gdS Ur. Marburg, Donnerstag, den 19. Februar. } 18741«
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Deutsches Strich.
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« chge mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln da- M wirken, daß diese Vorlage die verfassungsmäßige
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trkerstand ganz ohne alle Vertretung in seinem Fache steht. ES ist diese Einrichtung nicht allein eine che der Gerechtigkeit den mehrgenannten Ständen genüber, sonvern auch vor allen Dingen ein Mittel L zur Erlangung des socialen Friedens."
— Die „Nordd «llg. Zeitung" kommt auf die emik über das französische Protectorat im Orient en die „Assemblee nationale" zurück und persiflirt k Romantik der Beweissührung aus dem Mittelalter einen mit dem Pariser Vertrag unvereinbaren
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Feine Welt.
Novelle von Max Ring.
(Fortsetzung.)
ES pflegt oft zu geschehen, daß ein Gefühl in serem Herzen schon seit langer Zeit sich befestigt t, ehe wir noch eine Ahnung von seiner riesigen acht empfinden. So wächst die Wurzel im Ver genen, welche den hohen Stamm treibt und Felsen
ltet, die ihr im Wege stehn. Behnlich erging es
Oskar in diesem Augenblick. Jetzt erst wußte wie theuer ihm Julie von Rothcnstein geworden r. Er mußte sie um jeden Preis noch einmal n, ehe er dem Tode entgegen ging.
lieber all' den Geschäften, welche in der letzten it zu besorgen waren, hatte er die Einladung ihrer »er gänzlich vergessen. Erst Adele hatte ihn daran nnert. Anfänglich schwankte er, ob er noch hingehen _te, doch sein Ausbleiben hätte gewiß Aufsehen er 8t und die Schwester aufmerksam gemacht. Welchen nd konnte er auch vorschützen? Nun kam noch Gewalt der Leidenschaft hinzu, welche ihn in Juliens sellschast, ohne Rücksicht zog.
Sein Verhältniß zu der Gräfin war bisher von z eigner Art. Sie war eine jener Frauen, welche inner unwiderstehlich zu fesieln wissen, ohne ihre lene Freiheit dabei einzubüßen Sie ließ eine große enschaft, eine Hingebung ohne Grenzen ahnen,
istimmung des Reichstags sowohl, wie auch der ..bündeten Regierungen erhalle zum Wohle des Hand , Dmkerstandes und zum Segen des gemeinsamen Vater lia« Mdeö." Und an anderer Stelle: „Um dieses Zi.l ® i erreichen, wäre es von sehr hoher Bedeutung, die
»richtung von selbstständigen Gewerbe- und Hand »erker-Lammern in's Auge zu fassen, weil der Hand
Berit», 17. Febr. Der Kaiser hat den Central Ausschuß für die innere Mission der deutschen evange- Mer. Kirche auch in diesem Jahre einen Beitrag von 4500 Thlrn. bewilligt. — Durch Circular-Verfügung Minitters der geistlichen rc. Angelegenheiten vom j. Juli 1848 find die Bezirksregierungen veranlaßt »orden, die Geistlichen und Kirchenvoistände anzu- Mjscn, die in oen Klingelbeuteln vorkommenden un gültigen Münzen anzusammeln und in Perioden von 2 bis 3 Jahren der hiesigen königlichen Münze zur Einschmelzung und Vergütung des Metallwerths ein senden. Da In Gemäßheit des MünzgesetzeS vom 5 Juli pr. die Ausmünzungen für preußische Rech -mngen gänzlich eingestellt find und die zur Ausprä- 1/ fling von Reichs-, Gold , Silber, Nickel- und Kupfer K Ächzen erforderlichen Metalle von der Reichsverwal lang den Münzstätten überwiesen werden, so findet «n Ankauf von Münzmetallen Seitens der Letzteren Acht mehr statt, und es ist demgemäß die hiesige kö- chliche Münze auck nicht in der Lage, jene ungültigen Mr beschädigten Münzen zum Einschmelzen und zur Vergütung des Metallwerths noch fernerhin anzunehmen |AD Der Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten hat ' wher im Einvernehmen mit dem Finanz-Minister die Eircular Verfügung vom 1. Juli 1848 aufgehoben. — Au» Elberfeld ging eine von den gewählten Vorständen K Handwerker und Gewerbetreibenden unterzeichnete IN etition an da« Präsidium des Deutschen Reichstages i, worin eS u. A. heißt: „Wir begrüßen mit Freuden Ulf* ta Passus in der Thronrede, daß die Abänderung der ».R. Gewerbeordnung in dieser Saison zur Verhandlung «nmen wird. Deshalb verfehlen wir nicht, an den
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Anspruch. Das Blatt verspricht, diese Unvereinbarkeit morgen nachzuweisen.
