Marburg, Sonnabend, den 17. Januar.
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Frau Miedet, in Bernau ein.
(Fortsetzung folgt.)
' Ter Durchgang der Beuus.
(Schluß.)
Wenige Jahrzehnte nachher traten Zweifel auf
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Aus dem Leben.
Original-Novelle von Rudolph Müldener. (Fortsetzung.)
Alle diese Betrachtungen bewogen Walden, gleich nach Empfang seiner Vocalion nach der Residenz abzureisen, um, wo möglich, durch eine persönliche Be sprechung mit dem Präses des Medicinal-CeüegiumS die Sache zu redressircn.
Letzterer empfing Walden zwar mit aller Zuvorkommenheit, erklärte ihm aber unumwunden, daß er entweder nach Bernau übersiedeln oder seine Praxis gänzlich niecerlegen müsse. So lange dies möglich gewesen, hätte man Walden's Wunsch, in seiner Slel- lung belassen zu werden, gern berücksichtigt, allein gegenwärtig Id eine derartige Berücksichiigung im Interesse des Dienstes unzulässig, da sich, außer Wal. den selbst, im ganzen Lande nur ein einziger noch nicht als Physicus angesteüter Arzt befinde, der dn PhysicuSExamen bestanden; dieser letztere aber sei ein zu junger Mann, alS daß man ihm dne so wichtige Stelle, wie die deS Kreis -Physicus zu Bernau, an- vertraum könne.
' Walden hatte gleich nach sdner Ueberstedrlung nach Grünbrrg da« Physicat« - Examen gemacht, weil er, Angesicht- einer damals noch unsicheren Zukunft, nicht wissen konnte, ob die Verhältnisse ihn nicht dereinst uölhigen würden, aus den Staatsdienst zu reflrctirrn. Jetzt verwünschte er diesen Schritt, der ihn plötzlich dna liebgewordenen Stellung entriß, begriff jedoch, baß er sich fügen müsse, da man in seiner Heimath »un einmal die Aerzte, die das Physicat-- Examen bestanden, als Expectanten des Staatsdienstes betrachtet, über wdche die Regierung nach Gutdünken verfügt, da- heißt, sie nach Belieben versetzt und überall hinein- s'ticbt, wo man ihre Gegenwart als nothwendig erachtet. Diesem Zwange- hätte Walden sich nur durch Ausgabe seiner Paxis.entziehen können, allein, abgr
kann das höhere Ziel eines gesunden, harmonischen StaalSlebens nicht erreicht werden. — In der BundeS- raths-Sitzuug vom 8. d. M sind die durch Wahl zu bildenden Ausschüsse erneuert worden. Neben den Ausschüssen 1) für Zoll- und Steuerwesen, 2) für Handel und Verkehr, 3) für Post-, Eisenbahn - und Telegraphenwesen, 4) für Justiz, 5) für Rechnungswesen , 6) für Auswärtiges, 7) für die Reichslande sind noch aus je 7 Mitgliedern bestehende Ausschüsse für Verfassungswesen und Geschäftsordnung zu wählen beschlossen worden. — „Sie ist doch echtl" nämlich die „Bulle" trotz der „Germania", innerlich und äußerlich; die CaplanSzeitung ist aber wegen der doppelten generell und speciell erlittenen Niederlage in sehr gereizter Stimmung; ihre auch für gewöhnlieb nicht gerade feine Ausdrucksweise geht nunmehr auch über die schon weitausgedehnte Grenze des journalistischen Anstandes hinaus. Habeat sibi! die Blamage der Lüge und den Fehler, gegen das eigene Fleisch sich vergangen zu haben, nimmt ihr Niemand ab. Die „Bullengeschichte", wie die „Germania" sie selbst getauft hat, darf im ersten Act als geschlossen betrachtet werden, und dieser erste Actschluß verheißt wenig Gutes
Genauigkeit der der Enckeschen Berechnung Grunde liegenden Beobachtungen. Verschiedene Angaben deuten darauf hin, daß die obige Sonnenferne zu groß angenommen ist; um wie viel sie zu hoch gegriffen ist, das soll nun eben bei den Beobachtungen im nächsten Jahre beftimmt werden. In Sibirien hat Rußland, in Ostindien England großartige Vor bereilungen getroffen. Ob Frankreich die schon vor dem Jahre 1870 gemachten Projekte ausführen wird, darüber verlautet bis jetzt nichts Bestimmtes. Zum erstenmal aber wird die deutsche Marine im Dienste der Astronomie Expeditionen ausführen: auf der Insel Mauritius, auf den Aucklands- und Kerguelen-Inseln, in China, in Persien und wahrscheinlich auch in Nokohama (Japan), werden deutsche Stationen errichtet
Deutsche» Brich.
