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Nothwcndigkeit versetzen werden, derselben eine direkte Mittheilung dessen zu rnachm, welches sie besser aus Ihrem Munde, als aus dem meinigen ersährt. Eine solche direkte Mittheilung würde ich aber nicht unter- lasien, wenn Sie mit dem Bekenntnisse'zögern würben, welches ich von Ihnen zu fordern ein Recht habe.
Walden."
nuar zusagt, diese Mittheilung zur Kenntniß der kaiser« ichen Regierung zu bringen.
Frankfurt, 14. Jan. Da- Comite des Frank« ürter Wahlvereins veröffentlicht eben eine Erklärung, wonach Dr. Lasker in Frankfurt annehmen wird, wenn er hier bei der auf dm 17. d. angesetzten Stichwahl die Majorität erhält.
Dre-den, 8. Jan. Die „Dresdener Nachrichten“ berichten: Wir erfahren erst jetzt, daß Se. Majestät der König grade heute vor acht Tagen in den ersten Nachmittagsstunden im großm Garten, wo er bekanntlich um jene Tageszeit oft zu promeniren pflegt, von einem geisteskranken hiesigm Schirmmacher angesprochen und durch die Frage behelligt worden ist, weßhalb er nicht ablasie, ihn zu verfolgen. Der Geisteskranke, welcher von der fixen Idee geplagt wird, daß der König ihn hasse, verfolge und an seiner Selbstständigmachung hinderlich sei, ist am andern Tage auf Anordnung der Polizei ärztlich explorirt und vorläufig im hiesigen Krankenhause untergebracht worden. ES ist derselbe Mensch, der bereit- im März 1868 einmal ebenfalls im große« Garten eine Art Attentat auf Se. Majestät den König, damals noch Kronprinz, dadurch sich schuldig gemacht haben soll, daß er eine nur mit Pulver geladene Pistole von Weitem mehrmals auf den Prinzen gerichtet hatte. Auch damals trat fehlt geistige Gestörtheit bereits klar zu Tage und wurde er deßhalb einige, Jahre auf dem Sonnenstein untergebracht. Der Unglückliche, sonst ein höchst solider und fleißiger Mensch, ist der uneheliche Sohn einer Gärtner-tochter und eine- abeligen HauplmannS. ,
Dessau, 10. Jan. Der Stand unserer Finanzm wird bei Gelegenheft der Budgetdebatten zwar noch als ein sehr günstiger hingestellt, namentlich nachdem es dem Lande möglich geworden, die Staatsschuld zu tilgen und durch Gewährung von Dotationen an die Kreise zusammen 5,400,000 Thlr. zu verausgaben, ohne die Steuerkrast des Landes besonders in Anspruch zu nehmen Doch weist Staatsminister v. Sä« risch auf diese Nolhwendigkeit hin, sofern die Einnahmen aus dem Salzwerke Leopoldshall sich noch weiter vermindern sollten. Diese haben im Jahre i 1873 einen R ingewinn von 520,000 Thlr. gegen : den erhofften Satz von 1,200,000 Thlr. ergeben. — i Den Werth des gejammten landesfiskalischen Domäniill- > besitzes schätzt die Finanzcommission auf 24 Millionen
Wohl hatte, eS ist wahr, Waldens Herz sich bei dem Lesen jene« Briefes, der ihn den an ihm be gangenen Verrath enthüllte, mit Bitterkeit gegen Sie Urheberin desselben erfüllt, und ein Fluch, eine Der wünschung gegen dab Weib, welches ihn in so un würdiger Weise um das höchste Glück seines ScbenS betrogen und einen so bitteren Schmerz in seine Seele geworfen, schwebte einen Moment auf seinen Lippen Als er jedoch die Sache mit kälterem Blute Überlegte, da begriff er die Verirrung dieser stolzen, begabten und energischen, aber durch die gemeinschaftliche Einwirkung einer verkehrten Erziehung, einer bitteren Jugendtiuschung ttnv einer jeden Harmonie entbehrenden Ede im kältesten Egoismus verknöcherten Natur, uns „Alles begreifen,“ sagt Wilhelm von Humboldt, edensowahr als schön, „heißt Alles verzeihen.“ Außerdem flößte thm der Muth, mit welrem sie ihr Unrecht durch em offenes Bekenntmß zu sühnen versucht, Achtung ein. Zuletzt mußte er anerkennen, daß er ihr für ihre Mittheilung zum Danke verpflichtet fei. Der Glaube an eine reine und edle Weiblichkeit ist jedem Manne ein Bedürsniß und nicht ohne einen
das Ideal aller Weiblichkeit erschienen, zurückgegeben und ihm dadurch einen großen Dienst geleistet.
