Einzelbild herunterladen
 

hoch, INv' >591

bet 34 zu

Ne­bel ge- >90

n

?au« berg. Lhr. >552

cEtu ienen Solle, clleo

»

2.

Zeit rzt.

ris. dir

).

Ma. n, in letfit iltas wird orS >eren itär- mit Lit >edi- ank- 563

>ast tun« und be-

von 'flirt 574

aden

u».

INg t so- ogen 571

6t

mzc

V-

ige- irr, 303

,.r

Kr« 271 Marburg, Dienstag, den 18. November. 1878.

Oterhessische Zeitung.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 221 Sgr., durch die Postämter 27 Sflt. lexcl. Bestellgebühr und incl. Stempelsteuer), für das Ausland excl. Stempel 22 Sgr. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 1 Sgr.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 2j Sgr. berechnet. Sämmtliche Annoncen-Büreaus nehmen Inserate an.

ein spanisch-amerikanischer Konflikt.

Die äußere Politik der Vereinigten Staaten, von Nordamerika erhält ihre Richtschnur hauptsächlich durch die Monroedoctrin, d. i. die Lehre von der politischen Nolhwrndigkeit deS Anschlusses deS ganzen nordameri- kanijchm Kontinentes und der zugehörigen Inselgruppen an die Union. Nach Maßgabe dieses Grundsatzes haben die Herren Iankees bereits die bessere Hälfte deS ErdtheileS acquirirt, auch das ehemalige russische Nordamerika sich vom Czaren abtreten lassen. Es restiren nun noch die britischen Besitzungen, ferner das sogenannte Central-Amerika mit Mexico und die den Golf von Mexico und das caraibische Meer im Osten einrahmenden Bahama - Inseln und die großen und die kleinen Antillen, deren Herren theils die Engländer, theilS die 'Holländer, Dänen, Schweden, Franzosen, Spanier und Russen sind.

Selbstverständlich wartet die Unionspolitik immer nur paffende Gelegenheiten ab, um.der Monroedoctrin Genüge zu leisten.

Die Staatsmänner von Washington haben nun seit Langem schon ihre begehrlichen Blicke aus die unter spanischer Herrschaft stehende Insel Cuba ge­worfen, welche, als die größte und fruchtbarste jener Znselreihen, auch diePerle der Antillen" genannt wird. Auf einen Verkauf derselben ließ sich aber Spanien nicht ein, und einen handgreiflichen Anlaß zur gewaltsamen Erwerbung derselben fand man beim besten Willen lange Zeit nicht. Erst nach Beilegung des großen vierjährigen Bürgerkrieges (1865), welcher die Union zu zerfleischen drohte, und nach Aufhebung der Sclaverci für das ganze Gebiet der Vereinigten Staaten schienen sich die Aussichten bezüglich der Er­werbung jener 2000 Quadratmeilen großen und 11/2 Millionen zählenden Insel, deren hauptstädtischer Hafen mehr denn 1000 der größten Schiffe zu fassen vermag, allmählich beffern zu wollen. Die Union schrieb jetzt auf ihr Panier dieGleichheit Aller", der Schwarzen und der Weißen, und machte es sich zur Aufgabe, diesem Principe, so weit sie konnte, Geltung zu ver- ichaffen. Sie forderte auch die königlich spanische Regierung zu wiederholten Malen auf, die Sklaverei auf ihren westindischen Inseln (Cuba und Portorico) abstellen zu wollen. Die Madrider Staatsmänner

Ei« Schrei.

Novelle von Edmund Hoefer.

(Fortsetzung.)

Ja, Knabe, ja," fuhr er fort und stürzte sein Glas aus und reichte die leere Flasche dem Wirth zu, «er längst ermuntert bei uns saß und mit zuhörte und str sein Theil auf die Lampe Acht gab, daß sie hell brannteja, Knabe, das dort ist daS Land, «ichte man sagen, das ist die S e e, das der H i m m e l, anb so denke ich mir, muß eS gewesen sein dazumal, ilS der Herrgott Alles fertig hatte und am sechsten Tage Alles ansah, waS er gemacht hatte, und stehe do, eS war sehr gut!"

sSo, Knabe, so ist'S! Ihr kennt das nicht, Ihr habt hier weder Land, noch Meer, noch Himmel! TinhshauS, bist Du da? Gib die Flasche her! Füll' Dir auch ein Glas, sollst mit unS anstoßen auf das 8anb! Es ist'S werth! Und waS der Mensch auch «filiert, und was ihm auch die Erinnerung trübt 8>o er in solchem Sonnenlande lebte und unter solchem Himmelsblau, in solcher Gluth, in solchem Glanz, in wlchem Seelcnjubel das behält er sein Lebenlang «nb vergißt eS nimmermehr. Stoßt an, Jungen, stoßt «>! Wcstindien lebe! Dreimal drei hurrah!"