Thor», 15. Febr. Ein Konsortium großer Korn- Händler in den bedeutendsten deutschen Handelsstädten hat im Innern von Rußland eine Quantität von 400,000 Ctr. Roggen angekauft, um ihn nach Deutsch land einzuführen. Es sind von diesem Konsortium mehrere Agenten nach Rußland gesandt, um dort vcn Einkauf des Getreides zu besorgen, auch von hier aus, von einem hiesigen mit der Leitung des TranS Ports beauftragten Speditionsgeschäft, ist ein Kom Missionär nach Warschau geschickt worden, um dort Fracht-Waggons zur Beförderung der großen Getreide mässe zu beschaffen, denn das Konsortium beabsichtigt die unzulänglichen Transport-Mittel der königlichen Ostbahn nicht für andere noch mehr zu vermindern, sondern will die angekauften Vorräthe über Warschau nach Thorn und von Thorn aus über Posen nach Stettin resp. Berlin gehen lassen.
Ostrowo, 16. Febr. Dem Erzbischof sind heute acht neue Anklagen wegen Vergehen gegen die Mai gesetzt zugestellt
Schwerin, 15. Febr. Wegen Widerspruchs beider ritterfchaftlichen Comits Vota gegen die landesherrlichen Vorlagen beantragen 61 Bürgerliche und Ritterschafts-Mitglieder die Zugrundelegung nicht des ComitöderichtS, sondern der landesherrlichen Verfas. sungs Vorlagen bei den Plenar Verhandlungen. Die Abstimmung wurde Vorbehalten.
Darmstadt, 17. Febr. Wenn in manchen Kreisen Bemerkungen darüber laut geworden sind, daß Die Stände das Minimal-G'halt von 1000 Gulden ohne jeden Unterschied zwischen evangelischen und katholischen Geistlichen bewilligt hätten, während oie Verhältnisse der ersteren durchgängig mit Familie versehenen Pfarrer ganz anders als die der letz teren, regelmäßig genügend dotirten, lägen, so ist dabei übersehen, daß die Stände lediglich der Staatsregierung die Mittel zur Aufbesserung ge währt, zugleich aber ihrem Ermessen anheimgegeben haben, ob und bei welchen Stellen sie GehaltSauf vesserung wolle eintreten lassen, so daß den einzelnen Geistlichen aus dieser stänoischen Verwilligung kein Recht auf den Bezug einer solchen Besoldung erwüchse. Diese Auffaffung ist um so gewisser als die Der Stände anzusehen, als das Präsidium der zweiten Kammer dieselbe unmittelbar vor der Abstimmung als die maßgebende bezeichnete, wobei stillschweigende Zustimmung der ganzen Kammer erfolgte. — Sicherem Vernehmen nach steht die Beseitigung eines schon seit langer Zeit an den Gymnasien hervorgetretenen Miß standes in Aussicht. Es handelt sich dabei um die nach einheitlichem Princip zu bewirkende Regelung ohne sich durch ein Wort, nicht einmal durch einen Blick zu verpflichten. Der weibliche Theil^der Gesellschaft beschuldigte sie der Koketterie, doch die Männer suchten und fanden in ihr eine Ueberlegenheit des Geistes, eine liefe der Empfindung, wie sie selten bei Frauen angetroffen wird. Die Herzlosigkeit, welche ihr zugeschrieben wurde, galt ihnen für ein stolzes Selbstgefühl, das der profanen Menge absichtlich den Schatz einer GemüthSwelt verbirgt, welche diese weder zu schätzen, noch zu ergründen vermag. Diese wahren oder erdichteten Eigenschaften waren noch dazu mit einer auffallenden Schönheit gepaart. Kein Wunder, daß Julie von Rothenstein, stets von einem Kreise eleganter und ausgezeichneter Anbeter sich umgeben sah.
Zu diesen gehörte auch Oskar von Birkeneck, den sie in Gesellschaft kennen lernte und sich mächtig von der bezaubernden Erscheinung hinreißen ließ. Sein ganzes Wesen war zum Bewundern geschaffen. Er besaß den reinsten Enthusiasmus für alias Schöne und Große, in welcher Gestalt es ihm auch immer erscheinen mochte. Mit seltener Bescheidenheit näherte er sich den bedeutenden Männern der Kunst und Wissenschaft, nicht um mit ihrer Bekanntschaft sich zu brüsten, sondern aus innerem Drange, aus wahrem Gefühl das Gute und Edle überall offen an zuerkennen.