Früher hatte er jede Erinnerung an seine Jugendgeliebte geflohen, und jetzt sand er ein wehmüchige- Vergnügen darin, sich ihr Bild immer und immer wieder in das Gedächtniß zurückzurufen, sich jeden Moment ihres früheren so beglückenden Beisammenseins zu vergegenwärtigen. Auch ihre Briese, die früher fein größter Schatz, feit Jahren im untersted Winkel eines alten, von ihm längst nicht mehr benutzten Reisekoffers moderten, holte er hervor und laste immer und immer wieder, uud Frau Miedel bemerkte zu ihrem Erstaunen, daß der Herr Doctor seit einiger Zeil am kleinen Finger der linken Hand einen Ring trug, den sie früher nie an ihm bemerkt; e« war der Ring, den er einst Mathilde geschenkt, den diese Jahre lang getragen und eben dadurch für ihn geheiligt hatte. Seit Walden denselben durch Frau von Hußiar zurückerhalten, hatte er ihn nicht mehr angesehen, jetzt aber konnte er eS sich nicht versagen, denselben an den Finger zu stecken.
In diese wehmüthigen Rückerinnerungen, bitten Waloen sich jetzt ohne Rückhalt überließ, mischte sich oit eine Wallung der Siliert tt, wenn er daran dachte, wie glücklich er in Mathildens Besitze hätte sein können, und durch welchen niedrigen Verrath er um dieses Glück betrogen worden. Immerhin aber ist ein vpn fremder oder gleichgültiger Hand un« zugefügler Ber-
Geburtstagen oder ähnlichen Gelegenheiten zu vermei i den seien, obgleich man nicht verkenne, daß im All- 1 gemeinen die darin sich bekundende freundliche Be j iehung zwischen Lehrern und Schülern im Jntereffe der Schule liege.
— Bezüglich der von der „Köln. Ztg.“ zuerst mitgetheilten päpstlichen Constitution behauptet die „Germania", das Aktenstück sei von einem Fälscher versaßt, der von der deutschen Gesandtschaft in Rom mit 10,000 Franc- für die Entwendung de» Bulle bestochen worden fei, die wirkliche Bulle aber nicht habe erlangen können und deshalb die Fälschung an gefertigt habe, um des Lohnes nicht verlustig zu gehen. Sie druckt die bezüglichen Nachrichten aus dem Briefe eines ihrer „römischen Freunde“ stb, der ihr schon vor einigen Wochen über dm Vorgang gemeldet habe. Dieser römische Freund erzählt, wie der Bestochme seine gefälschte Bulle verfaßt habe, auf Grundlage der unter ähnlichen Verhältnissen seiner Zeit von PiuS VL erlassenen Bulle, während dagegen der bisher noch geheim gehaltenen echten Bulle nicht jene von Pius VI., sondern eine von PiuS VIL zu Grunde liege. Und da die Gesandtschast ein von der eigenm Hand des SecretärS der Breven, Msgr. Mercurelli, selbst geschriebenes Original verlangt habe, so habe der Fälscher sich in den Besitz der Handschrift de« Msgr. Mercurelli zu setzen gesucht, um dieselbe nachzuahmen. (Bergt, nachstehenden Artikel.) vv.. •„ .i
— 13. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg.“ erklärt, durch eingehende Nachrichten werde der Glaube an die Aechtheft deS von der „Köln. Ztg.“ veröffent» lichten ActenstückeS soweit bestätigt, daß sie »von der Authenticität überzeugt sei. „Wir hoffen aber balo in der Lage zu sein, volle Bestimmtheit darüber geben zu können.“ Die „Nordd. Allg. Ztg “ macht fit anheischig, an dem Tage, an welchem die „Germania“ den Nachweis beibringt, daß die deutsche Gesandtschaft in Rom irgend welche Summe zum Zwecke der Er i langung der päpstlichen Novelle über die Papstwahl i an irgend wen gezahlt habe, eine gleich große Summe > al- Beitrag zum PeterS-Pfennig an den Caplan Ma l junke zu entrichten. — Ferner veröffentlicht die i „Nordd. Allg Ztg.“ einen Schriftwechsel zwischen dem i spanischen Minister Sagasta, der untern 5. Januar •. die Einsetzung der neuen Regierung anzeigt, und dem i deutschen Gesandten in Madrid, welcher unterm 7 Ja-
DeutscheS Keich. 1
.. Berlin, 13. Jan. Die „Germania“ quält i a* ferner mit der Beweisführung ab, daß bte von । ber Köln. Ztg.“ veröffentlichte päpstliche Bulle nicht , L Ate sei wagt es jedoch nicht, auf den wesentlichen Inhalt einzugehm, noch weniger, dessen Richtigkeit zu Mimten* ihre Arzumenttrung steht überhaupt auf