.. Berlin, 15. Jan. Das gestrige Diner beim Dürsten Bismarck hatte, wie schon erwähnt, Se. kgl kais. Hoheit der Kronprinz mit seiner Gegenwart be- {6rt: an andere Mitglieder des Königlichen Hauses waren Einladungen nicht ergangen, wie hiesige Blatter berichtet hatten. Sämmtliche Minister und Chefs der ReichS-Crntralbehörden waren als Gäste anwesend. — Die Wahlresultate sind nunmehr mit wenigen Aus- nahmen amtlich gemeldet worden. Nach den Berichten find in der preußischen Monarchie gewählt worden: 17 konservative, 18 Freiconservative ind. Mitglieder „er deutschen Reichspartri, 56 Nationallibcrale, 25 Fortschrittspartei, 56 zur Cmtrumspartei gehörig, 11 Polen, 9 sog. Wilde resp. noch keiner Partei zuzu- rechnende; 37 Wahlen sind unentschieden geblieben, Mo zu engerer Wahl gestellt. Es ist hiernach kein Zweifel, daß die reichsfreundliche und liberale Partei wieder die Mehrheit im Reichstage bildet, da zum größeren Theil die Fortschrittspartei der gemäßigten Richtung angchört und in den meisten Abstimmungen mit der Mehrheit gegen die ultramontane und parti- cularistische Richtung sich stellen wird. In den kleineren Staaten hat saft durchgehend die nationalliberale Richtung ein bedeutendes Uebcrgewicht über die anderen erhalten, z. B. auch in Würtemberg, Baden, den sächsischen Herzogthümern u. A. m. DaS Hcr- vortreten der Socialdemocraten bri dieseil Wahlen hat gerade im liberalen Lager vielfach Mißstimmung gegen den allgemeinen direden WahlmovuS hervorgcruscn, welcher verschiedene Parteiorgane AuSdruck geben. Man steht daraus, daß auch in der Politik die Erfahrung eine wirksame Lehrmeisterin ist, denn in Zeiten, wo der Liberalismus sich mehr als jetzt unter die Herrschaft der Doctrin beugte, stand die allgemeine directe Wahl als wesentliche Grundlage einer Musterverfassuug obenan unter den Lehrsätzen, und selbst bei geringer Vorliebe für diese Einrichtung liegt in dem jetzigen Hervortreten der Consequenzen noch kein genügender Grund, vor derselben zuruckzuschreckeu. DaS politische Leben hat dm Kampf und die rege Thätigkeit aller Elemente deS Staatsleben« .zur Voraussetzung der ge deihlichen Entwickelung, und ohne allseitige Anstrengung
für die Autoren.
— 15 Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht in ihrem Tagesbericht das Verhältniß Deutschlands zu Frankreich und hält dasselbe für abhängig davon, wie die französische Regierung sich zum Ultrainonta- nismuS stellt. Wenn sich Frankreich in Unabhängigkeit von der Pricsterpartei behauptet, so wird der Friede mit Deutschland an Aussicht gewinnen, derselbe verliert an Aussicht nur dadurch, daß die französische Politik weltlichen Zwecken des Papstthums sich dienst dar macht, eine Divergenz rein französischer und deutscher politischer Interessen sei nicht vorhanden.
Je näher der Zeitpunkt heranrückt, in welchem das Deutsche Reich ein einheitlich. S Münzsystem er halten und in allen seinen Theilen dieselben Werthzeichen in Umlauf kommen fallen, desto mehr beschleunigt man die Einziehung der älteren, jetzt noch gültigen Münzsorten. Nach dieser Richtung hin be reitet der BundeSrath eine Bekanntmachung vor, welche sehen davon, daß sein, durch seine Prax s erworbenes Vermögen keineswegs hinreichend war, ihm eine pecu- niäre Unabhängigkeit zu sichern, so würde er sich doch auch selbst unter anderen Verhältnissen nie zu diesem Schritte entschlossen haben, denn Walden war begeistert für seinen Berus und entschlossen, in Ausübung des selben zu leben und zu sterben.