Er sprang auf, das Auge blitzte und die Stirne glatt, die ganze Gestalt wie von Lust und Kraft Phöben und gestrafft, die eine Faust lag fest auf dem ^>sch, die andere hielt uns das Glas entgegen. Und

sein kraftvolles Hurrah verklungen war, blieb er ^4 einen Augenblick so stehen und sagte:Ja, siungen, Gott verdamme mich, dort ist's werth zu «itn und zu sterben. Und wenn nicht dies wäre und so wär' kein Ort in der Welt, wo ich lieber ^kine Gebeine zur Ruh' strecken möchte, als dort. :Seht an," fuhr er fort und setzte sich wieder, f»ich bin kein Büchermacher und weiß nur zu reden

leisteten aber keine Folge, einmal aus, durch jene schroffe Aufforderung beleidigtem, Nationalstolz, und dann auS sogenannten Billigkeitsrücksichten gegen die cubanischen und portoricanischen Plantagenbesitzer, welche durch eine sofortige Freilassung der Sclaven um den größten Theil ihres Besitzes gekommen wären. Cuba allein hat etwa 260,000 Sclaven.

Diese Widerhaarigkeit Spaniens gab der Union die gewünschte Gelegenheit, einen Schritt weiter thun zu können. Sie sandte geheime Emissäre und Waffen nach der Insel und ließ einen Sclavenaufstand organi- siren, was um so leichter war, als die cubanischen Plantagenarbeiter bereits von den Ideen der Eman- cipation ergriffen waren. Die rebellischenkNeger zogen sich in die Berge und Wälder zurück und unterhalten nun schon seit einer Reihe von Jahren eine Rebellion, an deren vollständige Unterdrückung heute noch immer nicht zu denken ist. Die Spanier organistrten Frei­willigenregimenter, die den aussichtslosen Kampf zu führen haben.

Zur Zeit der Regierung des Königs Amadeo ließen die Vereinigten Staaten eine neue Aufforderung nach Madrid ergehen, aber diesmal in einer Form, welche eS außer Zweifel stellte, daß die Union jetzt direct ein greifen und zur Annexion schreiten wolle. Diese Droh­note, welche den Verlust Cubas in nahe Aussicht stellte, der immer weiter um sich greifende carlistische Auf­stand, die Zwistigkeiten der Parteien in der Kammer diese drei Umstände waren es, die den König da mals zur Abdankung zwangen.

Run entstand die Republik in Spanien. Da, mit einem Male, schien die Union andere Saiten ausziehen zu wollen, sei es nun, weil man in Washington hoffte, die republikanische Regierung werde sich bald zu einer käuflichen Abtretung der Insel verstehen, oder weil man glaubte, der republikanische Anstand erfordere es, dem neugeborenenFreistaate" nicht schon in den ersten Tagen seines Lebens Verlegenheiten zu bereiten. Die Herren Amerikaner beruhigten sich äußerlich mit dem Beschlüsse der spanischen CorteS, die Sclaverei auf den westindischen Inseln solle successive aufgehoben werden. Die Union war außerdem die erste Macht, welche die spanische Republik begrüßte und anerkannte und mit ihr in ordentliche diplomatische Verbindung trat. Der

Unbefangene mußte diese Freundschaftsbezeigungen für aufrichtig und die kubanische Frage für beseitigt halten.

Der Aufstand dauerte aber trotzdem fort, und vor wenigen Tagen kam die überraschende Nachricht, daß der spanische DampferTornado" in den Gewässern der Cuba benachbarten Insel Jamaica das amerikanische FlibustierschiffVirginiuS" gekapert, und daß man in demselben gegen 170 Individuen gefangen habe, von denen einige eine bedeutende Rolle in der cubanischen Insurrektion gespielt haben sollen. Man hat nun noch nicht erfahren, ob diese Gesellschaft sich auf der Flucht befand, oder ob sie im Begriffe war, die Aufständischen mit Zufuhr an Mannschaften und Waffen zu versehen., So viel aber weiß man, daß diePiraten" Pferde Waffen und Lebensmittel über Bord warfen, als sie ergriffen werden sollten. Dieselben wurden nun sofort vor ein spanisches Kriegsgericht in Havanna, der Haupt­stadt Cubas, gestellt, und sechs Mann davon wurden nach wenigen Tagen schon standrechtlich erschaffen. Die Nachricht dieses Vorfalls verursachte eine außerordent­liche Erregung in der unionistischen Hauptstadt, man verstärkte sofort das amerikanische Kriegsgeschwader in den cubanischen Gewässern, und der Ministerrath for­derte sofortige Genugthuung von der Madrider Regie­rung für jenen,der Humanität, der Civilisation und den Vereinigten Staaten angethanen Schimpf". DaS Madrider Cabinet hat sich nun nach Möglichkeit ent­schuldigt und Satissaction zugesagt. Ob es aber ge­nügende SatiSfaction zu ertheilen im Stande sein wird? Es scheint nicht so. Die cubanischen Freiwilligen scheinen vielmehr gänzlich auf eigene Faust zu handeln und die Madrider Befehle gar nicht zu beachten. So wäre denn endlich die erwünschte Gelegenheit zur direkten Intervention der Vereinigten Staaten und vielleicht gar zur Annexion der Insel gekommen. Inzwischen sollen sogar weitere Erschießungen stattgefunden haben, welche den Gang der Ereignisse jedenfalls beschleunigen werden. HH.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Nov. In Folge Erlasses des Herrn Ministers des Innern soll sofort die Aufstellung der Wählerlisten zum Reichstage vorgenommen werden. DieN.Pr. Ztg." schreibt:Der General-Landschafts-