Eine solch' enthusiastische Natur mußte Julien be-
der zulässigen Befreiungen von Schulgeld. Bisher hatte jedes Gymnasium darin seine Besonderheiten, Die z. B. in Mainz Darin bestanden, daß nicht nur eine ganz unverhältnißmäßige Menge von Befreiungen stattfanden, sondern daß diese namentlich den Scbül rn, w lche katholische Geistliche zu werden beabsichtigen, gewährt wurden. In Zukunft soll nun, wie man hört, ein gleichmäßiger Procentsatz an allen Gymnasien eingeführt und dabei nur die Bedürftigkeit und Tüchtigkeit der Bewerber als arwschlaggedenb anerkannt werden, ohne jegliche Berücksichtigung des zu wählenden Berufs, Glaubens u f. w. Gewiß wird diese Neuerung im Lande willkommen geheißen werden.
— Die Freunde des neuen Volksschulgesetzes in unserem Großherzogthum werden sich bis zu dessen ihatsächlicher Einführung noch eine Zeitlang gedulden müssen. Als Zeitpunkt des Inkrafttretens hört man augenblicklich den 1. Juli d. I. bezeichnen. Indessen will es uns scheinen, als sei nur mit Mühe bis dahin alles zur Einführung Nöthige vorzukehren. Vor Allem mangelt die Genehmigung der Stände rücksichtlich des einschlägigen Theile der neuen Etats und roch kann ohne diese das neue Institut der Kreis - Schulinspec- toren nicht in Kraft treten. ES handelt sich dabei um 18 Stellen, welche mit 2400—4800 Mark, d. h. durchschnittlich mit 3600 Mark, und also im Ganzen mit 37,800 Gulden dotirt werden sollen, und wenn man erwägt, daß der Landtag schwerlich zusammentritt, bevor der Reichstag geschlossen, bezw. vertagt, daß letzteres aber vor einigen Monaten kaum zu erwarten ist, so wird man gut thun, sich keinen allzugroßen Hoffnungen auf die schleunige Einführung jener neuen Beamten hinzugeben. Ob die Aufhebung der Ober- Studien - Direction, die mit der Durchführung des Volksschul Gesetzes im engsten Zusammenhang steht, gleichfalls bis zur Genehmigung Der Etats durch die Stände aufgeschoben werden soll, darüber verlautet noch nichts, obgleich vielfach die Ansicht verbreitet ist, daß die Ersetzung jener Behörde durch zwei dem Ministerium beigegebene Referenten auch schon jetzt vor- genommen werden könne und bezw. vorgenommen werden muffe, wenn überhaupt ein rascheres Tempo in die ganze Angelegenheit kommen solle.
{ Ausland.
Rom, 14 Febr. Wir stehen auf der Höhe des Carnevals, ohne es recht zu merken, es ist giovedi grasso geworden, doch ohne allzu großen Aufschwung, Denn schon nach den ersten 24 Stunden wurde daS Fest kurzathmig, weil es seinen nationalen EharÄter an eine osficielle Ergänzung mit entschieden fremd- artigen Zusätzen abgab: daher die geringe Theilnahme der Römer. Regen, Kälte und körniges Eis sind auch eine schlechte Feststaffage, so daß sich das Faschings- wundern und anbeten. Sie aber war an derartige Huldigungen gewöhnt und nahm dieselbe als einen ictulbigen Tribut hin. Ueberhaupt schenkte sie anfänglich ihrem neuen Verehrer nur eine geringe Aufmerksamkeit. Ein Sklave mehr ober weniger an ihrem Triumphwagen kam nicht in Betracht. Auch war sie damals durch das erste Auftreten des Fürsten und des Virtuosen, welche fast zu gleicher Zeil die feine Welt in Aufruhr versetzten, mehr als je in Anspruch genommen. Kein Mann von Ruf durfte sich aber in der Residenz zeigen ohne dem Zauber der modernen Circe zu verfallen. DaS war ein Ehrenpunkt für Julie von Rothenstein, alle Nolabilitäten der Gegenwart in ihrem Salon und zu ihren Füßen zu versammeln. Der intereffante Fürst und der berühmte Künstler widerstanden eben so wenig wie Oskar der hinreißenden Liebenswürdigkeit und der strahlenden Schön- heit Juliens. Man sprach sogar von einem ernsthafteren Verhältniffe, von einer nahe bevorstehenden Verlobung, nur wußte weder das Publikum, noch die Betheiligten, für welchen von Beiden sich die Gräfin erklärt habe. Plötzlich aber wandte sich die Neigung Juliens in auffallender Weise Birkeneck zu, een sie bisher wenig oder gar nicht beachtet hatte. Oskar selbst schien von seinem Glücke überrascht zu fein, und traute seinen eigenen Sinnen nicht. Kaum wagte er ihr Entgegenkommen zu seinen Gunsten zu