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|r. Jllacöurg, Sonntag, den 8. Februar. - ' ' "1 .., 1874«

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gHAcmt täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 22i 6er., durch die Postämter 27 Sgr. lexcl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. - JnserttonSgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden Lj Sgr. berechnet. Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an-

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' jtuach erfolgter staatlicher Amtsenlsctzung gesetzwidrig cr . i amiiren und dadurch zu agitiren sortfahren. Preußen cht in Bollziehung der kirchenpolitischen Maigesetze y tatter Ruhe seinen festen Gang, und dieser Hai so

«i dahin geführt, daß der Erzbischof Ledochowki am linatag verhaftet und zur Ve'büßung seiner mit den in eibftraien alternativ erkannten Gesängnißstraien in 3195 U posener KreiSgefängniß zu Oftrowo gebracht

. «dm ist. Im Abgeorduetenhause, da« die Special- nalhung de« StaatShaushalis-EtatS für 1874 vollen gt dir har, ist der eine der beiden neuen Gesetzentwürfe zur '3251 rgänzung der vorigsährigen Maigrsetze bereits in "~T" her Lesung berathen. Auf da« londoner Sympathie ® f eeting vom 26. Januar soll durch eine von deutschen u urioten veranstaltete, am nächsten Sonnabend unter »inm 11 dneift'S Vorsitz in Berlin abzuhaltende Kund- krved ^>"8^ - Versammlung in dankenden Erwiederungs- 32A ^svlutionen geantwortet werden.

* DaS österreichische Abgeordnetenhaus hielt ; auf r einige Tage Ferien, um den AuSichüssen freiere

Politische W.chrn-Uederficht.

Die erste Session der zweiten LegiSlatur-Periode I) Deutschen Reichstag« wurde am 5. d. M im gegen Seißen Saale deS königl. Schlöffe« zu Berlin durch Logis ne vom Fürsten Reichskanzler verlesene Thronrede >erhei' Mnet. Dir Wahlen in Elsaß-Lothringen am vorigen chästi- Sonntage sind ausschließlich oppositionell und fast ottstindig ultramontan ausgefallen. Doch ist durch Gejammt-Resultat der Wahlen eine reichsfreundliche lehrheit im Reichstage noch immer hinlänglich ge- chert, wobei auf Seiten der Regierung ein Beharren haftet of ihrem nationalen und liberalen Wege vorausgesetzt Hast | Der von den BundeSrathSauSschüffen sestgestellle uiigen keßgesetz-Ennvurf ist bereits bekannt geworden, und Os- ,r vorjährige verunglückte Entwurf ist darin soweit gt bitgestattet, daß eine Vereinbarung mit dem Rcichs- Dikh g8e über denselben nunmehr wohl zu hoffen steht. 3256 )a# Militärgesetz ist vom BundeSrathe angenommen -- ,d wird alsbald eingebracht werden. Diese beiden iorlazen umfassen die Hauptaufgabe für die gegen- flU einige Frühjahrs - Session. Nicht unwahrschein deng» d indch, daß auch noch eine Strafrecht« öeiW |roette eingebracht werde in Betreff solcher Bischöfe,

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Zeit zu gönnen. Der confessionelle Ausschuß begann am DinStag seine Berathungen. Unter den einge- laufenen Petitionen befindet sich die der Stadt Wien wegen Ordnung der Verhiltniffe und Einführung der obligatorischen Einehe. Die Abreise des Kaisers nach Petersburg mit zahlreichem Gefolge erfolgt am 11. Februar. DaS Ereigniß der Woche aber war die goldene Kugel", welche den General der Cavallcrie Baron Gablenz in Zürich dahingerafft hat. Der berühmte General war von allen militärischen Würden zurückgetreten und VerwaltungSrath mehrerer großen Actien-Gcsellschaften und ein Präsident der österreichi­schen Seehandluug geworden; der 9. Mai 1873 riß auch ihn in den Strudel deS Verderbens; fast acht Monate kämpfte er mit seinen Verlegenheiten und griff, als er den Zusammenbruch seiner Finanzope rationen nicht mehr wehren konnte, zum Revolver. In Ungarn dauert die Finanznolh fort.

Die beiden Räthe der schweizerifchen BundeS- Verfammlung sind am 30 Jan. über den Berfassungs- revistoii« Entwurf einig geworden und dieser wird nun­mehr zur Volksabstimmung gelangen.

Die italienische Zweite Kammer ist noch immer mit den Verhandlungen über die Gesetzvorlage Scialoja's bezüglich des Schulzwanges beschältigt. Mittlerweile ist aber auch der Bericht Mezzanotte's über den Pa­pierumlauf fertig geworden, und man denkt die DiS- cuifwn dieser Tage zu beginnen. Ein lebhaftes In­teresse hat die Streitfrage BiSmarck-Lamarmora her vorgerufen.