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kline überzeugende Sicherheit zur Schau getragen zu haben* und bemühet sich, die Aufmerksamkett von der ^auvtfache weg auf irrelevante Nebenpunkte zu lenken; Beweis genug, daß ihr selbst bei der Sache der sichere Grund und Boden fehlt, den sie auch nur durch Ver- bffentlidmng deS richtigen Aktenstücks gewinnen könnte. Bis dahin werden ihre Gegenreden keinen Eindruck machen. — Unsere Mittheilungen über bett Verlauf der kirchenpolitischen Ergänzungsvorlagen beS CultuS- minister« können wir nunmehr mit bet Melbung vervollständigen, daß die kommissarischen Berathungen ihren Abschluß gefunden haben. Dem in Folge derselben zu einem Ganzen verschmolzenen Entwurf hat ba« Staatsministerium seine Zustimmung gegeben und wird nunmehr die Allerhöchste Ermächtigung zur Einbringung in den Landtag erwartet. Durch eine »eitere Borlage be« CultuSministerS wirb bie Verwaltung ber ttirbigten geistlichen Stellen im Allgemeinen, nicht bloß die der erledigten Bischofssitze gesetzlich geordnet. — Ein Cirmlar - Erlaß des Ministers des Innern hat die Regierungs-Präsidenten angewiesen, zur Erleichterung der Amtsvorsteher für die Polizei-Verwaltung eine vollständige und übersichtliche Sammlung der geltenden landespolizeilichen Vorschriften ausarbei- ten zu lassen. Auch sollen die AmtSvorsteher mit geeigneter Anleitung und Instruction zur Einrichtung ihrer Büreauverwaltung und de« Geschäftsgangs ber sehen werden. -* In Veranlassung be« Antrags einer Universität auf Abänderung be« Rectoreides hat der CultuSrninister in Erinnerung gebracht, daß durch die Allerhöchste Verordnung vom 6. Mai 1867 eine für die Ableistung de« Diensteide« generell gültige Form vorgeschrieben worden ist unter Aufhebung ber bis dahin eingeführt gewesenen abweichenden Formen des Diensteide«. — Die Regierung zu CöSlin, Abtheilung für Schulangelegenheften, hat die Schulbehörden ihres Bezirk« in Kenntniß gesetzt, daß Veranstaltungen von Geldsammlungen unter den Schulkindern zur Beschaffung von Geschenken für die Lehrer in Anlaß von
U«8 dem Lebe«.
Driginal-Rovelle von Rudolph Mül den er.
' (Fortsetzung.)
Während be« ganzen Tage« war Walben nicht sichtbar; ober am anderen Morgen ging er ruhig seinen Geschäft« nach und man bemerkte keine andere Veränderung an ihm, al« eine saft elegische Weiche und Milde in seinem Wesen.
Drei Tage später schrieb et an Frau von Hußiar folgenbe Antwort:
„Gnädige Frau!
„Sie fordern meine Verzeihung für das Unrecht, welche« Sie an mir begangen. Ich verzeihe Jhnm ausrichtigm Herzen« und wünsche Ihnen für Ihr künftige« Leben alle« Gute. So sehr Ihre Mittheilung mich erschütterte, so fühle ich doch, daß ich Ihnen für dieselbe danken muß. Sie haben mich dadurch in den Stand gesetzt, Ihre Schwester, deren jetzt von jedem Flecken gereinigte« Bild immerbar tn meinem Herzen leben wird, wenigstens im Geiste um Verzeihung zu bitten ob de« Unrechts, welches ich ihr in meinen Gedanken zugefügt“.
Aber eins fordere, verlange ich von Ihnen; — ich fordere, daß Sie Ihr Bekenntniß gegen Ihre Schwester wiederholen, damit ich in bereit Augen eben so gerechtfertigt dastehe, wie sie e« in den mei nigen ist“. „ ,
„Sie werden selbst fühlm, daß Sie dteS mir, Ihrer Schwester und sich selbst schuldig find. — Die Sühne, von welcher Sie sprechen, würde unvoll« ständig sein, ohne das Geständniß, welche« ich von Ihnen fordere“.
„Ich nehme an, daß Sie, nachdem Sie den Muth bitteren Schmerz sieht er diesen Glauben zerstört und gefunden, mir ein Geständniß zu machen, für welche« da« Götterbild, dem er in seinem Herzen einen Altar ich Sie aufrichtig segne, den gleichen Muth jihrer errichtet, zertrümmert und in den Staub getreten Schwester gegenüber haben und mich nicht in die Frau von Hußiar hatte Walden durch ihr Geständniß Nothwendigkeit versetzen werden, derselben eine direkte den Glauben an Mathilde, die ihm früher fast al«