von dem, was von draußen an mich herantrat und mir passirte. Von dem, was ich dabei in diesem Brust­kasten hier und in diesem alten wilden Kopf fühlte, kann ich keine Redensarten machen nicht von meiner Liebe zu dem Weibe, nicht von meinem Gefühl über das dortige Land; davon kann ich nur sprechen: Es war so! Aber ich sag' Euch, wenn ich so manch­mal auf dem Felsvorsprung stand, wo wir die Batterie angelegt, und von dort aus hier das Hafenbecken mit seiner blauen weichen Fluth ansah, und dort daS Land mit seinem glanzvollen Grün, das im Seewind mit leisen Wellen spielte, und über mir den Himmel in seinem tiefen Blau und daS Alles so hold, so schön und sanft, so leuchtend und lieblich, wie das Lächeln auf dem Antlitz des WeibeS, das Ihr lieb habt oder auch, wenn ich einmal so am Vorder stcven stand und mein Schoner durch die See tanzte seht, Jungen, da preßte sich mir ost das Herz zusammen, daß ich nach Luft schnappte. Denn die Lust drinnen, daS Jauchzen war zu allmächtig, ich hätte eS nicht auslassen können und hält' ich aufge- schrieen mit tausend Stimmen.

Das Land war gegen das Innere zu von einer Bergkette umgeben", sprach er nach einer Pause fort und verfiel wieder in seinen kühlen Erzählungston. Sie war so schroff, daß an ein Einsteigen gar nicht zu denken war; den einzigen Paß, den wir nach dem längsten und genauesten Ümherspüren entdeckt, hatten wir so gesichert, daß es unmöglich schien, ihn zu for- ciren oder vor unseren Posten und Wachen vorbeizu­schleichen. Sodann kam noch ein Bach aus den Ber­gen aber ich habe sein Bett selbst zur heißesten Zeit nicht passirbar gefunden, und wo er in die Ebene stürzte, hatte er rings umher den Boden versumpft, so daß Niemand hindurch konnte; es war mehr als nur Gefahr bei jedem Schritt. Und übrigens war

daö Rohrdickicht und das Gewirr der Manglen auch so dicht und die Lianen zogen sich wie tausend Netze dazwischen, daß Niemand da herauszufinden vermochte; eS war, als ob alle Pflanzen und Rauken der Welt auf diesem einen Fleck zusammengehäuft wären. Und so sich Jemand mit Beil und Messer hätte durchar­beiten wollen, hätten wir noch jetzt, nach so viel Wochen, sein Pfad sehn muffen. Aber wir fanden keinen und der Verstand stand uns still.

Am folgenden Tage erst legten wir die Schiffe an den Fels bei der Batterie und ließen die Leute am Lande ihre Glieder ausrccken und ihrem Belieben nachgehn. Den Conde brachte ich, da ich ihn in der Nähe umher steigen sah, auch zu Teresa, die sich in ihrer Hängematte unter der Cocospalme vor unserer Hütte schaukeln ließ. Da die Beiden sich sahen, war'S mir, als führe ein eigenthümlich Leuchten durch deS Burschen Augen und mit der Geschwindigkeit des Ge­dankens wandte ich meinen Blick vorsichtig auf Te­resa; allein sie schaute eben so verdrießlich drein, wie schon den ganzen vergangenen Tag, und nach ein paar Worten wandte sie uns den Rücken zu.

Als wir weiter schlenderten, bemerkte er:Ihr habt ja auch Weiber hier, Kapitän. Was thut Ihr bei unsrem Leben mit solchem Ballast? Hätl' ich das gewußt, wär' ich davon geblieben."

Nun, nun, versetzte ich lachend,daö ist stark, mein Bursch! Haßt Ihr sie denn gar zu sehr?"

Ich habe mit dem Gezücht nichts zu thun," war seine Antwort.

Wie kommt das?"

Laßt's gut sein, Kapitän", sagte er finster.ES ist so und geht Niemand weiter was an.

Darin hatte der Bursch denn freilich recht, und ich ließ es auch gut sein, nur daß ich ein BiSchen vor mich hin lachen mußte über solchen sogenannten Haß.