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bene, wenn sie den Raub fest zu halten verstände | Wehe aber dem armen Schlucker, dem ausgemistet!

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Actionair, dem durch Depots ruinirten Privatspeculante« wenn er jetzt an jene Thüren, die ihm früher so w« offen standen, klopft; ihm wird geantwortet: „Ha du viel, so wirst du bald Noch viel mehr dazu b« kommen, Wer nur wenig Hal, dem wird, Auch bd Wenige genommen. Wenn du aber gar nichts haß Ach, so laffe dich begraben, Denn ein Recht zua Leben, Lump! Haben nur, die etwas haben".

solchen Eindruck hervorgerufen, daß das „UniverS" heute die über den Grafen Rampont umlaufende Er­zählung für eine Fabel auszugeben versucht. Wir können aber bestimmt sagen, daß das „UniverS" irrt; wir können sogar hinzufügen, daß die Pairie auch Herrn Casimir Perier angeboten worden ist. Wenn wir recht unterrichtet sind, hat der Graf Rampont den Royalisten, die zu ihm gekommen waren, sogar nahe wörtlich gesagt: „Ich habe sie bis zu Ende reden lassen, um zu wissen, ob sie verdienten, durch die Thür oder durch's Fenster hinausbefördert zu werden." — Von den Bonapartisten haben sich 29 bestimmt gegen die Restauration ausgesprochen. Als bezeichnendes Factum für ihre Richtung mag erwähnt werden, daß einer ihrer intelligentesten Führer, der in der Verwaltung des Kaiserreichs an höchster Steh!« thätig war, vor Kurzem eine Besprechung mit Gam- betta hatte, um eine Annäherung an die zukünftige republikanische Regierung herbeizuführen. — Bezüglich der Haltung, welche der Marschall Mac Mahou nach der Abstimmung der Kammer beobachten wirb, hegen die Republikaner den Glauben, daß der Marschall die Prästdentschast nicht niederlegen werde. Diese Hoff nung ist aber nicht begründet. Das „Journal des DebatS" versichert dies auf's bündigste, und positive Mittheilungen zwingen un8r ihm zu glauben. Das „Journal des Debats" drückt sich nur deshalb so bestimmt aus, weil ihm die Versicherung, daß eS so sei, vom auswärtigen Amte zugegangen ist. Zu An­fang hatte der Marschall allerdings zugesagt, er wolle Präsident bleiben, so lange er die Unterstützung einer konservativen Majorität habe. Heute, wo es so aus­steht, als ob die Majorität republikanisch sein werde, und wo Hr. v. Broglie sein Portefeuille zu verlieren Gefahr läuft, ist der Marschall entschlossen, sich nicht von dem Ministerium des 25. Mai zu trennen. Seine häusliche Umgebung ist nicht dieser Ansicht; aber Broglie'S Einfluß auf Mac Mahon überwiegt jetzt. Wir wissen auö sicherer Quelle, daß man im Ministerium des Aeußern die Niederlage der Monarchisten im No­vember für unvermeidlich hält.

Versailles, 28. Oct. Gestern Morgen sind drei Deputationen aus den Provinzen angekommen, indeß von dem Marschall-Präsidenten nicht empfangen worben. Einer von ihnen, welcher erklärt hatte, daß sie für die öffentliche Ordnung nicht einstehen könnte, wenn die Monarchie proklamirt würde, wurde er­widert, daß die Regierung keine Furcht habe und für die Aufrechterhaltung deS öffentlichen Friedens sich verbürge.

Konstantinopel, 21. Okt. Daß der Sultan aus seiner Privatschatulle dem Finanzminister 7 Mill, türk. Liren (etwa 42 Mill. Thlr.) überwiesen hat, ist bereits telegraphisch gemeldet worden. Es war nach dem Fehlschlag der jüngst versuchten Anleihe kein anderer Weg übrig geblieben, wenn die Convertirung der Schatzbonds von 1872 wirklich ausgeführt werden sollte. In einigen Tagen werden nun 2 Mill. Liren

