Die Herren Winterer und Guerber, welche gleich zu Änfang der Sitzung daö Wort ver­langt hatten, bemühten sich aus allen Kräften, sich vernehmlich zu machen. Alles blieb umsonst.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Febr. Das Eivilehegesetz hat mmmehr alle gefährlichen Klippen glücklich passirt und Wird jedenfalls in kürzester Zeit zur Publication kom «en Die vom Herretchaus omenbirte Vorlage ist heute vom Abgeordnetenhaus nicht nur ohne erheb lichen Widerspruch mit großer Majorität angenommen »orben, fcnbern selbst von liberaler Seite hat man in einigen Abänberungen die Verbesserung anerkannt. WaS die Verfassung vom Jahre 1850 verheißen hat, ist also jetzt nach beinahe einem Vierteljahrhundert in trfüUung gegangen, und zwar durch die hauptsäch­lichsten Gegner der politischen Volksrechte, die Ultra «omanen, welche auch bei der letzten Abstimmung fast die einzigen Dissentirenden waren. Windthorst (Meppen) schoß noch einige giftige Pfeile gegen dieses Mittel zsr Emaneipation von clericaler Zwangsjacke ab, das hatte aber weiter keinen Zweck, als seinem gepreßten Herzen noch einmal vor Thorschluß Luft zu machen. Da« Abgeordnetenhaus nahm wenig Notiz davon. Der Landtag wird, wie vorher bestimmt war, bis zum 13. k. M. vertagt werden. Ursprünglich sollte die Sertagung vom Beginn des Reichstages bis zum 8. April eintreten. Der Minister des Innern hat vor- zestern zum Vortrag beim Kaiser Audienz gehabt, wie man annimmt, um zu der veränderten Bestimmung der Landtags-Vertagung bis zum 13. die Allerhöchste Amächtigung einzuholen. Die Aufgabe einer fyste rnatifchen Durchführung der Berbessernng des Ein kommens der Elementarlehrerstellen, an deren Lösung schon seit mehr al« zwei Decennien gearbeitet worden P, hat das CultuSmimsterium mit Energie wieder Bfgenommen. Die im Etat zu diesem Zweck ausge- sorfene Summe von 50,000 Thaler wird zur Aus­gleichung der zunächst hervorgetretenen Ungleichheiten ia einigen Regierungsbezirken Verwendung finden Zur Erlangung einer erschöpfenden Übersicht über die Erreichung des Zweckes mit den bisher vorgeuom« «men Aufbesserungen und zur Gewinnung einer ersten dnnidlage für die systematische Verfolgung der ferner liegenden Aufgaben hat das CultuSministermm in tmem Circular-Erlaß Vorschriften für Ermittelung d» wesentlichsten statistischen Materials gegeben, nach Hchen die Regierungen Berichte zu erstattm haben. I dieselben sollen eint Übersicht geben u. A über die I P Schulzwecken zur Disposition stehenden Fonds, i Kren Höhe, statutarische Bestimmungen, bisherige Ver i

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yrupiung fortwährend höchst verdächtig ist, ein Verdacht, der nicht durch die Geringschätzung gemil­dert wird, welche die Donauzeitung bezüglich der parlamentarischen Fähigkeit der 32 ultramontanen baienscheil Reichstagsmitglieder an den Tag legt. Übrigens hat auch die Donauzeitung ihre dunklen Augenblicke, wo der alte Homer schläft. Es hätte ihr nicht geschehen sollen, den zum zweiten Vice-Präsi- denten des Reichs-Oberhandelsgerichts ernannten bis­herigen Ministerialrath und früheren Ober-Staatsan- walt Karl Hocheder mit feinem Bruder, dem General- -Direktor der Verkehrsanstalten, zu verwechseln, der allerdings als eifriges Mitglied der baierischen Fort­schrittspartei den Ultramontanen ein Dorn im Auge fsi' Der Jurist Hocheder gehört nach allgemeinem Uriheil der Sachverständigen zu den besten Kennern des Rechts in unserem Lande und hat die ihm so eben ösirch das Reich gewordene Auszeichnung wohl ver­dient, aber es ist eine geradezu lächerliche Unwissenheit, zu glauben, daß der technisch gebildete Vorstand deS Post-, Eisenbahn- und Telegraphenwesens zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden des Reichs OberhandelS- gerichts berufen werden könnte.

[ Feine Welt.

___ Novelle von Max Ring.

(Fortsetzung.)

Der Förster und fein Gehilfe hatten sich entfernt, : i ihre Gegenwart vorläufig nicht gefordert wurde. dssangS gingen sie stillschweigend neben einander her, ;i Mich ergriff bet Jüngere bas Wort.

L Verzeihen Sie mir nur, baß ich Ihnen diese 4 <tte Last aufgebürbct habe, Sie haben an meiner ^Wesenheit schon genug und nun verursache ich Ihnen Srch meine Schuld unangenehme Verlegenheiten und

Oterhessische Zeitung.

Zwei Augen schauten sie dort, und da« Herz deS jungen Mannes vergaß fein Lebtag nicht dies rührende Bild der heiligen Schwesterliebe.

IX W

Nicht lange, darauf begrüßte der Verwundete Adele mit einem schwachen Lächeln. Keine Thräne drängte sich mehr aus ihrem Auge, um den Kranken nicht durch ihren Schmerz zu betrüben. Sie hielt bie brennende Hand des Fieberkranken in der ihrigen und wich und wankte nicht von Jenem Bett.

Nächte lang hatte so Adele an OökarS Lager gewacht und jeden Aihemztig des Verwundeten belauscht. Ver­gebens ermahnte Sie der Arzt, sich selbst zu schonen. Sie besaß im reichsten Maße jene ächt weiblichen Eigenschaften, Milde und Ausdauer.

Wollt ihr den Werth der Frauen kennen lernen, so tretet an ein Jrankenbett und beobachtet ihre himm­lische Geduld und ihre Aufopferungsfähigkeit ohne Grenzen. Sie sind insgefammt geborne (Samariterinnen, ihtc Blicke spenden Balsam und ihre Worte Trost und Heil. Die Natur hat ihnen eine Unermudlich- teit, eine elastische Spannkraft verliehen, welche sie in den Stand setzt, die überwältigendsten Anstrengungen

y r «Übung u. f. w.; 2) über die Gesammt-Summe der 9t- Mehrer - Einnahmen unter Vergleichung derselben nach ___ km Status der Jahre 1871 und 1873; 3) Uber

Wvere Umstände,

Christenpflicht, nichts al« Christenpflicht, Mannte der Angeredete, indem er den Rauch k'tig aus seiner kurzen Pfeife blies. Hätte daö Äe gethan auch ohne Sie. Vorwärts.

Sie sind ein guter Mensch, mein Wohlthäter, I *in bester Freund.

- Bei diese» Worten reichte der junge Mann be **8t dem Förster feine Hand. Uber bas wetterge- fäunte Gesicht deS Alten zuckte eine tiefe Rührung, * aber wieder schnell verschwand. Unwillkürlich fuhr 6 mit der schwieligen Hand über feine Augen, die Sfn feinen Willen naß geworben waren.

Aufgepaßt unb vorwärts! murmelte der j Wer unb machte feinen Gefährten auf baö Rollen TO Wagens aufmerksam, bas immer näher kam. " ber Equipage, welche jetzt sichtbar wurde, saß ] * Fürst mit einer jungen Dame. Der Begleiter Wägers hatte Abele sogleich erkannt unb sein

ick.

ter« Aus­kunft 1370

vor j ist 1371