1873
Zllarburg, Donnerstag, den 20. November
Ur. 273
t
!? Oterhessische Zeitung
n
re ii
Id,
finden
s Deutsches Strich.
Jubiläums der Abtrennung unseres Landes von Däne-
dcm
//
mit
D
U.
eh.
a r
für wie
m dir >ß di« iiietei
acht- und Nan-
, den t Erbeut- d zum
iller-
2ö35
leces- nzer- ums, irief- S- u. chen, e rc., ueste
innig;
iertel-
S mit
roße« eiteste Pekit- Sgr.
durch Th.
ank-
Ein Schrei.
Novelle von Edmund Hoefer.
(Fortsetzung.)
Da endlich versucht er es noch einmal mit einem Nigger, der von unsrem Hafen, der Teufel weiß, wie, Kunde erhalten hat. Ich kann mir noch heut' keine andere Weise dmken, als daß er mit einem andern Burschen zusammengerathen, der uns vor einiger Zeit einmal in Puerto dello entlaufen war und den wir erst nach ein paar Tagen wieder ergriffen. Kurz, der Bursch findet einen Weg — wie und wo habe ich eie erfahren er gelangt zu Teresa und bringt ihr Kunde. Sie will nichlS davon hören, aber sie layt Hn zurückgehen, ohne uns Etwas zu entdecken. Mich liebte sie nicht mehr. Rach dem Tode deS Kindes tot, wie ich eS ja auch gespürt, der Rausch vorbei Im liebsten wäre sie jetzt fort gewesen. -- Er kommt pnn zweiten, zum dritten Mal. Dabei verspätet er stch — vor dm Augen Lionel'», der ihn freilich bisher noch nicht erblickt, will er entschlüpfen. Das schlaue und doch besorgte Weib ergreift die Partie, ihn selbst dem Alten zu zeigen, um ihn so loS zu werden , wie eS ihr auch gelingt. —
„Als der Boote, der einen drängenden Bries des Conde gebracht, diesmal ganz ausbleibt, versucht der brllkühne Mann daS letzte Mittel. Er bereitet selbst die Abfahrt deS Schiffes aus, um Spione von uns aufmerksam zu machen. Es gelingt, er wird von unS aufgebracht; er schleicht keck zu unS an Bord. Er stqt sie — ste will nichts von ihm wiffen; ab» sie
en
!lus- kerei
langweilt sich bei mir — ste will fort — ste hat ein sehnsüchtig Herz — die Liebe und die Verachtung jeder Gefahr rührt sie bei dem Mann — sie spricht mit ihm — sie gibt nach. — Schlau machen sie den Plan, mich erst sicher werden zu lasten, drm Conde eine Autorität mir gegenüber zu verschaffen; dann wollen sie fliehm.
„Seht ihr", schloß er diese gedrängte, erst zuletzt lebhafter vorgebrachte Mittheilung, „so erzählte mir nicht die Dirne, sondern so combinirte ichö mir aus all' ihrem Heulen und Schwatzen. Mir däucht, eS war nicht schwer, das Richtige zu treffen; und wo ich mir selbst etwas zusammengereimt, was nicht richtig — was that das? Die Hauptsache blieb'richtig.
„Als ich das wußte, ließ ich sie liegen, wo sie lag, und ging auf Deck; wir waren bereits in der Schlucht, aber als wir hinauSkamen, «ar eS schon zu dunkel, als daß wir hätten wagen können, noch heute die Klippen zu passiren. Wie ich die Nacht zubrachte, kann ich nicht sagen; ich glühte in einem Fieber, in einer Wuth. Und die Mannschaft sah das — es kam mir Niemand in den Weg. Scheu wandten die Posten sich ab, wenn ich in jener Nacht an ihnm vorüberlief; denn ich rannte rastlos umher. — Ich weiß nicht, bin ich anders als Andere — oder hat ein Anderer nie so unmenschlich geliebt wie ich? — Dann konnte freilich auch Niemand je einen solchen Haß, einen solchen Rachedurst in sich tragen.
„Der Morgen kam indesten, wir traten in die Klippen und kamen durch, und bann faßte unS der
■ffrfAfint t äalich außer den Werktagen nach Eonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Kochsche Buchdruckerei) bezogen 22i Sgr., durch die Postämter 27 Sar. «excl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. - Jnsertwnsgebühr für die gespaltene Zelle 1 Sgr. - + Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2j Sgr. berechnet. — Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.