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Greuel des Kampfes, in welchem nichts, selbst nicht der vereidete Makler mehr heilig, ist, durch stricte An­wendung der Grundsätze der internationalen Genfer Convention zu mildern. Der erbitterte geistige Kampf um materielle Interessen Überträgt sich nur zu leicht auf das Gebiet der physischen Gewalt, und der abstrakte Begriff deS „Krachs" macht sich täglich in sehr kon­kreter Weise in Form von „Knallschoten" hör- und fühlbar. Aber wo ist sie geblieben, die Knallschote — ober wie man im „Rumänenviertel" ober am „Moritz- platz" ber Börse sagte: bet „Klaps" ober „Trenn" — jene harmlose Knallschote ber guten alten Zeit! — bie jetzige hat etwas vom Hackebeil Kühnappel's an sich. — Entsetzt wenbet sich ber Blick von dieser grauenvollen Gegenwart ab unb flüchtet sich zu den anmuthigen Bildern ber Vergangenheit, um baraus Trost unb Hoffnung für eine baldige bessere Gestal­tung ber Dinge zu gewinnen. O schöne Zeit ber Gründer! „Als ihr noch bie bumme Welt regiertet mit bem gedruckten Inhalt des Prospekts." Wo seid ihr hin, ihr schönen Tage der Betheiligungen, wo ein ganzes Heer katilinarischer Existenzen — sogenannter „Börsenschnorrer" — als Börsenclaque sein glänzendes Brod fand, wo die Sorge des Gründers bei seinen Unternehmungen eben nur in dem Entwürfe eines packenden Prospekts gipfelte, wo alle großen und kleinen Banken und Banquicrs eifrig und froh an dem goldenen Strange des Schwindels mitzogen, an dem Strange, der für sie selbst schließlich zur Schlinge ward. Wie schwamm damals doch Alles in Seligkeit und jauchzte: „Seid umschlungen Milliarden!" Sect und Austern langten nicht mehr zu in Berlin; jeder Halbwegs anständige Jobber fuhr Gummi, und wer so tief gesunken war, nicht einmal einen Reitgaul sein eigen nennen zu können, war wenigstens für ein Quartal voraus auf einen Pumpgaul abonnirt. Eine Loge im Theater

Der große Schiffbruch ist für Viele eine günftil Gelegenheit, um etwas zu „bergen", und thatsächli hat eö mancher arme Börsenulan — jetzt Franctirei genannt — ganz gut verstanden. Diese Kategoi nennt man jetzt die „Entlumpten". An ihnen wi sich jetzt der Regenerationsprozeß der Zukunft an bauen. Schöne Aussicht! Aber was wirb aus b< Aktionären der Gegenwart? Nun sie erfahren eins« die unabwendlichen Consequenzen ihrer Thorheit, der sie die schwindelnden Banken und BanquierS HS anzogen. Habeant sibi! „Nach den Gütern dies Welt, Griffen alle um bie Wette, Unb es war d ew'ges Jagen, Unb ein jeber stahl für sich". Ab bie an ber Spitze stanben, stahlen für Alle. Iti große ehrenhafte geachtete Leute sinb sie boch, noti

Der Richter zuckte mit ben Achseln. „Ich will Alles versuchen.

„Unb ich stelle jede Summe, bie Sie verlangen, zur Verfügung", fügte ber Bauer hinzu.

(Fortsetzung folgt.)

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Von G. Meyer.

Der Herbstwinb saust burch bie Bäume unb nimmt ein bürres Blatt nach bem anderen mit sich; ebenso geht es auch hier an der Börse, in deren Gehege die Pleitestürme, welche sich in Wien entfeffelten und von dort aus über den Erdball fegten, so viele hoffnungs­volle Stämme des Laubes beraubt und so manche Börseneiche mit den daran rankenden Schling- oder Schmarotzerpflanzen darnieder geschmettert haben. Kläg lich sind die bereits angerichteten Verheerungen, noch kläglichere scheinen bei dem schwarzdräuenden Börsen­himmel bevorzustehen. Unter diesen Umständen ge­winnen die Sprüche SalomoniS an Werth, und die Börse wird immer melancholischer, wM allerdings schon wegen der strengen Diät, die sie sich nothge- drungen auferlegen muß, nicht Wunder nehmen kann. Dazu vergiftet das Mißtrauen, das denkbar bösartigste epidemische Mißtrauen, welches sich in den früher so gesunden Körper eingeschlichen und sich gerade auf die edelsten Theile geworfen hat, jeden Rest guter Laune. AuS dem eleganten Parquet, wo „Gebb ich!" und „Remm ich!" sich früher in fröhlichem Reigen begeg neten, wo der Kampf um's Dasein mehr einem ge müthlichen Turnier glich, ist ein Schlacht- oder viel­mehr ein Abschlachtungsseld geworden, wo es sich um „Sein oder Nichtsein" handelt. „Da werden Jobber xu Hyänen", und „die züchtige Hausfrau, die Mutter b’t Kinder", als welche hier füglich die Börsenkom- willen gelten kann, bemüht sich oft vergeblich, die

