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bewendkt eS nach wie vor bei dem Herkommen, gemäß welchem im Namen seiner Majestät deS Kaisers und Königs Geldgeschenke an würdige und bedürftige Jubelpaare zur Feier deS 50jährigen Ehestandes ge währt werden, unter Aufrechterhaltung aller Anordnungen, weiche für die Behandlung der wegen solcher Bewilligungen bei den Btzirk-regierungen eingehenden Gesuche in der Eircularversügung vom 6 August 1862 vorgeschrieben find, mit der Maßgabe, daß die Gesuche, iofern sie als geeignet zur Beiücksichtigung erscheinen, künftig nicht mehr an den Bevollmächtigten und Kom u-isiariuS für die Königin Elisabeth-Zentral Stiftung zu befördern, sondern ohne Weiteres und ohne vorgängige Berichterstattung von den Bezirksregierungen selbstständig zu erledigen sind. Die nach deren Ermessen zu den illigmden Gnadengeschenke, welche zu folge Allerhöchster Bestimmung als ein Beitrag zu den Kosten eine» Familienfestes für würdige Jubä- pagre von großer Bedürftigkeit gelten sollen, sind den letzteren von den Bezirksregierungen in jedem Falle ausdrücklich im Namen Sr. Majestät des Kaisers und Königs zu übermitteln. Die bewilligten Beträge haben die Bezirksregierungen vorschußweise aus die Bestände der Hauptkaffe zur Zahlung anzuweisen und sodann am Schluffe eines jeden Jahres mittelst einer aufzu- stellenden, ohne Beläge einzureichenden Nachweisung, welche sämmtlichc im Laufe deS verffoffenen Jahres geleisteten derartigen Zahlungen zusammenfatzt, bei dem Finanzminister zur Erstattung zu beantragen.
: — Der Reichskanzler hat de» LundeSrath eine im ReichSkanzlcranUe nach Maßgabe der von den Ber- wa-tmtgen der Bundesmilitär Contingente eingesandten Materialien zusammengestellte Berechnung deS Mehr- erforderniffeS deS Etats der Verwaltung deS ReichS- heereS für das Jahr 1875 gegen den für das Jahr 1874 vorgelegt. Der Normaletat für 1874 beträgt 101,742 623 Thlr,, davon sind von Ersparnissen für regelmäßig wiederkehrende Vacauzen rc. abgerechnet 6,273,254 Thlr. Der wirkliche Etat beträgt für 1874 daher 95,469,371 Thlr. Für 1875 tr ten dem Normaletat hinzu in Folge des Reichsmilitäige-
DeutscheS Reich.
Berit», H. Fedr. Die heutige „Prov.-Corresp." Mt 'kilherige Thätigkeii deS Abgeordneten Muiee und Herrenhauses und schreibt: Während hier M die Aussicht auf die Erledigung der Vorlage über ttt C'vilehe durch Uedereinstimmung beider Häuser Inder hinauSgeschoben ist, treten die Uebelstände der «leichzeitigen Versammlung des Reichstages und des ^ndlages um so peinlicher hervor, als viele der thä tizsten Mitglieder beiden Vertretungen angehörm. Es kkscheint daher drlngend geboten, die Arbeiten des preußischen Landtage« zu einem vorläufigen Abschluffe p bringen, sobald der StaatShauShaUs-Etai für 1874 darch Zultimmung des Herrenhauses festgestellt ist Der wirkliche Schluß der LandtagSsessivn kann nicht herdeigesührt werden, wenn nicht die Frucht der bis- singen Borderathung der mannichfachen wichtigen Vor-
lagen verlorm sein und die völlig neue Berathung derselben erst für den Herbst Vorbehalten werden soll, ükberdie« würde ein Theil derselben, namentlich die
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tzisteint tSglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition lKoch'fche Buchdruckerei) dezsgen 221 Lgr., durch die Postämter 27 6#t. tejcl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 6gr. - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Egr. —
Für in her Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden sz Sgr. berechnet. — ELmmtliche Annoncen-BüreauS nehmen Inserate an. ?
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Oberhesslsche ZeltuuW
ärchenpolstischen Gesetzentwürfe, einen solchen Aufschub sicht erleiden können. ES ist deshalb eine Fortsetzung M Berarhungm deS Landtage« nach dem Schluffe b<B Reichstage« in Aussicht genommen, und es wird jii dem Zwecke nach Erledigung des Staatshaushalts- Kat« die Zustimmung der beiden Häuser des Land ogt zu einer Vertagung bis nach Ostern (vermuthlich Ä zum 8. April) beantragt werden.
