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Marburg, Freitag, den 6. Februar.

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^scheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Äoch'sche Buchdruckerei) bezogen 88j tzgr., durch die Postämter 87 S«r. texcl. Bestellgebübr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 82 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 2$ Sgr. berechnet. Eämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.

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die einfachste Weise die entsprechendm Mittel zur Ent­faltung ihrer Wirksamkeit; es wird ferner eine Garantie für den geeigneten Vollzug der über das Verfahren gegebenen besonderen Bestimmungen geschaffen und die Möglichkeit eröffnet, die durch die Natur der Sache gebotene Unvollständigkeit zu heben; dadurch würden die mehrfach hervorgetretenm Bedenken wesentlich ge­mindert und die Kostenfrage, welche nach den gesetz­lichen Bestimmungen zu mancherlei Schwierigkeiten Anlaß bieten könnte, zweckmäßig geregelt. Von diesen Erwägungen ausgehend, beantragen die AuSschüffe in ihrer Mehrheit, die drei ersten Absätze deS §. 108 a durch folgende Bestimmungen zu ersetzen:Die Ge­werbegerichte werden mit den für die Verhandlung und Entscheidung der geringfügigsten Rechtsstreite zustän feigen ordentlichen Gerichten erster Instanz verbunden und bestehen auS einem Richter als Vorsitzenden und zwei Beisitzern. Ist das ordentliche Gericht mit meh reren Richtern besetzt, so werden ein oder mehrere Richter deffelben dauernd sür das Gewerbegericht er­nannt. Für einzelne Gerichte kann bestimmt werden, daß allgemein oder für gewiffe Arten von Schwierig­keiten eine größere Zahl von Beisitzern zuzuziehen ist." Was die Bestrafung deS ContractbruchS be trifft, so soll dieselbe auch auf diejenigen Arbeiter An wendung finden, welche außerhalb der Fabrikstätten für Fabriktiihaber arbeiten.

4 Febr. Der frühere Reich« - und Landtags deputirte Nationalökonom Prince Smith ist gestern gestorben.

Pose», 4 Febr. Erzbischof LedochowSki ist gestern Nachmittag in Ostrowo eingetroffen und ins Kreis gerichtSgesängniß abgeliefert worden. Auf allen Statio­nen waren militärische VorstchtSmaßregeln getroffen. In Ostrowo war von der Ankunft nichts bekannt. Der Erzbischof bewohnt zwei neu eingerichtete Zimmer Unter den Polen hier herrscht große Bestürzung.

Düsseldorf, 2. Febr. Die hiesige königliche Regierung erläßt eine amtliche Bekanntmachung, wo» durch sie allen von ihr reffortirenden Staats- und Gemeindebeamten, Schulinspectoren und Lehrern unter­sagt, dem als unpatriotisch und staatsfeindlich aner kannten Mainzer Katholiken- Vereine beizutreten oder fernerhin anzuMören, oder seinen Versammlungen

Bald fand ich mich in meine so traurig veränderte Lage und lebte, wenn auch in der Erinnerung an die Vergangenheit nicht glücklich, doch zufrieden. Da lernte ich Emilie kennen; Sie werden wissen, daß sie die Tochter des Probators Rosen, daß sie sehr schön, aber auch sehr arm ist. Die leidenschaftliche Hin Neigung zum anderen Geschlecht, welche man bei jungen Leuten so oft findet, war mir bis dahin fremd ge blieben, um desto überwältigender war der Eindruck, den Emiliens Schönheit und ihr herzgewinnendes Wesen auf mich Machte. Ich gab mich anfangs diesem Gefühle ganz arglos hin, und bemerkte bald zu meiner größten Freude, daß meine Neigung erwiedert wurde. Da erst gedachte ich der Zukunst. Wie konnte ich nur daran denken, eine Ehe mit einem armen Mädchen einzugehen? Schon den Verlust des Reichthums zu ertragen, hatte die ganze Kraft meiner Seele gefordert; in Armuth und Elend zu leben, dazu fühlte ich mich unfähig, und wie konnte ich Emilien ein solches Loos anbieten? Zch mußte weg von hier, und entschloß mich auch dazu; aber die Ausführung dieses Ent­schlusses wurde mir sehr schwer; ich verschob ste von Woche zu Woche. Da trat ein Ereigniß ein, welches ohne mein Verschulden eine Erklärung hetbeiführle. An einem sonnigen Nachmittag des vergangenen Som mers machte ich mit Emilien und ihrer Mutter einen Spaziergang am Ufer des Flusses. Emilie sah eine schöne Wasserblume in der Mitte deS FluffeS, und machte mich darauf aufmerksam. Zufällig lag in der Nähe ein Nachen am Ufer angebunden, in welchem ein Ruder lag. Ich eiste dahin, um die Blume zu holen; mit ängstlicher Hast bat mich Emilie von meinem Vorhaben abzustehen; aber welcher junge Mann hätte sich wohl dadurch zurückhaltm lassen? Ich sprang in den Kahn, ruderte in die M'tte de« FluffeS, brach die Blume und kehrte um. Muchwillig und «nbo-

