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Wenn die preußische Regierung beabsichtigt, die römisch- katholische Kirche zu trennen, so muß sie auf irgend eine Weise diese Jnstilulion untergraben". Mau kan»
die Bonapartisten im Princip mit den Gegnern der Fusion stimmen. — Das Slocken der Geschäfte ist, wie die „Gironde" meldet, allgemeine Klage und ein
immerhin zugeben, daß dieses Mittel ein radicaleS sein würde, nur müßte man, um eö anzuwenden, dit ganze Hierarchie in der Hand haben, und man hat sie eben nicht in der Hand, sonst wäre kein (Streit mit derselben.
Kopenhagen 14. Oct. Der Conseilspräsideni erklärte im Folkeching, daß das Ministerium auf de» Wunsch deS Königs auf seinen Posten verbleibe, fest entschlossen, seine Pflicht zu erfüllen. Das Ministerin» betrachte den Kampf als gegen das verfassungsmäßigt Recht des Königs, frei sein Ministerium zu wähle«, gerichtet. Wenn der Folkething das Finanz-Gesetz ohne Discussion verwerfe, werde er aufgelöst werde«.
London, 13. Oct. Die „Times" widmet heul dem Streite der deutschen Regierung mit der römisch« Kirche eine eingehende Betrachtung und zeigt ftd wenn auch nicht über den endlichen Ausgang, bot
du Havre" meldet: „Der Kriegs > Minister hat all« CorpS Commandanten Ordre zugehen lasten, den untg ihnen stehenden Truppen in's Gedächtniß zu rufe» daß eS jedem Militär ausdrücklich verboten ist, eine» Civilbegräbniß beizuwohnen." — Laut dem „Peti Lyonnais" sind General Bourbaki und Präfect Ducr« von der Regierung aufgefordert worden, den Berka»
richt«! Mitth daß nicht werde! Festta aller gehen die Bi werde:
danken unsere Derwundeten zum größten Theil die ihnen geleistete Hülfe. Die französischen Chirurgen dagegen hatten nicht einmal das Röthige". Und selbst Ernst Feydeau endlich, ein leidenschaftlicher Feind Deutschlands, kann nicht umhin, Folgendes zuzugeben: „In Kurhessen - und besonders in Fulda sind unsere verwundeten Gefangenen mit einer Zartheit und Aufmerksamkeit gepflegt worden, die sie in Frankreich kaum erfahren hätten".
— 11. Oct. Wie der „N.Z." geschrieben wird, besteht die Absicht das hiesige Arsenal zu einer der größten Waffenwerkstätten Deutschlands zu erweitern. Das betreffende Gebäude ist bereits vergrößert worden und hat dasselbe eine Länge und Breite von 50 und eine Höhe von 80 Fuß. Bisher wurdeis sämmtliche Werke durch eine einzige Dampfmaschine in Bewegung gesetzt, für die neue Einrichtung sind deren vier vorgesehen; auch ist seit zwei Wochen ein großer Dampf, Hammer, der bisher fehlte, aufgestellt worden. Die aus Belfort hierher geschafften Kanonen werden hier meistens umgegosten und neu gebohrt, und außerdem sind etwa 800 Arbeiter stets beschäftigt, altes Kriegsmaterial theils gebrauchsfähig herzustellen, theils neues anzufertigen. Zur Armirung der drei in Vollendung begriffenen Forts, Oberhausbergen, Niederhausbergen und Wolfisheim gehen jede Nacht Wagenladungen mit Kriegmaterial ab. — Gestern fand in Baden- Baden ein großes Diner bei dem Deutschen Kaiser statt, zu welchem auch Oberpräsident v. Möller, Festungs- commandant v. Hartmann, sowie mehrere andere hiesige Offiziere vom Stabe aus Straßburg Einladungen erhalten hatten. — Der WintercursuS unserer Hochschule beginnt mit dem 20. d. M.
Ausland.
Wien, 14. Oct. Das „Vaterland" meldet, seine frühere Mittheilung bestätigend, daß durch die Weigerung Chambord's, der französischen Armee die Trico- lore zu lassen und sich im Princip für gewisse consti- tutionelle Formen zu erklären, die auf Wiederherstellung der Monarchie in Frankreich gerichtete Action in's L-tocken gexatheu ist. Das „Vaterland" räth dem Grafen Chambord an, sich mit Anerkennung seines legitimen Thronrechts genügen zu lasten und seine Bereitwilligkeit, mit der National - Versammlung eine Verfassung zu Stande zu bringen, offen zu erklären.