in Cvnsvls nach London abgehen. (Ist bereits $ma schchen.) Der frühere Großvezier Mahmud Pas« ist wieder in Stambul. Bekanntlich war der berfcti nach Trapezunt verbannt. Mächtige Einflüsse bewist

tert, baß er zum Generalgouverneur von Abana q nannt wurde. Der jetzige Großvezier wollte ihn vq Trapezunt auf dem Landwege nach Adana birigiree aber ber Sultan hat entgegengesetzten Befehl gegebej unb Mahmub ist auf bem Lloyb-Dampfschiff mit G, folge unb Harem hier angetommcu. Der jetzig Großvezier sieht sich in seiner Stellung gefährd, und merkwürdiger Weise klingen Versionen über Zwj, gespräche zwischen ihm unb bem Sultan bei Gelege» |eit ber oben erwähnten Schenkung ganz in dies« Sinne. So sagt ber „Levant Herold" von gestern „Samstag Morgen hat ber Sultan eine Unterrebui mit bem Großvezir haben wollen unb mit Sr. Hohl zwei Stunben conferirt. Während des Verlaufs d Aubienz hat seine Hoheit frei unb muthig mit sei» Majestät über bie finanzielle Lage des Landes g sprechen. Er hat seinem Fürsten gesagt, baß weg, ber häufigen Veränberungen ber Minister währe, ber letzten beiben Jahre nothwenbig ber Zusamme Hang in ber Action ber Regierung gemangelt habe rc Darauf hätte benn ber Hultan urplötzlich baö Geschn gemacht. Er hätte also bie Welt über sich schrei, lassen unb gespart, unb zwar in ber bestimmten A! sicht, fort unb fort zu sparen, bie Zinsen hinzu; fügen, und wenn bas ganze angesammelte Kapn ben Staatsschulben gleich wäre, diese mit einem Schlag zu tilgen ober vielmehr sie wären stillschweigenb d zahlt gewesen: benn ber Sultan legte sein Gesammelt, in Consvlibirten an. Auch hat er 10,000 Eisenbah, lvvse unb ist bei allen Unternehmungen betheilig Merkwürbig ist, baß er für seine Eisenbahnactien n Kustendsche - Bahn nur einmal eine kleine Dividenl erhielt, von welcher ihm bie englische Einkommenstm abgezogen würbe. Also bezahlt ber Sultan für Act« von Eisenbahnen in seinem eigenen Lande sogar i England Einkommensteuer! Diese Sparsamkeit ix Sultans ist aber ganz nach dem Sinne Mahmi Paschas, der sich als Großvezier durch seine „Kn« serei" so viele Feinde gemacht hat. Seine Anwes« heit in Stambul wirb daher von Manchen so gebe, tet, daß er möglicher Weise wieder Großvezier werbe soll. Der englische Gesanbte Elliot, von dessen A berufung man allerhand gefabelt hat, richtet sich f den Winter ganz gemüthlich hier ein unb gebenft er zum Frühjahr in Urlaub zu gehen.

