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dem er einst in Berlin studirt, den er später aber au« den Augen verloren.
Da« Wiedersehen Beider war herzlich, und der Frnmd ließ nicht nach, in Walven zu dringen, bis dieser endlich einwiUigte, aus einige Tage Werne»'« — die« war der Name seine« ehemaligen Commili- tonen — Gastfreundschaft sich gefallen zu lassen.
Werner war Arzt auf dem Lande, sein Wohnort ein größere«, vom Orte der Assisenverhandlnng ungefähr eine Meile entferntes Dorf.
Beim Einfahren in dasselbe fielen Walden die an«
entrichten. Für Beschaffung eine« etwaigen Rückscheines kommt eine weitere Gebühr von 20 Centime« in An
satz Im Fall des Verlustes eines recommandirten Gegenstandes zahlt die Verwaltung, in deren Gebiete oder auf deren Seepostrouten sich der Verlust ereignet hat, oder der Nachweis über den Verbleib ausgefallen ist, eine Entschädigung von 50 Franc« an den Ab sender. Der Anspruch auf Entschädigung erlischt nach Jahresfrist, vom Tage der Auslieferung an gerechnet. Im Falle einer vis major wird' eine Entschädigung überhaupt nicht geleistet.
Pose», 26. Jan. DaS KrciSgericht forderte heute den Erzbischof v. LedochowSki auf, die weitere Strafe von 9500 Thlr. zu bezahlen, andernfalls die sofortige Pfändung angedroht wird. Da Pfandobjecte nicht mehr vorhanden stnd, steht zur Verbüßung der eventuellen Gefängnißhaft die Abführung deS Erz bifchofs nach Frankfurt an der Oder binnen kürzester Zeit bevor.
Saarbrücken, 23. Jan. Gestern früh ist hier, wie bereits gemeldet, ein Postbeamter verschwunden, nachdem er sich in Besitz von Geldbriefen im Betrage von etwa 20,000 Thlr. gesetzt hatte. Der Entflohene war ein Postamt« Assistent, Namens Kramer, aus dem nahen Orte Völklingen gebürtig und im Alter von 25—26 Jahren. Wie er sich in den Besitz der Geld briefe gesetzt, ist noch nicht zuverlässig bekannt, aber von seiner eingeschlagenen Reiseroute hat man durch Hilfe des Telegraphen bereits Spur.
Höxter, 24. Jan. Gestern Nachmittag wurde auf dem kleinen Kirchhofe zu Corvey der irdische Rest unsere« Hoffmann von Fallersleben bestattet. Tausende waren von Nah und Fern herangezogen, um daS Leichenbegängniß des deutschen Dichters zu feiern. Im mittleren Klosterhofe unter den Fenstern seiner Wohnung und der Bibliothek, an der er so treu gearbeitet hat, war der Sarg, mit Lorbeer« und Blumenkränze geschmückt, aufgestellt; am Kopfende die trauernde Germania mit einem Palmenzweige. Nachdem die Kapelle des 2. Bat. 6. Wests. Inf. Regt. Nr. 55, die auf'S Bereitwilligste von bereit Kommandeur zur Verfügung gestellt war,, einen Choral gespielt hatte, trug Ernst Scherenberg aus Elberfeld ein von ihm verfaßtes Gedicht vor. Nach einem kurzen Gesang der Kinder auS dem Petristift und dem Gebet de« Geistlichen, wurde der Sarg, dem die Schüler der Gymnasien von Höxter und Holzminden voraufgingcn, zum Grab« getragen. Dem zahlreichen Gefolge der
gedehnten Gutsgebäude in da« „Eine prächtige Besitzung, gehört dieselbe?"
„Der Witwe des Generals
„Der Witwe des General« holte Walden in einem Tone,
Bekanntschaft mit der Trägerin diese« Namens hinzu- deuteu schien, und Werner zu der Frage veranlaßte:
„Kennst Du diefelbe?"
„Ich habe sie al« Mädchen in Heidelberg gekannt;" antwortete Walden, der das tiefere Interesse, welche« er an der betreffenden Persönlichkeit nahm, zu ver- rathen, vielleicht nicht für gut fand. „Sie war schön, geistvoll, aber launenhaft, bizarr und kokett."
„Du kannst Recht haben. Als der General sie heirathete, war ich bereits hier am Orte, und ich muß gestehen, diese Ehe war die unpassendste Verbindung, welche man finden konnte. Frau von Hußlar verstand es gründlich, ihrem Manne, der zwar grob wie Bohnen ftrvh, im Uebrigen aber, wenn das Podagra ihn nicht gerade plagte, der gutmüthigste Mensch von der Welt war, daS Leben zur Hölle zu machen, und ihr Be nehmen sand überall starken Tadel. Allein, seitdem
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- Marburg, Donnerstag, dm 29. Januar,
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«*8 de» Leben.