Prag, 14. Oct. Aus 27 von den 30 böhmischen Landgemeinde-Bezirken sind bis jetzt die Resultate der Reichsraths Wahlen bekannt. Es wurden 12 deutsche und 13 tschechische Candidaten gewählt. Zwei Wahlen blieben unentschieden.
IkvM, 14. Oct. Die „Jtalie" bespricht die von auswärtigen Blättern gebrachte Nachricht über die Creirung von sieben großen Militärcommando'S und bemerkt hierzu, daß das Gesetz, welches die italienische Armee in 7 große Commando's eintheilt, bereits ergangen sei, bevor die gleiche Maßregel in Frankreich zur Annahme gelangte. Die Regierung habe sich jedoch mit der Ausführung dieses Gesetzes noch nicht beschäftigt. Dasselbe Blatt constatirt zugleich, daß 5 Commando'S schon seit längerer Zeit bestehen.
Paris, 14. Oct. John Lemoinne verlangt in dem „Journal des Dsbats" die sofortige Entscheidung der monarchischen Frage. In der Hand Chambord's liege die Wiederaufrichtung des KönigthumS oder dessen Vernichtung für immer. — Der „Rappel" meint, die Maßregeln zur Sicherung des Erfolges für die republikanische Sache müßten- bei Zeiten vor dem Wieder- zusammentritt der National - Versammlung getroffen werden. — Sämmtliche Mitglieder der Linken sind zu einer Fractions-L-itzung auf den 27. d. einberufen worden. — Die Deputation, die dem Grafen Chambord nach Salzburg entgegengereift ist, hat laut der „Correspondenz Havaö" dem Prätendenten folgende Bedingungen zu stellen: 1) Die Tricolore wird bei- behallen; 2) die Rational - Versammlung behält sich das Recht vor, eine Charte zu machen und zu votiren, die der König anzunehmen und zu beschwören hat. Diese Bedingungen wurden vom rechten Gentrum gestellt, dem sich, bis auf die Ultras, die Mehrzahl der Rechten angeschlossen hat. Aber wie dann, wenn der Eigensinnige, diesen Bedingungen sich nicht unterwirft? Dann will man die Monarchie statt der Republik zum Provisorium erheben und statt deS Königs einen Statthalter einsetzen; und dieses Amt gerade ist es, auf welches der Herzog von Aumale längst spcculirt. Der Vorsitz im Kriegsgerichte gegen Bazaiue ist eine gute Gelegenheit, sich den Chauvinisten zu empfehlen. — Thiers ist, wie „Bien„Public" anbeutet, gar nicht abgeneigt, auf Rouher's Vorschlag wegen eines Plebiscits einzugehen; er verlangt aber als Vorbedingung, daß
Letzten Dinstag war Verhandlungstermin der k. Staatsanwaltschaft zu Hechingen gegen den Erzbisthumö- verweser Kübel von Freiburg wegen Ungehorsams gegen die Staatsgesetze anberaumt. Als Zeugen waren vorgeladen Decan Engel von Hausen a. A. und Pfarrer Stopper von Bärenthal, welch letzterer vom Erzbisthumöverweser auf die Pfarrei Bärenthal gesetzt worden, ohne dies, wie gesetzlich, der Regierung vorher anzuzeigen. Deßhalb erhob die Staatsanwaltschaft Klage. Pfarrer Stopper erschien zum Termine; Deca» Engel aber, obgleich an diesem Tage in Sigmaringen, nicht, sondern sandte ein Schreiben, er könne das Gericht als entscheidend in seiner Angelegenheit nicht ansehen und er protestire. Pfarrer Stopper schloß sich, als das Schreiben verlesen wurde, dem Protest an. Der Gerichtshof zog sich zurück und er- öffnete nach seiner Zurückkunft: die beiden Geistlichen hätten je 5 Thaler zu zahlen unb es sei ein neuer Termin zur Verhandlung auf den 3. November bei Vermeidung von 20 Thlr. Strafe ober Execution an- gesetzt. Dies ist ber erste Fall in Hohenzollern. Erzbisthnmsverweser Kübel hat bekanntlich für Hohen zollern an ben fulbaer Conserenzen unb Protesten sich beteiligt.