Die Besorgniß vor dem Unberechenbaren hat in Frankreich nach und nach eine Höhe erreicht, welche wie Alpdruck auf den Geschäften ruht und die Unrer» nehwungen auf längere Fristen lähmt. DaS Bedüri- niß nachStabilität", nach befestigten Zuständen macht eS unumgänglich nöthig, die Minister zu Erklärungen zu zwingen, durch welche die wieder unverhohlen be­triebenen Bestrebungen der Monarchisten durchkreuzt würden. Zu diesem Zwecke hat die Linke eine Inter­pellation angekünbigt, deren Zulassung von der Rational- Versammlung bewilligt wurde; der Minister de« In nern, der zugleich Vice-Präfident de« CabinetS ist, tot bisher Dagegen das Mögliche und Unmögliche auf, um

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j5. Eine Eriminalgeschichte. . i ns.. (Fortsetzung)

4 Gericht- mit seiner Quittung bei dem Banquier i gelassen, und dieser ihm unverbrüchliches Schweigen ", tt Die Angelegenheit versprochen habe. Rasch war e 54 an Entschluß gefaßt, mich des Gelbe« zu bemäch

fk», ich blieb daher, bis Rittberg daffelbe in feinen Hvcibfecretär verschloß, hörte auch von ihm, daß er hl, wie onft gewöhnlich, AbendS auSgehen werde. Bedienter war, wie ich wußte, seit mehreren 88,abwesend, die Magd der HauSeigenthümerin I krank, und Frau Stille selbst ist schon lange von Aschen Beschwerden gelähmt, so daß jede Bewegung

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Doch ich will Ihnen meine Gemüthsstimmung hl «eiter auSmalrn, kurz, die fortwährende Angst, i mir Tag und Nacht keine Ruh, ließ, verbunden ii dem bitteren Unmuth über das Schicksal, welche« ich nach einer ganz sorglos verlebten Jugend allen i«pfen und Leiden de« menschlichen Elends auSzu tzkn drohte, rief die Idee in mir wach, meine Lage uch ein Verbrechen zu verb.ffern, und dann in einer hicn Heimath über dem Weltmeer Ruhe und 93er» kssmheit zu suchen. So oft ich auch diese Idee mit »scheu verwarf, sie kehrte stets wieder zurück, und

gelangte endlich zu dem Entschluffe, alle Energie nine« Geistes aus die Ausführung derselben zu ver- »nbtn. Ich lernte Rittberg keunen, und da er sehr ich war, so hatte ich ihn bald zum Opfer meines «haben« ausersehen. Noch hatte ich keinen bestimm d Plau gefaßt, ich wartete vielmehr auf irgend eine »Vize Gelegenheit, al« ich am elften October kurz r Mittag zu Rittberg kam, und ihn mit dem Nach- Men de« ihm von einem Verwandten in Hamburg Machten Gelbe« beschäftigt fand. Er erzählte mir 8 ganzen Hergang, sagte mit auch, daß er die ein K Urkunde über da« Bermächtniß, vaS Schreiben

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haus- fann,

ihr sehr lästig ist. Ich konnte daher mit einiger Sicher heit hoffen, von Niemanden außer Rittberg bemerkt zu werden, trenn ich Abend« wieder zu ihm ging, u -b war da« Verbrechen begangen, so fiel auf mich gewiß kein Verdacht. Freilich mußte Rittberg zum Schweigen gebracht werden; aber ich war auf Alles gefaßt, unv selbst der Gedanke des Mordes schreckte mich nicht mehr. AlS ich inbeffen Abends, mit dem Dolch bewaffnet, in da« Haus getreten war, begegnete mir Frau Stille auf der Treppe; ich gab daher für jetzt mein Vorhaben auf und trat zu Rittberg ein. Kaum hatten wir un« eine Viertelstunde lang unter­halten , als Schütz kam, welcher sich, feiner eigenen Angabe nach, bei der HauSeigenthümerin erkundigt hatte, ob ihr Mielher zu Hause fei. Sofort kam mir der Gedanke, daß jetzt mein Entschluß noch ausgeführt werben könne, daß kein Verdacht des Verbietens auf mich fallen werde, wenn es mir gelinge, in Schütz Den Glauben zu erregen, daß ich schon vor ihm das Haus verlassen hätte. Seine eigene Aussage mußte mich Dann von jedem Verdacht reinigen. Der Versuch war leicht zu machen, da ich nach dem kalten und zurückhaltenden Empfang des Schütz von Seiten des Rittberg mit Sicherheit annehmen konnte, baß de« Ersteren Anwesenheit nicht von langer Dauer sein werde. Ich verabschiedete mich daher, verließ aber das Haus nicht, sondern trat in einen auf Dem ersten Treppenabsatz nach unten befindliche» Ort ein, wo mein Aufenthalt selbst im »fall einer Entdeckung nicht auffallen konnte. Wie ich erwartet hatte, kam Schütz sehr bald an meinem Versteck vorüber und verließ da« Hau«. Ich kehrte zu Rittberg zurück, und al« diejer sich, vor dem Tische sitzend, verwundert nach mir um sah, stieß ich ihm den Dolch in die Brust. Er faßte mich mit der Hand an der Weste; ich riß mich üv dessen rasch los, und wenige Sekunden nachher hatte er aufgehört, zu leben. Er war sitzen geblieben, und

