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eigniß zu verzeichnen. Wohl aber in dem Seekriege seit der Niederlage, welche die cartagenischen Rebellen bei ihrem Angriffe auf das spanische Geschwader er­litten. Die Früchte deS Sieges, den der Admiral Lobo bei dieser Gelegenheit errungen, hat er durch einen sehr wie Feigheit aussehenden Rückzug vor einem wenige Tage später von den Rebellrnschiffen versuchten Ausfälle mehr wie eingebüßt.

Der in das englische Ministerium wieder ein­getretene Herr Bright ist in Birmingham einstimmig wiedergewählt worden. In einer Anrede an seine Wähler sprach sich Bright für die Nothwendigkeit einer Revision des Unterrichtsgesetzes, für die möglichst baldige Beendigung des Aschantikrieges und für die Abschaffung der Einkommensteuer aus.

In Dänemark ist das Folkething, dessen Mehr­heit am 17. die Staatsbudget-Vorlage in weitere Be- rathung zu nehmen sich weigerte und damit den Rück­tritt des derzeitigen Ministeriums verlangte, durch einen offenen Brief des Königs aufgelöst worden. Die Wahlen zur neuen Volksvertretung sind auf den 14. November anberaumt.

Rußland hat dem Khan von Khiwa, wie bereits gemeldet, einen Theil seines Herrschergebietes abge­nommen und ihn mit dem Reste zum steten Vasallen des Zaren gemacht. Die ihm auferlegte Kriegskosten- Entschädigung im Betrage von 2,200,000 Rubel ist ihm gestattet worden in jährlich« Raten von 5 Procent zu bezahlen.

Die Pforte scheint nun endlich mit der Säcu- larisirung des Bakus, d. h. des GnmdeigenthumS der Moscheen, Ernst machen zu wollen. Die zeitigen Be­sitzer der Vakufgüter sollen persönliche EigenihumS- titel erhalten, fortan aber auch zur allgemeinen Grund, steuer herangezogen werden. Ferner soll die bisher nur für Konstantinopel gültige TabakSregie auf das ganze vttomanische Reich ausgedehnt, die Stempel­steuer, das Briefmarkensystem und ähnliche Finanz­quellen ergiebiger gemacht, Bergwerke und Forste zum freien Betriebe auSgeboten und eine strenge Staats- budgetwirchschaft eingeführt werden. So will cs der Sultan; wenn nur aus allen diesen schönen Plänen wirklich etwas wird.

Rumänien war von Konstantinopel her mit einer kleinen Kundgebung suzerainen Mißbehagens bedroht, weil es sich herausgenommen hatte, bei den Verhandlungen über die Donau-Regulirung am eisernen Thor mitreden zu wollen. Der Großvezir wollte dem Fürsten Karl eine amtliche Abfertigung ertheilen, wie sie wohl der Vati von Bosnien sich gefallen lassen muß; aber der rumänische Agent bei der Pforte, Ghika weigerte sich, das Schriftstück in Empfang zu nehme», und der Großvezir hat es wohl oder übel wieder einstecken müssen.

Egypten hat nun auch zum ersten Male ein Staatsbudget ausgestellt, in welchem die Einnahmen auf 10,166,000 Pfd. Stert und die Ausgaben auf nur 9,046,000 Pfd. Sterl. veranschlagt sind, so daß mehr als eine Million Ueberschuß bleiben würde.

” Deutsches «eich.

