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1874.

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- J LjftnS der Staatsregierung, Namen- de- Lande-Herrn, ' >1 mgmommen worden ist." Um derartigen Gesuchen ZI wn vornherein zu begegnen, sollen fortan vor Ertheilung

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Den letzten Abend vor diesem Ereignisse hatte Birkeneck sich einige Stunden in seinem Arbeitskabinette mit dem befreundeten Justizrach eingeschlossen und die näheren Bestimmungen für den Fall seines Ablebens zu Gunsten seiner Schwester getroffen. Er konnte auf die Verschwiegenheit und Rechtlichkeit seines Rechts­anwalts bauen und hatte demselben auch die Vor­mundschaft Adelens übertragen. Der Justizrath, ein würdiger und erfahrener Mann, hatte allerlei Aus­stellungen und Bedenken über daS statlfindende Duell ausgesprochen.

Ist eS nicht ein wunderttcher Und barbarischer Gebrauch, sagte er, dah zwei Menschen auf einander losschießen, als wenn sie Holzpfählr wären und die Ehre des Einen mit dem Blut des Andern rein gewaschen werden sollte? Ich bin empört, daß ein solcher Wahnsinn noch in unserm vorgeschrittenen 1 Jahrhundert nicht allein geduldet, sondern selbst von vernünftigen Menschen vertheidigt wird.

Die Gesellschaft hat ihre Sitten und Gebräuche, denen sich Jeder unterziehen muß, welcher in derselben lebt, entgegnete Oscar, der innerlich das Duell ebenfalls verabscheute, aber nicht den Muth besaß, öffentlich einem verjährten Vorurthetl zu trotzen.

Pah! die Gesellschaft, rief der Rechtsanwalt. Das ist auch so ein Wort, welches Nichts und Alle- bedeuten kann. Ich hasse solche vague Begriffe, welche, wie die Luft, sich nicht greisen lassen und zwischen den Fingern Einem entschlüpfen. Wa« versteht uian eigentlich darunter?

Ich glaube doch den Kreis damit bezeichnet zu haben, in dem uns unsere Geburt, Stellung und zum Theil auch unsere Neigung zu leben zwingt.

Nun, das läßt sich eher hören, brummte der Juftizrath. Aber wer gehört zu jenem Kreise? Ihre Familie, die gewiß für Ihr Lehen zittert, wenn Sie dasselbe der Kugel eines kaltblütigen Ungeheuer­preis geben? Ihre Freunde, die Ihren Tod als ein entsetzliches Unglück beweinen müßten und die In-

tags, Abgeordnete von Forckeubeck, Fürst Hohenlohe- Schillingsfürst und Professor Hänel. Der Kaiser erschien munter und kräftig wie nur je und nahm den Bericht über den Stand der Reichstagsgeschäfte an theilsvoll entgegen, sprach sich auch befriedigt über sein Befinden aus. Die Audienz, welcher übrigens der Reichskanzler nicht anwohnte, währte über eine Viertel stunde. Die Präsidenten wurden darauf zur Tafel geladen, zu welcher die Mitglieder des LunbesrathS Einladungen erhalten hatten. Hier war der Kaiser nicht erschienen, die Kaiserin empfing die Gäste.

Der Justizausschuß deS BundeSrathS hat über vaS deutsche Civilgesetzbuch bei dem BunveSrath be anlragt, fünf angesehene Juristen zu berufen, um über Den Plan und die Methode, nach welchem die Fest­stellung deS Entwurfes eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuches zu verfahren sei, gutachtliche Vorschläge zu machen In Vorschlag sind bekanntlich gebracht worden: der königliche preußische Geheime-Ober-Justiz- rath Dr. Förster, der ReichSoberhandelsgerichtsrath Goldschmidt in Leipzig, der würtembergische Obertri- bunaUbhector Kübel, der Münchener Ober Appells- tionsgerichtsprästdent v. Neumayer und der sächsische Ober - AppellalionSgerichtspräsivent Weber. Die Be rufungen, schreibt dasD W.", sind erfolgt, und da e» die Aufgabe der Commission nicht etwa ist, das Gerippe für daS künftige Gesetzbuch herzustellen, son­dern sich nur über den Plan schlüssig zu machen, nach welchem die Arbeit überhaupt in Angriff genommen werden soll, so läßt sich hoffen, daß sie ihre Aufgabe vielleicht schon in wenigen Sitzungen erledigt haben wird. AlSdann wird die Einberufung einer größeren Commission erfolgen, welche den Entwurf deS Gesetz buche« selbst auszuarbeiten haben wird. Von den übrigen drei Gesetzentwürfen wird zunächst die Civit Prozeßordnung in Angriff genommen werden, da der baierische Justizminister Herr v. Fäustle gegenwärtig hier ist, dann die Strafprozeßordnung und schließlich die Gerichtsorganisation, in welcher Letzteren Ange­legenheit der sächsische Justizminister, Herr Abeken, Referent ist." lieber daS Gesetz hinsichtlich deS

im Park lag ein zierliches Runde!, wo die Kinder des Frühlings ihre Kelche den schmeichelnden Lüften bereits geöffnet hatten. Hyazinthen in allen Farben, weiße Narzissen und blaue Lilien mit hellgrünen Blättern, bildeten einen Kranz. Äuch die Päonien hatten schon braune, glänzende Knospen getrieben und Loniceren, Spireen ihre kleinen krausen Blätter entfaltet.