Original-Novelle von Rudolph Müldener.
(Fortsetzung.)
V.
Walden hatte durch seine mikroskopischen Untersuchungen, deren Resultate er sowohl in fachwissenschaftlichen Zeitschriften, als in einigen Monographien veriffentticht, in der wiffenschaftlichen Welt einen be deutenden Ruf erworben. Dieser Umstand gab Ver aulaffung, daß. man ihn einst feiten« eine« auswär tigell Gerichte« in einem Kriminalfalle zum Experten wählte.
In einem circa zwanzig Meilen von Bernau ent- strnten Ortt war nämlich ein Mord begangen. Im besitze de« muthmaßlichen THSter« fand man ein blutbefleckte« Messer, und es kam nur darauf an, nach juweisen, daß die Blutfpuren von Menschenblut und nicht, wie Jnculpat behauptete, vom Blute eine« von >hm geschlachteten Kaninchen« herrührtm.. In einem solchen Falle vermag selbst die genaueste chemische klnalyse kein Resultat zu liefern, wohl aber die mb krosropische Untersuchung, und mit dieser eben beauf- Itegtt man Walden.
Dieser Auftrag, doppelt ehrenvoll, da er eben von tinem auswärtigen Gerichte auSging, machte Walden rin persönliche« Erscheinen bei der Asstsenverhandlung iur Pflicht, nöthigte unseren Doctor, der seit Jahren »ie auf länger denn höchsten« vierundzwanzig Stunden bon seinen Penaten gewichen, mithin zu einer Reise.
Al« Walden nach beendigter Sitzung den GerichtS- iral verließ, klopfte ihm plötzlich Jemand auf die Schulter. Al« er sich um wandte, erkannte er zu feiner stnidigen Ueberrafchung einen ärztlichen Collegen, mit
•• Berlin, 27. Jan. Als wesentliche Gründ- lgaen für die Bersthungen des allgemeinen Post-Con gresicS stnd in Bezug auf das Porto aufgestellt: Das Brief- borto für den internationalen Austausch innerhalb des zu bildenden gesammten Postbereichs soll ohne Unterschied des Absendung«- und Bestimmungsorte« betragen für einen frantirten Brief 20 Centimes, für einen unfran kitten 40 Centimes. Kommt eine Seebeförderung von mehr als 300 Raden (1 Karten — V120 Seemeile) m Betracht, so soll-außerdem als Vergütung zur Deckung der deSfallfigen Kosten ein Seeporto in An
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Freunde hatten sich die Liedertafel von Holzminden die Baugewerkschüler von Höxter und Holzmindest mit ihren zahlreichen umflorten Fahnen und Bannern angeschloffcn. Am Grabe hielt Herr Superintendent Beckhau« eine tiefempfundene, Sinn und Werth de« Verstorbenen, von dem „da- ganze deutsche Volk preist, daß er ihm gehört/, innig würdigende Ansprache, und ein Grabgesang unserer Bauschul-Liedertafel schloß die ernste Feier. ..>■
Braunschweig, 25. Jan. Die Braunschweiger Successionsfrage macht wieder einmal von sich reden. Gutem Vernehmen der „Magdeb. Ztg." nach soll der Großherzog von Oldenburg endlich seine Bereitwilligkeit zur eventuellen Uebernahme einer Regentschaft erklärt haben, natürlich unter der Bedingung, daß der König von Preußen damst einverstanden sei. Die braunschweigische Regierung sagt man, habe sich dann zur Einholung der kaiserlichen Zustimmung nach Berlin gewenbet, aber die Antwort erhalten, ber König lehne eine Erklärung, wie sie gewünscht werde, ab, ba die betreffende Angelegenheit im Falle einer Thron- Erledigung nicht Sache de« Königs sei, die Entscheidung darüber vielmchr den ReichSbehörden, namentlich dem Bundesrach«, zustehe, auch leicht Fragen dabei Be« rücksichttgung finden könnten, welche nur im Wege Rechtens sich erlebigen ließen.
Leipzig, 27. Jan. Zwei hiesige politische Vereine (die Gemeinnützige Gesellschaft und der Städtische Verein), deren Mitglieder verschiedenen religiösen Bekenntnissen angehören, haben an das heutige Londoner Protestanten Meeting ein Danke«.Telegramm abge- fanvt, worin ausgesprochen ist, daß ba« Londoner Meeting dem deutschen Reiche nicht nur eine wichtig« moralische Unterstützung im Kampfe gegen den Ultra« montaniSmu« gewähre, sondern auch eine Anerkennung der Thatsache sei, daß eS sich in dem Kampfe nicht um eine Verkümmerung der katholischen Glauben« wahrheilen handele, vielmehr durch denselben die Cultur Interessen und LebenSbedingungen aller civili- sirten Staaten berührt wurde.