lnsi« Mr laffentnmmehr das in einem weitläufigen gt ? Verhör nkbergekgte Geständniß des Verbrechers folgen, und find genöthigt, hier in Form und Zeitfolge der ir* Aussagen einige Aenderungen vorzunehmen; indessen ___, werden wir das Geständniß völlig treu und so viel

sofern dies nicht zum Zwecke der polizeilichen Ueber» wachung geschieht beizuwohnen. Gleichzeitig sind die Polizeibehörden angewiesen worden, die Versamm» lungen diese« Vereins sorgfältig zu überwachm und die Vorschriften deS Vereinsgesetzes gegen denselben mit aller Strenge zur Ausführung zu bringen.

Darmstadt, 4 Febr. Die erste Kammer trat bei der heutigen Berathung des Schulgesetzes ben Beschlüssen der zweiten Kammer betreffs AuSichließung der Ordensgeistlichen aus den Schulen mit 15 gegen 12 Stimmen bei Bei dem Gemeindegesetz wurde dir direkte Bürgermeisterwahl angenommen.

Strastburg, 4 Febr. Im Wahlkreis Saar- gemünd-Forbach ist Ingenieur Pougnet (franz.) mit ca. 17,000 Stimmen gewählt, in Zabern Teutsch (franz.) mit drei Fünftel aller Stimmen. In Saar» bürg-Salzburg ist Germain's Wahl außer Zweffel.

Ausland.

Wie», 4 Febr. DieNeue Fr. Preffe" ver­öffentlicht den Wortlaut des Rundschreibens des ita­lienischen Minister« de« Auswärtigen ViSconti-Venosta vom 1. Jan. d. I., in welchem die Besorgnisse widerlegt werden, als könnte die Papftwahl in Rom nicht frei und ungehindert stattfinden. Gestern Nachmittag wurden der General-Director Osenheim und Ziffer gegen Erlag einer Camion ihrer Hast entlaffen. Bekanntlich ist der vormallge Botschafter Oesterreich« bei der französischen Regierung, Fürst Richard Metternich, bald nachdem Graf Andraffy in« Amt trat, von seinem Posten zurückgetreten und zur Disposition gestellt worden. Seither wurde er nur noch einmal in außerordentlicher Mission al« Krönung«- Botschafter verwendet. Nunmehr scheint sich gar keine Aussicht auf eine abermalige Verwendung dieses Diplo­maten zu ergeben, und so wird denn Fürst Metternich gutem Vernehmen zufolge demnächst in den definitiven Ruhestand versetzt werden. Ein andere« vormalige« Mitglied der österreichischen Boffchaft in Pari«, Graf Mül inen, ist bestimmt, eine Verwendung als vor­tragender Rath im Ministerium der auswärtigen An­gelegenheiten zu finden. Die von der florentiner Opinione" gebrachte und in vielen Blättern über­gegangene Mittheilung, der frühere österreichische Bot­schafter bei der Curie, Graf Trautmannsdorff, schreib« sonnen trat ich nahe an den vorderen Rand de« Kahne« und schwang die Blume in meiner Hand; da geriert, daS Schiffchen in'S Schwanken, ich verlor das Gleichgewicht und fiel in das SB aff er. DaS Un­glück war nicht groß, denn ich bin ein geübter Schwimmer; aber al« Emilie mich fallen und unter« sinken sah, steigerte sich die Angst, mit welcher sie allen meinen Bewegungen gefolgt war, bis zur höchsten Leidenschaft und mit dem lauten Ausruf:Eduardl Eduard!" stürzte sic sich in den Fluß. Ihre Rettung war mir leicht, aber in dem Moment der höchste« Erregung sprach daS lange und mühsam unterdrückte Gefühl sich rückhaltlos au«; wir waren feit diesem Tage Verlobte. Groß war meine Liebe zu Emilien, noch größer wurde bato die Sorge um meine Zukunft. So viele Pläne ich auch erdachte und wieder verwarf, ich sah kein Mittel, den Unterhalt für eine Familie zu erwerben, und doch verlor ich mit jedem Tage mehr die Kraft, mich von Emilien loszusagen. Diese Gedanken verfolgten mich unaufhörlich; da« Blld einet im tiefsten Elend schmachtende« Familie trat mit oQex seinen entsetzlichen Einzelnheiten vor meine Seele; ich sah, wie halb verhungerte Kinder mich vergebens um Brod anflehten; wie Emilie, bleich, abgehärmt und in Lumpen gekleidet, einen vorwurfsvollen Blick auf den Unwürdigen warf, der nicht« gelernt hatte, um den ©einigen nur die tägliche Nahrung zu «werben:* (Sortierung folgt) «6 üdK

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t H«ffMmtn *«» ^tÄCTWeit».*) J - r-bm Geboren zu Fallersleben am 2. April 1798. "iroI Gestorben auf Schloß Sorvetz am 19. Ian. 1874^ Eigentlich sollte er Geistlicher werden. Aber bst Theologie fand att ihm einen Wenig gefügigen Schülers, u») «ach der Hch» mi is?; ß .a

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Deutsches Reich.