Berlin, 18. Nvv. Die Darlegung, welche der ssinanzminister Camphausen bei Ueberreichung der Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Mres 1872 und des Staatshaushaltsetats für das Zahr 1874 über die preußische Finanzlage vor dem Landtage gemacht hat, wird nicht verfehlen, überall das «Sßte Aufsehen zu machen. ES ist eine mit Recht eom Minister beispiellos genannte Lage, daß ein Staat mit verhältnißmäßig dürftiger Ausstattung seilens der Natur wie der preußische, nach zwei gewaltigen Kriegen stch im Stande sieht, nicht nur im ausgiebigsten Maße für alle Cultur- und Wohlftandszwecke bedeutende Mittel aufzuwenden, sondern auch aus wahrhaft un erhörten Ueberschüsfen seine Schulden in großem Um fange abzubürden. Hat die französische Kriegscontri- bution zu diesem erfreulichen Resultate unserer Finanz wirthschaft einen wesentlichen Theil beigetragen, so ist daS Beste daran doch, daß efl in erster Linie der Fleiß der preußischen Staatsbürger und die durch den erhöhten Unternehmungsgeist derselben in glücklicher StaatSlage geförderten natürlichen HülfSquellen des Staates find, auf welchen diese Blüthe unserer Finanzen ruht. Auch soll dem Finanzminister nicht sein 93er- dienst geschmälert werden, dessen umsichtige Verwaltung diel dazu beigetragen hat und beiträgt, daß die un serem Staate wieder einmal reicher fließenden Mittel trotz ausgiebiger Verwendung für lange vernachlässigte ober nicht gebührend gepflegte Zwecke doch zusammen gehalten werden. Die deshalb von Herrn Camphausen geübte Vorsicht, welche in Anbetracht dessen, daß auf den heutigen Ueberfluß auch wieder einmal eine Zeit der Noth kommen wird, auf die Nachhaltigkeit der Staatseinnahmen Bedacht nimmt und die außerordent- lichen Mittel auch für außerordentliche Zwecke Der wendet, verdient alles Lob. Während der diesjährige Etat eine außerordentliche Schuldentilgung vorzugsweise in's Auge gefaßt hat, ist nunmehr die Befriedi- gmtg außerordentlicher Bedürfnisse in produktiven Anlagen eingeleitet, wobei der Natur der Sache nach da« Handelsministerium denLöwenantheilsfür Straßen, Kanal- und Eisenbahnbauten) davon getragen hat. ES wird das als unserer wirthschaftlichen Zukunft zu
können. — Der „St.-A." veröffentlicht ein neues Regulativ für die Prüfung der Thierärzte, welche das Fähigkeits-Zeugniß zur Anstellung als Kreis- ober Departements-Thierarzt beabsichtigen. ’ Das neue Regulativ tritt mit dem 1. Januar nächsten Jahres in Kraft.
Erfurt, 14. Nov Der erste katholische Geistliche Hierselbst, der Probst zu St. Marien (Domkirche) und Director des hiesigen bischöflich geistlichen Gerichts, Hurke, der erst kürzlich zur Feier seines 50jährigen Priesterjubiläums mit dem Rothen Adlerorden geehrt war, ein allgemein geachteter Mann, ist am 11. Nov. Abends plötzlich gestorben; wie es heißt, soll derselbe sich erschossen haben. Einem weiteren Gerüchte zufolge soll wiederholter Tadel von Seiten seiner Oberen der Grund gewesen sein. Den eifrigen Katholiken war er öfters nicht entschieden genug. Unsere Stadt befindet stch begreiflicherweise in großer Aufregung darüber.
Oldenburg, 15. Nov. Die Landessynod^üt nach zwölftägiger Sitzung heute geschlossen worben. Von ben Geschäften, welche sie erlebigt hat, mögen als bie wichtigsten folgende hervorgehoben werden. Der Oberkirchenrath hat eine Verlängerung der Synodalperiode von 3 auf 6 Jahre und daneben die Errichtung eines ständigen Synodalausschusses beantragt. Beides wurde abgelehnt. Ein aus der Synode, und zwar aus der Mitte der ihr angehörigen Pfarrer, gestellter Antrag auf Abänderung der Verfassung geht dahin, daß, wo es sich in der Synode um Besteuerung der Gemeinden und um Bewilligung von Ausgaben handele, die als Geistliche gewählten Mitglieder derselben, nur berathende, keine beschließende Stimme haben sollen, wurde mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Zugleich wurde ein anderer Antrag angenommen, daß der Oberkirchenrath auf Erhöhung des Staatszuschusses und Befreiung von den bisher daran 'ge
bet ge- ailer, [1803
wer« w.
Gute kommend nur mit Befriedigung wahrgenommen werden. — ES werden jetzt versuchsweise Wagen für Eisenbahnen gebaut, welche bestimmt sind, bei Eisenbahn-Unfällen die ersten Hülfsmittel zur Wieder- . . .. _
Herstellung eines berangirten ober entgleisten Eisen- knüpften Beschränkungen des VerfügmigsrechtS der dahnzugeS darzubieten und zur Aufnahme und Trans- Synode htnwirken möge. Endlich wurde noch eine portirung der etwa Verunglückten oder Verwundeten Adresse an Se. köntgl. Hoheit den Großherzog be-
:t 8rün.
heuten jU: >lr pr. t Von [2613
'»geeifert,
mark und des Regierungsantritts unseres jetzigen Fürstenhauses, den 14. k. M., überreicht werden soll.
Dre-den, 17. Nov. Vom „Dresdner Journal" wird amtlich gemeldet, daß der Deutsche Kaiser den Prinzen Georg von Sachsen zum commandirenden General des zwölften Armeecorps ernannt habe, welches der Prinz im französischen Kriege bereits interimistisch commaudirte.