Marburg, 29. Oct. Bei ben gestern Na§ mittag noch stattgehabten Wahlmänner - Wahlen ii vierten, fünften unb sechsten Urwahlbezirke wurb! gewählt: Apotheker RupperSberg, Abministra« ZeisS, Prof. Lieberkühn, Kupferschmieb Kl- Bäcker Christoph Marborf, Bäcker Conr. Blenne Steinhauer Dauber, Zimmermeister Brög, G-s wirth Daube, Kaufm. Erlanger, BäckerRunke i unb mehrere Sonnen unb Nebensonnen, um sie j füllen, würben unumgängliches Bebürfniß. Denn n dem französischen Golbe kamen auch französis, Manieren, bie Loretten würben groß, Ehrlichkeit u, Treue aber sehr klein, unb bas Ehebruchsbrama, si wie bas burchbremien ber Kassner würben belieb Artikel. Man tanzte auf einem Vulkane, ober ms war luftig, lebte unb ließ leben. Die schönen Tq sinb nun zwar vorüber, aber wenn Alles versunb unb bergeff en, was des Grünbers Fluch war, bat wirb auch wieber neues Leben aus ben Ruinen keime.

bacteur bet ehemaligen „Bavaria", Forster, wegen Beleibigung des deutschen Kaisers unb bes Königs von Baiern zu vier Monaten Gesängniß verurtheilt.

- Ausland.

Wien, 28. Oct. In ber Umgebung des Grasen Chamborb betrachtet man, wie bie heutige „N. F. Pr." aus Frohsborf erfährt, bie Restauration als zweifellos. Die Rathgeber Chamborb's seien mit ber Abfassung einer Proklamation an bas französische Vosk beschäftigt, Reise-Vorbereitungen nach Paris werden getroffen, Chamborb selbst begibt sich in ben nächsten Tagen in bie Nähe ber französischen Grenze, um bie weiteren Ereignisse abzuwarten.

Bern, 28. Oct. Der Regierungsrath bes Can- tons St. Gallen hat beim Bischof von Chur gegen bie Abtretung bes Canions Appenzell vom Bisthurn Chur unb seine provisorische Unterstellung unter ben Bischof von St. Gallen, alle weiteren Schritte sich vorbehaltenb, Protest erhoben.

Rom, 28. Okt. Die „Italia" bemerkt, betreffs der allgemeinen Finanzlage, baß durch Verminderung der Ausgaben um 17 und Erhöhung der Einnahmen um 16 Millonen gegenüber 1873, das Deficit des Budgets für 1874 um 33 Millionen vermindert und aufs ingesammt 109,900,000 rebicirt sei. — Die „Agenzia Stefani" bezeichnet bie Nachricht von einer beabsichtigten Conferenz bes Königs mit Visconti- Venosta unb Nigra als unbegrünbet. — Der „Diritto" sagt in einem Artikel über bie auswärtige Politik Ita­liens : „Das sinb wahrhaftig sonberbare Gesellen — bie, welche die Luft erfüllen mit ihrem Geschrei, duß Italien weder mit Frankreich noch mit Deutschland zusammengehe. Dante hat die Unseligen, welche sich für Niemanden zu entscheiden wußten, in die Hölle verwiesen. Diese Politik deS NichtwollenS ist unge­ziemend, gefährlich, feig. Ein Volk muß eine Politik, einen Charakter, eine Richtung haben. Und weil Italien sich angesichts zweier Nationen befindet, von denen die eine mit uns Entwicklung, Bestrebungen, Jntereffen und Ziel gemein hat unb uns glänzende Beweise bet Sympathie unb Solibarität giebt, wäh- renb bie anbere un« verhöhnt, herausfordert, bedroht, — uns einreden zu wollen, daß wir zwischen diesen beiden Nationen unparteiisch verbleiben müssen, ohne uns für bie eine ober anbere zu erklären, baö heißt nichts anberS, als Italien den Rath geben, baß es bie Augen schließen unb in sein Verderben rennen soll. „Ist Italien benn ein verlorenes Eiland im Ocean, daß eS an feinen auswärtigen Beziehungen kein Interesse hätte? Und während ein Feind waffen­klirrend und drohend an seine Thüre pocht, soll cs ihm zulächeln, ruhig seine Beleidigungen einstecken und diesen Feind mit ber Rücksicht behanbeln, bie man für einen Freunb hat? Wahrlich, bie Idee ist selt­sam genug."

Pari-, 27. Oct. Das Gerücht, wonach bie Monarchisten gewissen republikanischen Abgeorbneten Versprechungen unb Gelbanerbieten gemacht, hat einen