Straßburg, 12. Oct. Der brüte Abschnitt ber Anklageschrift gegen Bazaine enthält folgenbe Stelle: „Deutsche Offiziere zogen (zwischen Bazaine unb bem Hauptquartier bes Prinzen Friedrich Carl) hin unb her, und eö machte sich als Folge bavon bemerklich, daß das Feuer ber Forts in gewissen Richtungen, so in ber Richtung nach Ars, eingestellt würbe, weil ber Feind vorgab, baß bort französische Verwunbete lägen, die er nicht beförbern könne. Und man weiß doch, wie wenig der Feind sonst in dieser Hin- sichtdie Gebotebeobachtete, welche zwischen civilisirten und christlichenNationen herrschen!" Die „Straßb. Ztg." zweiselt nicht, unb wir müssen uns bem leider unbedingt anschließen, daß die Niedrigkeit solcher gehässigen Verleumdung den Beifall des großen Haufens in Frankreich finden werde. Aber zu verwundern ist, bemerkt die „Straßb. Zig." mit vollem Recht, daß man sich nicht vor dem bester unterrichteten Europa schämt, in einem öffentlichen Schrift stück zu der Sprache lügnerischen Hasses seine Zuflucht zu nehmen. Zur Entgegnung dient die „Straßb. Ztg." ferner mit einigen Citaten aus französischen Zeitungen und Büchern. Ende August 1870 schrieb der „Figaro": „Unsere Pflicht gebietet uns nur, die verwundeten Feinde an den Rand der Reihen hinzu legen, damit die Pferde nicht über ihre Körper laufen. . . . Wenn der Feind so schwer verwundet ist, daß man ihn nicht transportiren kann, so ist es eine Handlung der brüderlichen Liebe, ihm eine Kugel durch den Kops zu jagen." — Um dieselbe Zeit brachte der „Charivari" das Bild eines Zuaven, der einem deutschen Gefangenen beide Augen aussticht, mit der Unterschrift: „Das eine für Waterloo, das andere für — Sadowa:" — (Sedan stand damals noch bevor!) — Im Jahre 1872 erschien zu Paris eine Schrift, welche den Titel führte: »Suprematie intellectuelle de la France*. Der Verfasser derselben, der Prof. Liaiö, philosophirt darin folgenbermaßen: „Das Abschneiden von Nahrungsmitteln zieht als nothwendige, ganz unvermeidliche Folge die Tödtung ber durch den belagerten Platz gemachten Kriegsgefangenen nach sich. Paris hatte zweifellos das Recht und die Pflicht, den gefangenen Deutschen die Nahrung zu verweigern, welche seiner vom Hungertod bedrohten Bevölkerung gehörte. Man könnte noch hinzufügen, daß wie ein Schiffbrüchiger sein Dasein dadurch fristet, daß er die Leichen seiner sterbenden Gefährten verzehrt, so auch der Belagerte, dem die Lebensmittel abgeschnitten werden, das Recht habe, die gefangenen Feinde, deren er habhaft wird, zu verzehren." Diesen menschenfreundlichen französischen Theorien sei die deutsche Praxis gegenübergestellt, und zwar nur nach französischen Quellen. Gleichfalls im August 1870 ruft „Paris- Journal" in einem wüthenden Artikel aus: „Sie haben uns Alles gestohlen, selbst unsere Verwundeten!" Von welcher Art aber dieser Diebstahl war, erzählt der französische Schriftsteller de Sarcey: „Während die deutschen ihre Tvdten und Verwundeten mit bewundernswürdiger Schnelligkeit fortschafften, verwandten wir eine unendliche Zeit darauf, und waren stets geuöthigt, sie um Erlaubniß zu bitten, dieses Geschäft zu Ende zu führen. Sie verfehlten nie, uns mit eimm leichten Grad von Geringschätzung zu erwidern: „Eure Todten begruben wir und um Eure Verwundeten könnt ihr unbesorgt jein; wir haben sie ausgenommen, und sie werden bei uns wie die Unsrigen behandelt." ES konnte für unsere Eigenliebe nichts Kränkenderes geben, als diese Ironie. Und das Schlimmste an der Sache war, daß sie recht hatten!" Ein Herr
beruht. Die deutsche Regierung scheint zu denke« an bi baß es nöthig ist, biese Trennung zum offenen Krieg überw zu treiben unb diesen durch überwiegende Macht zi neuen entscheiden. Die beste Virtheidigung solcher Politi »ünfd liefert aber die Thaisache, daß sie das Vertrauen bei F