Da seine Uebersiedelung nach Bernau nun einmal unabwendbar, so traf Walden mit gewohnter Raschheit deS Handelns auch schon in der Residenz die nöthigen Anstalten dazu. Er engagirte einen Kutscher, kaufte* da sein neuer Wirkungskreis ihm Equipage zum Be- dürsniß machte, Wagen und Pferde, bet das in Grün berg von ihm bewohnte Haus, das erst vor Kurzem sein Eigenthum geworden, zum Verkaufe aus und traf endlich am bestimmten Tage, fammt seinem Faktotum,
diesen Cassen weder in Zahlung noch in Umwechslung angenommen. Die Einwechslung geschieht zu folgenden Sätzen: Kronenthalcr 2 Gld. 42 Kr. oder 1 Thlr. 16 Sgr. 3 Pfg., Speciesthaler 2 Glv. 24 Kr. oder 1 Thlr. 11 Sgr. 1 Psg., 1/2-ConventionSthaler deutschen G.prägeS, 1 Gld. 12 Kr. oder 20 Sgr 6 Pfg, 1/< Con- ventionsthaler 36 Kr. oder 10 Sgr. 2 Pfg Alle übrigen Thcilltücke dieser Münzen werden nach demjenigen Werthe vergütet, zu welchen sie bei den LandeScassen desjenigen Bundesstaates, in dessen Gebiet sie zur Einziehung gelangten, bei der Publikation der zu erlassenden Bekanntmachung angenommen. Selbstverständlich ist eine Berpsiichtung zur Annahme durchlöcherter und anderer als durch Umlauf im Gewicht verringerter oder verfälschter Münzstücke nicht statthaft. Die Zahl der Kronenthaler ist bereits auf ein ziemlich geringe« Maß hinakgefunken. Die bei den kaiserlichen oder Postcassen vom Juli bis September dngelieferten und angesammelten Kronenthaler belaufen sich aus 177,678 Stück, und der Gesammlwerth der bei der baierischen Centralkasse dis Ende August v. I. aufgesammelten, entspricht der Summe von 372,000 Gulden, so daß eine Verkehrstörung durch Einziehung dieser Münzen nicht sein. Auf der kaiserlichen Sternwarte in Straßburg werden junge Astronomen eingeübt, um möglichst genaue Beobachtungen machen zu können.
Auf die Frage: Wozu alle diese Vyrberdtungenj da die Venus sich ja mit einem guten Ferztrohr beobachten lägt?, belehrt uns der Redner, daß bei dem Durchgang im Jahre 1769 verschiedene auffällige Erscheinungen beobachtet wurden, die nunmehr zu konstatiren, eventuell auszuklären sind. Es wurde br- 0(Ruhtet, daß die Gestalt der Venus beim Eintritt in ( die Sonnenscheibe eine Veränderung annahm, beinahe bimförmig wurde; ferner entstand in demselben Augen- blick eine dunkle Brücke zwischen der Sonnenscheibe und dem Rande der Venus. Ist dies nun eine optische Täuschung? Hat die inner« Berührung in dem Augenblicke, da die Brücke beobachtet wird, schon ftalt- gesunden oder nicht? Allerlei derartige Fragen harren ihrer Antwort bei der diesmaligen Beobachtung. Redner glaubt, die letzterwähnte Erscheinung mit der Irradiation erklären zu sollen, wie er mit Hülfe mehrerer im Saale aufgehängter Zeichnungen deS ! Nähern entwickelt ö:,
1 Eine weitere Antwort auf die Frage: Wozu diese Vorbereitungen? liegt in den Schwierigkeiten. welche ■ die genaue Beobachtung eines derartigen Phänomens 1 bietet. Keiner der jetzigen Beobachter hat einen VmuS- 1 Durchgang schon gesehen, und nun solle er, nachdem 1 er seine Sehkraft schon vor dem Eintritte des Ereignisses bedeutend angestrengt hat, um den Moment ■ des Eintrittes sich nicht entwischen zu lassen, alle die verschiedensten Momente zugleich scharf beobachten.
1 Die Beobachtung ist deshalb etwas sehr Aufregendes: : auch das schärfste Auge ermüdet, namentlich bei I Fixirung eines dunklen Gegenstandes auf hellem , Grunde; jeder Augenblick aber, den man dem Auge 1 zum Ausruhen gönnt, kann eine wichtige Erscheinung t mit sich bringen, die wenn sie jetzt nicht beoachtet wird,
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die AußercourSsetzung deS KrouenthalerS deutschen, österreichischen oder brobantrr GeprägeS, sowie der im Zwanzig - Guldenfuß ausgeprägten Convention-- (Species-) Thaler und Thaler - Theilstücke deutschen Ursprungs bezweckt. Der betreffende Entwurf in fünf Paragraphen liegt dem Bundesrathe bereits vor. Danach sollen die eben ansgeführten Münzen nicht ferner als gesetzliche Zahlungsmittel gelten. ES ist vom 1. April 1874 an außer den mit bet Einlösung beauftragten Cassen Niemand verpfiichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. Die im Umlauf befindlichen Kronenthaler, Speciesthaler rc. werden in den Monaten April, Mai und Juni d. I an den durch die Landes-Centralbehörden zu bezeichnenden Cassen derjenigen Bundesstaaten, welche diese Münzen geprägt haben, bezw in deren Gebiet dieselben als gesetzliche- Zahlungsmittel gelten, für Rechnung des Deutseve» Reiches sowohl in Zahlung genommen, als auch gegen Reich--, bezw. Laude-münzen umgewechselt. Nach dem 30. Juni 1874 werden derartige Münzen auch von
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