Gotha, 27 Jan. Eine Mittheilung de« deutschen Reisenden Brenner an Dr. Petermann au« Zanzibar besläiigt, baß Livingstone am 15. August in der Nähe von Unyanyembe gestorben ist.
München, 25. Jan. Vor der Vertagung be« baierischen Landtages sollen noch folgende Gegenstände sie sich vor einigen Jahren auf die Dauer hier nieder- tieß, ist in der öffentlichen Meinung eine vollständige Revolution zu ihicn Gunsten eingetreten."
„Ist sie vielleicht fromm geworden?" warf Walden hin. „Dies wäre wenigsten« ein bei alternden Cor quellen nicht ungewöhnlicher Abschluß "
„Ich weiß nicht, ob sie fromm ist oder nicht," antwortete Werner; „wenigstens äußert sie ihre Frönt« migkeit nicht gerade im Kirchengehen, auch habe ich nie gehört, daß ste sonderlich für die Heidenbekehrung schwärme. Aber das weiß ich, daß ihr Name sich in Verbindung mit allen wirklich gemeinnützigen Dingen und Einrichtungen findet. Jene« Gebäude dort," fuhr Werner fort, „ist ein Hospital, welches fie gegründet und dotirt und den drei Dörfern, in welchen fie Güter besitzt, zum gemeinschaftlichen Eigenthume überwiesen hat. In jedem dieser Dörfer hat sie eine Lehrerin, die Mädchen in weiblichen Handarbeiten zu unterrichten, angestellt und besoldet; sie hat daS Einkommen unserer Schule vermehrt. Kurz, man kann ohne Ueber- treibung behaupten, daß ihre Anwesenheit für unsere ganze Gegend eine Wodlthat ist."
Gerade in diesem Augenblicke hielt der Wagen vor Werner's bescheidener Wohnung, und dieser Umstand machte ber Unterhaltung ein Ende, die Walden dadurch, daß ste das Bild jener Frau, die einen so bedeutenden Einfluß auf fein Leben ausgeübt, ihm in lebhafteren Farben in das Gedächlniß zurück rief, reichen Stoff zum Nachdenken bot.
Fühlte Frau von Hußlar sich glücklich? Nach dem soeben Vernommenen glaubte Waloen diese Frage bejahen zu dürfen, und er täuschte sich in der That nicht. H
Wohl war da» Bewußtsein, vom Manne ihrer
; u aenbung gebracht werben, welches jedoch 20 Centime« ' l-rg -ro Brief, gleichviel ob frankirt oder unsrankirt, nicht \ übersteigen darf. Bei der Zahlung deS Portos erfolgt Mi hi« Abrundung in Landesmünzen. Sie kann je nach --1 den Verhältnissen in plus ober minüS stattfinden. In
'5 dm einen, alt dem anderen Falle darf ba« Maximum • der Differenz gegen die obigen Normaltaxen ben Betrag von 5 Centime« nicht überschreiten. Da« Gewicht eine« einfachen Briefe« geht bi« 15 Grammen einschließlich. Schwerere Briefe unterliegen dem doppel tot Portosatze. Da« Maximal-Gewicht eines Briefes sÄ 250 Gramm sein. Für Zeitungen, Drucksachen und alle hierher gehörigen Gegenstände be« Postver- kehr«, sowie für Waarenproben unb Muster soll im ganten Postbereich für ben internationalen Austausch der Bettag von 10 Centime- für je 40 Gramm ober einen Theil davon erhoben werben. DaS Maximal- Gewicht der Drucksachen kann bi« zu 1 Kilogramm gehen; dasjenige der Waarenproben und Muster soll auf Vt Kilogramm beschränkt werden. Bei einer See- beförberung von mindesten« 300 Karten kommt ein Seeporto in Anrechnung, welche« für diese Gegenstände nur 10 Centimes betragen darf. Diese Sendungen müssen frankirt fein, sonst unterliegen sie der Taxe für Briefe. Die Recommandation aller bisher genannten Gegenstände ist znläsfig. Recommanbirte Salbungen müssen frankirt werben. Außer dem Porto ist eine Recommandationsgebühr von 20 Centime« zu
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ffrf&eint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal durch die Expedition (Koch'fche Buchdruckerei) bezogen 22j Sgr, durch He—
1 Postämter Ä5 Sgr. texrl. Bestellgebübr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. — Jnfertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr. — h-U Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden Lj Sgr. berechnet. — Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an. • -y
«restellunge« auf die „Ober-. Zeitung" für die (ö Monate Februar unb Mar; werden bei den Keiferl. Postanstatten und der «xpeditiou entgegen- M»m«en.
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