— Se. Majestät der Kaiser und Köni^ haben ,ll in M Angehen der Königin-Elisabeth-Eentral-Stiftung ellunz ^chlositn. E« werden daher Ehrengeschenke, wie sie, rgebk« ^hrnd in einer Bibel oder einem Andachtsbuche isher Seiten« der genannten Stiftung im Namen der Hoch seligen Königin Elffabeth an iübel-Ehep'aare zur Feier ihrer goldenen Hochzeit be Billigt zu werden pflegten, nicht weiter statifindcn > tzmigemäß fallen auch die Anträge, welche zu solchem , Aweck von ben Bezirksregierungen an den Bevoll " nächtigten und CommiffariuS Ihrer Majestät der Hoch- fdigen Königin Elisabeth für die Königin Elisabeth Stiftung zu richten waren, fortan hinweg. Dagegen
setzes 1,549,741 Thlr.; in Folge der allgemeinen Preissteigerung rc. 7,537,248 Thlr., in Folge anderer weiterer Bedürfnisse 4,262,080 Thlr.; von dem Normaletat gehen ab in Folge Wegfalls von Stellen rc. 59,073 Thkr. Der Normalerat für 1875 beträgt sonach 113,032,721 Thlr.; davon sind an Ersparnissen für regelmäßig wiederkehrende Vakanzen rc. ab- zurechnen 3,926023 Thlr. Der wirkliche Etat für 1875 beträgt daher 100,106,698 Thlr., mithin also gegen 1874 mehr 13,637,327 Thlr. Die Berechnung, welche nach den Titeln des Mrlitäretats fpecia- listlt ist, bezieht sich auf die Kontingente Preußens und der unter p-mß'scher Verwaltung stehenden Con- tmgente, ferner SachsenS und Württembergs; unter den für 1874 in Aussicht genommenen Ersparnissen von 3.926 023 Thlrn befindet sich eine Summe von 1,303,335 Thlrn. in Folge der vorläufigen Nichlbe- setzung der brüten SecondelieutenantSstelle. Mit der Besetzung derselben würde sich der Mehrbedarf auf 14,940,6662 Thlr. erhöhen. Außer dem Nebenstehenden werden noch einige anberroeite Mehrsätze bei einigen Ausgabetiteln vorkommen, die sich au« sonstigen mit ber jetzigen Formation, Bewaffnung unb DiSlo- cation be« Reichsheere« im Zusammenhang stehenden Verhältniffen ergeben, sich aber erst später näher beziffern lassen. Ein erheblicher Mehrbedarf wird indeß nur bei dem Titel 51 (sächliche Ausgaben für Artillerie und Waffenwesen) eintreten, indem die Beschaffung und lausende Unterhaltung einer durch die Einführung neuerer Geschütze unb Handfeuerwaffen bedingten, völlig veränderten Munition einen Mehraufwand erfordert, der für Preußen auf etwa 500000 Thlr. jährlich veranschlagt ist. Der Mehrbedarf würde sich also bei Nichtbesetzung der dritten Secondelieute- nantSstelle auf 14,137,327 Thlr. belaufen, bei Besitzung der Stelle auf 15,400,662 Thlr. Ferner werden in Zukunft wegfallen die auf 325,000 Thlr. angegeben n MntderauSgaben in Folge der beendigten Oceupaiion in Frankreich, also voraussichtlicher Mehrbedarf für 1776 u. f. w. 15,725,652 Thlr. ES er- gebe sich unter den vorerwähnten Bedingungen von
Marburg)* Freitag, den 13. Februar- 187'4*
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"toter Majestät Zudel-Ehepaare 4
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Ein Duell war die natürliche Folge dieser De-
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er war vom Scheitel bis zur Zehe ein Ehren
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^glücklichste Vater von der Welt; das reinste, schönste Gefühl eines Manne«, die Liede zu sein-m eigenen ®i»t und Fleisch, hatte sich bei ihm in. ein zehienb ®ift verwandelt. Sei» arglose« Herz war zerr ffen, "A treffliches Gemüth verdüstert. Dennoch belaß er *tyt die Kraft, sich von der treulosen Frau öff n lich
Feine Welt.
Novelle von Max Hing. (Fortsetzung.) , n.
öand- nstalt
Mnheit. Oskar war darauf gefaßt. Am andern «Morgen schon erschien ber Fürst, welcher im ISamen de« Baron« Erklärung unb Genugthuung fragen stcherte.
[2221! _ Ich bin Ihnen und ber Gesellschaft aBerbing« krUMfiechenschast schuldig, — sagte ber junge Mann, in
km er ben Sekundanten seine» Gegner« eiulub, Platz
Mann, nagte fortwährend der Verdacht unb verbitterte 11 Msein Leben. Dazu kam, baß er Baier geworden war es i< vld die rechtmäßige Geburt feine« Sohnes zu be [3291 Weiseln anfing. Ein Ereigniß, welches sonst die 'pißte Freude zu verbreiten pflegt, wat hier der Quell »osiglicher Leiden. Der Gras vermochte da« neuge kreue Kind nicht anzuschauen, ohne die bittersten Dualen zu empfinden Stundenlang starrte er in das sicht be« Kleinen, al« ob er darin die Schuld oder ^schuld seiner Mutter lesen wollte Er war der
jVkisi N nehmen.