Berlin, 24. Oft Fürst Bismark ist heute hier­her zurückgekehrt. — Der Kriegsminister hat verfügt, daß die Studenten der Theologie künftig ebenso wie alle andern Einjährig-Freiwilligen bis zum 23. Lebens­jahr zurückgestellt werden; die bisher zurückgestellten über 23 Jahre alten Theologen dürfen nachträglich noch als Einjährige eintreten, sofern sie die wissen schastliche Qualifikation nachweisen. Sind diese jungen Geistlichen bereits in staaatlich anerkannter Weise an­gestellt, so gehören sie nach Maßgabe ihres Alters zur Ersatzreserve; m der ersten Klasse der Erfahre- jerve gehören sie zu den Krankenwärtern. Weitere Berücksichtigungen behält sich das Ministerium aus besonderen Anttag vor. — Während die Zurückwei­sung, welche die deutsche Regierung dem Gesuche des Herzogs von Aumale betreffs Besichtigungen der Schlachtseider bei Metz hat zu Theil werden lassen, von der ausländischen Presse vielfach angefochten worden ist, stellt sich die „Times" bei Beurtheilung des Falles ganz auf Seite der deutschen Regierung. Sie bemerkt, daß bei Bewilligung des Gesuches die Anwesenheit des Herzogs in den eroberten Provinzen leicht anti-deutsche Demonstrattonen hätte Hervorrufen können. Andererseits hätte sich der Herzog bei einem Jncognitobesuch von Metz der größten Unannehmlich­keit ausgesetzt, da die Behörden wahrscheinlich einen militärisch auSsehendcn Herrn, der genaue Terrain­studien an der französischen Grenze macht, festgenom­men haben würden.

Frankfurt a. M-, 20. Oct. Auf dem gestern stattgehabten Turntag deS mittelrheinischen Verbandes wurde beschloffen, daß bei den Preiöturnen kein Turner mehr in TricotS und Gummisohlen turnen darf. Das nächste Turnfest wurde, nachdem Homburg und Aschaffenburg zurückgetreten, von Gießen übernommen

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gerichtet worden war. Der Hochmuth über den un> erhofften Triumph, der Umstand, daß er den sieg, reichen Fuß auf die Leiche des Feindes hat setze» können, mag die Phantasie allzu sehr gesteigert um

den Verfolgern der Kirche in Deutschland die Hartz Antwort eingegeben haben. Aber sie vergessen doch, daß zu seiner Zeit „Gott den Hochmüthigcn wider­steht, den Demüthigen aber Gnade gibt"; daß d« menschliche Gesetz sich doch nur aus Wahnwitz ein* bildet, das Gesetz Gottes mit Füßen zu treten, welche, unwandelbar und ewig ist, als herkommend vo,

Paris, 23. Oct. In dem bisherigen siegreich, Vormarsch der Fusionisten ist plötzlich ein Halt eit getreten und beinahe ein Rückschritt. Bei der Bcwq lichkcit des französischen Volksgeistes, der sich gei auf die siegreiche Seite wirft, könnte man sogar eh Niederlage der clerical-legitimistischen Partei erwarte

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Nackenheim und Metz, letzterer zählt 65 Mitglieder und besteht nur aus deutschen Elementen. Schließlich beschäftigte man sich mit der Deckung des bei dem jüngsten Turnfest in Kreuznach entstandenen Deficits, wovon die Stadt etwa die Hälfte, eben so der dortige Verein unter Dreingabe seines Vermögens ebenfalls einen beträchtlichen Theil trug, so daß nur etwa 100 Thaler noch ungedeckt bleiben.

DreSde«, 24. Oct. Ueber das Befinden des Königs sagt ein heute Nachmittag ausgegebenes Bulle­tin: Der Puls ist auSsetzend und klein. Der König -hat seit 24 Stunden keine Nahrung genommen. Der Zustand ist unverändert.

Mainz, 23. Oct. Wie das „Mainz. Journ." meldet, wurde sein verantwortlicher Redakteur heute abermals einem Verhör betreffs des offeriert Briefs an den Kaiser unterzogen. Interessant ist, daß Hr. Ph. Wasserburg bezüglich der Urheberschaft diese weder zugestanden noch abgeleugnet und sich nur darauf be- fchränkt hat, die Verantwortlichkeit zu übernehmen, weshalb die Staatsbehörde ihre Nachforschungen auch auf den Vcrfaffer erstreckte und die Vernehmung des gesammten Setzerpersonals in Aussicht stellte. Infolge dessen fand es die Redaction des genannteen Blattes für angezeigt, sofort zuzugestehen, daß der in die Setzerei gegebene Artikel von der Hand des Redakteurs ge­schrieben gewesen, unter Verwahrung jeder Schluß­folgerung aus diesem Umstande auf die Person des VerfafferS. Ein Setzer der Druckerei bestätigte denn auch, daß der Rcdacleur den Artikel geschrieben; ob er ihn auch verfaßt, könne er selbstverständlich nicht reiften.