Berlin, 4 Febr. Von morgen ab werden für einige Zeit der Reichstag und der preußische Landtag eben einander thälig sein. So unerwünscht diese Kombination auch erscheinen mag, so ist dieselbe doch ,11$ diesmal nicht zu vermeiden gewesen, da wohl Niemand daran denken kann, den Landtag zu vertagen, bevor nicht das Budget und das Civilehegesetz in bei­den Häusern durchberathen worden ist. Ebenso ist eS dringend nöthig, die ErgänzungSgesetze mindesten« die erste Lesung passiren zu lasten, damit sie der betreffen­den Commission überwiesen werden können. Natürlich Aßt sich nicht im Vorau« sagen, wie viel Zeit zur Erledigung aller dieser Arbeiten nöthig sein wird, aber früher als bis zum 15. d. M. wird eine Erledigung doch nicht möglich fein. Was den Reichstag be­trifft, so rechnet man noch immer darauf, daß er feine aufgaben noch vor dem Osterfest erledigt haben wird. ZedensallS ist dafür gesorgt, daß er fdne Tätigkeit sofort nach der Eröffnung beginnen kann, da die Vor­lagen für denselben bereits gedruckt find. Ueber die Vorschläge, welche die BunveSrath-AuSschüffe für Handel und Verkehr und daS Justizwesen betreffs des PeLst beantrage« wegen Wied/rvoriegung des Gesetzentwurfs »egen Abänderung einiger Bestimmungen der Gewerbe­ordnung an den Reichstag gemacht haben, entnehmen »h derMagdeb. Zig." folgendes Nähere: Nach dem vorjährigen Entwurf sollten bekanntlich Streitigkeiten der selbstständigen Gewerbetreibenden mit ihren Gesellen oder Gehülfen oder Lehrlingen da, wo besondere Be Hörden für diese Angelegenheiten bestehen, bei diesen, im übrigen durch die Gemeindebehörde oder durch eine auf Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde ge­bildete Deputation der Gemeindebehörde eittschieden »erben. An Stelle der vorbezeichneten Behörden wahrte der Entwurf den Centralbehörden auch die Befngniß, Gkwerbegerichte noch Maßgabe de- Gesetze« zu erriet) tat. Da nun die thatsächlichen Verhältnisse ohnehin In den meisten Fällen dazu führen müssen, »en Vorsitz in Gewerbegerichten an Möglicher der ordentlichen Gerichte zu übertragen, so erscheint es den Ausschüsten zweckmäßig, die Gewerbegerichte im Gesetze selbst itt eine positive Verbindung mit den ordentlichen Gerichten zu setzen. Hierdurch erlangen die Gewerbegerichte auf

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i Fr»« i« sein, ober auszuschweifen, ein Leben fort, wie ich te ü 'S gewohnt war, und wie eS mir zusagte. Bald in« ' kffen mußte ich mich zu einer genauen Untersuchung »einer BermögenSverhältnisse entschließen, über welche «ein Vater mir niemals irgend eine Mitiheilung ge« vscht hatte, und fand nun zu meinem nicht geringen um Freden, daß in den letzten Jahren mein Vater durch C m "glückliche Speculativnen in Staats» und Eisenbahn- > A Papieren fast Alles verloren hatte. Es blieb mir soviel, als erforderlich ist, um al« einzelner Mensch

, einem kleineren Orte ritte, wenn auch nicht dürf- doch bescheidene und eingeschränkte Existenz zu H^rzu entschloß ich mich denn auch rasch, so ' ilhmerzlich <fl mir war, alle die Genüste entbehren zu Muffen, die nur ein gewisser Grad von Wohlhabenheit

[323i| al« thunlich mit den eigenen Worten des Angeschul- bigten wiedergeben. - -

Mein Vater galt sür sehr reich, auch ich wurde «ach dem frühzeitigen Tode meiner Mutter in diesem Glauben erzogen, und gab nicht leicht einen Wunsch, ben man mir, alS einzigem Kinde, versagt hätte. Ich besuchte zwar die Schulen der Residenz, aber ich lernte tbm nur daS, was mich ansprach, und von AuSbil- butig für irgend einen Beruf war keine Rede. DaS ist mein Unglück gewesen. Vor anderthalb Jahren starb mein Vater, bei seinem Tode fand sich Geld an Uebetfiuß vor, und ich führte, ohne ein Verschwender