Gambetta und Getroffen zu bewegen, ihre Anfrage fallen zu taffen, doch trotz wiederholter Verkündigung durch den Telegraphen bis jetzt ohne Erfolg. Die Sache ist nämlich die, daß ein strenges Bekenntniß zum Sep- tenntum die Ligitimisten empört, die Stimmen dieser letzteren aber nöthig find, um den 24. Mai aufrecht zu erhalten, wenn e« dem Cabinet nicht gefällt oder nicht gelingt, das linke Zentrum an sich zu fesseln. Lroglic befindet sich somit in derselben kritischen Sage, wie Thier« im Frühling 1873, er sucht aber vorzubauen.

Das Rundschreiben an die spanischen Vertreter im Auslande hat den Politikern im Süden der Pyre­näen vielen Stoff zu Spekulationen über die Absichten der Regierung geboten; jeder will nach seiner Partei­richtung die möglichst unbestimmt gehaltenen Redewen­dungen Sagasta'S auSgelegt wissen. Im Grunde un­terscheidet es sich jedoch nicht wesentlich von Dem un­längst erlassenen Manifest an die Nation, und gibt sicher den Anhängern der vertriebenen Dynastie keine gegründete Hoffnung, daß die Regierung Serrano's die Republik einer bourbonischen Restauration opfern werde.

Bon den Wahlreden, welche sich wie ritt Wolken­bruch über ganz England ergossen haben und bereit kurze JiihaltSgabe die wäre, daß die Eonservativen eine liberale und die Liberalen eine conservative Re­gierung alS den Ruin des Landes schildern, ist Eng« land seit einigen Tagen zur Wahlhandlung überge­gangen Die bekannt gewordenen Ergebniffe taffen die Siegeshoffnungen Gladstone'« schon in zweifelhaftem Lichte erscheinen. Von der Goldküste laufen günstig« Nachrichten ein; der Aschanti König hatte mehrmals Abgesandte an den General Wolsetty geschickt, die um Frieden bitten sollten und der englische Oberbefehls­haber meldet vom 24. Jän, daß der König die ihm gestellten Bedingungen Zahlung von 200,000 L. und Auslieferung aller weißen Gefangenem ange­nommen hat. Der Krieg scheint somit sein Ende er­reicht zu haben.

Dir Holländer haben den Äraton von Atschia ohne Blutvergießen eingenommen, weil die Eingeborene« denselben verlosten hatten. Dieselben hatten nämlich gemerkt, daß van ©mieten sich anschickte, die Festung

der Kopf lehnte in ganz natürlicher Lag« an der hohen Lehne des Stuhles. Ich verriegelte die Stubenihür, öffnete mit dem in Rittberg'S rechter Westentasche be­findlichen Schlüssel den Schreidsecretär, nahm da« mir wohlbekannte Geldpackel heraus, verschloß den Sekretär, steckte den Schlüffel wieder an seinen Ort, löschte die Lichter, entriegelte die Thür des Zimmers, und zwang mich gewaltsam, mit ruhigem Schritt zur Treppe hinab und aus dem Hause zu gehen. Niemand sah mich auf diesem Wege. Ich ging unverzüglich nach den Ruinen de« Minoritenklosters, wo sich in Folge eines alten Aberglaubens um diese Tageszeit nicht leicht Jemand finden läßt, verbarg daselbst daS Geldpackel und den Dolch mit der Scheibe, und begab mich in meine Wohnung. Eine sehr genaue Besich­tigung meiner Kleidungsstücke ergab, daß daS Blut ve« Ermordeten keine Spur an denselben zurückg« lassen hatte; aber mit dem heftigsten Schreck gewahrte ich, daß ein Knopf an meiner Weste fehlte Ja» hatte diese in der Residenz von einem ausländischen Kleiber­händler gekauft, und nur einige Male getragen; die« gab mir wieder einigen Lrost; ich hoffte, daß außer Rittberg Niemand die Weste bei mir gesehen haben werde, warf dieselbe in da« Ofenfeuer und vernichtete die Köpfe. Eine entsetzliche Seelenangst war die nächste Folge iqeitte« schweren Verbrechens, sie be stimmte mich, meine Auswaiiderung eifrig zu betreiben; allein ich fand einen heftigen Widerspruch bet Emilien« Eltern, welche sich von dem einzigen Kinde nicht trennen wollten. Während sich fortwährend bemüht war, sie für meine Absicht zu gewinnen, ließ der Maler Bode mir sagen, daß mein Porträt, welche« ich zum Geschenk für Emilien bei ihm bestellt hatte, vollendet sei. Erst jetzt fiel mir ein, daß ich bei den Sitzungen zur Anfertigung deS Bilde«-j.ne Weste ge­tragen hatte, und daß dieselbe auf dem Porträt nach­gebildet war. Ich ging deshalb zu Bode, bezahlte