Buch — Ich erwartete nicht weniger von Ihnen , —
«webeite ber Fürst mit größerem Ernste al« gewöhnlich. V7L — So hören Sie wich ruhig an. Ich will
1 Auen die Fortsetzung der Geschichte geben, die d>r Sdnifi Edron Ihnen gestern erzählte, und Thatsachen mit heilen, welche dieser mit dichterischer Freiheit wohl ’ t°a dsislich verschwiegen hat. Der betrogene Graf war '* isin.Swegs vollkommen von der Unschuld seiner treu
Ntn Gemahlin Überzeugt. In seinem edelen Herzen,
scheiden zu laffcn unb vor Gericht ben Beweis ihrer Schuld zu führen. Er liebte noch immer das Weib, welche« ihn schändlich hintergangen hatte. Je mehr aber da« Kind heranwuchs, desto größere Aehnlichkeil fand der Graf in dessen Zügen mit denen de« BaronS., Schaudernd stieß er den Knaben fort, wenn derselbe sich mit kindlicher Liebe ihm nähern wollte. Dieser, mit außerordentlichen Anlagm und frühzeiligem Scharfsinn begabt, fühlte doppelt tief die Abneigung des Vaters, welche er sich nicht zu erklären vermochte. Auch sein Herz wandte sich von dem Grafen ab, und an die Stelle der Liebe trat ein um so größerer Haß Zwischen Vater und Sohn herrschte eine Feindichait, die früher ober später eine furchtbare Katastrophe her beisühren mußte. Eine« Tage« sand man ben Grafen haldentseelt in dem benachbarten Walde ausgestrecki, der zu seinem Gute gehörte. Er lag in seinem Blute ichwimmend, eine Kugel batte seine Brust duichbohrt Der Sohn war verschwunden und auf ihm lastete ber Verdacrt der gräßlichen Thar, da zwischen ihm und cem Baler am Morgen ein lauter Streit ftattgeiunren hatte, den der Kamme, diener des ©raten mit angehört haben wollte. Der Verwundete genaS zwar unter der sorgfältigen Pflege feimt Aerzie, ab.r ein Lrustf.hler blieb ihm zurück, ber vor der Zeil seinem Leben em Ende machte. Er starb wenige Jahre nach diesem Ereignisse; von seiner Gattin hatte er sich schon lange vorher zurückgezogen In seinem Testamente war derielben ein > «ständiger Jahraehalt auSgesetzt, der verschollene Sohn enterbt, und die ganze reiche Hinter laffenschaft fiel einem entfernt, n Seitenverwaudtxn zu
Der Fürst hatte mil Spannung der Erzählung zugehört, welche, trotz seiner weltmännischen Ansichien, die er im Punkte der Liebe und ehelichen T eue hegte, ihn lief erschütterte Er war leicht zu rühren uno jedes befferen Eindruck- fähig, obgleich er nie eine Stimmung längere Zeit zu behaupten vermochte Sein ganzes Wesen war fragmentarisch, sein Charakter batte einen Aitsttich von Uederschwengltchkeit. In seinen
Handlungen blitzte oft ein edlere- Element von ma- -ichem Schimmer hervor, doch schon im nächsten Augenblick unterlag er den Versuchungen, welchen er durch sein bewegtes Leben vielfach ausgesetzt wurde.
— Ihre tragische Erzählung hat mich tief er»1 griffen, — sagte er jetzt nach feiner ersten Pause, welche er mit allerlei strengeren Betrachtungen au«» gefüllt haben mochte, die seinem leichten Sinn sonst zuwider waren. — Doch wa- haben Sie, Herr von Birkeneck, mit der ganzen Geschichte zu thun, wa« geht Sie die Handlungsweise be« Baron« an? —
— Mehr als Sie denken, — entgegn, tr Oskar mit schmerzlichem Lächeln. — Der Graf war ber Bruber meiner Mutter, war mein theurer Onkel, der für meine Erziehung gesorgt unb mich in feinem Testament zum Erben eingesetzt hat. Sein Andenken wird mir stets heilig fein unb ich dulde nicht die leis sie Beschimpfung de« edlen Lobten —
— Sie sind durch diese Erklärung vor ber Ge' fellf naft gerechtfertigt, aber nicht in oen Augen des Baro.i«, der gewiß bei feiner Erzählung nicht an Ihr« Verwandtschaft mit dem unglücklichen Grafen gedacht hau Fünf und dreißig Jahre sind feit jenem Ereignisse vergangen Er Hal sie gestern zum ersten- ’ mal gesehen und konnte nicht dafür, wenn er Sie zufällig in Ihrer zartesten Empfi düng verletzte. Sie sind ihm noch immer Genugthuung schuldig —
— Er soll fli haben, — erwiderte Birkeneck püster, — aber ich kann unb werbe mich zu keinen^ Widerruf verständigen, den er vielleicht von mir erwartet, l-cein theuier Oheim hat auf seinem Tootenbett mir die Geschichte feiner Leiden offenbart, ohne mir ben Namen des Verführer« zu nennen, ben ich zu erfahr n brannte, um feine Schwach zu räch n. Der ' Zuf-ll führte mich gestern in ihre Geiet-schaft, wo der Baron seine gewöhnliche Diskret on vergaß Jede- seiner 19orte riß die alten Wunden wieder auf. Mein Herz schwoll von Gram und Lust, endlich ben Mann gefunden zu haben, d.ffen Blut mir für den meiner