Würzburg, 24. Oct. Der Redacteur des „Fränkischen VolkSblatteS", Rittler, ist der Beleidigung des Bezirksamtes Königshofen durch die Presse von den Geschworenen für schuldig erklärt und zu einer Gefängnißstrafe von 21 Tagen verurtheilt worden.

Bayreuth, 22. Oct. Die protestantische Ge- neral-Synode beschäftigte sich u. A. auch mit den „Uebelständen der neuen Strafgesetzgebung". Als erster Uebelstand wurde bezeichnet: Concubinate seien nach dem neuen Reichs Strafgesetzbuche nicht mehr strafbar. Der Ausschuß schlug vor: das k. Ober Consistorium um Verwendung bei der k. StaatS-Regierung dahin zu bitten, daß der bei der gegenwärtigen Straf und Strafpolizei-Gesetzgebung bestehende Mangel eines Strafverbots gegen das Concubinat und das hier­durch erregte öffentliche Aergerniß durch Erlassung einer entsprechenden strafpolizeilichen Bestimmung oder sonst aus irgend dienlichem Wege ergänzt, bzw. befrie­digt werde. Der Antrag wurde angenommen. Als zweiter Uebelstand der gegenwärtigen Strafgesetzgebung wurde benannt die im §. 55 des Reichs-Strafgesetz- bucheS enthaltene Bestimmung, nach welcher Kinder unter zwölf Jahren wegen der von denselben began­genen Uebelthaten strafrechtlich nicht verfolgt werden können. Der Ausschuß beantragt: DaS k. Ober­Consistorium um Verwendung bei der k. StaatS-Re gierung zu bitten, daß die strafrechtliche Verfolgung nur in dem Falle unterlassen werde, wenn eS sich herausstclle, daß einem solchen Kinde die zur Erkennt- niß der Strafbarkeit feiner Handlung erforderliche Einsicht gefehlt habe. Wenn die Verfolgung nicht eintrete, solle eine andere entsprechende Einschreitung und Bestrafung erfolgen. Der Antrag wurde ein­stimmig angenommen. Weiter kam noch die Augs­burger Adresse (auf freisinnige Abänderung der Kirchen- Verfassung u. s. w), welcher eine Reihe von anderen Städten sich angeschlossen hatten, zur Berathung. Es wurde ohne alle Debatte einstimmig der Antrag an genommen: „Die General-Synode wolle über die Eingabe in Anbetracht, daß die in ihr der General- Synode zur Zustimmung empfohlenen Wünsche 1) an einer Unklarheit leiden, welche ihren eigentlichen Werth unkenntlich macht, 2) aber da, reo und in soweit ihr Sinn deutlicher hervortritt, dem Grundwesen der evangelisch-lutherischen Kirche und deS Christenthums überhaupt widersprechend erscheinen — zur Tagesord­nung übergehen".

Ausland.

Rom, 20. Okt. Der „Osservatore Romano" hat endlich die Erlaubniß erhalten, die Briefe des Papstes und deS Kaisers zu veröffentlichen und er thut dies in der Nummer vom 21. Oktober mit der folgenden Einleitung: „In dem Kabinette des Kai­sers von Deutschland hat man es für angemessen er­achtet, der Oeffenllichkeit einen Brief vorzusctzm, der vor nicht langer Zeit an den Kaiser Seitens Seiner Heiligkeit geschrieben worden ist, und die vom preußi­schen Monarchen darauf gegebene Antwort. Wir haben mit großer Verwunderung constatiren müffen, daß die Formen dieser Antwort weit von denjenigen ab­weichen, deren sich früher derselbe, der damals noch König Wilhelm von Preußen war, bedient hat, bei Erwiderung auf einen andern Brief, der beim Auö-

und der Beitrag pro Kopf auf 2 Mark festgesetzt.^ bruch des französischen Kriege- von Sr. Heil, an ih, In den Verband wurden ausgenommen die Vereine f " "------ 'T'~ " jr~ '*r 'r

Die sehr stramme Note der Deputirten, die für bitt Berufung an das Volk eintreten, hat sichtbaren Eim fluß auf die Regierung gehabt, und damit hat b« bestimmte und feste Haltung deS linken CentrumS bfl| Ausschlag gegeben. In der gestrigen VersammlunM des rechten Centrums war der Herzog d'Audiffrü- Pasquier dem linken Centrum sehr artig entgegengk- kommen, aber die herzoglichen Schmeicheleien hab« auf Casimir Pcrier und Leon Say die entgegengesetzt! Wirkung ausgeübt. Die Führer des linken Centruml haben sich dadurch in ihrer Würde verletzt gefühlt, nach- dem sich sich in ihren veröffentlichten Briefen so bestimm für die conservattve Republik ausgesprochen hatten.