Stuttgart, 18. Nov. Der „Schw. Merkur" berichtet aus Norddeutschland, daß das Projeci einer Erhöhung der Tabakssteuer Seitens der Reichsregierung definitiv aufgegeben und dafür eine anderweitige Steuervertheilung (nach der Gewichtsmenge des Er« trage statt wie bisher nach der bepflanzten Grundfläche) vorgeschlagen sei.
München, 16. Nov. Mit der nach Vorschlag der Regierung durch die Bewilligung von classtftcirten Servisgeldern zu bewirkenden Gehalts-Ausbesserung der Beamten ist man dem Vernehmen nach in Abge- otbnetentreifen nicht ganz einverstanden, neigt sich vielmehr einer procentualen Erhöhung des Einkommens zu, deren Annahme auch gesichert sein dürste. Referent Abg. Frankenburger wird am Dienstag im Finanz- Ausschuß über die für und gegen sprechenden Momente Bericht erstatten. — Zu dem im Budget eingestellten Haupt Etat der bayerischen Militärverwaltung mit 20172,110 fl., welcher als der im Reichs Etat für das bayerische Kontingent ausgeworfene Betrag nur als durchlaufender Posten erscheint, wird nach bestimmtester Versicherung vom Kriegsminister noch bie Summa von 15,000,000 fl. als außerordentlicher Crebit zur Vervollstätibigung von Militär Requisiten und zur Anschaffung von neuen Geschützen verlangt.
Straßburg, 18. Nov. Die „Straßburger Zeitung" meldet, baff bem Bnndesrathe eine Vorlage ves Reichskanzlers zugegangen sei, wonach nunmehr das vom Bundesrath erlassene Wahlreglement für bie Reichstagswahlen im elsaß lothringischen Gesetzblatte veröffentlicht werden soll. — Es bestätigt sich, daß der vor kaum einem halben Jahre in Folge gutgemeinter Familienrücksichten von hier nach Nancy über- gesiedelte frühere Chefredacteur des (alten) „Niederrh. Cur.", bann Depnlirter, zeitweilig auch Maire von Straßburg, Hr. Carl Börsch, in aller Stille hierher zurückgekehrt ist, um für immer bei uns zu bleiben. Es dürften allmählich noch zahlreiche ähnliche Rückwanderungen erfolgen. — Aus einem Nachweise über bie Frequenz der mittleren Lehranstalten, der öffent-
Südostpassat und jagte un« dahin, daß sich bie Stengen bogen wie Peitschenstiele, unb die Masten ächzten und das Schiff stöhnte vor dem Segeldruck. Aber eS war, als ob der Schooner wiffe, waö eS galt, al» wolle er mir, der ich so lange sein Herr gewesen, gehorsam sein bis ans Ende. ES ging, es gab keinen Schaden, unb bie Mannschckft war rüstig von früh bis spät, Niemand sagte ein Wort. Nur der Zimmermann sah zuweilen mit wahrer Herzensangst hinauf zu feinen Stengen und Raaen. '
„Nach achtundvierzigstündiger Fahrt waren wir schon auf unserem gewöhnlichen — Jagdgrunde, wo auch die Teresa jetzt zu finden sein sollte. Allein eS verging ein Tag und noch einer und noch einer, ohne daß wir sie gefunden. Auf hundert Meilen hin schossen wir durch die See; eS war keine Welle dort, sag' ich Euch, bie uns nicht gestreift; es trieb weder ein Kraut noch ein Stück Holz in der See, das wir nicht gesehen. Ich brauchte keinen Mann zum Spähen in die Höhe zu schicken; Nacht und Tag hingen ein paar freiwillig droben auf der Wacht unb ließen sich kein Segel entgehen, unb wär’« so klein gewesen, wie bet Fittig einer Möve. Es mochte sich waö von meinem Vorhaben, von bem Zweck unseres Fluges unter ben Leuten verbreitet haben. Hatte Juno geplaudert? Hatte ich selbst rin Wort ausgestoßen, das ihnen auf die Spur half? Wie kommt so Etwas überhaupt aus? — Das kann Niemand sagen. Aber eS war heraus, unb bie Leute zeigten sich finster unb entschlossen, beim bet Zwist mit der Mannschaft der
zu bienen. Ein solcher Wagen wirb mit einem Krahn schlossen, bie am Tage der Feier des hundertjährigen versehen, um schwere Lasten heben zu können, wenn daS Geleise frei zu machen oder Wagen in dasselbe wieder hinein zu schaffen sein sollten. Alle bei Unglücksfällen nöthigen HangwerkSzeuge, sogar eine Feldschmiede, befinden sich in demselben, sowie ein Koups zur Unterbringung beschädigter Personen. Dieses hat zu beiden Seiten 3 Fenster, ist mit langen Bänken versehen und enthält bie nothwen- bigen Kiffen und Matratzen, um für eine Anzahl von Personen bie erforberlichen Lagerstätten bereiten zu