macht, so kann ber Streit leicht durch andere Frag« ner ü complicirt und die Ordnung des Landes ernstlich ge in eti stört werden. Die Regierung wird wahrscheinlü sichert sagen, daß ihr in dieser Sache keine Wahl bleibt; fl dem ( ist überzeugt, daß, selbst wenn sie die römisch-kath« Rectv lische Kirche ganz in Ruhe läßt, die Prälaten der breiret selben doch alles Mögliche thun werden, die Consoli Grün dirung von Deutschland zu hindern, und daß ei christl besser ist, sie offen zu bekämpfen, als beständig ii finde, Besorgniß heimlicher Feindseligkeit zu leben. Ab« Ziele der Streit ist nichts desto weniger zu bedauern uni ist um so bedenklicher, als er mit anderen Symptome, Zöglii in der europäischen Gesellschaft zusammentrifft. Uebet all erweitert sich die Spaltung zwischen den Volk- klassen , welche den Einflüssen de« Aberglaubens zu- bedien gänglich sind, und ben besser unterrichteten Classen in bereit Hänben jetzt meistens bie civile Autorilä letzl t
Volkes im Ganzen zu besitzen scheint". Jetzt, mein starb die „Times", ist die Zeit für die Altkatholiken ge eit. - kommen, wenn sie Lebensfähigkeit haben, aber sie trani eines ihnen nicht viel zu. Schließlich empfiehlt das leitend sofort Blatt, im Anschluß an eine Andeutung des Suffragen- —— Bischofs von Dover auf dem zu Bath tagenden Kirchei» congresse, ein ziemlich seltsames Mittel gegen die geschlossene Macht der römischen Kirche, nämlich — bi Aufhebung des Cölibats der Priester. „Nur eint verheirathete Geistlichkeit kann wirklich national fein, und so lange die katholische Priesterschaft eine ehelosi
Obf. 3 Pagen bta cf) ieichen
Zrld-A Süfilie bataill ««b £ *t. 8c ÄeBi «eisb
Über ben wahrscheinlichen Verlauf beffelben sehr bi selbst sorgt. Der berliner Corresponbent ber „Time- dieser glaubt voraussagen zu können, daß int zukünftig« 1' Abgeordnetenhaust bie ultramontane Partei mit größer, Macht auftreten werbe, wie früher, weil wahrfcheinli sowohl bie äußersten Conservativen wie die äußerste Liberalen bei den nächsten Wahlen Kräfte verlier« würben, welche bie Ultramontanen gewinnen würde» zuerst Es würde somit nur eine große ministerielle Part, vinzia im Hanse bestehen und ihr gegenüber eine große ul er bet tramontane Opposition. Die „Times" geht no bie h, weiter unb fürchtet eine Wachstube Spaltung im beul schen Volke. „Die Intelligenz unb bie Civilbehörd bes LanbeS wirb ans ber einen Seite, bie geistlich Autorität unb ber Aberglaube ber unteren Class« unter auf ber anberen Seite stehen. Es ist schwer, eine» solchen Kamps ohne Besorgniß entgegenzusehen. Wen, bie katholische Kirche gemeinsame Sache mit der Volks masst in einem Streite gegen bie Staatsautoritä
bes in Tausenden von Exemplaren gedruckten Briefe
des Herrn Thierö an den Maire von Nancy zu ve, «erb bieten.
AuS Kurheffeu, 14. Oct schreibt das „Frank- . .. Journ.": „Die von dem Gesammt - Conststorium z« ^rüss
den deutschen Ambulanzen war Alles bis zum Ueber-1 turen ein Ende gemacht werben möge. Die „Rs süffel fluß vorhanben, unb diesem großen Reichthum ver- publique Franyaise" sammelt bereits das Material fü,
publique Franyaise" sammelt bereits das Material füi Buß- die künftige Proscriptionsliste, indem sie der Sach, bje nach diejenigen Deputirten aufführt, die sich ihre» Kassel Wählern gegenüber ausdrücklich verpflichtet haben, bi, 0Bt 21 Republik zu vertheidigen und eine wirkliche Verletzun Hndff ihrer Vollmachten begehen, wenn sie für die Monarch . stimmen. Das Organ Gambetta's verspricht, dies Namenliste solle fortgesetzt werden. — DaS „Journ,
Emil DelmaS, der während des Krieges als Krankenpfleger diente, hat voriges Jahr ein Buch über seine.- - ......., „„D„..........o........
Erlebnisse herausgegeben, in welchem er sagt: „In | triftiger Grund mehr, daß den monarchischen Conjec-