Brüssel, 23. Oct. Dem „Moniteur beige' zufolge ist das EntlassungSgesuch deS ArbeitSministett Monchenx angenommen und Advvokat Becmaert z» dessen Nachfolger ernannt worden.

Marburg, 25. Oct Ein heute dahier auSge gebeneS Flugblatt wurde uns mit dem Ersuchen u» Veröffentlichung mitgetheilt. Dasselbe lautet:

Wahl zum Abgeordnetenhause.

Die bevorstehenden Wahlen zum Abgeordnetea- hause würden bei der übereinstimmenben Ansicht bei ganzen Wahlkreises in dieser Angelegenheit nnS teil# Veranlassung zu einer öffentlichen Erklärung gegebe# haben, wenn nicht von einer kleinen Anzahl von Per fönen, welche sich „Wahlcomite" nennen, Wahl»«' triebe begonnen wären, welche den Wahlkreis beit»' ruhigen und die öffentliche Meinung irre zu leite* suchen.

Der Wahlkreis Marburg will einen Vertretet der erfüllt von Liebe zum Vaterlande, im klaren S*’ wußtsein der Pflichten gegen den Staat, von dem eP freisinnigen Geiste beseelt ist, welcher in der Gerecht^ feit gegen alle wohlbegründete Interessen sich künd' giebt.

Es ist eine Anmaßung, wenn das Wahlcomi# ausschließlich für sich die Bezeichnung „reichsfreundlich' in Anspruch nimmt. Die Liebe zum deutschen Vater- lande beseelt alle Bewohner des Kreise- und hat in allen Handlungen seiner Vertreter seither ftntb gegeben.

Die Unentschlossenheit, welche bezüglich der früher» Einberufung der National-Versammlung in der gestrige» Versammlung der Rechten herrschte, war bereits eit schlechtes Zeichen für die Fusionisten. Die genant Stimmenzählung, welche die Bureaux der Recht« gestern Abend vornahmen, hat auch keine sehr muthigenden Resultate ergeben. Eine der „Sgenaf |:$erl Havas" mitgetheilte Notiz, welche in den Morgen- blättern erschien, ließ daS Aufgeben der früheren Ein-.- berufung voraussehen. Die Frage wegen der frühercW muf Einberufung sei der Weisheit der @teuercomnnificÄW zur Lösung überlassen, sagten heute Morgen die Depl^^h' tirten der Rechten, aber die Bureaux der Recht« hatten schon über Nacht der Steuercommission bs Grenzen vorgeschrieben, in welchen sich ihre Weishei! zu bewegen hatte. Das Ministerium, beunruhigt übtk die üble Wendung, welche die Sachen nehmen, Hai sich beeilt, seine Neutralität zu erklären. Es hat il allen seinen officiösen Blättern verkünden lasten, baj eS sich in der Einberufung«frage neutral halten »erbt

Schöpfer aller Dinge; daß der Papst in seiner Schwach, heit und seiner Verlassenheit doch hundert und taufeni Mal stärker und mächtiger ist im Namen Gottes all die ketzerischen Preußen und Alle die, welche ihn« gleichen und ihrem Beispiel folgen, im Namen btt hinfälligen und elenden menschlichen Gewalt." Ai dieser leidenschaftlichen Sprache ist zu erkennen, leit f gcori tiefen Aerger die schlagende Antwort de- Kaisers ach die päpstlichen Anmaßungen in den vatikanisch« Kreisen erregt hat. Wenn die menschliche Gewalt wirklich so hinfällig und elend ist, so sollte der Papst 'r - sich doch freuen, seinerseits der Herrschaft de« KtiMUnsei chenstaates entledigt zu sein, um sich ganz der Ai führung beffen widmen zu können, was er als unwandelbare „Gesetz Gottes" hinstellt.