Wie Radien eines Sternes zogen sich* vier schmale Streifen mit Schlüffelblumen und gefüllten Veilchen besetzt, von dem Mittelpunkt dieses Kranzes nach den Enden des Blumenkreises hin. Der junge süße Duft der jungen Blüthen mifchte sich mit dem Harzgeruch der Knospen, welche die in der Nähe stehenden Bäume getrieben hatten.

Goldröthlich leuchteten die ersten Blätter der Eichen, wie matte« Silber schimmerte die Birke, und die Blüthen kätzchen der Espe zitterte», vom Wind bewegt. Es war ein reizendes Plätzchen, und eine Bank lud zum Sitzen ein, um den Anblick noch länger zu getreten. Adele hatte sich mit Madame Ahrens niedergesetzt und vergaß über ihrem Entzücken, dem seltsamen Führer zu danken. Als sie e« thun wollte, war e« schon zu spät. Der räthselhafte Fremde war eben so plötzlich verschwunden, wie er gekommen. DaS Mädchen war verstimmt, sie wußte nicht warum, und trat schweigend mit Madame Ahrens ihren Rückweg an.

ES war doch eigen, daß sie das Bild deS Gärtners nicht wieder sobald vergeffen konnte und seine Gestalt noch immer vor ihren Augen stand.

IV.

Wenige Tage nach diesen Ereigniffm sollte das Duell zwischen Oskar von Birkneck und dem Baron von Karsten stattfinden. Alle angestellten Sühnever­suche hatten keinen Erfolg gehabt. Natürlich wußte Adele kein Sterbenswort davon, solche Dinge werden stets in heimlichster Weise betrieben. Oskar hätte um keinen Preis der Welt die geliebte Schwester betrübt und in Unruhe versetzt.

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Verfahrens gegen verurlheilte Bischöfe hört daS W." daß dasselbe, so weit in dem jetzigen vorberei­tenden Stadium die Absichten sich iestgestellt haben, dahin gehen dürfte, den Verurtyeilten den Aufent­halt in., gewiffen deutschen Staaten und Provinzen zu untersagen, resp. ihnen eine solche in anderen Staaten und Provinzen anzuweisen. ES ist die« eine Analogie deS Reichs-Gesetzes über die Jesuiten, soweit es sich bei diesen um Inländer handelt.

Da sich der Bau eines neuen ReichStagSge- bäudes unerfreulicher Weife sehr in die Länge ziehen wird und Verbesserungen des gegenwärtigen dringend nöthig sind, so ist im Reichstag zu diesem Behuf eine Subkommisston niedergesetzt worden, welche die nöthigen Vorschäge machen soll. Dieselbe besteht aus den Hrn. Frhr. v. Stauffenberg, Dr Friedenthal und v. Unruh.

Köln, 14. Febr. Der Redakteur derKöln. Volkszeitung" und der Redakteur desMühlheimer Anzeigers" sind wegen Abdrucks des bekannten Artikels deSMainzer Journals":An den Kaiser. Ant­wort auf den Brief deS Kaisers an den Papst", als daS Vergehen einer Majestätsbeleidigung enthaltend, heute zu zweimonatlicher FeftungSstrafe verurtheilt worden.

Münster, 10. Febr. Der Bischof Martin von Paderborn hatte bekanntlich durch notariellen Vertrag seinem Bruder, unter Wahrung der Nutznießung auf Lebenszeit, sein Mobilar bereits zu einer Z it Über­tragen, als er noch nicht auf Grund der Maigcsetze verurtheilt war. Als nun jüngst eine schon'mehrere Jahre nicht mehr benutzte Kutsche bei dem Herrn Bischof gepfändet wurde, erhob der Bruder deffelben auf Grund des oben genanntenVertrageS bei dem hiesigen Kreisgericht die Jnterventionsklage, Laut derjWestf. Provinzial-Zeitung" hat das hiesige Kreisgerichl durch Erkenntniß vom gestrigen Tage die Klage abgewiesen und den Kläger in die Kosten verurtheilt.

Breme», 13. Febr. Zur Prämiirung der ver­schiedenen Ausstellungsgegenstände auf der projektirten Internationalen lanbwirthschastlichen Ausstellung ist

Ularßurg, Dienstag, den 17. Februar.

; a. Feine Welt.

st: '3d- - Novelle von Max Ring.

Hk 1 > (Fortsetzung.)

g#nj anders, al« wäre sie mit Gold bestreut, und bann die bläulichen Saaten, wie ein See, den der Wind kräuselt. Prächtiger mag es unter den Tropen sein, aber schöner nicht als in Deutschland hier.

Der Fremde hatte mit augenscheinlichem Interesse tzr zugehört. Mit einem Ausdruck von Wohlgefallen hing sein schwermüthigeS Auge an den lieblichen Zügen. Der Eifer, mit dem sie ben Norben gegen bm ©üben vertheibigte, hatte ihre Wangen holb Snöthet. ,

Sie haben Recht, mem Fraulnn, er- »ttberte er. Unsere Natur ist zwar arm gegen die dortige, aber in ihrer Beschränktheit mannigfacher, »ie ein Bilb, ba« nicht burch Farbenpracht, aber durch einfache Innigkeit und Tiefe unS entzückt.

Adele blickte zu ihrem Führer empor. Dieser vergleich an« dem MSnde eine« Gärtners war ihr tofgefatien, doch bald verschwand ihr aufsteigender Verdacht, daß sie sich in der Person geirrt haben Stinte. Der Fremde nannte auf ihr Begehren jede 8lume, jeden Strauch bei dem botanischen Namen, so daß der Zweifel in ihr sogleich beseitigt wurde.

Endlich waren sie bei dem BlumenboSquet ange­langt, da« er ihnen zu zeigen versprochen hatte. Mitten

der Genehmigung zur Eintragung deS Namen« des Kaisers als Taufzeuge des siebenten Sohnes, die Bitt Mer mit größerer Bestimmtheit, als das seither ge Men zu sein scheint, auf die Bedingungen auimeck fan gemacht werden, unter denen allein die Annahme btt Paihenstelle seitens des Kaiser« erfolgt, und die tzchörben darnach sich vorher zu vergewiffem haben, b»ß in einer Ehe, und zwar in ununterbrochener Folge, chte Dazwischenkunft von Töchtern, sieben Söhne ge­boren sind, bie Eltern auch keine Anforderung auf die Gewährung eine« PathengeschenkeS resp. einer Unter ftüfcung erheben, ferner bie vor der Ehe erzeugten, ober durch Vollziehung derselben legitimirten Söhne uHt mitgezählt werben dürfen. Auch ist die Zahlung b« landesherrlichen Pathengeschenk« ausgehoben. fa Freitag Nachmittag empfing der Kaiser in zuvor- fommenbfter Weise die drei Präfidenten des Reichs-

Bertt», 14. Febr. Nachdem allerhöchsten Orts »im Allgemeinen genehmigt worden ist, baß, auf ben! «jurog würdiger Eltern die Eintragung des Namens W Kaisers al« Tauszeuge in das Kirchenbuch bei >0 tai siebenten und achten Sohne erfolge, ist, wie der it., g Minister be« Innern burch Circularverfügung vom ' I -g v. M. den Regierungen mittheilt, wahrgenommen orten, daß diese Genehmigung bei vielen Antrag Wern bie Hoffnung begrünbet hat, vom Kaiser mit riaer Unterstützung, ober womöglich mit einer Er lichungSbeihitse für dm Täufling bedacht zu werben 'Wiewohl ber Kaiser", heißt es nun in der ange ' ® Urten Verfügung,in dringenden Fällen, wo derselbe die angetragene Pathenstelle in ber Regel erst bei tat achten lebenben Sohne persönlich einnimmt, für ben Täufling einen zur Beschaffung eine« ange- meffenen Palhcngeschenks zureichenden Geldbetrag hm -fügt, findet der Kaiser sich doch nicht veranlaßt, auch ta Unterstützungs-Anträgen derjenigen Eltern zu ent tzwchk«, bei deren siebentem Sohne die Pathenstelle

Ach! in jenen fremden Ländern, setzte sie hinzu, muß e« himmlisch sein, aber ich rombe fürchten in den riesigen Urwäldern, welche Sie so herrlich malen. Dort gibt es zwar schönere Llüthen, süßere Düfte, aber auch Löwen und , Schlangen, welche plötzlich aus der parabifischen Natur 3® heivorbrechen. Nein, ba lob' ich mir doch mein arme« Vaterland. Ist eS nicht schön hier, besonders in 1 wenn bet Frühling kommt? Sehen Sie nur, ba« träne Moos sieht wie ein gestickter Sammtteppich au«, solch friiche« Grün giebt c« sicher nicht in Amerika unb dort die Wiese grün ober ebenfalls doch

' Oterhessische Zeitung N

--int t Sa I i d> anher den Werktagen nach Sonn, und Feiertagen. Preis für bas Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buch drucket ei) bezogen 22i Sgr., durch die ... ^«oitLmter 27 6ar (ercl. Bestellgebühr und inel. Stempelsteuer), für das Ausland exel. Stempel 22 6gr. 3nfertton«gebübt für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

gür in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 2j Sgr. berechnet. - Eämmtlrche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an. -